was haltet ihr vom petzen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von leerchen 27.10.10 - 23:23 Uhr

hallo muttis,
letzte woche war ich mit meinem sohn mal wieder bei einer guten freundin und ihrer tochter zu besuch (die kinder sind beide 3,5). meine freundin und ich saßen in der küche, die kinder waren im wohnzimmer und haben gespielt. etwa alle 10 minuten ging die küchentür auf und die tochter meiner freundin kam herrein um zu berichten was mein sohn mal wieder "schlimmes" gemacht hat -> "mama, der macht die wasserflasche auf" - "mama der hat deinen taschenrechner" - " mama der hat gesagt meine hose ist grün, die ist aber rot"#augen u.s.w. (sie kam etwa 10 mal mit relativ belanglosen dingen).
das geht ständig so und war nicht das erste mal. irgendwann hab ich mit einem grinsen im gesicht zu meiner freundin gesagt, dass ihre tochter eine kleine petze ist. oh gott, das hätt ich lassen sollen... sie hat mir einen ewig langen vortrag gehalten -> petzen machen das nur um andere absichtlich in schwierigkeiten zu bringen - petzen sind böse - das wort petze ist eine belidigung ...#zitter

naja, so hatte ich das nicht gemeint und das habe ich ihr auch gesagt. eingeschnappt war sie trotzdem. eigentlich wollte ich ihr damit mitteilen, dass es schon ein bisschen nervt. vor allem geht meine freundin auch total drauf ein und mein sohn ist dann immer in einer schlechten position. für ihn ist es doch auch doof immer an den pranger gestellt zu werden.

was haltet ihr vom petzen? wenn mein sohn so oft und "unsinnig" petzen würde, dann würde ich glaub ich irgendwann das gespräch mit ihm suchen, oder es ignorieren.

ich freu mich auf eure antworten.

leerchen

Beitrag von ichclaudia 27.10.10 - 23:30 Uhr

Hallo,

ich denke es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Petzen und einen gewissen Drang zu erzählen, was passiert ist..

Ich würde sagen, die Tochter deiner Freundin hat einfach Aufmerksamkeit der Mutter gesucht und wollte erzählen, was im Wohnzimmer passiert (auch wenns nervt). Petzen hingegen wäre: Der hat sich einen Edding genommen und malt das Bett an...oder...Mama, er hat mich gehauen/geschlagen/an den Haaren gezogen etc...oder Mama, er hat unseren Hund getreten...
Ich denke, du weisst, wie ich es meine und ich sehe da, einen großen Unterschied !

LG Claudia

Beitrag von leerchen 27.10.10 - 23:51 Uhr

die kleine teilt aber nicht nur mit, sie fängt auch meistens an zu weinen. die wasserflasche darf sie auch auf machen, aber sie will in dem moment nicht, dass mein sohn sie auf macht. also geht sie zu mama.

klar sind sie noch klein, aber dann sollte meine freundin auch nicht bei jeder kleinigkeit zu meinem sohn gehen und ihm sagen was er mal wieder falsch gemacht hat. ich finde sie fördert damit die "petzerei" und mein sohn fühlt sich als könnte er nichts richtig machen.

LG leerchen

Beitrag von ichclaudia 28.10.10 - 00:01 Uhr

Trotz allem sind die Sachen, die du aufgezählt hast völlig nebensächlich. Es war nichts wirklich wichtiges/dramatisches Dabei. Ich würde nicht von Petzen sprechen. Das passt irgendwie nicht. Die Kinder sind grad mal 3 1/2...warum werden die überhaupt die ganze Zeit allein im wohnzimmer gelassen? Als mein Sohn in dem Alter Spielbesuch hatte, haben wir gemeinsam im Wohnzimmer oder auf dem Spielplatz gespielt...

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:10 Uhr

du sagst es, die sachen sind nebensächlich. und deshalb ist es für mich auch petzen.

