Tod des Partners - neue Partnerschaft wann?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von kerstin0409 27.10.10 - 14:27 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Ein Arbeitskollege hat im April nach 25 Jahren Ehe seine Frau verloren, ging alles ziemlich schnell, sie hatte Lungenkrebs und nicht mal 2 Monate später war sie tot - sehr tragisch alles.
Ich persönlich habe sie nicht gekannt, aber ihren Mann, meinen Kollegen, eben sehr leiden sehen. Er war wirklich am Ende.
Nun, nach nicht mal 3 Monaten später hat er jetzt eine neue Freundin...
Mich persönlich geht das nix an, ich freue mich sehr für ihn, dass er wieder glücklich ist, kann das aber nicht verstehen, dass man das so schnell vergisst.
Wie steht ihr dazu? Möchte mal Meinungen hören...
Verstehe ja, dass man nicht ein Leben lang nachtrauern muss, obwohl es für mich unvorstellbar wäre, meinen Mann zu verlieren, könnte nicht Leben ohne ihn.
Aber so schnell wieder jemand neues? Ist es nicht so, als ob man den "alten" Partner vergisst und durch den neuen ersetzen möchte?!
Bin gespannt auf Eure Meinungen :-)

Liebe Grüße #winke

Beitrag von similia.similibus 27.10.10 - 14:38 Uhr

Vielleicht will er sich mit der neuen Freundin erstmal vor allem ablenken und sich durch sie trösten lassen. Wäre nicht gerade toll für die Neue.

Zudem weiß man ja auch gar nicht, ob die Ehe mit der Verstorbenen überhaupt noch eine glückliche Ehe war? Vielleicht muss er gar nicht so über ihren Verlust trauern, vielleicht gab es die Neue bereits vor dem Tod der Ehefrau?

Beitrag von mansojo 27.10.10 - 14:39 Uhr

ich glaube das die sehnsucht nach liebe ,wärme und geborgenheit stärker ist

er muss ja seine frau nicht vergessen haben


jeder trauert auf seine weise
und was eine angemessene trauerzeit ist legt auch jeder für sich fest

lg

Beitrag von bluehorizon6 27.10.10 - 14:45 Uhr

Wer sagt das er vergisst?

Wie war die Ehe wirklich? 25 Jahre sind lang und sicherlich verliert man ein Stück seines Lebens, aber war wirklich alles intakt?

Was wenn er jemanden braucht der ihn umgibt? Er war 25 Jahre nicht alleine.

Was wenn er ohne seine verstorbene Frau nicht leben kann, vielleicht auch nicht mehr will. Was treibt den neuen Partner sich an ihn zu binden?
vielleicht ist die Hilfe die sie leistet größer und umfassender als du sehen kannst.

nur so ein paar Gedanken.

blueH6

Beitrag von kimchayenne 27.10.10 - 15:19 Uhr

Hallo,
grundsätzlich denke ich das niemand das Recht hat dadrüber zu urteilen ob und wann es einen neue Partnerschaft gibt.Aber es gibt ja immer genug Menschen die gerade in solchen Situationen sich das Maul über andere zerreissen müssen.
Vielleicht war es auch der Wunsch seiner Frau das er nicht alleine bleibt?
Mein Mann ist vor 9 Wochen an Lungenkrebs gestorben,von Diagnose bis zu seinem Tod blieben uns genau 7 Wochen.Mein Mann hat mir gesagt das er nicht möchte das ich alleine bleibe,ich soll wieder glücklich werden,für mich zu dem Zeitpunkt unvorstellbar.Wir waren 20 Jahre zusammen und haben eine glückliche ehe geführt,er fehlt mir sehr und ich vermisse IHn ständig,ein neuer Mann ist für mich jetzt kein Thema,aber vielleicht läuft mir ja schon morgen jemand über den Weg wo ich denke wow.Wer weiß das schon,sollte es so sein wird sich dann zeigen wie es sich entwickelt ,das heißt aber nicht das ich meinen Mann vergesse oder ihn durch jemanden ersetzen will.Er wird immer ein Teil von mir bleiben auch wenn ich einen neuen Partner finden sollte,den er hätte nicht gewollt das ich alleine bleibe,er möchte das ich glücklich bin,mein Mann war immer sehr eifersüchtig und von daher denke ich das es für Ihn besonders schwer war mir das zu sagen,er hat mich sozusagen freigegeben.
Aber wie auch immer die Leute zerreissen sich eh das Maul wenn du jahrelang allein bleibst ist es nicht richtig und wenn du schnell wieder jemand neues an deiner Seite hast natürlich auch nicht.
Vielleicht sollten manche Menschen erstmal vor ihrewr eigenen Tür den Besen schwingen.
LG KImchayenne

