Mein Mann ein Würstchen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Würstchenfrau 29.10.10 - 13:05 Uhr

Ich hadere mit meiner Ehe.

Mein Mann hat es beruflich weit geschafft, lässt aber seinen Frust an mir und den Kindern ständig aus. Immer wieder macht er mich klein und hackt auf mir herum.

Jetzt sind mir ein paar Ungereimtheiten aufgefallen die mich sehr nachdenklich gemacht haben.

Als wir uns kennenlernten war ich alleinerziehend mit meiner Tochter und machte damals mein Fachabi. Ich hab sehr zu kämpfen gehabt und war am Ende froh mit einem Durchschnitt von 2,4 rauszukommen. Alle waren stolz auf mich, nur er sagte mir deutlich, dass er im Abi bedeutend besser gewesen wäre und einen 1er Schnitt gehabt hätte.

Vor kurzem rief er von Arbeit aus mal an und bat mich ihm ein Dokument aus seinem Ordner zu suchen und zu faxen. Als ich den Ordner aufschlug war vornauf sein Abizeugnis mit einer Durchschnittsnote von 2,1. Also auch nicht soviel besser als ich.

Es gab noch mehr solcher "kleiner" Lügen die hinterher entweder von ihm verleugnet werden oder eben sehr lange her sind.

Seit der Geburt unseres Sohnes kümmere ich mich um die Kinder. Er hielt sich da meist raus. Nun liest er ihm wenigstens Abends etwas vor. Seitdem erzählt er Hinz und Kunz, dass das Kind nur so gut zählen und reden kann weil er ihm ja vorliest. Dabei haben meine Grosse und ich dem Kleinen ständig vorgelesen, gezählt und ihn gefördert. Mein Mann erzählt nun überall, dass er das von ihm hat.

Zwischendurch kam auch schonmal, dass dieses Kind ja nur so weit schon sei, weil es die Intelligenz von ihm geerbt habe.

Überall stellt er sich in den Vordergrund, er sei so intelligent, er hätte es soweit geschafft usw. Ich dagegen werde hingestellt als sei ich minderbemittelt und darf mir das ständig anhören.

Wenn wir beide krank sind, dann ist er kränker. Wenn etwas zu erledigen ist, dann hält er sich raus, ich mache es und hinterher kommt immer: "Wir haben das gemacht"

Mittlerweile glaube ich, dass er ein armes Würstchen ist, dass sich mit aller Macht in den Vordergrund spielen muss und es regt mich immer mehr auf, bzw. Antipathie an.

Mein Selbstbewusstsein hat so gelitten die letzten Jahre, damit er sich gross und toll fühlt?

Was sagt ihr dazu?

Beitrag von medina26 29.10.10 - 13:14 Uhr

"Würstchenfrau" #pro#rofl

So jetzt mal ernsthaft......Ich denke mal das er in seiner Kindheit nicht viel Aufmerksamkeit von seinen Eltern bekommen hat und deshalb immer auf der Suche nach "fishing for kompliments" ist.

Ich würde mich da nicht so von ihm runterziehen lassen, denn er ist der, der das Problem hat.

lg Medina

Beitrag von rosenrot1974 29.10.10 - 13:26 Uhr

Ja, ich sehe es ähnlich...

Und habe ein ähnliches Exemplar zu Hause.#winke

Ich sehe allerdings in der Regel liebevoll darüber hinweg... Wenn er das braucht um glücklich zu sein und es mehr nicht ist...

Gibt tatsächlich schlimmere "Marotten" an Männern.

Ich kann mit dieser (noch?!) ganz gut leben!

Beitrag von aeternum 29.10.10 - 13:33 Uhr

Aloha,

ich sage weitestgehend dasselbe dazu wie Du - er macht sich groß, indem er Dich erniedrigt, hebt sich hinauf, während er Dich herabsetzt oder Deine Leistungen negiert.

Mein Noch-Ehemann und Vater meines Sohnes war in diesem Bereich sehr ähnlich (allerdings lag zwischen uns auch einiges andere im Argen): Auf der einen Seite gab er gern mit "seiner" intelligenten Medizinerin an (was ich dermaßen abgelehnt & ihm das auch immer gesagt habe), auf der anderen Seite hat er es geliebt, mich vor Freunden oder Fremden klein zu machen ("Oooch, hat das kleine Frauchen das wieder nicht verstanden..").

Ich könnte heute noch platzen, wenn ich mich daran erinnere. Ganz zu Anfang war es noch liebevoll, da hat er gegrinst wenn er gemeint! hat, ich hätte etwas nicht verstanden. Irgendwann wurde es mehr und teilweise richtig fies und ist mir immer übler aufgestoßen. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich Äußerungen unverschämt/unpassend etc finde und ihm gesagt das er mal darauf achten soll, wie er eigentlich über mich redet und was das soll; darauf war dann alles immer ein Scherz gewesen und ich humorlos. Er hat also weitergemacht - ich hab eine zeitlang den Spieß umgedreht (was ich auch nicht schön fand) und ihm mal SEINE Unzulänglichkeiten (allerdings nie vor anderen) unter die Nase gehalten. Er war aber im Gegensatz zu mir endlos empfindlich und kam damit gar nicht klar. Ich dachte, das würde ihn heilen - falsch gedacht.

