Er fehlt so sehr......

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von jona1 26.10.10 - 23:22 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Papa ist am 4.3.2010 im alter von 55 Jahren nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen..,
Ich komm damit einfach nicht klar, es geht soweit das meine Beziehung und der Kontakt zu Freunden darunter leiden,
Ich bin nur noch müde und fertig. Ich beziehe alles auf Ihn, er fehlt so sehr.... jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde.... ich kann mir einfach nicht vorstellen das er nie mehr wieder kommt.
ich kann ihn nicht mehr anfassen, nicht mehr riechen, nicht mehr küsen ihm nichts mehr von mir erzählen das tut so unehimlich weh,,,
er war immer für mich da, hat alles für mich getan, immer ein offenes Ohr gehabt, bei ihm hab ich mich immer so wohl und geborgen gefühlt und jetzt ist er weg FÜR IMMER.. das ist so unglaublich....

Sorry für das SILOPO aber das musste mal raus.

AL
Jona

Beitrag von myimmortal1977 27.10.10 - 00:51 Uhr

Huhu Jona :-)

Es geht Dir nicht allein so. Ich musste mich von beiden meiner Eltern sehr früh verabschieden. Mein Vater starb vor 10 Jahren mit 58 Jahren und meine Mutter dieses Jahr mit 56 Jahren. Beide meiner Eltern traf das selbe Schicksal, beide starben an Krebs.

Trauerarbeit ist ein langwieriger Prozess. Je mehr man mit jemandem verbunden war, umso schwieriger ist es, loszulassen und akzeptieren zu können, dass er nie wieder kommt.

Wichtig ist, dass Du raus gehst und Dich mit anderen Dingen ablenkst. Nicht zu hause sitzen und ständig die Gedanken um die Geschichte herum kreisen lassen.

Meine Eltern haben mir immer nur das Beste gewünscht. Keiner von beiden wollte, dass ich traurig und einsam in der Einöde versinke. Sie wollten das ich lache und glücklich bin.

Was hat Dir Dein Vater gewünscht? Wie würde er Dich gern auf Erden von da oben sehen?

Auch ich vermisse meine Eltern Tag für Tag. Nur unter dem Aspekt, dass diese Krankheit nicht zu verhindern war, habe ich ihnen keinen Tag länger mit all dem Leid und den Qualen gewünscht. Für beide war der Tod eine Erlösung. Und genau dieser Gedanke läßt mich das Schicksal erträglicher machen.

Ich spreche immer offen über meine Eltern, damit kann ich andere Leute ab und an mal ganz schön schockieren. Doch ich finde es wichtig, dass ihr Name in Erinnerung bleibt und nur weil man Tod ist, muss man denjenigen nicht auch noch totschweigen.

Hast Du Dich mal mit dem Thema Nahtod beschäftigt? Alle Leute, die schon einmal klinisch Tod gewesen sind und wiederbelebt werden konnten, erzählen dieselben Geschichte. Sie konnten sich von oben sehen, Dinge an ihnen sehen, z. B. die Reanimationsmaßnahmen und diese auch beschreiben, nachdem sie wieder wach waren, was sie gar nicht hätten wissen können, nach Meinungen der Ärzte.

Ich glaube ganz fest daran, das "danach" noch was kommt und das die Verstorbenen noch in anderer Form unter uns weilen und in gewisser Weise noch "da" sind.

Also, frage Dich, wie Dich Dein Vater gern gesehen hätte?! Bestimmt glücklich und er hat Dir auch nur das Allerbeste für Dein Leben gewünscht. Und er würde sich bestimmt sehr darüber freuen, wenn Du wieder mehr und aktiv am Leben teilhaben würdest. Mit Freunden und allem was dazu gehört.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit und den Mut, für einen neuen guten Lebensweg!

LG Janette

Beitrag von annibunny80 27.10.10 - 16:56 Uhr

... toll geschrieben!
#kerze#kerze#kerze

Beitrag von sumsifast 27.10.10 - 15:48 Uhr

Liebe Jona!

Auch ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Kraft für den Weg ohne deinen Papa. #herzlich

Alles Liebe
Sumsi #schmoll