Niedersachsen spart ab dem 01.01.2011 am falschen Ende

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von fairysia 27.10.10 - 12:10 Uhr

Hallo liebe Frühchen-Mamis,

ihr kennt mich nicht. Doch habe ich in den letzten 10-11 Wochen sehr oft bei Euch gelesen, da mein kleiner Pirat in der 26. SSW schon anstalten machte früher raus zu wollen. Allerdings konnten wir ihn nach KH-Aufenthalt, viel Ruhe daheim usw. überreden noch etwas in seiner Wohnhöhle zu bleiben und da ist er im Moment zum Glück immer noch.

Aber gerade deswegen geht mir die Haushaltspolitik in unserem schönen Bundesland sehr zu Herzen. Denn ab dem 01.01.2011 sollen viele Frühgeborenenstation in den ländlichen Bereichen geschlossen werden.
Hier ein Bericht vom NDR: http://www.ndr.de/flash/mediathek/mediathek.html?media=ndsmag7403

Das ist in meinen Augen ein absoluter Skandal und wird als Schuß nach hinten losgehen. Denn nicht jedes Frühchen hat die Zeit sich stundenlang verlegen zu lassen, sondern braucht schnell kompetente Hilfe und danach die direkt die Nähe von Mama und Papa, um schnell genesen zu können.

Ich hoffe ich trete hier keine Lawine los. Aber wer könnte gerade meinen Unmut besser verstehen, als ihr Betroffenen?

LG und Euch und Euren Lieben alles Gute,
Conny und kleiner Pirat 37. SSW

Beitrag von susa31 27.10.10 - 12:31 Uhr

Ich finde es gut, dass Extremfrühchen nur noch in Perinatalzentren versorgt werden dürfen, die eine Mindestanzahl von Kindern behandeln - gerade bei den ganz Kleinen ist es wichtig, dass das gesamte medizinische Personal sich gut auskennt und sowas nicht nur aller paar Monate mal sieht. Mir ist schon klar, dass die langen Wege für die Familien schrecklich belastend sind, aber wenn so Spätschäden verhindert und die Mäuse besser versorgt werden können, erscheint mir das hinnehmbar.

Beitrag von wir2008 27.10.10 - 12:56 Uhr

Ich bzw. mein Sohn war in Lüneburg auf der Frühchenstation und er ist sehr, sehr gut behandelt worden. Und das, obwohl er "nur" zur Überwachung dort war. Und zu der Zeit war da High-Life in Tüten auf der Station.
Gut, wir wohnen zwischen Lüneburg und Hamburg - hätten also auch nach Hamburg gehen können.
Aber die Neu-Verteilung finde ich doch etwas ungerecht. Viel im Süden von Niedersachsen und ins Besondere um Hannover herum, dabei geht der Nordosten von Niedersachsen ziemlich unter...

VG
Wir2008

Beitrag von minkabilly 27.10.10 - 15:11 Uhr

ich kann mich dem nur anschließen ;-)

Es geht um das Wohl der Kleinsten und da soll nicht "rumversucht" werden nur des Geldes wegen.

Beitrag von amalka. 27.10.10 - 21:48 Uhr

#pro

Beitrag von hertha000 27.10.10 - 13:03 Uhr

Hallo Conny.

Auch bei uns stand die Schließung der Neo-Abt. zur Debatte und wenn ich mir überlege, das wir bis nach Berlin bzw. Brandenburg hätten fahren müssen um bei Tylar sein zu können - nee, daran will ich nicht einen Gedanken verschwenden! Gott sei Dank blieb alles beim Alten und wir waren mega happy, das wir Tylar hier im Ort hatten und wir sogar vom Balkon auf´s KH schauen können! Das hat mir übrigens in der Zeit wo ich nicht bei Tylar im KH war mega geholfen.

