Stern TV

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Beitrag von mela05 27.10.10 - 23:08 Uhr

#winke

Schaut einer gerade Stern TV?

Also ich sag da nur "OHNE WORTE"

Der Sarazzin hat doch nen Knall!!!!!!!!!!!11

Beitrag von skaya87 27.10.10 - 23:35 Uhr

hmmm knall???

naja, teilweise hat er recht oder meinst du nicht?

Was mich sauer gemacht hat, war das er sagte nur Araber und Türken...

Es sind nicht nur Araber und Türken aber naja, die anderen werden halt nicht so hervorgehoben.
Hauptsache werden die fertig gemacht...

Aber die beiträge, wo die Frau gesagt hat, es ist ne Sünde wenn sie mit einem nicht muslimen heiraten würde, das ist auch nicht ok...

Ich bin Muslime aber mein Mann nicht, und ich sehe das nicht als Sünde.

Oder die Frauen die zwischen 11-15 jahren in Deutschland leben, aber doof gucken bei einer Deutschen frage.
Meine Mutter kann sogar Deutsch zwar nicht Perfekt aber, sie kommt überall alleine zurecht.

Also, ich bin nicht der gleichen Meinung wie Sarrazin aber auch nicht gegen.
Teilweise hat er wirklich recht.
Wie gesagt, das es aber immer Türken heisst, macht mich wütend, aber ich fühle mich nicht angesprochen davon.

Alsooo dennnnn machs juuutttt alle zusammen....

(Sorry für die Fehler (ja auch ich habe fehler:-D) aber ihr versteht doch oder nicht??? :-p:-p:-p:-p

#winke#winke#winke#winke#winke#winke#winke

Beitrag von manavgat 27.10.10 - 23:42 Uhr

was bedeutet: teilweise recht?


Wenn ein Rassist mal etwas wahres sagt, ist er dann kein Rassist mehr?

Gruß

Manavgat

Beitrag von skaya87 27.10.10 - 23:57 Uhr

ja sicher ist er weiterhin ein rassist aber man muss auch in der Lage sein, jemandem recht zugeben.

Wenn ich sehe, das junge leute ihre Ehen arrangieren lassen oder menschen die Sprache nicht beherrschen von dem Land in dem sie Leben, dann ist es mir auch unangenehm.

Die sind ja nicht paar monate hier, sondern längere Zeiten. Und der Mann konnte super Deutsch (der Schuldnerberater), warum konnte die Frau das nicht? Sie hat doch auch gearbeitet im Altenheim. Sie hat sich anscheinend nur geweigert es zu lernen.
Wenn ich beim Arzt bin zb. werde ich oft von Türken angesprochen (und das sind keine älteren Leute,) ob ich mal erklären kann was die Arzthelferin von denen möchte.

Mein Schwiegervater ist auch so, erlebt seit mehr als 20 Jahren hier, meinst du er kann ein Wort auf Deutsch???
Mein Mann oder ich oder seine Töchter müssen überall hinrennen, das muss ich bei meinen Eltern nicht.

Genauso bin ich auch gegen die Leute die nicht tollerant sind, und andere glauben und kulturen nicht akzeptieren.
Und in Deutschland ist es teilweise so, das vorallem muslime nicht akzeptiert und respektiert werden.

Aber das mit der Sprache lernen und so, íst etwas ganz anderes....
Und nur das finde ich daneben.
Ich habe ja nur speziell jetzt davon gesprochen das es richtig ist, das die Leute wenigstens die Sprache beherrschen müssen, und nicht einfach grinsen und keine Antwort haben, weil sie nicht verstehen.

Aber das ist meine Meinung.
Niemand muss diese Meinung mit mir teilen, aber respektieren.

Beitrag von mela05 27.10.10 - 23:49 Uhr

Also ich finde schon das er einen Knall hat.

Ich bin selber Migrantin, bzw meine Eltern. Meine Eltern sind 1970 aus EX Jugo nach Deutschland zu kommen um zu arbeiten.

Meine Mutter sowie mein Vater stammten beide aus reichen Familien in Bosnien. Mein Vater hat angefangen zu arbeiten, meine Mutter erst 2 Jahre später, danach kam dann meine Schwester zur Welt und sie war nur stolze 8 Wochen zu Hause und hat dann sofort wieder angefangen zu arbeiten. Bis dann meine zweite Schwester zur Welt kam, usw.

