Zahnarzt vom Gesundheitsamt Pflicht ???? in Brandenburg

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von rianmare 28.10.10 - 21:09 Uhr

Hallo,

ich hoffe ihr könnt mir meine Frage beantworten.

Es geht um folgendes :

Unsere Tochter geht in die 9. Klasse, nun war gestern und heute der Zahnarzt vom Gesundheitsamt in der Schule. Einige der Schüler haben sich geweigert an der Untersuchung teilzunehmen. Einer der Gründe war wohl die unhygienische Art der Behandlung (kein Handschuhwechsel - sehr wohl aber Patientenwechsel :-[ )

Folgendes habe ich gefunden :

(2) Soweit nach diesem Gesetz oder einer anderen Rechtsvorschrift schulärztliche, schulzahnärztliche oder schulpsychologische Untersuchungen sowie Feststellungsverfahren von sonderpädagogischem Förderbedarf erforderlich werden, sind die Kinder sowie Schülerinnen und Schüler verpflichtet, sich untersuchen zu lassen und an wissenschaftlich anerkannten Testverfahren teilzunehmen. Kinder, Schülerinnen und Schüler und deren Eltern haben die erforderlichen Angaben zu machen. Darüber hinausgehende Fragen zur Persönlichkeitssphäre, auch der Eltern und sonstigen nahe stehenden Personen, dürfen nicht gestellt werden. Schülerinnen und Schülern und deren Eltern ist die Möglichkeit zu Informationen vor einer Untersuchung, zur Besprechung der Untersuchungsergebnisse und zur Einsicht in die Unterlagen zu geben.

Die Informationen hing zwar am Vertretungsplan, allerdings wurde uns als Eltern keine Mitteilung gegeben.

Was haltet ihr davon ????

PS : unsere Tochter ist seit fast einem Jahr in Behandlung (Zahnspange) muss also alle 6 Wo. zum Doc.

Danke.

LG

Beitrag von marion2 28.10.10 - 22:00 Uhr

Hallo,

für manche Kinder ist die Schul/Kitauntersuchung der einzige Kontakt mit dem Zahnarzt.

Die ersten Untersuchungen gibt es jährlich in der Kinderkrippe.

In der 9. Klasse stecken sich die Kinder gegenseitig ganz unhygienisch die Zungen in den Hals - schlimmer ist so ein Handschuh wohl auch nicht...#rofl

Gruß Marion

Beitrag von manavgat 29.10.10 - 15:01 Uhr

totaler Quatsch!

Gruß

Manavgat

Beitrag von marion2 01.11.10 - 14:09 Uhr

Was ist Quatsch?

Dass die ersten Untersuchungen bereits in der Kinderkrippe stattfinden?

Oder dass der Schulzahnarzt für viele Kinder der einzige Kontakt zu einem Zahnartzt ist?

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Ich meine, dass der Verweigerungsgrund nur vorgeschoben wurde. Man könnte ja auf einen Handschuhwechsel drängen. ;-) Ich gehe davon aus, dass der eh erfolgt.

Beitrag von nisivogel2604 29.10.10 - 10:43 Uhr

genau das gabs bei uns früher auch. meine Mutter hat bescheinigt, das sie die Untersuchung für mich ablehnt. Die Lehrerin meinte daraufhin die wäre aber Pflicht. Ja, war mir ehrlich gesagt total egal.

Was will der Arzt denn machen, wenn deine Tochter verweigert?

Es gibt in deutschland freie Arztwahl und verklagen und einbuchten wird einen dafür keiner.

Ich gehe zu dem Arzt zu dem ich gehen will und fertig. Und meine Kinder werden sich ebenso ihren Arzt aussuchen in dem Alter.

Und dann soll doch bitte mal einer deklarieren ob die Untersuchung bei deinem Kind "erforderlich" ist. DAS müssen sie dann erstmal beweisen.

LG

Beitrag von anja676 29.10.10 - 10:49 Uhr

Hallo,

diese Untersuchung ist in Brandenburg Pflicht. Gehen die Kinder nicht in der Schule zum Zahnarzt, bekommt man die Aufforderung selbst zum Gesundheitsamt zu fahren. Ich habe unzählige Diskussionen mit den zuständigen Behörden geführt. Es nützt nichts. Was mich dabei aber immer viel mehr ärgert: Jedes Jahr bekommen die Kinder Zettel, dass Kariesbefall vorliegt und sie doch bitte den Zahnarzt aufsuchen sollen. Jedes Jahr stellen die verschiedensten Zahnärzte fest, dass da nichts ist. #augen

LG Anja

Beitrag von nisivogel2604 29.10.10 - 16:49 Uhr

Da würd ich immer wieder zum Gesundheitsamt fahren, sagen: Hallo, hier bin, ich. ich verweigere die Untersuchung
und dann würd ich wieder gehen

was wollen sie dann machen? Das Kind zwingen? Die Eltern verhaften?

