Wichtige Fragen zu Beschäftigungsverbot

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Beitrag von derhimmelmusswarten 27.10.10 - 15:21 Uhr

Hallo,

ich hätte nie gedacht, dass ich auch mal solche Fragen hier stellen muss, aber nun ist es leider so weit. Ich hoffe, ihr könnt mir zahlreich antworten und mir behilflich sein.

Meine erste Tochter wurde im Sommer 2009 geboren. Dummerweise habe ich damals nur ein Jahr Elternzeit beantragt und musste somit ab Sommer/Herbst 2010 wieder arbeiten gehen. Zu meinem alten Arbeitgeber wollte ich nicht zurück, da er erstens kurz vor der Pleite steht und zweitens alkoholkrank ist. Mein Job dort wäre also sehr sehr unsicher gewesen. Drum habe ich mich rechtzeitig anderweitig beworben und auch sofort eine andere Stelle zu super Arbeitszeiten in der Nähe gefunden. Nichts ließ darauf schließen, dass ich dort die absolute Hölle vorfinde.

Zunächst muss ich sagen, dass ich bereits bei Arbeitsaufnahme (aber nicht bei Vertragsabschluss) Anfang September ungeplant erneut schwanger wurde. Ich bin morgen in der 12. SSW Mein Chef weiß das noch nicht.

Ich bin dort teilzeitbeschäftigt, eine Kollegin ganztags. Mein Chef ist Rechtsanwalt und auch der einzige dort. Also ein Einzelbetrieb. Für meine Begriffe ist dieser Mensch krank. Es würde den Rahmen sprengen, alles aufzuzählen, was tagtäglich vorfällt.

Fakt ist, dass ich eine ausgebildete Kraft bin, darüber hinaus Bürovorsteherin und ausgezeichnete Zeugnisse habe. Alle Chefs, bei denen ich bisher gearbeitet haben, haben mir gute Zeugnisse ausgestellt und waren stets zufrieden mit mir.

Doch dieser Chef jetzt ist wahnsinnig. Er mobbt sowohl mich als auch meine Kollegin. Wir werden jeden Tag angeschrieen und richtigehend fertig gemacht. Er wirft mit Akten, schreit und knallt Türen zu, dass sie fast aus dem Rahmen fallen. Es sind richtige cholerische Anfälle. Wegen nichts. Er behauptet, man wolle ihm schaden, es würden bewusst Fehler gemacht, um ihn in den Ruin zu treiben. Wir würden zu langsam arbeiten etc. etc. Heute hat er uns nacheinander ins Büro bestellt und uns in übelster Art und Weise beschimpft.

Fest steht: Dort kann und will ich nicht mehr arbeiten. Mir ist schon richtig schlecht wenn ich an die Arbeit denke und einer Schwangerschaft kann sowas ja nun wirklich nicht zuträglich sein.

Ich bin immer mit allen Chefs wunderbar zurecht gekommen und habe auch in der letzten Schwangerschaft ohne Probleme bis zum Mutterschutz, ohne einen Tag krank zu sein, gearbeitet.

Heute hätte ich am Liebsten selbst meine Kündigung geschrieben, konnte mich dann aber noch irgendwie zusammenreißen.

Ich möchte mich nun erkundigen, da ich wegen so einem Psychopathen gewiss nicht das Leben meines Kindes aufs Spiel setzen werde, wie ich an ein Beschäftigungsverbot kommen kann.

Dafür muss ich wohl zu meiner Frauenärztin? Morgen früh wollte ich erstmal zu meinem Hausarzt und ihm die Situation schildern. Denn so schnell werde ich bei der Ärztin wohl keinen Termin bekommen und mein nächster regulärer Termin ist erst wieder Mitte November.

Ist es denn möglich, zu so einem frühren Zeitpunkt und aus diesen Gründen ein BV zu bekommen? Ist sowas zeitlich befristet oder dauert das bis zur Geburt dann an bzw. bis zum Mutterschutz?

Unter normalen Umständen würde ich bis zum Mutterschutz irgendwie durchhalten. Aber das ist wirklich ausgeschlossen. Ich bin echt hart im Nehmen, aber das geht zu weit.