Wir alle sind also in Deutschland geboren und aufgewachsen.
Also bin ich integriert.
Ich habe die deutsche Schule besucht, habe einen super Abschluss, habe mein Abitur gemacht, meine Lehre beendet, seit dem 16 Lebensjahr habe ich gearbeitet, zuerst neben der Schule dann nach der Lehre selbstverständlich auf Vollzeit.

2006 habe ich geheiratet. Mein Mann kam nach Deutschland (ja es war eine Liebesheirat), konnte kein einziges Wort deutsch. 1 Monat nach seiner Ankunft hat er die Arbeitserlaubnis bekommen und seit dem arbeitet er. Keinen einzigen Tag hat er / wir vom Amt gelebt. Na ja, perfekt deutsch kann er immer noch nicht, aber er kann sich verständigen.

Heisst das er / wir nicht integriert sind?
Wir zahlen Steuern, gehen schön arbeiten. Nach 4 Jahren Ehe, und denke ich das ich es verdient habe zu Hause zu bleiben und unser Kind zu erziehen, damit er später genauso integriert ist wie ich selber.

Warum wird immer auf den Türken rumgehackt? Warum nur?
Weil die Medien sich eine türkische Familie rauspicken die in dieses Klischee passen und prompt sind alle Türken so.

In meiner Stadt kenne ich nur eine einzige türkische Familie die vom Staat lebt. Diese Familie würde nicht vom Staat leben, wäre der Vater nicht krank und die Mutter leider schon verstorben.
Sind sie also auch nicht integriert???

Ich verstehe das alles nicht mehr.
Mein Vater erzählte mir das es früher ganz anders war. Es hat niemanden interessiert woher du kamst. Das was zählte waren flinke Hände, Fleiss und Motivation zu arbeiten.

Armes Deutschland... was ist bloß aus MEINER HEIMAT geworden...

Beitrag von manoli71 28.10.10 - 09:08 Uhr

Ich glaube (habe das Buch aber nicht gelesen), dass er nicht solche Leute wie Euch meint, die sich tatsächlich integriert haben, sondern diejenigen, die nicht integriet sein wollen.

Beitrag von mela05 28.10.10 - 12:18 Uhr

Das Problem ist aber, das die meisten Leute die Menschen einfach nicht sehen die sich schön integriert haben, sondern sehen vielleicht eine Familie die es nicht getan hat und schwups sind alle Ausländer scheisse.

Das allein die Türken und Araber angeprangert werden finde ich auf gut deutsch gesagt total zum Kotzen. Denn es gibt weitaus mehr Menschen anderer Kulturen und Nationen die sich weniger integriert haben als "Türken". Aber nein, diese andere Kulturen werden natürlich nicht gesehen sondern nur die Muslime sind mal wieder an allem schuld und sich blöd und sollen abgeschoben werden #aerger.

Genauso war es doch damals mit dem 11.09.2001, glaubst du das waren wirklich Muslime? Ich nicht!!!!
Ich traue dem Bush weitaus mehr zu als Bin Laden.

Ich bin selber Muslimin, bin aber keine Kopftuchträgerin und bin etwas toleranter erzogen als manch andere.
Und ja, ich selber als Muslimin, muss manchmal mit den Augen drehen wenn ich manch andere Moslems ind er Stadt sehen oder eben wie Bin Laden. Nein, ich verteidige solche Menschen nicht.
Aber:
Solche Leute gibt es in jeder Nation, in jeder Gesellschaft in jeder Religion.
Bei uns in Deutschland doch auch, ok es gab solche Menschen bzw. einen solchen Mann, aber ich möchte auch nicht das die Geschichte die vergangen ist wieder ausgegraben wird.

ZU Zwangsehen kann ich nichts sagen, ich habe meinen Mann aus Liebe geheiratet, meine Schwestern haben auch ihre Männer aus Liebe geheiratet. Aber Zwangsehen haben doch nichts mit dem Islam zu tun? #kratz Also im Koran habe ich nichts davon gelesen, aber leider Gottes wird das immer auf die Türken und Islamischen Ländern geschoben.

Vielleicht hat der Sarazzin in einigen Punkten Recht. Meine Meinung ist auch, wer in Deutschland leben will der muss die Sprache beherrschen, zwar nicht perfekt aber so viel das man sich verständigen kann, das man arbeiten gehen kann.
Aber leider wird es immer Leute geben die auf Muslime mit dem Finger zeigen werden.

Man sollte zuerst vor seiner eigenen Türe kehren bevor man fremde Türen verdreckt.
Man sollte fremde Kulturen und Religionen erst mal kennenlernen bevor man sie urteilt.