ICH FINDE ES ABSOLUT FALSCH UND DREIST, GRAD BEI DEN KLEINSTEN (DIE SICH NICHT WEHREN KÖNNEN) SPAREN ZU WOLLEN!!! :-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[:-[ Sollen doch DIE, die die Neo abschaffen wollen, mal bei sich selbst abspecken! Aber nee, das geht ja nicht! Denn dann muß ICH ja sparen und krieg ja weniger! Oh mei, mir platzt gleich was und geht grad nicht, da Tylar schläft!

Tylar brauchte nach dem KS ganz dringend ärztliche Hilfe, denn er wurde bei 30+2 mit 1400 g und42 cm geholt, weil er nicht mehr richtig versorgt wurde im Mutterrleib! Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn´s erst nach Berlin oder Brandenburg gegangen wäre...

Liebe Grüße und hoffentlich werden nicht alle Neo´s geschlossen - drücke den werdenden Mutti´s und Mäusen alle Daumen... #pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro

hertha000 mit Tylar, der jetzt knapp 9 kg wiegt und 75 cm groß ist. #verliebt#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von nadineriemer 27.10.10 - 22:33 Uhr

Wir wohnen leider Ländlich in Ostfrielsand.Meine Tochter musste per Notkaiserschnitt als Früchen auf die Welt geholt werden und dafür mussten wir schon 25 km fahren.Nicht aus zu denken wenn es noch länger gedauert hätte.

Nadine

Beitrag von maxi03 27.10.10 - 13:42 Uhr

Diese Diskussion gibt es schon recht lange. Es soll nur noch einige große Perinatalzentren geben, die viele Frühchen versorgen und somit Erfahrung und Kompetenz haben.

Ich persönlich finde diese entscheidung, sofern es sich nicht um Sparmaßnahmen handelt gut. Da weiß ich, dass die Kinder, gerade Extremfrühchen, gut aufgehoben und versorgt sind.

Eswerden die Frühchen ja nicht stundenlagn verlegt, sondern mit Krankenwagen oder Hubschrauber in die nächstgelegene Kilink gebracht.

Wir haben das Glück, dass wir drei recht große Perinaltalzentren in unmittelbarer Umgebung haben.

LG Maxi mit 2 an der Hand und den Zwillis (Extremfrüchen) im Herzen.

Beitrag von bobinha 27.10.10 - 13:45 Uhr

Hi

Auf der einen Seite ist es ja wirklich gut, dass es nur wenige, spezielle Kliniken geben soll. Immerhin bekommt so das Personal wirklich mehr Erfahrung. In anderen Ländern wird es so gehandhabt und die Ergebnisse sind, dass weniger Frühchen sterben und mehr ohne Folgeschäden überleben. Denke das ist doch in erster Linie das Wichtigste.

Nur finde ich, dass wenn die kleineren Kliniken abgeschafft werden dann sollten auf jeden Fall genügend Zimmer für die Eltern vorhanden sein, damit sie bei den Kleinen sein können.

Frühgeburten sind anscheinend meistens vorherzusehen. Daher ist es mit dem Transport in die Klinik nicht so schwierig, weil man die Kleinen ja in Mamas Bauch transportieren kann. Für die Fälle in denen es ganz plötzlich schnell gehen muss, müsste man mehrere Frühchenkrankenwagen mit Kindernotärzten bereit haben. Oder sowas in die Richtung. Denke so würden alle davon profitieren.

LG Bobinha mit Mr. Moon-Krabbler

Beitrag von rowan855 27.10.10 - 14:04 Uhr


Hallo Du :-)

Ich denke mal, das ganze ist eine zweischneidige Sache.

Wir haben vor Ort (zum Glück) ein Krankenhaus, das sich super mit Frühchen auskennt, obwohl es kein sehr großes Kh ist. Einfach deshalb, weil es mit einem Kh in Hildesheim (welches sogar Extremfrühchen betreut) und der MHH Hannover zusammenarbeitet. Auch werden hier Kinderkrankenschwestern/Pfleger mitausgebildet, die in Hannover lernen. Es findet ein sehr reger Informationsaustausch statt.