übrigens werden die kinder nicht die ganze zeit alleine gelassen. und ich finde, dass kinder in dem alter auch schon ein bisschen privatsphäre verdient haben um ungestört zu spielen und nicht immer mit den argusaugen der muttis bewacht werden.

und da die kleine meiner freundin eine petze ist :-p wird mir wohl auch sofort mitgeteilt wenn er was "schlimmes" macht.

Beitrag von willeflumm 28.10.10 - 00:29 Uhr

Du sagst es selbst. Deine Freundin fördert das Verhalten. Es ist egal, wie man es nennt, aber das Kind lernt, wenn ich aufzeige, was andere gerade falsch machen (ganz egal, ob das auch aus Erwachsenensicht wirklich falsch ist), springt meine Mutter auf und stellt sich hinter mich. Blind und ohne Nachfragen. Dadurch stehe ich besser da.
So was nennt man übrigens unter Erwachsenen Denunzieren. ;-) Für mich ist das schon Petzen. Der Eine verrät den Anderen um irgendeinen Vorteil zu erfahren.
Natürlich denkt das Mädel sich nicht groß etwas dabei, sie hat sich das so angewöhnt, das ist ein Erzeihungsproblem.
Jedenfalls wird die Kleine damit mal fies anecken, denn nicht bei jedem macht man sich so "lieb Kind".

Ich würde der Freundin (der Großen ;-) ) mal ganz freundlich stecken, dass sie ihrer Tochter ja glauben kann, wie sie will, du das aber nicht ungefragt hinnimmst. Und mit meinem Kind schimpfe ich, sonst keiner - wenn ich dabei bin.
Ich denke, du beurteilst das nicht falsch, aber du musst auch entsprechend reagieren, sonst fühlt sich dein Sohn nämlich bloßgestellt...

Liebe Grüße

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:17 Uhr

ja, so seh ich das auch! ich sehe auch nicht nur das verhalten der kleinen, sondern auch in welchem licht mein kind dann steht.

übrigens schimpft sie nicht mit meinem sohn. sondern meine freundin und ihre tochter gehen dann (nicht immer, aber schon oft) zu meinem sohn und sagen ihm, dass er das und das nicht tun soll (aber nett). Für mich ist die sache zu geringfügig als dass ich mich dafür vor meinen sohn werfe. ausserdem merke ich wie er langsam dinge mit absicht falsch sagt weil die kleine dann so austickt. ihn nervt das jetzt schon, mit 3,5!!#schock;-)

LG leerchen

Beitrag von sina236 27.10.10 - 23:32 Uhr

ich denke, in dem falle und in betracht des alters (3,5!!!!!!) kann man von petzen nicht sprechen. das was ihr da erlebt ist "mitteilen". und zwar mitteilen von dingen, die gesehen werden und vielleicht so in der familie/dem umfeld normalerweise nicht toleriert werden. zb thema wasserflasche. vielleicht darf die tochter deiner freundin das normalerweise nicht. dann ist doch logisch, dass sie das irritiert----> rennt sie zu mama und sagt "mama, der xy macht die wasserflasche auf". ist doch völlig klar, was soll sie sonst machen? das kennt sie halt nicht.


von petzen würde ich sprechen, wenn ich einen 7 oder 8 jährigen vor mir habe, der absichtlich andere "verrät" weil er selber davon einen vorteil hätte.

nicht mehr, nicht weniger.

klar nervt das, aber es ist nichts anderes, als die vielen anderen phasen, die kinder durchmachen. dein sohn hat sicherlich auch "nervende angewohnheiten", die andere familien als nervig empfinden, weil SIE es eben anders handhaben.

ich finde, mit 3,5 sollte man da noch´recht locker drauf schauen.

sina

Beitrag von shabnam85 28.10.10 - 01:08 Uhr

Hallo,

also bei belanglosen sachen, wie "meine hose ist rot aber er sagt die ist grün" dawürde ich meine tochter anlächeln und ihr sagen, dass das nicht schlimm ist, daann sag ihm halt dass seine auch Orange ist anstatt blau.