Beitrag von kawatina 27.10.10 - 23:49 Uhr

Hallo,

ich fand die beiden Gäste voll peinlich.
Wie will denn jemand in einer Sendung über ein Buch diskutieren, was er/sie nicht kennt.#kratz

Beitrag von mela05 27.10.10 - 23:52 Uhr

Man muss nicht das ganze Buch kennen um zu sehen das dieser Mensch einige Fakten verallgemeinert hat.

So wie Sarrazin einige Tatsachen nicht wirklich kennt, so kennen die Gäste auch sein Buch nicht.

Passt doch, oder ??

Beitrag von shabnam85 28.10.10 - 00:31 Uhr

Hallo.

und was war mit der "angeblichen" Passantin??

Das fand der Sarrazin gut, dass sie ihn toll findet, aber sein Buch nicht gelesen hat , gell?

Wieviele seiner Befürworter haben das Buch denn nicht gelesen? Er hat auch nicht den kompletten Koran gelesen und kritisiert ihn.

Übrigens, diese Stimmungsmache ist echt erschreckend, aber wie gesagt "Gruppenzwang" geschieht auch im 21. Jahrhundert. Da braucht man sich echt nicht fragen, wie das die Leute denn vor 60 Jahren gutheißen konnten (!!!)

Und vor Stern TV läuft doch Die super Nanny und dieser Schuldnerberater, da sieht man ja auch Woche für Woche, was es auch für "Deutsche" gibt.Damit will ich sagen, es ist doof und wirklich diffarmierend a, jedes Problem zu islamisieren!!

Beispiel: Schwäbische Anwältin ( deutsch, nicht Muslimisch, emanzipiert, gebildet usw. usw ), tötet Mann und Kind aus Eifersucht. Das war wenn man will ein "Ehrenmord", aber nein, es ist ein "Familiendrama" und welcher Religion die Frau angehört interessiert auch niemanden!!

Oder der Mann aus Solln, der zu Tode verprügelt wurde, es waren zwei Deutsche, wieder mal in der Ubahn in München, waren es ein Türke und ein Grieche.Was hatte die Tat mit Islam zu tun ? NIX! Über den Griechen wurde null berichtet, und über Abschiebung "denke man nur bei dem Türken nach, der Grieche ist ja ein EU-Bürger!".

Es ist PURE PRPAGANDA! Da kann man sagen WAS MAN WILL!

Die Mehrheit der Juden, heiraten auch nur unter sich, und würden eine ausser-jüdische Heirat als Sünde sehen. Ein Orthodoxer Christ defenitiv auch...
Also wo ist das Problem??

Wir werden gezwungen, in den "Ghettos" zu leben, weil wir woanders keine Wohnungen bekommen. Man müsse die guten Wähler ( Mittelschicht ) schützen, vor den Asis!

Ach Leute, wirklich, man könnte ja hier 1 zu 1 die Probleme die die Muslime verursachen, mit denen der nicht-muslime vergleichen. Glaubt mir, laut Berichterstattung in den Nachrichten ( Kindesmissbrauch, Vergewltigung, Mord, Familiendramen jeglicher Art usw. ) überwiegen letztere.

Es ist ein "soziales" Problem, und nicht eins der Muslime. Auch ist es absurd, dass man immer Vergleiche holt: eine Kopftuch-Trägerin ist die nicht integrierte , die Minirock-Trägerin die Super Integrierte. Was ist los?? Ich dachte die Emanzipation hat in Deutschland einen festen Platz?? Zum BEispiel in der Sendung, war eine K-Trägerin, die Ärztin ist und perfekt deutsch spricht ( obwohl ich es maßlos finde, dass heuer der akademische Grad, den Wert des Menschen ähm Sorry, den des Muslimischen Migraten, bestimmt), ist die nicht integriert, weil sie ein Kopftuch trägt??

Also ich weiß dass weder Sarrazin och Seehofen und wie sie alle heißen, je in einer Multikulti Gegend gelebt haben.

Wie würde sich Sarrazin denn fühlen, wenn ich ihn aufgrund bestimmter Vorurteile, und seines Aussehens beurteilen würde?? (Er müsste es ja toll finden, wäre ja sein Niveau!), dass würde dann nämlich so lauten :

"kleiner Mann, mit Sprachstörungen, Schnauzer, etwas mehr oder weniger gepföegtem Seitenscheitel, genießt den zuspruch des deutschen Volkes aufgrund ,,naja bestimmten Aussagen !""

UjUjUj, da erkennt man sofort ähnlichkeiten zu einer bestimmten Person!!