Leider wurde von der Krankenhausleitung beschlossen, das sich Frühchen nicht mehr RENTIEREN! und nur noch Babys ab der 28 Woche und ab 1500g aufgenommen werden dürfen, ab dem Umzug des Klinikums, es wurde nebenan neu gebaut. Unsere Maus wäre mit 1480g wohl so gerade eben da geblieben. #schwitz

Ansonsten werden sie nach Hildesheim transportiert. Ich hätte z.B. Pech gehabt und meine Kleine erst nach knapp 10 Tagen sehen können, da sie mich vorher nicht von der Intensiv raus gelassen hätten, selbst Verlegung standen sie quer und das im eigenen Haus :-(

Auf der anderen Seite, wenn ich bedenke, das JEDES kleinere Kh Frühchen betreuen darf, da wird mir doch etwas anders. Denn, sie haben gar nicht die Erfahrung, wissen veilleicht nicht genau, welche Medis die Kleinsten vetragen. Da sollte man schon abwägen, ob es nicht wenigstens in ein größeres Kh verlegt werden sollte.
Ich weiß auch, das es um viel Geld geht, da die Khs sich so Ausrüstung leisten können, die sie auch für andere Patienten benutzen können und das sonst wegfallen würde. Es ist halt sehr schwierig.

bye Rowan

Beitrag von yvschen 27.10.10 - 17:26 Uhr

Hallo

letztens hat sich shcon eine userin dadrüber aufgeregt.Leider kennen sich die meißten mit dme thema nicht aus und reagieren so wie du!

Natürlich denkt man erstmal, oh nein wie schrecklich die armen frühchen soweit von den eltern weg.

Aber wie kann es sein das kleine krankenhäuser extremfrühchen auf die welt holen , nur um das geld abzustauben?Dann merken sie , sie haben nicht die ausrüstung bzw das wissen für so kleine frühchen.ALso wird das frühchen in die größere klinik geflogen bzw gefahren.Die gefahr ist dann natürlich groß das die kleinen hirnblutungen oder so bekommen.
Manche kliniken behalten die kleinen einfach bei sich.Dadurch das sie aber weniger erfahrung haben, weil sie vielleicht im jahr nur 10 frühchen haben, können sie mehr fehler machen. Erfahrung zählt einfahc extrem viel bei dem thema frühchen.EIne klinik die im jahr 100 frühchen hat wieß viel mehr bescheid.

Seht doch das einfach alle mal von der seite der frühchen. Wichtig ist doch das sie gesund sind und die beste pflege bekommen.Und das können sie nur in einer klinik mit optimaler vorraussetzung und erfahrung.

Alle eltern wollen ein gesundes frühchen.Und wenn es dann doch in einer kleinen klinik ist wo vielleicht was passiert dann hätten die eltern auch lieber gesagt das sie ne große klinik wollen.

Tut mir leid aber ich kann die diskussion nicht verstehen.

lg yvonne die ihre kleinen lieber in ulm bekommen hat als in memmingen

Beitrag von bennisundferdismama 27.10.10 - 21:32 Uhr

Hallo,
meine beiden Mäuse kamen bei 28+1 mit 1205/1215g zur Welt. Mein kleiner Sohn hatte durch die Frühgeburtlichkeit eine Darmperforation und meine Tochter einen Pneumothorax. Nur durch die ausgezeichnete Erfahrung in der Neonatologie und die schnellen und richtigen Entscheidungen haben beide überlebt, es stand nicht gut um beide.

Wären die beiden nicht in dieser Spezialklinik gewesen, hätten sie wohl sehr schlechte Chancen gehabt. Wir waren dort drei Monate auf der Station, obwohl wir 120km weit weg wohnen.

Wir haben einige Eltern kennen gelernt, die auch von weiter her kamen und viele haben sich so bald wie möglich heimatnah verlegen lassen. Fast alle sagen heute, dass sie diesen Schritt bereuen, weil die Versorgung weit weniger hochkarätig ist, zwei Kinder sind sogar gestorben, weil Komplikationen in den weniger spezialisierten Kliniken nicht rechtzeitig erkannt wurden.


