Wie in diesem Fall reagieren?

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Beitrag von sharizah 29.10.10 - 13:24 Uhr

Hallo

Dass man Babys nicht schreien lässt, das weiß man ja mittlerweile heutzutage.
Aber gestern stand ich wirklich ratlos vor folgender Situation:

Kieran (6,5 Monate) spielt seelenruhig mit einem Spielzeug. Dann fällt ihm das Spielzeug aus der Hand, neben ihn. Es war in Griffreichweite und er kann sehr wohl selbst nach dem Spielzeug greifen, hat das ja auch schon öfter getan. Da ich gelesen habe, dass man ab einem gewissen Alter des Babys nicht immer sofort aufspringen sollte, sondern das Baby auch mal selbstständig nach dem Spielzeug greifen lassen soll, bin ich sitzen geblieben und hab geschaut, was passiert.
Aber Kieran machte gar keine Anstalten, sich das Spielzeug zu nehmen, stattdessen fing er an zu brüllen.

Es war aber kein Brüllen, als ob er traurig ist... keine Tränchen, kein Weinen. Es war ein richtig zorniges, wütendes, hysterisches, krächzendes Kreischen. Ganz furchtbar. Richtig jähzornig.

Das geht so lange, bis man ihm sein Spielzeug wieder in die Hand drückt. Er kann es aber selbst nehmen, das weiß ich.

Was würdet ihr in der Situation machen? Seine Wutausbrüche unterstützen, ihm das Spielzeug geben, obwohl er es selbst nehmen kann, damit er beruhigt ist? Oder ihn einfach zornig sein lassen, damit er lernt, dass Mama nicht jedes Mal aufspringt und ihm sein Spielzeug wieder in die Hand drückt, was man ja als Schreien lassen interpretieren könnte?

Ich will noch einmal betonen: Wenn mein Sohn wirklich weint, dann stellt sich gar nicht erst die Frage, ob ich ihn beruhige, dann tu ich das natürlich. Aber in dem Fall war es so ein dermaßen zornerfülltes Gekrähe, dass mir ganz anders wurde. Und ich war zum 1. Mal wirklich ratlos...

Beitrag von babsi1972 29.10.10 - 13:37 Uhr

Ich kenne das von meiner Kleinen. Sie ist manchmal richtig zornig und beginnt zu brüllen. Ich sage dann ganz klar zu ihr, dass sie aufhören soll zum Spinnen. Und das funktioniert eigentlich immer.
lg und Alles Gute
Babsi

Beitrag von sharizah 29.10.10 - 13:38 Uhr

Naja, das kapiert mein Sohn mit 6,5 Monate eben noch nicht, wenn man das zu ihm sagt =D

Beitrag von babsi1972 29.10.10 - 13:40 Uhr

ISt mir schon klar, aber ich habe es ihr wenn sie so richtig zornig war gesagt und ihr das Teil aber trotzdem gegeben. Mittlerweile mit 10 Monaten funktioniert es ;-)

Beitrag von koerci 29.10.10 - 13:52 Uhr

Ich würde es ihm geben und ihn beruhigen.
Ein Kind mit 6,5 Monaten kann seine Reaktionen und Gefühle noch nicht kontrollieren. Er macht es ja nicht mit Absicht, von wegen "Ääätsch Mama, ich hab jetzt keine Lust es mir selbst zu nehmen"

Lg
koerCi

Beitrag von schnuppelag 29.10.10 - 13:53 Uhr

Solche jähzornigen "Anfälle" hat unser Kleiner (7 Monate) auch ab und zu :-D Ich bin dann allerdings nicht aufgesprungen, sondern hab probiert, gute Laune zu verbreiten. Es gibt bestimmte Worte und Tonfälle und mit dem Mund gemachte Geräusche, auf die reagiert er meist mit Lachen (wenn nicht beim ersten Mal, dann beim zweiten)... das funktioniert eigentlich immer und sein kleiner Ausbruch hat sich gebändigt und er greift wieder selber nach seinem Spielzeug (sofern er nicht doch urplötzlich das Interesse daran verloren hat *g*)

Beitrag von sharizah 29.10.10 - 13:56 Uhr

Das ist ne super Idee, das versuch ich auch mal.
Denn einerseits will ich ja seine Zornesausbrüche nicht unbedingt unterstützen, ihn aber auch nicht in dem Zustand lassen.
Danke!

Beitrag von tanzlokale 29.10.10 - 14:01 Uhr

Nachdem ich einmal mein blaues Wunder erlebt hatte (ich ließ meine Tochter auch zürnen ohne einzugreifen, ähnlich wie du es schreibst), denke ich etwas anders darüber. Denn bei uns ist es schlimm nach hinten losgegangen... sie hat sich furchtbar reingesteigert und überhaupt nicht mehr aufgehört.

Dass du erstmal ratlos warst, kann ich gut verstehen, ging mir genauso! Bei nem Spaziergang habe ich dann mal etwas sinniert ;-) Und das ist dabei herausgekommen:
Ich denke, alle Gefühle teilt man mit seinem Baby. Warum nicht auch Wut? Wut ist auch bloß eine Emotion, wie Freude oder Trauer. Ich denke, man kann sein Baby ruhig darin unterstützen, dieses Gefühl kennenzulernen und auch damit umgehen zu lernen. Ich sehe keinen Grund, ein Baby mit diesem Gefühl alleinzulassen. Denn es kann dies ja erstmal genauso wenig einordnen wie alle anderen Gefühle auch. DAS muss ein Kind lernen, nicht dass es mit etwas allein gelassen wird.

Und praktisch löse ich es so: ich gehe dann hin zu meinem Kind, nehme es in den Arm und tröste es. Ich renne NICHT hin und gebe ihr bspw das Spielzeug, sondern beruhige sie und wenn alles wieder gut ist, nimmt sie es sich selbst.

Für uns scheint uns das die richtige Lösung zu sein und wir haben auch keine Angst, dass uns unser Kind bald tyrannisiert ;-) Aber wir haben die Hoffnung, dass sie mit ihrer Wut eines Tages gut umzugehen weiß.

Schöne Grüße!

Beitrag von sharizah 29.10.10 - 14:40 Uhr

Danke, schön geschrieben.

Ich denke eben, dass, ihm einfach das Spielzeug zurückzugeben, vielleicht der falsche Weg ist. Aber ich wollte ihn auch nicht einfach brüllen lassen.

Deinen Vorschlag finde ich schön.