Grafikerinnen hier?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tinalein1990 28.10.10 - 12:13 Uhr

Hallo,

sind Grafikerinnen hier, die mir sagen können, wie so eine Ausbildung in etwa abläuft? Geht das auch mit Kind, oder ist das schwer möglich? Berufseinstieg - findet man da leicht etwas oder ist der Markt hart umkämpft?

Danke für Eure Tipps!

Beitrag von raena 28.10.10 - 13:29 Uhr

Ich bin selbst keine Grafikerin, aber mein Ex ist Grafiker und viele meiner Freunde sind in der Branche .....
... viele wollen Grafiker werden, es gibt die Möglichkeit einer Ausbildung (Mediengestalter etc mit verschiedenen Ausprägungen) und auch ein Studium an der FH oder Uni.

Grundsätzlich ist die Branche knallhart! Hopp oder topp! Hire and Fire!

Gute Festanstellungen gibt es fast überhaupt nicht. Meist beschäftigen die Agenturen nur Freelancer (Freiberufler), die springen müssen wenn man schnippt und vergessen werden, wenn jemand anderes die Arbeit billiger/schneller macht oder gerade "Hipper" ist!
Dazu kommt das der Job heiß begehrt ist, weil es so unglaublich spannend klingt "Werbung" zu machen. Und dann gibt es noch die "Amateuere" die sich Graphiker nennen weil sie ein Graphikprogamm bedienen können und mit ihren Preisen den Markt kaputt machen.....

.... naja insgesamt würde ich sagen ein Job/Branche die auf den ersten Blick glitzert und funkelt wie ein Diamant und wenn man hinter die Fassade schaut, dann sieht man das alles marode und verfault ist und unglaublich viele Menschen die ausgebrant sind!

LG
Tanja

Beitrag von joshy2310 28.10.10 - 16:21 Uhr

Ich bin Grafikerin und sehe das genauso wie meine Vorschreiberin.

Ich habe eine Festeinstellung bekommen, alle anderen die ich kenne müssen als Freiberufler springen, wenn Sie gebraucht werden. Kann stressig werden, gerade wenn man eine Familie zu ernähren hat.
In der Branche ist es üblich anfangs viele Praktikas zu machen (größtenteils unentgeldlich). Manche machen es bei den großen bekannten Firmen nur, damit Sie den Namen auf den Lebenslauf stehen haben.
Eine Ausbildung zum z.B. Mediengestalter ist wie jede andere Ausbildung. 40Stunden-Woche und Berufsschule. Ich kenne niemanden, der das mit Kind gemacht hat, aber möglich ist das bestimmt.
Normalerweise studiert man den Beruf, wobei ich gehört habe (habe selbst nicht studiert), dass das Studuim 1. ziemlich teuer ist (Material, Gebühren) und 2. es in den ersten Jahren sehr wenig mit dem eigentlichen Beruf zu tun hat (Zeichnen etc.) Arbeite jetzt schon fast 8 Jahre als Grafikerin und arbeite zu 99% ausschließlich am Computer.

So...nun bis ich schwanger und werde zwei Jahre zu Hause bleiben. Ich gehe davon aus, dass ich meinen Job nach der Elternzeit verliere. Sei es, dass ich nicht Vollzeit arbeiten möchte oer dass ich keine Massen-Überstunden machen kann. Ich sehe den Beruf als einen Beruf für "Nicht-Mütter".

Im Kurzen:
Negativ: viel zu viele Grafiker und zu wenig Jobs; hast du mal keine Zeit (Freiberufler) wirst du ersetzt; (unbezahlte) Überstunden teils bis zum nächsten Morgen; Stress; von 0 auf 100 musst du kreativ sein (nicht jeder kann das); bist du zu alt, wirst du ersetzt; bist du nicht hipp genug, wirst du ersetzt...

Positiv: man verdient ganz gut; kreatives arbeiten

Wie du siehst, stehe ich inzwischen nicht mehr so gut zu meinem eigentlichen Beruf und würde nie wieder diesen Beruf wählen und kann leider nur abraten.

Wenn du das aber machen möchtest, dann informier dich gut, wie die Ausbildung mit Kind läuft. Das klappt bestimmt, wenn man gut planen kann und Unterstützung hat. Viel Glück!

Beitrag von tinalein1990 28.10.10 - 20:17 Uhr

Vielen Dank Euch beiden für die hilfreichen und so ausführlichen Informationen. Hab den Gedanken daran jetzt ganz schnell weggeschoben, wenn das "so" läuft, werde ich damit sicher nicht glücklich.

Danke für Eure Mühe!!

P.s. Noch ne kurze Frage: Was heißt "ganz gut" verdienen?