Wie kann ich meinem Bruder helfen? LANG

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von anja_duisburg 28.10.10 - 02:34 Uhr

Hallo zusammen!
Ich schreibe heute mal hier weil ich mir irgendwie keinen Rat mehr weiß.
Es geht um meinen Bruder bzw. Halbbruder. Wir sind nicht zusammen aufgewachsen aber haben uns hin und wieder mal gesehen aber der Kontakt war eher der wie bei Fremden.
Er ist 9 Jahre älter als ich und als er erwachsen war, ist er dann auch weg gezogen und niemand wußte wohin. Wir hatten also ca 6 Jahre keinen Kontakt zueinander.
Nachdem er mich dann Jahre später den Kontakt wieder zu mir suchte, schrieben und telefonierten wir sehr intensiv.
Damals war ich 17 Jahre und lebte noch zu hause, er 800Km entfernt.
Wir haben ein schwieriges verhältnis, denn durch die schief gelaufene Kindheit von beiden sind wir mal sehr eng zusammen und dann ist wieder 1-2 Jahre totale Funkstille.
Mein Bruder hatte mich dann später mit meinem heutigen Mann zusammen gebracht, daraufhin zog ich zu meinem Mann in den Ort in dem auch mein Bruder heute lebt.

Nun zu meinem Problem.

Ich komme von Jahr zu Jahr schlechter an meinen Bruder ran. Er hatte etliche Beziehungen die schief liefen, Freunde hatte er nur meinen Mann und die Freundschaft ist auch nicht mehr, wie sie war.
Als ich damals vor fast 10 Jahren hier her zog war noch ein gutes Auskommen mit meinem Bruder.
Die Wohnung war ordentlich und er gepflegt. Inzwischen hat sich das sehr zum negativen geändert.
Er ist hoch verschuldet, und diene Wohnung gleicht immer mehr einer kleineren Müllhalde. Er zieht sich total zurück und wenn wir ihn nicht hin und wieder mal anrufen würden, dann wüßten wir nichts.
Wir haben ihm schon oft Hilfe angeboten (zusammen mal weg gehen, Wohnung gemeinsam aufräumen, habe auch des öfteren für ihn mit gekocht und ihm gebracht)
Aber inzwischen sagt er zu allem nur noch NEIN.
Er zieht sich so dolle zurück ich weiß nicht mehr weiter, alles lehnt er ab, Hilfe, Gespräche... . Immer heißt er nur, ihm kann eh keiner helfen und verstehen.
Wir haben ihm schon geraten sich psych. Hilfe zu suchen aber er weigert sich.
Ich kann ihn doch nicht im Stich lassen, aber wie komme ich an ihn ran?
Sobald wir uns zurück ziehen würden, würde er von selbst nicht zurück kommen, also das ist auch keine Lösung.
Habt ihr noch Ideen? Ich bin am Ende mit meinen Ideen.
LG Anja

Beitrag von redrose123 28.10.10 - 06:29 Uhr

Ist er selbstmordgefährdet? Wenn ja zwangseinweissen lassen, aber ansonsten muss er sich helfen lassen .....

Beitrag von anja_duisburg 28.10.10 - 14:55 Uhr

Nein ich denke so weit geht es im Moment "noch" nicht.
Glaube ich zumindest. Jedenfalls hat er in dieser Richtung noch nichts definitiv gesagt.

Beitrag von silvaner 28.10.10 - 07:02 Uhr

Hallo,

vielleicht kannst du dich ja mal an das Landratsamt oder Amtsgericht wenden und dich dort schlau machen wegen einer Betreuung. Man kann dort über einen Amtsarzt prüfen lassen, ob er einen Betreuer braucht, der ihn unterstützt, der ihn dann auch "zwingen" kann zum Arzt zu gehen oder in eine Klinik oder so, was eben nötig ist, um sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Weiß natürlich jetzt nicht genau, wie der Zustand deines Bruders so ist. Aber eine Möglichkeit wäre es vielleicht, wenn er gefährdet ist bzw. total verwahrlost. Kenne da mehrere solche Fälle wo es so gemacht wurde.

LG

Beitrag von wasserdrachen 28.10.10 - 07:52 Uhr

Das hört sich nach einer schweren Depression an.
Und selbst kommt er da wohl nicht mehr raus.
Da hilft nur reden.
Vielleicht kann Dein Mann ihn dazu bringen sich Hilfe zu suchen.
Ansonsten seh ich da schwarz...........


wasserdrachen


Beitrag von anja_duisburg 28.10.10 - 15:02 Uhr

Hallo!
Ich fürchte selbst bei meinem Mann blockt er seit einiger Zeit total ab.
Letztens hat er ihn noch nicht mal in die Wohnung gelassen weil es dort so chaotisch aussieht.
Mein Mann war auch wegen Depressionen in Behandlung daher denke ich auch dass es in diese Richtung geht.
Nur mit meinem Mann konnte ich reden und ihn überzeugen sich einen Doc zu suchen, Bei meinem Bruder pralle ich da nur gegen eine Wand.
Wir haben schon oft versucht mit ihm zu reden aber man kommt nicht ran.
Sobald ihm etwas nahe geht und bevor bei ihm Tränen kullern blockt er vollkommen ab.
Wir werden weiterhin versuchen ihn zu überzeugen aber richtig Hoffnung habe ich keine :-(
LG Anja

Beitrag von anja_duisburg 28.10.10 - 15:08 Uhr

Hallo!
Ich fürchte das mit einem Betreuer würde voll in die Hose gehen. Glaube nicht dass er jemanden in die Wohnung lässt.
Und sollte er gezwungen werden(Geldstrafe) oder ähnliches dann zieht ihn das nur noch mehr runter.
Da er auf Druck gar nicht klar kommt und die Flinte nur noch mehr ins Korn wirft.
Aber das mit nachfragen wäre gar nicht so eine schlechte Idee. Evtl bei Caritas oder sowas, glaube die sind eher freiwillig und ich muss nicht befürchten dass ich meinen Bruder noch mehr Schwierigkeiten bereite.
Wenn er zb zur Arbeit muss dann klappt das mit der Pflege halbwegs.
Aber zb in der Zeit der Arbeitslosigkeit machte er gar nichts weder in der Wohnung noch an sich.
Ich werde mich mal nach Caritashilfen oder sowas erkundigen.
Ich danke dir.
LG Anja