kein elterngeld mehr für arbeitslose?

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Forum: Partnerschaft

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Beitrag von fragehab***************** 28.10.10 - 17:03 Uhr

hallo!

mir ist die frage peinlich und ich wollte sie in schwarz stellen.
steht das jetzt fest das es für arbeitslose kein elterngeld mehr gibt?
und wie ist es wenn das kind noch dieses jahr geboren wird? ab wann gílt das denn?

Beitrag von happy_mama2009 28.10.10 - 17:32 Uhr

http://www.gidf.de/

Beitrag von lalalalaalllalaalalaaaa 28.10.10 - 17:50 Uhr

#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#pro#pro#pro

Beitrag von dominiksmami 28.10.10 - 17:33 Uhr

Huhu,

also ALG II Empfängern soll das Elterngeld voll angerechnet werden! Das soll soweit ich weiß ab sofort gelten.

lg

Andrea

Beitrag von nisivogel2604 28.10.10 - 21:59 Uhr

Noch gibt es dazu überhaupt gar kein gesetz. Es ist mit einer vollen Anrechnung ab Januar 2011 zu rechnen

Beitrag von woür Elterngeld? 28.10.10 - 22:39 Uhr

Macht ja auch keinen Sinn, wenn jemand der sowieso schon Geld vom Staat bekommt, noch etwas oben drauf bekommt - derjenige ist doch sowieso schon zu Hause. Das Elterngeld dient dazu, einen Anreiz für die arbeitenden Eltern zu schaffen, ihr Kind 1 Jahr zu Hause zu betreuen.

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 00:29 Uhr

Bisher war es ein netter Bonus, der im Endeffekt aber den Kindern genützt hat. Denn es lebt sich SEHR hart von ALG 2, selbst das Kindergeld wird abgezogen. Ein klein wenig Luxus sicher... aber Luxus für das Kind. Nur wegen Elterngeld konnte ich meinem Kind ein Bett kaufen, eine Matratze, einen Hochstuhl, einen Autositz etc. Ich nehme immer nur das günstigste, alles gebraucht, wenn es sein muss, aber bei Dingen, die Sicherheit und Gesundheit meines Kindes betreffen, spare ich ungern. Da hungere ich liebe (auch das habe ich schon getan für mein Kind oder mich von Pommes ernährt für 40 Cent die Packung).
Ich beziehe zwar kein ALG2, aber Sozialhilfe, da ich arbeitsunfähig (wegen Krankheit nicht arbeiten kann) bin, was vom Umfang her in etwa gleich ist.

Gemein, zu sagen, "geh doch arbeiten, sonst steht dir auch kein Geld für zu" - es ist für die Kinder, nicht für die Eltern (auch wenn es ELTERNgeld heißt ;) ). Die können am wenigsten etwas für irgendwas.
Und glaub mir... kaum ein ALG2 / Sozialhilfeempfänger geht nicht arbeiten, weil es so cool ist, zuhause rumzugammeln, sich nichts leisten zu können, teilweise hungern zu müssen, Schulden auf sich laden zu müssen, nur das billigste vom billigsten kaufen zu müssen, kein bisschen Luxus haben zu können und damit ist kein Urlaub gemeint, sondern sich zB. mal ein Buch leisten... will damit sagen, dass die wenigsten freiwillig nicht arbeiten gehen. Gibt's mit Sicherheit auch... die arbeiten dann oft schwarz oder haben sonstige Einnahmequellen, um sich ein schönes Leben zu machen.
Die meisten würden für ihr Leben gerne arbeiten gehen... und müssen sich dann immer wieder diskriminierende Sprüche anhören. Da wünscht man sich direkt, die, die am weitesten die Klappe aufreißen, kämen selbst mal in die Situation...