LG

Beitrag von muehlie 28.10.10 - 03:09 Uhr

Es freut mich immer wieder, wenn ich hier im Forum einen vernünftigen, sachlichen Beitrag lese. Zu den meisten Reizthemen (Kindesmissbrauch, Integrationspolitik etc.) gibt es hier meist nur blinde Hetzbeiträge.

#danke

Beitrag von whitewitch 28.10.10 - 09:18 Uhr

"Wir werden gezwungen, in den "Ghettos" zu leben, weil wir woanders keine Wohnungen bekommen. Man müsse die guten Wähler ( Mittelschicht ) schützen, vor den Asis! "

So ein Schwachsinn!! Schau dir mal Berlin an, da leben überall Ausländer. Ausserdem haben sie teilweise richtige Bezirke zu ihren gemacht. Als Deutscher traut man sich da gar nicht mehr hin. Du kannst in Berlin überall eine Wohnung haben, wenn du sie dir leisten kannst.

Beitrag von medina26 28.10.10 - 10:36 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele! #pro#pro#pro

Besser hätte ich es auch nicht in Worte fassen können.

Es gibt da aber noch etwas das ich hinzufügen möchte:

Es regen sich ja immer alle über die Gewalt in den Schulen auf, die angeblich nur von den Ausländern verursacht wird.
Was ist dann mit den ganzen Amokläufern die Lehrer und Schüler erschossen haben? Das waren Deutsche!

Macht es das jetzt besser?? Oder dürfen sie das weil es in ihrem Land passiert ist??

Beitrag von einfachich77 28.10.10 - 12:25 Uhr

Ich finde es äußerst armselig, nach mehr als 60 Jahren mit Argumenten wie dem 3. Reich zu kommen. Die meisten hier lesenden und schreibenden Leute hatten rein gar nichts mit diesem zu tun, haben die Zeit nicht erlebt und identifizieren sich null damit und werden trotz allem von Dir immernoch danach beurteilt. Sie würden immer noch danach handeln. Gelle, wir doofen Deutschen können ja auch nichts anderes, als einem großen Mann hinterherhecheln. *ironieoff* Und das ist NICHT RASSISTISCH??? Aber dann wieder unterstellen, dass nur WIR dieses Denken haben. Ausländer in Deutschland sind doch oft nicht besser als die Deutschen selbst und schimpfen auf die anderen. Aber DAS ist NATÜRLICH etwas VOLLKOMMEN anderes, gell???


In diesem Sinne - denke mal darüber nach!

LG


Beitrag von muehlie 28.10.10 - 12:40 Uhr

"Ich finde es äußerst armselig, nach mehr als 60 Jahren mit Argumenten wie dem 3. Reich zu kommen."

Und was ist, wenn nach mehr als 60 Jahren ein Mann mit Argumenten AUS dem 3. Reich kommt? Und wenn ein Großteil der Deutschen diesem Mann auch noch zustimmt? Wann darf man denn anfangen, vor einer Wiederholung der Geschichte zu warnen? Bei den ersten Fackelzügen? Oder erst, wenn wieder Bücher brennen?

Beitrag von einfachich77 29.10.10 - 10:02 Uhr

Na, dann führe die Argumente mal aus und dann können wir gerne argumentieren, ob es sich wirklich um reine Argumente des 3. Reiches handelt, oder ob es nicht lediglich ZUFALL ist, dass sich diese Argumente mit den heutigen decken. Nur weil etwas im 3. Reich propagandiert wurde, heißt das nicht, dass es nicht in gewissen Fällen auch heute noch eine gewisse Gültigkeit besitzt. Ich denke, man sollte aufhören, ständig nur bis zum Tellerrand zu schauen und anfangen, darüber hinwegzugehen und sich mit den heutigen Gegebenheiten befassen, ohne ständig die alten Geschichten dazuzuholen.

Fang dochmal an, die Sache zu betrachten, als hätte es das 3. Reich nicht gegeben. Ich will die Geschichte und ihre Entsetzlichkeit nicht beschönigen. Aber man sollte nicht immer mit dieser argumentieren.

Oder heißt es, nur weil ein gewisser Mann damals propagandiert hat, dass man Körper und Geist "pflegen" sollte, darf ich diese Worte heute nicht mehr benutzen???