Wohl kaum

LG

Beitrag von ilva08 29.10.10 - 22:00 Uhr

Oh, ich wohne zwar nicht in Brandenburg, aber da fällt mir ne Menge ein.

Ordnungsgelder zum Beispiel. Info ans Jugendamt zum Beispiel. Zwangsvorführung durch die Polizei zum Beispiel.

Meine Güte, sich aufregen und schaumschlagen um des Recht habens willen muss echt wichtig sein... #augen

Wie ein VP schon schrieb: Diese Untersuchungen sind für manche Kinder die einzigen, die sie erleben. Also musst du sie verpflichtend machen, nach dem Prinzip: Alle oder keiner.

Wegen mangelnder Hygiene kann man sich beschweren und wird sicher auch gehört.

Sich verweigern ist Konfliktbewältigung auf Kindergartenniveau.

Beitrag von nisivogel2604 30.10.10 - 10:17 Uhr

Genau, das Jugendamt wird sich da furchtbar doll für interessieren und ist sowieso nicht weisungsbefugt

Zwangsvorführung durch die Polizei #rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl Na, das will ich mal sehen. Ob die das Kind dann wohl auch festketten und sedieren damit sie in den Mund schauen können?

es geht hier nicht ums Recht bekommen sondern um den Schutz des Selbstbestimmungsrechtes.

Erschreckend wieviele vor der Obrigkeit kuschen nur weil irgendeine Hampelmann mal festgeschrieben hat, dass das so sein muss

Beitrag von ilva08 30.10.10 - 11:56 Uhr

"Genau, das Jugendamt wird sich da furchtbar doll für interessieren und ist sowieso nicht weisungsbefugt."

Wenn verpflichtende Vorsorgetermine beim Arzt nicht wahrgenommen werden, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dies das JA interessiert. Allerdings dürfte es darauf ankommen, welchen Gesamteindruck die Lehrer vom Gesundheitszustand des Kindes haben und ob es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen. Davon werden sie ihre Entscheidung abhängig machen, ob sie Meldung beim JA erstatten oder nicht.

"Zwangsvorführung durch die Polizei. Na, das will ich mal sehen."

Klar, wie ich schon sagte, ich kenne die Rechtslage nicht.
Falls diese Arztbesuche jedoch verpflichtend sind und die Eltern sich NACHHALTIG weigern, ihr Kind untersuchen zu lassen... was soll sonst passieren? Pflicht ist Pflicht und der Staat kann sich nicht zum Larry machen lassen.

Schon mal davon gehört, dass man auch für nicht bezahlte Parkknöllchen einwandern kann? Jedenfalls, wenn man sich lange genug weigert, zu bezahlen.

Was soll der Staat denn machen? Verfahren nach dem Motto: Wer penetrant genug auf stur stellt, kriegt seinen Willen? Wo lebst du?

"Ob die das Kind dann wohl auch festketten und sedieren damit sie in den Mund schauen können?

es geht hier nicht ums Recht bekommen sondern um den Schutz des Selbstbestimmungsrechtes.

Erschreckend wieviele vor der Obrigkeit kuschen nur weil irgendeine Hampelmann mal festgeschrieben hat, dass das so sein muss"

Ach weißt du, wirf dich doch auf den Boden und fühl dich wie ein selbstbestimmter Rebell dabei... lecko fanni, wir reden von einer VORSORGEUNTERSUCHUNG! #augen

Einer meiner VP hatte den vernünftigeren Vorschlag: Vielleicht hilft ein Nachweis vom Arzt, dass Vorsorgetermine wahrgenommen wurden. Bei dem Gesetz geht es nämlich NICHT darum, die Bürger zu gängeln. Auch wenn das manche Zeitgenossen nur allzu gerne wittern, damit sie sich wieder schön selbstgerecht aufregen können.
Es geht um die Gesundheit der Kinder.

Mein Vorschlag an dich, nisivogel: Arbeite doch mal ein paar Jahre lang an einer Bennpunktschule und guck dir die kariesverseuchten Münder der Kinder dort jeden Tag an. Und danach erzählst du mir nochmal einen von der bösen Staatsgängelei. #klatsch

Beitrag von anarchie 29.10.10 - 21:44 Uhr

Hallo!

In HH ist das auch pflicht.
Allerdings kann man das Kind befreien lassen, wenn man einen Schrieb vom ZA bringt, dass das Kind inr rgelmässiger ZÄ behandlung ist.