Also bin ich irgendwann dermaßen geplatzt, das war nicht mehr feierlich (ohne Beschimpfungen, allerdings sehr laut.. das sei angemerkt). Danach wurde es besser, aufgehört hat es nicht ganz bzw kam dann immer (auch gern vor Freunden), er dürfe ja jetzt nichts mehr sagen, weil ich ja seinen Humor nicht mehr verstehen würde und gleich wieder sauer wäre. Das Ganze begann, als wir zusammengezogen sind, drei Monate vor Geburt unseres Kindes (schwanger geworden in einer langen Fernbeziehung).

Muß ich noch erwähnen, dass ich den Mann sehr schnell, ein Jahr nach der Geburt unseres Kindes, verlassen habe? Wie gesagt, es gab noch einige andere Gründe.

Was ich damit sagen will: Was tust Du dagegen seit Du merkst, dass er sich so Dir gegenüber verhält? Schluckst Du, schlägst Du zurück, diskutierst Du, zeigst Du, dass es Dich verletzt, sprichst Du mit ihm, hälst Du ihm den Spiegel vor..? Das alles habe ich jedenfalls versucht.

Und als das nicht half, bin ich gegangen, dieses Verhalten macht nämlich ALLES kaputt und ich bin nicht das arme Frauchen, das diese Macho-Unverschämtheiten mitmacht oder ertragen muß. Als er realisiert hat, dass ich gehe, war "Holland in Not", seine "große Liebe" #bla.. da war's aber schon viel zu spät.

Was soll ich sagen.. ich bereue nichts, es geht mir dermaßen gut und ich bin so glücklich mit meinem Kind und meinem Leben ohne ihn!

Deswegen mein Rat.. werde deutlich ihm gegenüber, versuche etwas zu ändern! Wenn das aber nicht geht.. freunde Dich mit dem Gedanken an, zu gehen.. oder es zu ertragen. Ich vermute, dass so lang eingeschliffenes Verhalten schwer zu ändern ist. Vielleicht hilft noch eine Paartherapie?

Ich wünsche Dir alles Gute - lass Dich nicht so behandeln! Ich erinnere mich sehr gut und es hat mir dermaßen zugesetzt.. diese Ungerechtigkeit und Fiesheit. Lass es Dir nicht mehr gefallen.

Liebe Grüße,

Ae

Beitrag von brummeli67 29.10.10 - 13:35 Uhr

Was hat dein Mann denn beruflich geschafft?
So, wie du schreibst, klingt es wirklich eher danach, dass er selbst nach Anerkennung lechzt.
Einige Dinge sind natürlich auch sehr männlich ;).
Am kränkesten sind doch eh die Männer, und wenn du als Frau am Boden liegst, ist das doch nicht so schlimm.

Aber ansonsten lass dich nicht runter ziehen.
Entweder du fängst an, damit zu leben und dir eine Strategie zu überlegen, wie du das Ganze mit Humor siehst, oder du musst für dich entscheiden, ob du das ertragen willst.
Ich würde mir ein schönes Hobby suchen oder wieder beruflich tätig zu werden. Was meinst du, wie gut es dir gehen wird, wenn du etwas tust, was dir richtigen Spaß macht.
Es kann natürlich auch sein, dass du im Ansehen deines Mannes wächst, wenn er merkt, dass du auf eigenen Füßen stehst und nicht das Heimchen am Herd bist.

Beitrag von similia.similibus 29.10.10 - 13:38 Uhr

Von einem Mann, der mich immer klein gemacht/gehalten hat, habe ich mich zum Glück getrennt. 16 Jahre habe ich an seiner Seite verbracht und ich frage mich heute, wieso ich so doof war und das so lange mitgemacht habe. #aerger

Ich glaube, dass dein Mann - genau wie mein Ex - trotz vorzuweisender Erfolge kein großes Selbstbewusstsein hat und sich nach außen deshalb (noch) viel besser darstellen muss, um sich groß (größer) zu fühlen. Ja, solche Männer sind ganz ganz arme Würstchen!

LG

Beitrag von claudi2712 29.10.10 - 14:42 Uhr

Das kommt mir alles sehr bekannt vor, u. a. aus diesem Grund habe ich mich von meinem Mann getrennt.

Dieser hat sich auch nur durch das "kleinhalten" anderer "groß" fühlen können.

Ich fühle mich jetzt besser als je zuvor. Nach der Trennung war mir, als hätte ich einen nassen Wollpulli ausgezogen....