Und glaube mir, ich bin gaaaaanz weit von rechtem Gedankengut entfernt. Ich mag nur keine Engstirnigkeit und bin gerne bereit, eine Sache von verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten, als immer nur dagegen zu schießen... Es ist immer wieder interessant, wie schnell die rechtsradikale Szene verurteilt wird, während sich über die linksradikale Szene niemand echauffiert. Oder hast Du hier jemals schon gelesen, dass jemand die Argumente der RAF mit der heutigen Zeit verglichen hat? Nein, weil zum einen niemand sich mit der Geschichte wirklich auseinandergesetzt hat und zum anderen es auch niemanden mehr interessiert. Reicht doch, wenn wir doofen Deutschen uns für eine Sache in der Geschichte ordentlich schämen müssen.

Beitrag von muehlie 29.10.10 - 14:25 Uhr

Hier bitteschön: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6584#h19
Sarrazin und der Reichsminister den Inneren im Direktvergleich. Dieselben Ängste, die geschürt werden, dieselben Rechenspielchen, dasselbe Strickmuster. Während jedoch Sarrazin nett von "qualitativen Veränderungen" spricht, redete Frick offen von der Abnahme der "wertvollen Schichten" und der Zunahme der "Schwachsinnigen und Minderwertigen". Am Ende deckt es sich dann wieder völlig, auch hinsichtlich des Wortlauts: "Deutschland schafft sich ab". Wer da an Zufall glaubt, glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann. ;-)

Und jetzt frage ich dich: hat sich Deutschland damals abgeschafft? Nein. Dafür hat dieses braune Gesocks dieses Land - und halb Europa - nahezu ruiniert. Wenn ich doch heute weiß, wozu die Propaganda damals geführt hat, brauche ich eigentlich nicht mehr darüber nachzudenken, ob irgendwas von den Parolen von damals heute noch Gültigkeit hätte. Es ist Hetze, damals wie heute. Wer im Hinblick auf Menschen von qualitativen Unterschieden spricht, ist nun mal ein Rassist. Und wer diesen Rassismus zu einem zentralen Thema seiner Ideologie macht, den verurteile ich nun mal.
Den Satz mit der RAF solltest du mir übrigens noch mal erklären. Wer soll da welche Argumente mit der heutigen Zeit vergleichen?

Ach, und noch eine Frage: bist du eigentlich stolz auf Deutschland? Und wenn ja, auf was?

Beitrag von einfachich77 29.10.10 - 15:45 Uhr

Ich kenne Sarazins Buch nicht, habe ich auch nicht behauptet und werde es auch nicht lesen - ist mir ehrlich gesagt zu radikal. Mir ging es lediglich darum, dass immer gleich nach dem 3. Reich geschrien wird, sobald sich jemand in Deutschland gegen den "Strom" bewegt oder seine ehrliche Meinung zum Thema Integration und Ausländer sagt. Egal ob es der einfache Bürger auf der Straße ist oder aber jemand, den Gott und die Welt kennt.

Aber wenn doch in Deutschland immer die Geschichte an der Ausländerfeindlichkeit Schuld sein soll, wer ist dann z.B. in Frankreich und England daran Schuld? Auch wir Deutschen oder unsere Geschichte? Aber wenn das so ist, warum hasst man uns denn dann so sehr dort drüben. Schau Dir Frankreich an und Du wirst sehen, dass dort mit Ausländern weitaus weniger zimperlich umgegangen wird, als hier in Deutschland.

Man sollte nicht vergessen: Den Rassismus haben nicht wir Deutschen erfunden. Hier empfehle ich dringend Wikipedia.

Auch verlangt z.B. niemand vom Hochadel, dass sie sofort ihr gesamtes Vermögen abgeben, denn dies haben sie ja auch nicht nach ideologischen Werten erworben, sondern in der Regel durch Unterdrückung und Tyrannei. Trotzdem dürfen diese Herrschaften noch ganze Länder regieren.
Kurios, dass diesen das jedoch nicht vorgeworfen wird, sondern hierüber stillschweigend Einigkeit besteht. Im Gegenteil, man freut sich noch über die Gerüchte und Geschichten aus den sogenanngen Königshäusern. Deren Vergangenheit? - interessiert doch heute niemanden mehr.

Und nur darum ging es mir in meinem Beitrag. Ich mag es einfach nicht, dass uns Deutschen stetig und ständig unsere Geschichte vorgeworfen wird. Wer verurteilt denn heute noch die Kirche??? Viele sind Anhänger in vielen Ländern der Welt obwohl sie jahrhundertelang im sogenannten Namen des Herren gemordet und unterdrückt hat. Und glaube mir, die Vernichtungsrate der Kirche liegt um einiges höher, als die des 3. Reiches in Gänze. Aber ich haben noch niemanden schreien hören: "Das hat die Kirche auch schon so gesagt, dass ist Hetze!" Dabei ist es oft genau DAS!

