An alle stillenden Mütter... ich habe so doll Angst davor...

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von christinchen82 28.10.10 - 09:20 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich habe bereits eine Tochter, hatte eine schwierige Geburt mit Komplikationen und allem drum und dran... Nun bin ich das 2. Mal schwanger, habe keine Angst vor der Geburt, sondern vorm Stillen...

Es war einfach die Hölle bei meiner Ersten. Ich hatte so viel Milch (Körbchengröße A auf 80E gewachsen) und so schlimme Schmerzen, ich habe nur geweint wenn ich die Kleine angelegt habe, wunde, blutende Brustwarzen, und zu allem Überfluss noch einen Milchstau mit Fieber. Ich habe mich vor Schmerzen und Erschöpfung übergeben müssen und mein Kreislauf ist 2x in der Zeit zusammengesackt...Wir mussten neue Matratzen kaufen, weil ich damals so viel Milch hatte und alles durch war...Ich hatte damals nicht eine Flasche gekauft, geschweige denn Nahrung, für mich war/ist das Stillen doch das natürlichste auf der Welt, und es ging nach hinten los...

Ich würde diesmal wieder so gerne stillen, habe aber diese wahnsinnige Angst vor diesen Schmerzen und das das alles wieder so schlimm wird... Ich träume sogar davon, als ich damals abgestillt hatte habe ich mir nach 4 Monaten schlimme Vorwürfe gemacht warum ich es nicht einfach weitergemacht habe...die Kleine immer wieder angelegt... hat natürlich nicht geklappt...verrückt oder?

Wie war es denn bei euch, könnt ihr mir die Angst nehmen?
Danke für eure Antworten! LG Christin

Beitrag von .4kids. 28.10.10 - 09:40 Uhr

Vielleicht geht es ja diesmal gut#liebdrueck

Erst mal ist Stillen kein muss, du solltest Dir nicht so einen Stress machen!
Stillen wird nicht gerade gut sein wenn es Dir dabei schlecht geht.

Ich selber Stille jetzt seid 20 Monaten, der Anfang war Horror, Dauerstillen war an der Tagesordnung,Milchstau jede Woche und schmerzen:-[

Ich hätte sofort abgestillt leider nahm mein Sohn die Flasche nicht und brüllte Stundenlang#heul
Also habe ich mir den Horror weiter angetahn, nach 7 Monaten ging es dann.

Versuch es einfach ob es klappt, wenn nicht nimm die Flasche, auch davon werden Kinder gesund gross.
Stillen ist nicht das Maß aller Dinge!

LG

Beitrag von xyz74 28.10.10 - 09:52 Uhr

bei Nr.1 hatte ich auch zig Schwierigkeiten.
Der Kleine kam 4 Wochen zu früh und hatte eine Saugschwäche.
Die ersten 4 Monate waren alles andere als lustig.
Ich musste mich leider auch noch gegen meine Umwelt durch setzen und meine Hebamme hätte auch noch alles verbockt.
Letztendlich hab ich 13Monate gestillt, was ich nie und nimmer für möglich gehalten hätte.
Eine große Hilfe war eine Beraterin von AFS-Stillen.de
Jedensfalls hatten wir nach 4 Monaten arbeit tatsächlich eine richtig schöne Stillbeziehung :-)

Bei Nr.2 war dann alles anders.
Die Kleine konnte und kann trinken wie der Teufel.
Die Kleine hat so einen Zug drauf, dass ich nichtmal den Milcheinschuss gemerkt habe.
Nicht einen einzigen Milchstau hatte, weil sie so abzieht :-)
BW waren anfangs auch wund und es hat auch weh getan.
Legte sich aber recht schnell.
Meine Hebi hat mir Multilind mitgebracht.
Außerdem hilft Puderzucker.
Ganz wichtig ist auch auf die BW immer wieder Muttermilch tupfen und dann an der Luft trocknen lassen.
Ich saß hier also öfter mal oben ohne herum.

Was ich damit sagen will.
Jedes Kind ist anders und somit ist jede Stillbeziehung eine andere.
Geh es locker an!
Bekanntlich kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

Was Deine Milchmenge anbetrifft.
Wenn Du zu den Müttern gehörst, die ich beneide, weil sie so viel Milch haben. Schon mal daran gedacht zu spenden?
Frühchenstationen sind meistens sehr glücklich wenn sie Spenderinnen finden. Für die Kleinen ist Mumi überlebenswichtig und die Mütter können bei meistens nicht stillen, da ihr Körper noch gar nicht so weit war.