Beitrag von kerstin0409 27.10.10 - 15:32 Uhr

Oh Gott, das ist ja furchtbar hier, kann man nicht eine normale Frage stellen ohne gleich angegriffen zu werden?
Ich vergönne es ihm von ganzen Herzen und KEINER zerreisst sich hier das Maul und es geht uns alle nix an.
Es war nur eine FRAGE.

Beitrag von luci82 27.10.10 - 15:49 Uhr

Erstaunlich das du dich da gleich angesprochen fühlst.... :-D Ich habe es so gelesen, dass sie sich auf die Allgemeinheit bezieht und nicht auf dich?!
Fand das übrigens den besten Beitrag bisher, schliesslich ist das die Meinung von jemanden, der persönliche (und sogar aktuelle) Erfahrungen mit dem Thema hat....

Beitrag von kerstin0409 27.10.10 - 16:42 Uhr

Naja, ich habe mich schon angegriffen gefühlt, eben WEIL ich mir nicht das Maul darüber zerreisse und ich ihm das von ganzem Herzen gönne.
Wollte es eben nur wissen. :-D

Beitrag von kerstin0409 27.10.10 - 16:46 Uhr

ach und JA, es bezieht sich auf die allgemeinheit :-)

Beitrag von kimchayenne 27.10.10 - 16:57 Uhr

Danke,ja leider habe ich damit Erfahrung und glaub mir das ist eine der Erfahrungen auf die man sehr gut verzichten kann.
LG KImchayenne

Beitrag von kimchayenne 27.10.10 - 16:55 Uhr

Na für Dich scheint es ja aber so wichtig zu sein das man sowas in einem Forum nachfragen muss.Dann wirst Du ja sicherlich auch mit anderen (Kollegen usw. )darüber sprechen,also zerreisst Du dir in meinen Augen schon das Maul.
LG KImchayenne

Beitrag von nick71 27.10.10 - 19:51 Uhr

Hier hat keiner ne Glaskugel. Warum stellst du deinem Kollegen diese Fragen nicht selber, wenns dich so sehr interessiert?

Beitrag von frejas.sal 27.10.10 - 15:54 Uhr

Mein Beileid zum Tod deines Mannes.

Ich wünsche dir viel Kraft, deinen Verlust und dein neues Leben bewältigen zu können.

Und dass du - egal auf welche Art - wieder glücklich bist oder wirst.

LG
Mette

Beitrag von kimchayenne 27.10.10 - 16:58 Uhr

Danke.
LG KImchayenne

Beitrag von frauke131 27.10.10 - 17:06 Uhr

Das mit Deinem Mann tut mir leid, meine Geschäftspartnerin hat ihren Mann vor knapp 3 Wochen verloren. Ich denke, an einen neuen Partner denkst sie auch noch nicht.

Aber ich fände es auch egoistisch, wenn man vom Partner erwartet, dass er ewig trauert und wartet. Ich würde auch nicht wollen, dass mein mann allein bleibt, schließlich geht sein Leben ja weiter.

Ich finde es gibt hier so eine Trauer-Etikette: ein Jahr lang schwarz tragen, nicht mehr fröhlich sein, trauern....warum? Mannche trauern eben, in dem sie gern über den verstorbenen reden und dabei lachen, in anderen Ländern wird sich nach Beerdigungen betrunken. Ich finde, es stehet niemanden zu, zu urteilen, WIe ein(e) Witwe(r) sich zu benehmen hat.

Beitrag von kimchayenne 27.10.10 - 17:09 Uhr

Ich finde, es stehet niemanden zu, zu urteilen, WIe ein(e) Witwe(r) sich zu benehmen hat.

Recht hast Du.
LG KImchayenne

Beitrag von gh1954 27.10.10 - 15:28 Uhr

>>>Mich persönlich geht das nix an,<<<

Richtig.