Wenn ich selbst kündige, würde ich eine dreimonatige Sperre bekommen und das sehe ich wirklich nicht ein. Ich habe nur Angst, dass ich nochmal wieder dort arbeiten muss und er ja dann irgendwann von der Schwangerschaft weiß. Dann wäre ja übelstes Mobbing vorprogrammiert.

Wer hat also Erfahrung von euch mit einem BV? Und wie wirkt sich das auf die Berechnung von Mutterschafts- und Elterngeld aus?

Bittet antwortet mir zahlreich, gern auch per PN.

Beitrag von spark.oats 27.10.10 - 15:26 Uhr

Ich kann dir leider nur eine Frage beantworten und zwar, dass du wegem dem psychischen Stress dem du dort unterliegst ein BV vom FA bekommst und das eigentlich ohne zu zögern!

Dir alles Gute weiterhin!

Beitrag von kati543 27.10.10 - 15:58 Uhr

Da du schwanger bist, kann er dich ja nicht kündigen - auch wenn er das derzeit noch nicht weiß ;-)
Dein FA kann ein BV ausstellen. Das hat für dich keinerlei finanzielle Nachteile - weder beim Mutterschutz noch beim Elterngeld.

Beitrag von malisch 27.10.10 - 16:03 Uhr

Ich kann dir auch nur eine Frage beantworten: du bekommst keine Sperre vom AA, wenn du vom Hausarzt eine Begründung (Mobbing, BurnOut) für die Eigenkündigung bekommst. Einfach Formular beim AA holen und beim Hausarzt ausfüllen lassen. Machen sie ohne Probleme, kriegen auch vom AA bezahlt. Ich kenne es, weil selbst vor 10 Monaten durchgemacht. Für den Fall, falls es mit dem BV nicht so klappt...

alles Gute,
Tatjana

Beitrag von idi1980 27.10.10 - 16:50 Uhr

Hallo und erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Schwangerschaft! #fest Ich hoffe, du kannst sie trotz des Ärgers an der Arbeit genießen.

Ich habe auch seit 8 Wochen einen BV erhalten, allerdings vom Arbeitgeber selbst. Bei mir hatte es aber andere Gründe (ich arbeite mit Kindern zusammen und habe kein Immunschutz gegenüber einiger Kinderkrankheiten).

Erteilt dir der Arbeitgeber ein BV, bekommst du bis zum Ende der Schwangerschaft dein durchschnittliches Gehalt. In deinem Fall wird er dir wohl kaum einen BV erteilen.

Erteilt dir dein FA ein BV, verhält es sich so, als wärst du krank geschrieben. D.h. du bekommst die ersten 6 Wochen dein Gehalt, danach nur noch 70 % des letzten vollen monatlichen Brutto–, aber höchstens 90 Prozent des letzten vollen monatlichen Nettoeinkommens von der Krankenversicherung.

Prinzipiell kann dir der FA immer ein BV erteilen - unabhängig davon in welcher SSW du bist. Das hängt jedoch von ihm ab und davon, ob er deine Argumente als begründet anerkennt oder nicht.

Mutterschafts- und Elterngeld werden vom BV nicht direkt (!) beeinflusst. Da du aber im Falle eines BV durch dein FA weniger Einkommen haben wirst (70 %), fällt auch dein Elterngeld niedriger aus (Elterngeld: 67 % der letzten 3 Monate und damit 67% von den 70%, die du durch den BV nur noch bekommen hast).#kratz

Hm, hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen. ;-)

Beitrag von kerstini 27.10.10 - 18:12 Uhr

Das stimmt so nicht!!!

Du hast durch das BV keine finanziellen Nachteile. Weder jetzt, noch später in der EZ.

Du bekommst weiterhin deinen normalen Lohn von deinem AG und er bekommt es später von der KK erstattet.

LG

Kerstin mit #sternMadita & #sternLeo *08.09.09+ und #stern12.SSW u Ida 28.SSW#verliebt

Beitrag von susannea 27.10.10 - 21:10 Uhr

Auch der HA kann übrigens ein BV ausstellen und ich denke, das kann man hier leicht bekommen.