Was die sogenannte "Nachdenseiten" betrifft, so handelt es sich auch hierbei lediglich um sogenannte "Printmedien", die sicherlich auch immer unter einem gewissen Aspekt des Vorbehaltes gelesen werden sollten, da auch diese Seiten durchaus manipulativ sein sollten. Siehe das "BILD"-Zitat. (Und was die Bild-Zeitung schreibt, sollte NIEMALS als generell wahr hingenommen werden) Ich denke, wer heute nicht in der Lage ist, sich selbst ein Bild zu machen, hat verloren, weil weder die Medien noch die Politik einem jemals einen realen Eindruck über das Weltgeschehen vermitteln werden.

Und ja, ich bin stolz auf mein Land. Schon alleine, weil es meine Heimat ist, ich hier einen guten Job habe und meine Kinder dort wo ich wohne in einem vernünftigen, gewaltfreiem Umfeld aufwachsen. Sicherlich hat dieses Land seine Mankos, aber das haben andere Länder auch. Ein paar Berge in der näheren Umgebung wären nett, aber ich denke, der liebe Gott hatte da keinen so guten Tag. Von daher begnüge ich mich damit, mir diese im Urlaub zu betrachten... #winke

Beitrag von einfachich77 29.10.10 - 16:04 Uhr

P.S.

"Unser Volk geht unweigerlich einer starken Überalterung und Ergreisung entgegen."

Du willst also leugnen, dass das nicht heute schon so ist???

"Das bedeutet aber, daß die begabtere wertvolle Schicht von Generationen nahezu abnimmt und in wenigen Generationen nahezu vollkommen ausgestorben sein wird, damit aber auch Leistung und deutsche Kultur…"

Wenn dem nicht schon heute so wäre, warum sind wir dann angeblich gezwungen, uns Fachkräfte aus dem Ausland zu holen???

Die Zitate sind übrigens von Frick und nicht von Sarazin...

Und ich glaube nicht, dass Sarazin meint, dass sich Deutschland innerhalb von zwei drei Generationen abschafft, sondern dieser Prozess wird schon noch ein wenig dauern, aber er schreitet unweigerlich voran und es ist für jeden spürbar. Schließlich sind wir keine Dinosaurier, die mal eben so aussterben... ;-)

Beitrag von muehlie 30.10.10 - 15:10 Uhr

"'Unser Volk geht unweigerlich einer starken Überalterung und Ergreisung entgegen.'

Du willst also leugnen, dass das nicht heute schon so ist???"

Ich leugne gar nichts. Sowohl Frick als auch Sarrazin werden ihre zuverlässigen statistischen Quellen (gehabt) haben, und sich nicht die Blöße geben, sich bei einer falschen Behauptung ertappen zu lassen. Die Frage ist jedoch, wie man das interpretiert, welche Ursachen man für dieses Phänomen präsentiert und welche Lösung man vorschlägt. Interessanterweise wurden die Jungen, Arbeitsfähigen, Gesunden wenige Jahre später von den Nazis in einen brutalen Krieg geschickt. ;-)

Auch das zweite Zitat lässt sich, bezogen auf die heutige Zeit, kaum verleugnen: die Geburtenraten gehen - übrigens europaweit - massiv zurück. Und im Vergleich ist die Geburtenrate bei Imigranten höher als bei Deutschen. Eigentlich ist sie generell in einkommensschwachen und sogenannten bildungsfernen Schichten höher als bei einkommensstärkeren Intellektuellen. Darüber hinaus gibt es heutzutage - vielleicht auch damals schon - jedes Jahr mehr Auswanderer als Einwanderer. Und es wandern eben vor allem hochqualifizierte Arbeitskräfte ab, weil sie für sich im Ausland bessere Bedingungen vorfinden.
Das ist alles nicht neu, es scheint einfach ein allgemeines Phänomen der modernen Industriestaaten zu sein. Zum größten Teil wird es wohl auch die Folge einer verfehlten Familienpolitik sein. Darüber kann und sollte man sicherlich diskutieren.
Was mich aber bei beiden Autoren massiv stört, was eben ihre eigentliche Geisteshaltung zum Vorschein bringt, ist die Verwendung von Begriffen wie "wertvoll", "minderwertig" oder eben auch "qualitativ" unterschiedlich in Zusammenhang mit Menschen. Gerade wenn du Publizistik studiert hast, dann muss dir doch der Propagandacharakter dieser Schriften einfach ins Auge springen, noch bevor du überhaupt anfängst, dich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Beitrag von muehlie 29.10.10 - 17:15 Uhr

Sag mal, hast du dir den Link überhaupt richtig durchgelesen? Ganz offensichtlich nicht. Was erzählst du denn hier von "manipulativen Printmedien"? Das BILD-Zitat ist ein Auszug aus Sarrazins Buch. Das andere Zitat ist Teil einer Rede des Reichsministers des Innern von 1933. Das einzige, was auf den Nachdenkseiten gemacht wurde, ist, die entscheidenden Auszüge gegenüberzustellen. Was ist daran manipulativ?