Aber ich finde es sehr gut, das meine Tochter "Schlimme" Sachen petzt, wie : "Mama, Pipi will gerade deinen Laptop gießen ", weil wie im echten LEben, müssen Taten die einen Schaden verursachen, verhindert werden.

lg

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:21 Uhr

wenn "schlimme" sachen gepetzt würden, dann würde ich das auch in ordnung finden. die kleine muss sicher noch den unterschied zwischen schlimmen und belanglosen dingen lernen. da sie aber auch bei lapalien bestätigt wird in ihrem verhalten, wird sie den unterschied wohl nicht so schnell lernen.

LG leerchen#winke

Beitrag von jabberwock 28.10.10 - 01:19 Uhr

Ich finde, du siehst das ganz richtig.
Auch wenn die Kleine noch zu klein ist, um "bewusst" zu petzen - so ist sie doch gerade mitten dabei genau das zu lernen, nämlich durch ihre Mutter.

Und darum sollte man das Kind auch beim Namen nennen: Natürlich ist das Petzen, und nichts anderes.
Dadurch, dass die Mutter ihr dafür Aufmerksamkeit schenkt, und wie du schreibst, darauf reagiert, indem sie deinen Sohn zurechtweist, erfährt ihre Tochter direkt den Erfolg ihres Agierens und wird sich dieses Verhalten als lohnenswert einprägen, es beibehalten und verfeinern.

Wenn mein Sohn sowas macht sag ich manchmal "Petze, Petze ging in'n Laden..." etc. ;-)

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:22 Uhr

#pro :-D

Beitrag von meandco 28.10.10 - 10:17 Uhr

#freu;-)

bei uns heißts: scheri, scheriginkerl, hat beim A... a pinkerl ... ;-)

(schergeln)

lg

Beitrag von juniorette 28.10.10 - 08:03 Uhr

Guten Morgen,

"petzen machen das nur um andere absichtlich in schwierigkeiten zu bringen"

Dieser Definition stimme ich zu, und genau das hat ja die Tochter deiner Freundin gemacht, warum regt sich deine Freundin also auf?

Ich sehe das wie du, dass die Tochter deiner Freundin erreichen wollte, dass dein Sohn geschimpft wird, weil er die Wasserflasche aufmacht, falsche Farbangaben bei ihrer Hose macht und an den Taschenrechner deiner Freundin geht.

Immer diese Kuschelpädagogen hier bei Urbia - "das arme Kind hat ja NUR ein Mitteilungsbedürfnis" #klatsch

Mitteilungsbedürfnis wäre gewesen "Mama, wir spielen jetzt dies und das!", "Mama, guck mal, was wir gebaut haben!", "Mama, der XY (dein Sohn) kann ganz lustige Grimassen machen" - alles harmlose Mitteilungen.

So ging es dem Mädchen aber offensichtlich nur darum, deinen Sohn schlecht da stehen zu lassen und besser noch, dass er zurecht gewiesen wird.

Ich bin sicherlich kein Freund von Petzen (war früher eine Frage der Ehre ;-)), aber wenn es darum geht, dass irgendwer oder irgendwas zu Schaden kommt oder kommen könnte, sollte das schon den betreffenden Stellen gemeldet werden.

Vermutlich würde ICH es wissen wollen, wenn ein Kind einfach so an meinen Taschenrechner geht. Denn das ist kein Spielzeug für 3Jährige und es muss auch nicht sein, dass ein Kind ungefragt an sowas ran geht :-)

LG,
J.

Beitrag von y-l-m-r-t 28.10.10 - 08:34 Uhr

erinnert mich an meine tochter (nennen wir sie A) und ihr beste freundin ( nennen wir sie B). es ist eine hass-liebe. die beiden (4,10 J und 5,10J) können nicht mit aber auch nicht ohne einander.

die freundin von meiner tochter macht es im KiGa auch immer so. die erzieherinnen aber schon mit ihr ein ernstes wörtchen gesprochen weil es natürlich einfach nur nevrt.