Ich wäre auch noch viel weiter gefahren, um meinen Kindern die besten Chancen und die beste Versorgung angedeihen zu lassen.


Ich bin absolut FÜR diese Entscheidung mit den Level1-Zentren!!!


LG

Beitrag von viaja 27.10.10 - 21:37 Uhr

Liebe Conny,

es geht bei der Zentralisierung nicht um Sparmaßnahmen, sondern um das Wohl der Frühgeborenen. Der Bundesverband hat mit initiiert, dass die Fallzahl für Frühgeborene von auf 35 heraufgesetzt wurde um eine bessere Versorgung der Kinder zu gewährleisten. Deswegen schließen diese Frühgeborenenstationen. Nur in absolut eingespielten Stationen haben extrem frühgeborene die chance möglichst gesund zu überleben. Was bringt eine Klinik die nahe bei den Eltern ist, aber nur ein oder zweimal im jahr eine 25. Woche hat und diese dann an die Wand fährt - wie man so schön sagt - weil einfach zu wenig erfahrung vorhanden ist. Lieber als Eltern - auch wenn es umständlich und anstrengend ist - weitere wege fahren und die kinder sind optimal versorgt. Ich hatte eine Klinikbekannte, die bereits kleine Kinder hatte und dreimal die Woche drei stunden fahrt auf sich genommen hat und den ganzen tag blieb, am WE kam dann der Papa. Ich habe diese Frau immer bewundert, aber sie wusste das Perinatalzentrum in dem ihr sohn war - 25. Woche - war das beste was ihm passieren konnte und sie hat sich auch dagegen gewehrt ihn heimatnah zu verlegen. Er ist heute zwei jahre alt und topfit.

Wenn du mehr wissen möchtest kannst du dich auch direkt an den Bundesverband das frühgeborene kind in frankfurt wenden: www.fruehgeborene.de


Lg viaja

Beitrag von oekomami 28.10.10 - 10:42 Uhr

Hallo,

zu einen ist es gut, aber zum anderen auch schlecht.

Den es wird kaum mehr Babynotartzwagen geben u m die Kinder zu transportieren. In der Großstadt schon auf dem Land sind sie heute noch unbekannt.

LG

Beitrag von susa31 28.10.10 - 11:49 Uhr

Die Zahlen zeigen aber, dass bei den meisten Extremfrühchen noch Zeit genug ist, die Mütter vor der Geburt in ein KH mit Level-1-Perinatalzentrum zu verlegen. Ja, ich weiß, Ausnahmen gibt es immer. Aber man will ja gerade dafür sorgen, dass die Kinder gar nicht erst transportiert werden müssen, sondern gleich am richtigen Ort zur Welt kommen. Zur Not wird Mama dann auch mit dem Heli verlegt.
Diese ewige Unterstellung, man wolle da nur Geld sparen, finde ich in dem Fall absolut daneben. Wenn Frühchen richtig gut behandelt werden so wie in den Level-1-Zentren kostet das richtig Geld; da verdient die Klinik eher nichts.

Beitrag von oekomami 28.10.10 - 12:21 Uhr

Hallo,

das mit dem verlegen ist aber auch wieder ein Problem auf dem Land. Da ist leider schon normal geworden, dass du zu einem normalen Krankenhaus mindestens 30 Minuten fährst. Wir haben es hier noch so gut, dass wir innerhalb von 110 km zwei große Kliniken erreichen. Aber gerade noch ländlicher sind es auch mal 150 km und mehr.

Mit dem Heli verlegen ist auch nicht immer so einfach. So viele gibt es auf dem Land nicht und diese sind schon oft im Einsatz, weil Menschen mit Herzinfakt und Co. in die Kliniken gebracht werden müssen. Also steht nicht immer sofort ein Heli zur Verfügung der auf dich wartet.

Und das nächste Problem ist, das ich von einem befreundeten Notarzt weiß, das er zum Klinikchef kommen musste, weil es zu oft den Heli bestellt hat und die Kassen sich beschwert haben.
LG