Im Übrigen kann ich einem Großteil deiner Argumentation nicht folgen. Wer behauptet, dass die deutsche Geschichte an der Ausländerfeindlichkeit Schuld sei? Und wer hat gesagt, dass Rassismus in Deutschland erfunden wurde? Und warum soll ich mir Frankreich ansehen? Was interessiert mich, wie man in Frankreich mit Ausländern umgeht. Nur weil jemand anders größere Fehler macht als man selbst, sind doch die eigenen Fehler nicht weniger schlimm. Was soll also der blöde Vergleich?
Genauso der Vergleich mit der Kirche (ich nehme an, du meinst die Katholiken). Aber mal zur Vernichtungsrate (eine Rate ist übrigens nicht die Gesamtzahl, sondern eine Anzahl bezogen auf einen bestimmten Zeitraum ;-)): der 2. Weltkrieg forderte insgesamt mehr als 50 Millionen Menschenleben in einem Zeitraum von ca. sechs Jahren. Direkt wurden von den deutschen Nazis ca. 6 Millionen Juden + Millionen Polen und Russen + Hunderttausende anderer "minderwertiger" (oder nach Sarrazin vielleicht "qualitativ" geringerer) Menschen ermordet, die meisten davon im Zeitraum zwischen 1941 bis zum Frühjahr 1945. Ich weiß nicht, ob die katholische Kirche in ihrer blutigen Geschichte jemals so systematisch und zügig gearbeitet hat. Ich möchte es sogar bezweifeln.

Uns wird übrigens von niemandem unsere Geschichte vorgeworfen. Im Ausland ist das alles überhaupt kein Thema mehr. Das sind immer nur wir selbst, die das Thema aufs Tablett bringen. Und eben Leute wie Sarrazin, die den braunen Brei von damals aufwärmen und versuchen, uns den als frische, neue Idee zu verkaufen. Er ist ein Rassist und Hetzer. Dass er bei den Nazis abschreibt, ist nicht der Grund für die Kritik an ihm, es macht die ganze Sache halt nur noch bedenklicher.

Beitrag von einfachich77 30.10.10 - 10:13 Uhr

Dass Du meiner Argumentation nicht folgen kannst - dafür kann ich nichts, ich werde mich auch nicht weiter erklären.

Was Deine Nachdenkseite.de betrifft, so empfehle ich google und ein paar kritische Seiten und Kommentare auch zu dieser Seite. Ich stehe da mit meiner Meinung nicht alleine. Ich habe Publizistik studiert, weiß also schon, wovon ich rede. Soviel dazu.

Wer entscheidet jetzt, welcher Vergleich blöd ist und welcher nicht? Du? Das darf ich wohl herzlichst bestreiten. Nur weil man etwas nicht versteht oder der Argumentation nicht folgen kann, ist es nicht blöd. Schon es als solches generell zu bezeichnen, finde ich äußerst primitiv.

Und Du solltest versuchen, nicht Deine oder meine Meinung als die generelle zu verstehen, sondern als das, was sie ist, nämlich DEINE oder MEINE Meinung. Ich zwinge Dich nicht, meine Meinung anzunehmen, werde aber auch Deiner nicht folgen, egal wie oft Du gegen mich argumentierst. Das ist nämlich Sinn und Zweck einer Debatte.

"Übrigens, diese Stimmungsmache ist echt erschreckend, aber wie gesagt "Gruppenzwang" geschieht auch im 21. Jahrhundert. Da braucht man sich echt nicht fragen, wie das die Leute denn vor 60 Jahren gutheißen konnten (!!!)"

Für mich klingt das sehr nach Vorwurf. DAS war der Ausspruch, auf welchen mein Ursprungsbeitrag folgte.

In diesem Sinne wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß bei Urbia und genieße Deine SS... #winke

Beitrag von muehlie 30.10.10 - 14:19 Uhr

Okay, ich habe mir ein bisschen zu den Nachdenkseiten durchgelesen, obwohl ich so viel Kritik dazu nicht finden konnte. Aber sei's drum. Und nun? An der Sachlage ändert sich nämlich nichts: da ist Sarrazins Buch, und da ist die Rede von Frick. Und beide weisen frappierende Ähnlichkeiten miteinander auf. Es ist nicht so, dass irgendwer das eine oder andere Zitat so verändert hätte, dass das Ergebnis so ist, wie es ist.