A nimmt sich die knete
A spielt in der puppenecke
A hat was getrunken
A will puzzeln


ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh da krieg ich nen anfall wenn sie das bei uns zu hause genauso macht :-[
für so ein kinkerlitzchen muss man doch nicht petzen! #nanana#nanana#nanana#nanana

oh man... mit der mutter von B wurd seitens des KiGa auch schon gesprochen. aber die mutter findet es auch nciht schlimm. klar, sie muss es ja auch im KiGa nicht 8 std täglich ertragenn #zitter

zu B sage ich immer wenn sie sich so bei uns zu hause aufführt: "wenn es dir nicht passt was A macht und du immer nur die petze bist, dann kann ich gerne deine mama anrufen, dass sie dich abholen soll. ich kann dein gepetze nicht mehr hören"

wenn ich ein besucherkind hierhabe, dann will ich, dass die kinder spielen, spaß haben und nicht nur so ein schrott gepetzt wird.

gegen WICHTIGE dinge hab ich natpürlich nix wenn das gesagt wird. aber nicht bei so oben aufgeführten dingen. das geht mal gar nicht!

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:30 Uhr

weißt du was ich interessanrt finde? meine freundin und ich waren mal abends im kino und haben dann bei meiner freundin geschlafen (mädelsabend). die kinder waren mit den papas bei uns zu hause und die 4 haben bei uns geschlafen. als sie dann am nächsten morgen zum frühstück zu uns mamas kamen hat mein freund mir erzählt, dass die kleine nicht einmal gepetzt hat. erst vor der eigenen haustür als die nähe der immer bestätigenden mama schon zu spüren war hat sie wieder damit angefangen. #gruebel

LG leerchen

Beitrag von meandco 28.10.10 - 09:39 Uhr

vielleicht sollte sie sich dann überlegen wie ihre tochter es geschafft hat sich den titel petze zu verdienen #cool

ich seh das wie du - es gibt den drang was zu erzählen und es gibt petzen. und das was sie macht ist petzen - sie bringt ihn absichtlich ständig in die position sein verhalten rechtfertigen zu müssen, ohne dass der was großartiges gemacht hat (wie zb mit dem edding das bett zu bemalen ... das ist kein petzen, sondern der versuch ne "straftat" zu verhindern #cool oder jem verprügeln - klar muss die sich wehren! #pro). aber wenn er sie ärgert #augen

nö, für mich wär das auch nicht io. würd da auch mal versuchen mit dem kind in kontakt zu kommen und die dinge ins richtige licht zu bringen. à la vielleicht kann er noch nicht zwischen rot und grün unterscheiden? oder "und was ist so schlimm dran, dass er was trinken möchte?" ...

möglicherweise gibts in dem haus aber auch nur schrecklich viele verbote die dein kind nicht kennt. folglich handelt er regelwidrig und die kleine will wissen warum er darf und sie nicht? #gruebel

lg

Beitrag von leerchen 28.10.10 - 09:50 Uhr

hallöchen, erstmal danke für deine antwort.
ich habe schon mehrmals versucht mit der kleinen diesbezüglich in kontakt zu treten. z.b. habe ich dann gesagt: "das ist doch nicht so schlimm, er hat doch durst" (wegen der flasche). sie rennt dann aber sofort weinend zu ihrer mama und petzt und wird ausgiebig getröstet und aufgeklärt was am verhalten meines sohnes falsch ist.

bei meiner freundin gibt es wirklich ziemlich viele verbote die es bei uns so nicht gibt. und es wird auch immer sehr viel wert auf absolut vernünftiges korrektes verhalten gelegt. in meinen augen sind das kinder, und die machen nunmal nicht alles so wie die erwachsenen. und ich sage meinem sohn auch nicht ständig mit erhobenem zeigefinger was er zu tun hat. das würde mich und auch ihn absolut nerven.