Beitrag von *PRO* 29.10.10 - 08:27 Uhr

Kann deinem Beitrag kaum etwas hinzufügen. Klasse geschrieben!
Ich kam selbst in die Situation durch die Trennung von meinem Mann. Klagewege wegen Unterhalt von ihm für mich und unser Kind sind lang, naja.
Ich nahm einen mikrigen Job an, brachte mein Kind in die Krippe, stresste zur Arbeit, stresste zurück zur Krippe ...etc und das Alles für 500 Euro im Monat (also ALG2 Stand der Stadt in der ich lebte) wovon ich grad mal Miete und NK bezahlen konnte, das "Leben" musste ich durch Kindergeld und Unterhaltsvorschuß finanzieren. Wer sich auskennt: rechnet mal aus was im Monat war. Nichts. Lebensmittel. Ich werde nie seinen 2. Geburtstag vergessen an dem ich kaum den Kuchen finanzieren konnte, geschweigedenn ein Geschenk. Aber, ich lebte von meinem Geld!
2 Jahre später wurde ich ungeplant schwanger, der Vater? Naja. Ich rechnete hin und her wie ich das schaffen sollte, da ich zwischen Minijobs und anderen hin und her pendelte, immer das tat was grad frei war (Kellnern, putzen, Nachhilfe geben), hatte ich keinen Anspruch auf ALG1. Finanziell wäre es nicht drin gewesen das Baby zu bekommen, aber sollte ich deshalb abtreiben?
Ich bekam das Baby. Ganz ehrlich, ich hab vom Elterngeld auch etwas für mein großes Kind gekauft was es schon immer haben wollte. Es war nicht wahnsinnig teuer, aber sonst wäre es nie drin gewesen.
Es gibt viele, bzw kenne ich viele ALG2 Empfänger die sich vom Elterngeld einen lauen Larry machen, sich eine Wii kaufen, eine Playstation3, Flatscreen TV, oder sonstiges, dabei wächst ein Baby grade im 1. Lebensjahr imens schnell, es müssen ständig neue Sachen gekauft werden, Windeln, Milch ... ich finde es bodenlos das das Geld weckfällt und sehe innerlich die Rate der Abtreibungen oder am Ende sogar die der ausgesetzen, verhungerten, misshandelten Babys steigen.
Mein Kleines ist inzwischen ein Jahr, ich arbeite wieder. Die einzige Krippe hier, ich bin inzwischen in eine Miet - günstigere - Gegend umgezogen, wird nicht bezuschusst, deshalb muss Oma jeden 2. Morgen kommen und die Kinder betreuen. Eine Plus/Minus Null Rechnung denn ich gebe ihr Benzingeld, verfahre jeden 2. Tag 5 Euro Busgeld -liege am Ende wieder einmal nur auf dem ALG2 Standart, aber was soll's.

Beitrag von gh1954 29.10.10 - 09:17 Uhr

>>>ich finde es bodenlos das das Geld weckfällt und sehe innerlich die Rate der Abtreibungen oder am Ende sogar die der ausgesetzen, verhungerten, misshandelten Babys steigen. <<<

"Bodenlos" was??
Der Rest deines Satzes ist ebenso daneben.

Beitrag von windsbraut69 29.10.10 - 11:32 Uhr

Du willst aber jetzt nicht sagen, dass ein Baby im ersten Jahr 484 Euro zum Leben braucht und ab dem 2ten Lebensjahr deutlich günstiger wird, oder?

Beitrag von windsbraut69 29.10.10 - 11:34 Uhr

Erzähl mal einer Mutter in einem Entwicklungsland, dass in Deutschland Säuglinge verhungern, weil sie neben Miete, Heizkosten und Wasser nur 208 Euro zur Verfügung haben!

Beitrag von nele27 29.10.10 - 11:47 Uhr

Bis auf die Kinderbetreuung (die ein ALG2-Empfänger ja nicht braucht), habe ich mein Kind bis heute von 184 Euro Kindergeld finanziert.

Und die ALG2-Empfänger kriegen ja mit größerer Familie auch eine größere Whg bezahlt.
Also da frage ich Dich ernsthaft, was ein Baby unter den Umständen mehr als 184 Euro kosten soll ... lass es mich wissenh!

LG, Nele

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 13:50 Uhr

Ich sag ja, das Elterngeld ist ein netter Bonus. Natürlich braucht man es nicht komplett. Wobei ich das Geld zu 100% für mein Kind nutze. Ich konnte ihm nun eine gute Matratze kaufen, einen guten Hochstuhl und vieles andere, das sonst nicht möglich gewesen wäre. Alles andere wird gespart, für mein Kind.
Natürlich ist es ein Luxus, aber eben fürs Kind. Denn sobald das Elterngeld wegfällt sind größere Anschaffungen nicht mehr drin.
Mich stört die Aussage: "Pah, du gehst nicht arbeiten, also brauchst du auch nicht mehr als du geraaaade so zum Überleben brauchst" - aber wer denkt an die Kinder? Können die etwas dafür?