Ich persönlich finde das auch absolut eklig mit den handschuhen, war hier letztes jahr auch so - daher nehmen meine Kinder nicht teil - auch ohne schribe(weil ich den vergessen habe#schein)...

lg

melanie und die 4 Kurzen

Beitrag von rianmare 29.10.10 - 22:58 Uhr

Hallo,

erstmal Danke, für eure antworten...

Zu : In der 9. Klasse stecken sich die Kinder gegenseitig ganz unhygienisch die Zungen in den Hals - schlimmer ist so ein Handschuh wohl auch nicht...

-> naja, das wäre ja gleichzusetzen, als würde da ne orgie steigen... tztzttz
kann ich so nicht nachvollziehn, zumindest was meine Tochter angeht...

zu : Jedes Jahr bekommen die Kinder Zettel, dass Kariesbefall vorliegt und sie doch bitte den Zahnarzt aufsuchen sollen. Jedes Jahr stellen die verschiedensten Zahnärzte fest, dass da nichts ist.

-> ja, das kommt mir auch bekannt vor #augen

zu : Meine Güte, sich aufregen und schaumschlagen um des Recht habens willen muss echt wichtig sein...

-> es geht hier nicht um Recht haben wollen oder so, sondern um die Art der Behandlung, die ich nicht als Notwendig erachte, weil meine Tochter so oder so alle 6 Wochen beim Zahnarzt ist...

Naja, jetzt warten wir erstmal ab... ob und was da noch kommen soll...

Danke nochmals.. und einen schönen Abend noch ... oder auch GuN8

LG

Beitrag von parzifal 30.10.10 - 07:33 Uhr

Steckt denn der Arzt den Kindern seine Finger in den Mund?

Ich dachte nur die Instrumente werden eingeführt.

Beitrag von troll123 26.05.11 - 09:57 Uhr

Bin gerade beim Googeln auf diese Diskussion gestoßen. Habe genau das gleiche "Problem". Wohne auch in Brandenburg und unsere Tagesmutter muss einmal im Jahr mit ihren Tagespflegekindern zur Zahnärztin vom Gesundheitsamt. Die ist wohl ziemlich ruppig und unfreundlich. Meine Tochter hat das letzte Mal die ganze Zeit geweint. Dieses Mal gehe ich mit und gucke mir die Frau mal an. Wenn mein Kind sich von dieser Frau nicht in die Schnute gucken lassen will, dann werde ich das auch nicht zulassen. Wir haben eine sehr nette Zahnärztin, zu der wir zweimal im Jahr hingehen. Da geht es dann ganz ruhig und entspannt zu und die Kleine kann bei Mama oder Papa auf dem Schoß sitzen. Angeblich sind bei der Gesundheitsamt-Dame schon Sprüche gefallen wie "Hab dich nicht so, mach jetzt den Mund auf." oder "Das ist nicht schlimm, wenn das Kind jetzt mal weint, der Nutzen ist größer als der Schaden, den ich anrichte." Sowas regt mich dann schon auf. In dem Alter (2 1/2 Jahre) geht es doch noch darum, die Kinder feinfühlig an die ärztlichen Untersuchungen heranzuführen und sie daran zu gewöhnen und nicht, mit dem Holzhammer raufzuhauen, wenn sie sich unsicher fühlen und Angst haben. Bin total entsetzt. Aber die Tagesmutter meinte, eine Mutter hatte ihr mal ein Schreiben mitgegeben, dass sie nicht möchte, dass die Jugendamt-Zahnärztin ihr Kind untersuche. Da gab es dann mächtig Ärger. Die hat dann meine Tagesmutter angeschnauzt, ob sie denn der Mutter nicht klar gemacht hätte, wie wichtig diese Untersuchung wäre. Naja, deshalb gehe ich diesmal mit. Dann kann die Dame mich direkt beschimpfen. Mir fallen bestimmt ein paar passende Antworten ein.
Außerdem habe ich das auch schon gehört mit der mangelnden Hygiene. Gerade in Zeiten, wo alle Vierteljahre neue Erreger durch die Presse wandern, die allesamt auf mangelnde Hygiene zurückzuführen sind, finde ich es wichtig, dass wenigstens die Erwachsenen darauf achten. Sicher niesen sich die Kinder in dem Alter noch regelmäßig gegenseitig an, stecken sich die Finger in den Mund und tatschen dann den nächsten an. Aber mein Kind muss ja nicht auch noch mit den letzten zehn Kindern Speichel austauschen, denen es in der Kita bisher noch nicht begegnet ist. Es heißt ja schließlich immer, die Erwachsenen sollen Vorbild sein. Und gerade von Ärzten erwarte ich ein gewisses Maß an Hygiene, auch bei Kleinkindern!
So, musste mich jetzt mal auskotzen... #sorry