LG leerchen

Beitrag von meandco 28.10.10 - 10:13 Uhr

würde das mit ihr klären. wenn es all diese verbote gibt, schön und gut, aber sie muss akzeptieren dass es bei deinem sohn anders ist ... un klar testet der wenn der dort ist, ob er die regeln einhalten muss.

da muss klarheit her - dein sohn muss einerseits die regeln befolgen (den taschenrechner gibts da nicht und punkt) und hat aber andererseits das recht nicht dauernd von der anderen mama zurechtgewiesen zu werden.

echt schwierige situation #schwitz

also erst mal würd ich mit der reden und klar stellen, dass dein sohn eben anders erzogen wird, und so viele regeln nicht gewohnt ist. daher kanns schon mal sein, und dass sie dementsprechend auch mal mit ihrer tochter klären sollte. es ist ok, wenn sie einschreitet und ihm sagt was ok ist und was nicht und wenn was nicht passt soll sie kommen und es sagen.

die einzigste die deinen sohn anschließend "maßregelt" kannst und sollst aber du sein - das muss sie auch akzeptieren! dabei würd ich für ihn einfach mal klar stellen, dass in dem haus andere regeln gelten, und auch wenn es ihm schwer fällt, muss er das akzeptieren.
wenn sie wegen nichtigkeiten kommt, kannst du das dann ja auch runterspielen auf ein normales niveau ...

ich denke, dass er sich dann schnell dran gewöhnt, dass die dinge dort etwas anders laufen und das sich das einpendelt, wenn die kleine von der mama nicht dauernd "belohnt" wird, sondern einfach ganz normal umgegangen wird.

wenn du mich fragst ist das wirklich eine frage der zu vielen regeln ... armes kind :-(#heul klar besteht sie drauf dass er sie auch befolgen muss, für sie ist das ja auch kein spaß #liebdrueck

lg

Beitrag von inia5 28.10.10 - 10:28 Uhr

Also mein Sohn ist 5 und hat im Kindergarten gelernt, dass er bescheid sagt, wenn ihn z.B. jemand haut. Er soll nicht zurück hauen, sondern zur Kindergärtnerin gehen und "petzen". Genauso wird den Kindern dort beigebracht Bescheid zu sagen, wenn jemand irgendwo Mist macht oder andere Kinder ärgert. Wie soll denn ein 5jähriger, der nur das macht, was man ihm beigebracht wurde wissen, was petzen ist?

Mein Sohn ist ein ganz lieber, harmoniebedürftiger Mensch. Er hat dabei noch keine bösen Hintergedanken. Wir haben noch einen Sohn, der knapp 2 Jahre alt ist. Wenn die beiden zusammen spielen, soll mein "Großer" mir auch Bescheid sagen, falls der Kleine etwas anstellt. Wenn er z.b. irgendwo rauf klettert. Das ist eine richtige Hilfe für mich.

Ich habe auch schon im Freundeskreis gehört, dass er eine kleine Petze ist. Aber ich kenne mein Kind. Er hat nur eine großes Bewusstsein für Gerechtigkeit. Mir ist das auch so viel lieber. Dadurch wurden z.B. schon einige kleine Unfälle verhindert. Würde er selbst unseren Kleinen vom Stuhl zerren, würden beide fallen, so sagt er lieber bescheid.

Beitrag von zahnweh 28.10.10 - 10:31 Uhr

Hallo,

das Wort petzen find ich schon mal sehr negativ! (Begründung folgt)

Auch, wenn ich das Verhalten der Mutter, nicht so toll finde, würde ich ihr Kind nicht als Petze beschreiben. Ebenso wenig würde ich über andere Kinder von "faul" sprechen. Sie sind so wie sie sind und wurden dazu gemacht.
Dennoch ist es eine Abwertung.

Der Mutter zu sagen, dass es nervt oder sie fragen WARUM sie jedes mal hingeht (aber ohne Unterton) oder anders freundlich! drauf hinweisen, kommt oft besser an. Und mit Freundlichkeit erreicht man auch mehr.