Beitrag von 20girli 28.10.10 - 10:04 Uhr

Hi,

ich mach gerade das ähnliche durch. Bei meinem Sohn wars auch schlimm- aber nicht ganz so schlimm wie jetzt.

Meine kleine hat einen extrem kurzen Zeitabstand. Wunde Brustwarzen - Blute- verkrustete Brustwarzen. Einmal hat sie mir beim Saugen trotz Hütchen die Kruste abgesaugt...das hat weh getan.

Schmerzen beim Anlegen und trinken lassen das ich manchmal - eigentlich öfters - geweint hab. Ich hab sogar mal nen schrei losgelassen hab geflucht und in Spucktücher gebissen- Ich hab mich für verrückt erklärt warum ich mir das zumute.

Dann noch ne Brustentzündung mit Fieber - 4 Tage lag ich flach- die eine Brustwarze war so langsam in Ordnung - da haben die mir im KH wegen dem starken abpumpen die wieder völlig hinüber gemacht. Also gingen die Schmerzen von vorne los.

Ich hab soviel Milch...das ich mich Nachts noch nicht einmal zur Seite drehen kann weil mir dann die Brüste so weh tun. Die sind so schnell wieder voll. Ich hab einlagen auf der Matratze weil morgens immer alles nass ist.

Auch jetzt noch sind meine Brustwarzen sehr empfindlich - gerade die rechte...kälte tut weh - und sogar der Milchspendereflex tut mir sehr weh. Sie schafft ihn bei nur 1-2 mal saugen--- und ich hab das Gefühl als würde man mir beide Brüste aufpumpen bis kurz vorm platzen. Nein das ist nicht angenehm.

Aber heute wird sie 5 wochen und seid ca. 2 wochen wird es aber besser. Die Schmerzen - die starken schmerzen sind weg..ich hab keine Angst mehr sie anzulegen...auch wenn es noch ziept ect.
Es wird besser und schöner. Schade nur das es manchmal einfach so ist.

Ich muss auch Nachts jede 1 stunde ran und bin erschöpft aber es wird sich irendwann einpendeln.

Dann ist STillen wieder schön...es ist ja jetzt schon viel besser.

Du bist also nicht die einzigste...und ich weis wie schwer das ist das durchzustehen. Ich schaffe das nur weil ich durch meinen Sohn weis wie schön das alles noch wird.


lg Kerstin

Beitrag von miau2 28.10.10 - 10:47 Uhr

Hi,
bei meinem Großen hatte ich die ersten 4 Monate verschiedene Probleme beim Stillen. Es ging mit einer Saugverwirrung los (er kam direkt nach der schwierigen Geburt für eine Woche in die Kinderklinik), er konnte mit meiner Brust nichts anfangen.

Im Endeffekt wurde er 7,5 Monate voll (abzüglich der ersten Lebenswochen halt) und bis er knapp 18 monate alt war teilgestillt.

Beim Kleinen ging es anfangs auch mit Saugverwirrung los (auch Kinderklinik), aber ich wusste ja schon, was man tun kann - die Stillprobleme hatten sich nach einer Woche erledigt. Auch sonst lief vieles einfacher, wir sind von den Stillhütchen weggekommen (was ich beim großen nicht geschafft habe), und der Kleine genießt heute noch abends eine letzte "Mahlzeit". Zwischendrin (so mit ca. 8 Wochen) hatte ich Schmerzen und super wunde Brustwarzen, meine Hebamme kam, sah, was wir falsch gemacht haben (Klitzekleiner Fehler beim Anlegen) und die Sache war innerhalb von ein paar Tagen ausgeheilt und vergessen.

Ich mag jetzt auch eigentlich nur einen einzigen Tipp geben, der aber alles retten kann: such dir von Anfang an eine fähige Stillberaterin. Meine erste Hebamme war Stillberaterin - sonst hätte ich meinen Großen vermutlich nie gestillt. Und auch meine zweite war fit in dem Thema - mit den schmerzen durch den Fehler in der Technik hätte ich nicht lange gestillt.

Dinge wie schmerzende BruWas, MIlchstau usw. sind halt oft die Folge davon, dass irgendwo ein kleiner oder großer Fehler in der Anlegetechnik gemacht wird. Und dagegen kann jemand, der sich damit auskennt etwas unternehmen. Eine Begleitung durch so jemanden von Anfang an macht Sinn, erst Recht mit deiner Vorgeschichte.