>>>kann das aber nicht verstehen<<<

Musst du auch nicht.


>>>obwohl es für mich unvorstellbar wäre, meinen Mann zu verlieren, könnte nicht Leben ohne ihn. <<<

So ein Quatsch, natürlich könntest du ohne ihn leben.


>>>Ist es nicht so, als ob man den "alten" Partner vergisst und durch den neuen ersetzen möchte?! <<<

Man kann keinen Menschen durch einen anderen ersetzen. Und einen Menschen, mit dem man 25 Jahre verheiratet war, vergisst man nicht.

Beitrag von badguy 27.10.10 - 15:44 Uhr

Hmm, du wirkst nicht wirklich so, als wäre es dir egal. Aber das spielt ja keine Rolle.

Meine Cousinen haben wie das Tier rumgezickt, als meine Tante nach 12 Jahren jemand neues kennen gelernt hat. 12 Jahre.

Ich war Gott sei Dank noch nie in der Situation aber ich denke, jeder hat ein Recht auf sein persönliches Glück. Und wenn eben nach drei Monaten das Glück zaghaft an die Tür klopft, sollte man m. E. die Tür öffnen und nicht abschließen.

Ein Partner ist nicht zu ersetzen im eigentlichen Sinne. Vergessen tut man aber auch nicht. Aber warum nicht bei 0 anfangen?

Beitrag von ug2712 27.10.10 - 16:05 Uhr

Jeder Mensch geht anders mit Trauer und deren Bewältigung um.
Die einen sind extrem extrovertiert und tragen alles nach außen, die anderen leiden still für sich.
Außerdem ist der Faktor "Möglichkeit" nicht zu unterschätzen. Wenn dem Trauernden nie jemand über den Weg läuft, der in Frage käme, wie kann er dann wissen, ob er könnte?

Meine beste Freundin hat letztes Jahr im Mai bei einem Motorradunfall ihren Mann verloren.
Sie ist sehr attraktiv. Ich werde nun oft von interessierten Männern gefragt, ab wann es denn ok wäre, mal nachzufragen...?
Ich weiß es nicht.

Beitrag von anyca 27.10.10 - 16:58 Uhr

Eine Ehe wird geschlossen "bis das der Tod uns scheidet", nicht "bis in alle Ewigkeit".

Er ist bis zum Schluß bei seiner Frau geblieben, hat damit seine Verpflichtungen ihr gegenüber erfüllt. Und vergessen wird er sie sicher auch nicht - aber solange man nicht bei der Beerdigung mit ner Neuen auftaucht ;-) geht es keinen was an, wann er eine neue Partnerin hat.

Beitrag von goldmannchen 27.10.10 - 18:09 Uhr

hallo....


als meine mama an krebs starb,hatte papa schon nach 2 monaten kontakt zu einer anderen(die kannten sich von früher).
uns kindern hat er nix gesagt,bis ich es rasugefunden habe und ihm die hölle heiß machte.ich konnte es nicht verstehen,warum so schnell.hab ihm vorgeworfen das er sie schon hatte als mama noch lebte usw...ziemlich übel alles gewesen.



irgedwann hatte er sich von der getrennt,wir konnten sie sowieso nicht leiden.nicht als mensch,sondern weil sie die neue war.


es ist nun 10 jahre her,und er hatte immer nur füt kurze zeit welche gehabt.er kann das selber nicht,sich fest an wen binden,obwohl wir ihm sagen das er nach so viel zeit eine neue braucht mit der er alt werden kann.

akzeptiert hab ich sie alle(3 insgesamt).wirklich gemocht,keine.weil sie die NEUE waren
aber als kind sieht man es sowieso anders.

Beitrag von kersekind 28.10.10 - 12:14 Uhr

Hallo,

jeder Mensch ist anders. Glaub mir, er ersetzt seine verstorbene Frau nicht mit einer neuen Partnerin!

Mein Lebensgefährte ist vor 5 Jahren verstorben. Ich habe 5 Monate gebraucht um wieder neuen Lebensmut zu fassen und hab mich auf eine Beziehung eingelassen - aus ziemlich egoistischen Gründen! Ich wollte einfach nicht alleine sein.

So wird es ihm auch gehen. Ich kann keinen verurteilen, der trotz herben Verlust weiter am Leben teilnimmt!

Gruß, K