Zum "Petzen" selbst:
es kommt darauf an, was "gepetzt" wird, was damit erreicht werden soll, wie alt das Kind ist bzw. wie die emotionale Entwicklung ist.
Und dann natürlich auch die Reaktion drauf.

Meine ist 3 Jahre alt und fängt an zu begreifen, dass Regeln nicht nur für sie, sondern auch für alle gelten. Entsprechend weist sie mich auch darauf hin, wenn ich mich dran halte.
"mama der hat gesagt meine hose ist grün, die ist aber rot" - 1. das andere Kind lügt. 2. ich darf nicht lügen 3. das andere Kind hört nicht damit auf und verstößt weiter gegen diese Regel 4. was mache ich jetzt? 5. Ich hole Mama zu Hilfe
so reagiert meine.

Nun ist es an der Mutter:
in eurem Fall geht die Mutter sofort hin und schimpft deinen Sohn. Daraus lernt ihre Tochter, dass sie Konflikte nicht selbst lösen muss.

zu meiner sage ich dann, dann sag ihm, dass er nicht lügen soll. Oder hast du eine Idee, wie ihr das klären könnt?
Mir ist wichtig, dass ich sie in ihrem Schmerz und ihrer Hilflosigkeit ernst nehme! Sie unterstütze, aber ihr den Konflikt nicht abnehme.
Denn oft ist Petzen Hilflosigkeit! (jedenfalls in dem Alter. Petzen um jemandem anderen Ärger einzuhandeln kommt erst mit der Zeit, wenn das andere Kind auf jeden Fall geschimpft wird und man sich darauf verlassen kann).

Ich finde es wichtig, dass meine JEDERZEIT mit ALLEM zu mir kommen kann. Dann suchen wir ZUSAMMEN eine Lösung. Ich zeige ihr dabei auch, was wichtig ist, wann sie mich auf jeden Fall holen soll und gleichzeitig bestärke ich sie auch darin (mit Tipps und "Anleitungen"), wie sie ihre Konflikte selbst lösen kann. Aber dazu muss sie erst ein paar Mal "gepetzt" haben bzw. dazu muss sie mich erst mal gefragt haben, damit wir das auch zusammen mal machen konnten.
Und das kommt eben im Kindergartenalter besonders.

Ein Kind als Petze abzutun, kann - aus eigener Erfahrung - dazu führen, dass ein Kind sich nicht mehr an Erwachsene wendet (es könnte ja als Petze abgetan werden und das tut saumäßig weh), schluckt lieber runter oder wehrt sich mit Auge um Auge, weil es nicht weiß, wie es sich besser verhalten könnte und weiß letztlich auch nicht zu entscheiden/sich zu zutrauen, wann es einen Konflikt selbst lösen kann und wann Hilfe notwendig wäre.
Von daher kann das Wort "Petzen" negative Auswirkungen haben! Ein Kind möchte nicht negativ sein, also tut es alles um diesen negativen Titel nicht zu erhalten!

Da es hier durch das Verhalten der Mutter gelenkt wird, ist ein Gespräch unter Erwachsenen alle mal besser. Und mit Gespräch meine ich, drüber reden und nicht das Kind beleidigen oder negativ zu betiteln.

Beitrag von ratpanat75 28.10.10 - 15:38 Uhr

Sehr gut geschrieben :-).

lg

Beitrag von melli0327 01.12.10 - 08:45 Uhr

es ist ganz wichtig das Kinder "petzen".
Wir hatten im Kindergarten mal eine Kriminalbeamtin die sich mit dem
Thema pedofile beschäftigt hat.
Von wegen ihre vorgehensweise.
Diese Leute arbeiten genau damit "du sollst nicht petzten"
Bitte Bitte sagt euren Kindern nicht das sie nicht petzten sollen.
Macht das irgend wie anders.

Lieben Gruss

melanie