Und dann kann alles ganz anders kommen. Die Chance ist sicher groß, dass es besser klappt als beim ersten Mal.

Viele grüße
miau2

Beitrag von vonnimama 28.10.10 - 10:50 Uhr

Hallo Christin,

ich kann dir nur von mir erzählen: Bei meinem Sohn lag ich (als er 5 Wochen alt war) 1 Woche mit einer fiesen Brustentzündung im Krankenhaus und hab intravenös Antibiotikum bekommen. So schlimm war es. Er war im Kinderwagen mit im Krankenhaus. War alles eigentlich kein Problem, ich hab die Zähne zusammengebissen. Bei der Abschlussuntersuchung meinte der Arzt (Chefarzt wohlgemerkt): "Wir sehen uns spätestens in 2 Wochen wieder, in ihrer Brust ist immer noch eine Verhärtung". Also die Prognose war eher schlecht, um es mal so auszudrücken. Und was war? Ich habe meinen Sohn bis zum 15. Lebensmonat weitergestillt ohne Probleme!

Jetzt in der Schwangerschaft hab ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Für mich ist es selbstverständlich mein Baby zu stillen oder es zumindest zu versuchen, denn sie soll die gleichen Chancen auf Muttermilch bekommen wie meine anderen beiden! Meine Kleine ist jetzt 5 Monate geworden und ich stille problemlos voll und auch noch ohne Beikost. Keine Entzündung, nix.

Was ich damit sagen möchte: Jede Stillzeit ist anders! Genau wie jede Schwangerschaft und jedes Kind. Such dir im Vorfeld schon eine gute Hebamme für die Nachsorge, die dich unterstützen kann - auch bei deinen Ängsten. Und versuche zumindest dein Baby zu stillen, aufgeben kannst du immer noch! Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

LG Yvonne

Beitrag von lucaundhartmut 28.10.10 - 14:08 Uhr

Liebe Christin,

versuche, Deinen Kopf frei zu bekommen. Versuche, positiv zu denken und Dich nicht so unter Druck zu setzen bzw. nicht unter Druck setzen zu lassen. :-)

Und überwinde Dein schlechtes Gewissen Deinem 1. Kind gegenüber. Du hast alles versucht, mehr kann man nun wirklich nicht tun.
Und Dein "Großes" hat sich doch sicherlich trotz kurzer Brusternährungszeit gut entwickelt, ist ein fröhlicher, gesunder, lieber Mensch, der seine Eltern liebt, oder? :-)

Suche Dir eine gute Nachsorgehebamme und kläre schon vorher ab, wie sie zum Thema Brusternährung steht.
Lässt sie durchschimmern, dass sie diesbezüglich eher eine Hardcore-Linie fährt, suche Dir eine andere, welche toleranter und verständnisvoller ist. Denn das letzte, was Du in Deiner Situation brauchst, ist jemand, der Dir Horrorgeschichten über Kinder, welche nicht oder "nur" kurz per Brust ernährt wurden, erzählt, ständig mit Durchhalteparolen kommt und Dir vielleicht noch ein schlechtes Gewissen einredet.

Verstehe mich bitte nicht falsch:
Mein Luca war selbst 14 Monate ein Brustkind, und diese Zeit war sehr schön.
Und ich werde auch beim zweiten Kind wieder versuchen, Brusternährung zu betreiben, aber nicht um jeden Preis.
Keine Mutter sollte sich seelisch kaputt machen (lassen). #klee


Alles Liebe!


Steffi


Beitrag von lilly7686 28.10.10 - 23:05 Uhr

Hallo!

Oh, das hört sich ganz schlimm an!

Ich finde es aber super, dass du es dennoch nochmal versuchen willst :-)

Was ich dir raten kann: such dir schon in der SS eine Stillberaterin, an die du dich dann wenden kannst, falls es wieder zu Problemen kommt.
Du kannst bereits in der SS eine Stillgruppe besuchen.
Schau mal hier:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Die Beraterinnen dort arbeiten ehrenamtlich, verlangen also nichts für die Beratung.

Entspann dich, und versuch, die negativen Gefühle vom letzten Mal außen vor zu lassen. Meist läuft es beim zweiten Baby ganz anders als beim Ersten.

Ich wünsch dir eine schöne Schwangerschaft, eine wunderbare Geburt und eine tolle Stillzeit! :-)