Wo beginnt Zweisamkeit?

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von luna7 30.10.10 - 11:40 Uhr

Hallo an Euch, ich möchte unbedingt eine Frage loswerden, die mich sehr beschäftigt und sie ist leider etwas lang. Mein Partner und ich sind vor ein paar Monaten zusammengezogen, also in seine Heimatstadt. Einige Jahre Fernbeziehung gingen voraus.
Sein Job stresst ihn sehr und daß er oft desh. sehr müde ist, verstehe ich...
Ich wünschte mir, mit ihm über das, was mich beschäftigt reden zu können, aber das endet immer in einem Monolog meinerseits und er meint ich mache aus allem nur ein Drama. Wenn es eine Antwort gibt dann "hmm". Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin ganz bestimmt nicht zickig.
Inzwischen weiß ich auch, daß seine ganze Familie fast kommunikationslos miteinander auskommt.
Als ich diesen Zustand vor vielen Monaten nicht aushielt und die Beziehung beendete, fing er an zu kämpfen und auf einmal nahm er mich ernst. Wir wollten von vorn anfangen und alles besser machen.
Seine pedantische Ordungsliebe steht ihm an 1.Stelle und ich habe immer das Gefühl nur meine Pflicht erfüllen zu müssen.
Wenn mal frei ist, dann ist ihm Entspannung vor dem Fernseher weit wichtiger, als ein romantischer Abend zu Zweit, so die Kinder uns Zeit lassen.
Da ich nach der Elternzeit keine KV mehr habe muß ich mich ja neu versichern oder familienversichert sein, dazu müßten wir heiraten. Er meint in seinem Job keinerlei Zeitpunkt dafür zu finden und sich nicht auf einen Tag festlegen zu können, aber wie soll das gehen? Wenn ich das bemängel sagt er nur das wir ja schließlich das Geld brauchen.
Ich stelle mir jetzt ständig die Frage, ob ich zu viel will und das es vielleicht in den meisten Familien so ist, daß der Alltag keine Zeit für Zweisamkeit mehr läßt.

Danke daß ihr Euch Zeit genommen habt das zu lesen und wenn ihr eine Meinung dazu für mich hättet, wäre ich sehr dankbar. lg#gruebel

Beitrag von rosenrot1974 30.10.10 - 12:09 Uhr

Nu jaaaa...

So wirklich berauschend sieht die Zweisamkeit bei uns auch nicht aus! Wir haben eine sechs Monate alte Tochter, die zusammen mit Haushalt und kochen einige meiner Energiereserven verbraucht. Mein Freund arbeitet und ist min 10 Std aus dem Haus (selbständig).

Wenn er kommt essen wir zusammen und kurz und knapp wird der Tag besprochen. Dann geht es vor den Fernseher und wir schlafen BEIDE dabei ein. Je nachdem wie sein Tag war kann es sein, dass er vorher eher launisch auf alles von mir reagiert... Sage ich ihm das, wird er gleich weichgespülter.

Am WE geht er regelmässig (alle zwei bis drei Wochen) feiern. Manchmal sehen wir uns dann am WE gar nicht oder erst Sonntag nachmittag/abend.

Dass er jedoch auf meine Beschwerden reagiert (allerdings halte ich mich mit diesen auch zurück und äussere sie nur, wenn er wieder äusserst schlecht drauf ist) zeigt mir, dass ihm nicht alles egal ist. Und das reicht mir vorerst. Echte Nähe zwischen Mann und Frau erlebe ich mit ihm nur beim Sex. Auch wenn wir uns für diesen seit der Geburt unserer Tochter längst nicht mehr so viel Zeit nehmen (oder haben) wie früher erzeugt das nach wir vor ein Gefühl von Nähe.

Mehr ist im Moment nicht drin. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass sich das alles wieder regelt. Wir sind im ersten Lebensjahr unserer Tochter. Da rückt die Beziehung erst Mal etwas in den Hintergrund. Ehrlich gesagt habe ich mir das vorher sogar noch schlimmer vorgestellt. So bin ich noch angenehm überrascht und daher auch zufrieden.

Rosenrot

Beitrag von gh1954 30.10.10 - 12:40 Uhr

>>>Wenn mal frei ist, dann ist ihm Entspannung vor dem Fernseher weit wichtiger, als ein romantischer Abend zu Zweit,<<<

Was verstehst du unter einem romantischen Abend zu Zweit?

Beitrag von asimbonanga 30.10.10 - 13:50 Uhr

Hallo,
so ganz werde ich aus deinem Thread nicht schlau.Er meint keinen Tag fürs heiraten frei zu haben?
Ich kann nicht beurteilen ob du zuviel willst-viele Angelegenheiten bespricht man besser mit Freunden.
Zweifelsfrei ist der Alltag bei euch eingekehrt-völlig normal, solange es Highlights und Sternstunden gibt , ab und an.
"Romantische Abende zu zweit" zu inszenieren geht oft schief-Zeit füreinander frei zu schaufeln ist schon wichtig.Wie oft dies sein könnte und wie sich der Abend für beide angenehm gestaltet, das muss man sehen.Mit kleinen Kindern kann dies eventuell nur alle paar Wochen klappen.
Vielleicht versucht ihr regelmäßig in die Sauna , Essen zu gehen o.ä.Eigentlich schaffen Unternehmungen jeder Art, Nähe.Vielleicht kannst du hierzu Vorschläge machen?

L.G.

Beitrag von stormkite 30.10.10 - 17:42 Uhr

Luna,

du möchtest heiraten.

Warum willst du ihn Heiaten, wenn du dich in deiner Beziehung zum jetztigen Zeitpunkt schon nicht zu 100% wohl fühlst?

Es wird ja wohl nicht nur versicherungstechnischen Gründen sein, oder doch?

Möchte dein Partner dich überhaupt heiraten? Habt ihr das miteinander besprochen, und ist es ihm wichtig? Oder hat er eine halbherzige Zustimmung abgegeben, und versucht jetzt, sich um die Ausführung rumzudrücken, damit er nicht Tacheles reden muss, und dir sagen das er keine Lust hat dich zu heiraten, schon gar nicht damit du krankenversichert bist?


Sorry, aber das man keinen Tag findet um den Menschen zu Heiraten den man liebt und Heiraten möchte ist absolut undenkbar. Von daher liegt der Verdacht sehr nahe, das Er NICHT heiraten will.

Versteh mich richtig: Ich bin nicht der Ansicht das man unbedingt Heiraten muss. Aber wenn einem der Partner einen Heiratsantrag macht, sollte man sich bei dem Gedanken an eine Hochzeit nicht in Panik ausbrechen, sondern sich von Herzen darüber freuen können, das der geliebte Partner sich eine so feste Bindung wünscht.

Dein Partner kann sich offenbar nicht drüber freuen - und du selber? Eigentlich auch nicht ... oder täuscht dein Text?

Irgendwie ist der Heiratsantrag eine Art Lackmustest wie es wirklich aussieht mit der Beziehung: Ob da ein echtes JA von beiden dahinter steht, oder doch nur ein "ach, ist doch ganz nett mit dem / der, lass mal laufen wie es läuft".

Liebe Grüße von Kite

(Die ihren Freund auch nicht heiraten will - und genau weiß, warum das so ist.)