Und zu den Vergleichen: ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen ist nun mal blöd. Dieses ewige Verweisen auf andere Länder: "Aber die sind doch noch viiiiiel schlimmer als wir...", das ist doch kindisch. Dürfen wir Anhänger nicht-christlicher Konfessionen verfolgen, weil Christen in anderen Ländern nahezu keine Rechte haben? Dürfen wir unsere Gefangenen foltern, weil dies in anderen Ländern geschieht? Dürfen wir Minderheiten, Homosexuellen beispielsweise, Grundrechte absprechen, nur weil Homosexualität in anderen Ländern immer noch hart bestraft wird? Ich persönlich denke nicht, und ich weiß, dass dies auch immer noch die geltende Auffassung unseres Rechtsstaates ist. Und daher finde ich auch, dass sich unser Umgang mit Imigranten nicht an dem - schlechten - Beispiel anderer Länder orientieren sollte.

"Übrigens, diese Stimmungsmache ist echt erschreckend, aber wie gesagt "Gruppenzwang" geschieht auch im 21. Jahrhundert. Da braucht man sich echt nicht fragen, wie das die Leute denn vor 60 Jahren gutheißen konnten (!!!)"

Für mich klang das eigentlich nicht nach Vorwurf, sondern nach einer Erkenntnis. Denn es ist wirklich erschreckend, wie viele - vor allem wie viele prominente - Menschen auf den Sarrazin-Zug aufspringen und diesem Mann beipflichten. Ich möchte wetten, kaum einer von denen hat das Buch wirklich gelesen. Sie wissen nur, der Sarrazin hat irgendwie das Ausländerproblem kontrovers angesprochen. Dass er dies aber tut, indem er Ausländer generell diffamiert, sie unterschwellig als Menschen zweiter Klasse bezeichnet, dass er sich dabei wissenschaftlicher Erkenntnisse bedient, die er aber - so bescheinigen es ihm die Experten, auf die er sich beruft - gar nicht verstanden hat, das ist vielen Leuten anscheinend gar nicht klar.
Und es lässt sich nun mal einfach nicht wegdiskutieren, dass das alles genau so schon mal da war.

Ich denke, ich verstehe deinen generellen Gedanken: du glaubst, dass viele Menschen die Debatte, die Sarrazin losgetreten hat, nur aus einem gewissen Schuldbewusstsein wegen unserer Geschichte nicht zulassen möchten. Und da bin ich eben anderer Ansicht. Zum einen denke ich, dass wir zwar keine Schuld, dafür aber eine Verantwortung haben, einfach weil unser Land die Erfahrung gemacht hat, die es gemacht hat. Und ich sehe es keinesfalls so, dass wir Deutschen hier eine Sonderstellung einnehmen würden: die Geschehnisse hätten sich so oder ähnlich überall auf der Welt zutragen können.
Und zum anderen finde ich, dass die von Sarrazin geschaffene Diskussionsgrundlage für eine brandgefährliche Stimmung sorgt, in der sich die gegenwärtigen Probleme nun mal nicht lösen lassen.

Beitrag von einfachich77 31.10.10 - 11:12 Uhr

Nein, mir ging es überhaupt nicht um Sarazin, sondern generell darum, dass man uns bei vielerlei Art Diskussionen immer wieder die Vergangenheit zu Lasten traegt. Sarazin ist mir in Gaenze vollkommen Banane!

Beitrag von kawatina 28.10.10 - 12:47 Uhr

Hallo,

ruhig Blut.....ich habe ja nicht geschrieben das ich Sarrazin toll finde. ;-)

Ich persönlich würde jedenfalls nicht unvorbereitet ins TV gehen und mich dadurch zum Vollhonk machen lassen.

Denn es ging um das Buch - somit eine Buchbesprechung. Wenn man dann nicht die Inhalte kennt, sondern allenfalls aus dem Zusammenhang gerissene Passagen trägt dies nicht gerade dazu bei, das man die Leute für voll nimmt. (wobei ich dieses Buch sicher nicht kaufen werde)

Ich finde es aber auch nicht gut, das man sich auf die Muslime stürzt.
Vorher waren es die Hartzies und davor die Raucher - irgendwer muss halt immer daran glauben und den Volkszorn auf sich ziehen....