Das mit der größeren Wohnung ist ein zweischneidiges Schwert... man bekommt zwar eine größere Wohnung, aber eine sehr niedrige Miete bezahlt, so dass man für die Miete kaum eine Wohnung in der Größe findet, sondern deutlich darunter. Mehr als 50 qm sind selten drin.
Ich hatte Glück und hab eine sehr günstige Wohnung bekommen. Ein Kinderzimmer habe ich aber auch nicht und so schnell wird mein Sohn wohl kein eigenes Zimmer bekommen können.

Ich wollte ja eigentlich nur sagen, dass ich dieses Niedermachen von Hilfsbedürftigen unfair finde. Dass sich ALG2 / Sozialhilfeempfänger von dem viiiielen Geld, das sie bekommen, ein schönes Leben machen und sich darauf ausruhen, das ist eine Behauptung... bodenloser geht es nicht. Die meisten würden liebend gerne wieder arbeiten.
Ich freue mich auch darauf, endlich wieder auf eigenen Beinen stehen zu können.

Beitrag von frag mich wieso 29.10.10 - 09:45 Uhr

>>Ich beziehe zwar kein ALG2, aber Sozialhilfe, da ich arbeitsunfähig (wegen Krankheit nicht arbeiten kann) bin, was vom Umfang her in etwa gleich ist. <<

Nicht böse sein, aber wenn jemand wirklich komplett wegen Krankheit arbeitsunfähig ist, ist er wirklich richtig krank und bezieht eine Erwerbsunfähigkeitsrente, notfalls ergänzende Sozialhilfe.
Wieso bekommt man dann ein Kind, wenn man weiß, man wird ihm nie was bieten können? Und sorry, auch wenns hart klingt, ein Kind zu erziehen ist manchmal schwerer als arbeiten zu gehen (je nach Job), wie lässt sich das vereinbaren, wenn man so krank ist, dass man erwerbsunfähig ist? Wenn man die Kraft und Gesundheit hat, ein Kind zu bekommen und groß zu ziehen, müsste man doch auch die Kraft haben, wenigstens einen kleinen Job anzunehmen?

Ist nicht böse gemeint, aber ich denke schon, entweder bin ich richtig krank, dann kann ich auch kein Kind erziehen oder es geht noch was, dann reicht es auch für einen kleinen Job. Und so wie du geschrieben hast, hast du das Kind ja scheinbar bekommen, da warst du wegen Krankheit schon erwerbsunfähig? Oder erst Kind und dann krank? Dann nehm ich meine Fragen zurück.

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 13:33 Uhr

Ich möchte da nicht gerne ins Detail gehen, da das Thema sehr privat ist... andererseits schreib ich ja sowieso anonym.
Ich bin seit 2007 krank geschrieben, da ich durch eine lange Reihe von Misshandlungen eine Art Sozialphobie entwickelt habe. Nun, 3 Jahre später, bin ich fast wieder gesund. Noch nicht arbeitsfähig laut Gutachten, aber ich fühle mich so weit, dass ich, wenn mein Sohn älter ist, gut wieder arbeiten gehen kann.

Mein Sohn entstand ungeplant in einer Zeit, in der ich fast wieder gesund gewesen wäre. Die Schwangerschaft hat mich weit zurückgeworfen und viele Therapieerfolge zunichte gemacht (dadurch, dass ich auch viel zugenommen habe). Mittlerweile geht es mir wieder besser.

Ich weiß nicht, wie es bei dauerhafter Erwerbsunfähigkeit aussieht, aber ich beziehe Hilfe vom Landratsamt, so lange ich als arbeitsunfähig gelte.

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 13:54 Uhr

Zu deiner Frage, ob ich nicht auch einen Job annehmen könnte, wenn ich ein Kind großziehen kann:

Wenn ich von zuhause arbeiten könnte und nicht mit Menschen in Kontakt kommen müsste, könnte ich das sehr wohl. Leider war meine Suche danach bislang vergeblich.