LG
Claudia

Beitrag von seelenspiegel 29.10.10 - 15:37 Uhr

Na danke...jetzt habe ich so einen Wet-T-Shirt Contest vor dem inneren Auge :-)


Blödes Kopfkino #schein

Beitrag von claudi2712 01.11.10 - 07:47 Uhr

Gibt schlimmeres;-)

Moin Schmatzepuffer (ich find das Wort zu geil:-))

Beitrag von seelenspiegel 02.11.10 - 09:22 Uhr

*schmunzelt* Ich auch #liebdrueck

Beitrag von wombatmuc 29.10.10 - 14:46 Uhr

sorry ich denke wir will sich nur über auf dienem rücken groß machen


weil die leute die wirklich karriere gemacht habenund die in ihrer kindheit nicht immer der anerkennung hinterlaufen mußten die sind auch glücklich und angekommen und versuchen sich nicht über andere hinweg zusetzen und nieder zu machen

und 2,4 finde ich auch super vor allem mit kind

frag ihn doch einfach was ihm quer sitz

oder lass es und steht drüber

Beitrag von asimbonanga 29.10.10 - 15:01 Uhr

Hallo,

es ist natürlich deine Entscheidung, wir kennen die Hintergründe nicht.
Ich habe so ein erfolgreiches Würstchen ( die andere niedermachen / klein halten müssen um sich selbst zu erhöhen ) verlassen.


L.G.

Beitrag von ug2712 29.10.10 - 15:04 Uhr

Sag mal, versuchen nicht alle Männer sich besser und großartiger darzustellen als sie sind?
Die Frage ist, wie gehst du damit um.
Warum lässt du dich von ihm klein machen?
Du wirst es doch beruflich auf zu etwas gebracht haben, versuch dich mal auf die tatsächlichen Gegebenheiten zu konzentrieren damit dein Selbstwertgefühl wieder gestärkt wird.

Meiner stellt sich hin und wieder auch als Allesbesserkönner dar - die Retourkutsche folgt und dann lässte er es erst mal wieder eine Weile sein.

Beitrag von asimbonanga 29.10.10 - 15:16 Uhr

Stimmt-in Maßen durchaus erträglich und zu händeln.Wenn dieser Wesenszug aber permanent und sich steigernd vorhanden ist ,wird es unerträglich.

Beitrag von ayshe 29.10.10 - 17:53 Uhr

##
Sag mal, versuchen nicht alle Männer sich besser und großartiger darzustellen als sie sind?
##
Nein.

Beitrag von bruchetta 29.10.10 - 17:09 Uhr

Es gibt einige Männer, die so sind.
Dein Mann braucht Bestätigung, dass er einfach gut ist, außerordentlich gut.
Wahrscheinlich hapert es innerlich mit seinem Selbstbewußtsein, sonst hätte er das nicht nötig.

Du solltest versuchen, damit anders umzugehen.
Halte Dir vor Augen, warum er das tut und das vieles einfach nicht so stimmt.
Belächle ihn innerlich, dann geht es bei Dir auch bald wieder bergauf.

Das ist zwar ein eher unangenehmer Zug an ihm, aber man kann damit leben, denke ich.

Beitrag von gustav-g 29.10.10 - 17:38 Uhr

"Mittlerweile glaube ich, dass er ein armes Würstchen ist"

Das glaube ich auch.


"... und es regt mich immer mehr auf, bzw. Antipathie an."

Sage ihm das sehr deutlich. Er muss wissen, dass er damit seine Ehe kaputt macht.


"Mein Selbstbewusstsein hat so gelitten die letzten Jahre, damit er sich gross und toll fühlt?"

Nein, weil du zu schwach warst.

Du hast keinen Respekt mehr vor ihm. Mach ihm klar, wie er deinen Respekt wieder erlangen kann (sofern du das weisst).


Beitrag von luka22 29.10.10 - 22:13 Uhr

Ich hadere dann und wann auch mit meiner Ehe, wer tut das nicht? Aber das, was du beschreibst, da würde ich mehr als hadern. Ich wäre tieftraurig und verletzt. Was liebst du eigentlich an deinem Mann? Wo sind seine Qualitäten? Warum bist du mit jemandem zusammen, der dich nieder machen und anlügen muss, um sich selber besser zu fühlen? Ich bin immer dafür für eine Beziehung zu kämpfen aber bei dem, was du schreibst, macht es wenig Sinn. Deinem Mann fehlt es an so vielem: an WErtschätzung, Liebe, Respekt und vor allem am eigenen Selbstwertgefühl. Das, was du beschreibst, ist echter psychischer Terror. Geh, bevor er aus dir ein kleines, sich nichtsnutzig fühlendes Mäuschen gemacht hat! Das bist du nämlich ganz und gar nicht. Du hast noch einen realistischen Blick auf die Dinge. Du musst so nicht leben!

Ganz liebe Grüße
Luka #klee

Beitrag von wasserdrachen 29.10.10 - 22:45 Uhr


Mir fällt dazu ein:
Natürlich hat Euer Sohn den Verstand von seinem Vater.
Du hast Deinen ja noch, oder???


Sorry
wasserdachen

Beitrag von nana141080 30.10.10 - 21:48 Uhr

Hi,

ich würde mich von einem Mann niemals "kleinmachen" lassen oder vorführen.
Liebst du ihn? Wenn ja, dann redet oder macht eine Paartherapie damit du nicht in 10Jahren Amok läufst...
Wenn nicht, dann geh!

LG Nana