Wie ich das mit meinem Kind regle? Zum Glück habe ich eine Familie, die mich sehr unterstützt und die mit meinem Kind die Dinge machen, die ich noch nicht so kann (unter Menschen gehen).

Ich denke aber, dass wenn mein Kind in dem Alter ist, in dem es wirklich wichtig ist, soziale Kontakte aufzubauen (noch ist er ein Baby), ich schon sehr viel weiter sein werde, was meine Genesung betrifft.

Abtreibung kam für mich jedoch nicht in Frage. Da ich nach einer Vergewaltigung 2007 zur Abtreibung gezwungen wurde und das nie wieder erleben möchte, ist das auf gar keinen Fall für mich drin.

Beitrag von nele27 29.10.10 - 11:01 Uhr

Hi,

ich verstehe zwar, was Du meinst und finde dieses Hartz4-Empfänger-Bashing auch total daneben.

ABER: Viele rutschen auch verschuldet in die Bedürftigkeit. Da wird sich dann auf den verdienenden Ehemann verlassen - tja, und bei Trennung rennt die Frau dann zum Amt. Lies mal im Trennungsforum.
Oder es wird das erste Kind bekommen anstatt eine anständige Ausbildung gemacht - schon ist ALG2 nah, wenn man Pech hat.

Bildung (jeder nach seinen Möglichkeiten) und auf eigenen Füßen stehen ist ein guter Schutz - hat leider nicht jeder begriffen.

Das soll überhaupt kein Angriff sein, ich finde diese Neidkultur nach dem Motto "die blöden ALG2-Empfänger kriegen alles in den A geschoben" auch gruselig und kann mir vorstellen, dass es sich mit den paar Kröten wirklich nicht schön lebt und die DIskriminierung an die Substanz geht.
Ich zahle auch gern für alle, die unverschuldet in Not geraten.

Aber trotzdem muss ich mir manchmal an den Kopf fassen, wie sorglos sich gerade Frauen in Abhängigkeit begeben und gar nicht drüber nachdenken, welche Vorteile es hat, selbstbestimmt zu leben...

Liebe Grüße
Nele

Beitrag von windsbraut69 29.10.10 - 11:29 Uhr

Ohne die 300 Euro zusätzlich hätte Dein Kind keine Möbel bekommen, kein Bett???
Es gibt doch den Regelsatz fürs Kind...

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 13:30 Uhr

Der Regelsatz ist mickrig und ohne Elterngeld hätte ich mir das meiste für mein Kind nicht leisten können. Ist leider so... wer mal in der Situation war, weiß das.

Beitrag von sozialhilfe 29.10.10 - 14:38 Uhr

Achso, da fällt mir ein: Stimmt, ALG 2-Nehmer bekommen ja Geld für die Grundausstattung eines Babys, wenn es das erste ist.
Ich habe vom Landratsamt bekommen für (laut deren Aufzählung)

Kinderwagen
Bett
Matratze
Bettzeug
Wickeltisch
Wickelauflage
Kleidung
Teppich (haben die so aufgeführt ;) )
Vorhänge
Fläschchen + Zubehör
(noch ein paar Dinge, die mir jetzt nicht mehr einfallen)
UND (das beste zum Schluss)
künftige Klassenfahrten (Oo)

genau 160 Euro.
Also für die gesamte Baby-Erstausstattung. Außer Windeln, Pflegeartikel etc., das hätte ich von meinem eigenen Geld zu bezahlen (so in etwa war die Aussage).


Beitrag von windsbraut69 29.10.10 - 16:27 Uhr

Man braucht ja auch nicht all das zur Geburt.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass ausgerechnet ein Kind im ALGII-Bezug im ersten Jahr monatlich 500 Euro zur Verfügung haben muß, sorry.

Gruß,

W

Beitrag von ayshe 29.10.10 - 11:52 Uhr

Bei wiki findest du die genaue Erklärung, was das Elterngeld ist und was sein Zweck ist.
Und dann erübrigt sich so einiges.

Das Thema gab es auch schon sehr häufig im F&B.

Die meisten sehen einfach einen ganz anderen Grund für das Elterngeld als den, den es wirklich hat