Suche schlauen Kopf zum Thema Kündigung/Renovierung

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von dianaanni 30.10.10 - 21:44 Uhr

Hallo schlauer Kopf ;-)

wir haben unsere wohnung leider kündigen müssen,
da uns die miete zu hoch ist mittlerweile...

in unserem mietvertrag steht...

nach §15 ist die wohnung vollständig geräumt
und sauber zu übergeben.

wir haben die wohnung unrenoviert übernommen
mit zisch bohrlöchern in den wänden.
das eine zimmer war gelb und allgemein war die wohnung
sehr dreckig.

dennoch steht auch in dem mietvertrag
nch §8

Der Mieter ist verpflichtet, die Kosten für die während der Dauer des Mietverhältnisses anfallenden Schönheitsreparaturen zu übernehmen. Zu diesen Schönheitsreparaturen gehören insbesondere das Tapezieren und der Anstrich der Wände und Decken, das Lackieren der Heizkörper und der Innenanstrich der Türen und Fenster.

Die Schönheitsreparaturen sind bei tatsächlichem Renovierungsbedarf, gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses an, entsprechend dem folgenden Fristenplan vorzunehmen:

Küchen, Bäder und Duschen alle 3 Jahre;

Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten alle 5 Jahre;

alle anderen Räume und Lackanstriche alle 7 Jahre.

Endet das Mietverhältnis vor Ablauf von 5 Jahren und liegen die letzten Schönheitsreparaturen mehr als ein Jahr zurück, so hat der Mieter bei tatsächlichem Renovierungsbedarf nur die anteiligen Kosten für die nach dem Fristenplan durchzuführenden Schönheitsreparaturen zu tragen.

Der vom Mieter zu tragende Anteil ermittelt sich wie folgt:

Küchen, Bäder und Duschen: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 33 %, nach 2 Jahren = 66 % der anfallenden Kosten;

Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 20 %, nach 2 Jahren = 40 %, nach 3 Jahren = 60 %, nach 4 Jahren = 80 % der anfallenden Kosten;

sonstige Nebenräume innerhalb der Wohnung: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 14 %, nach 2 Jahren = 28 %, nach 3 Jahren = 42 %, nach 4 Jahren = 56 %, nach 5 Jahren = 70 %, nach 6 Jahren = 84 % der anfallenden Kosten.

Zur Ermittlung der Kosten holt zunächst der Vermieter einen Kostenvoranschlag eines Malerfachbetriebes ein. Hält der Mieter die Höhe der so ermittelten Kosten für zu hoch, so kann er innerhalb drei Wochen nach Zugang des Vermietervorschlages seinerseits einen Kostenvoranschlag eines Malerfachbetriebes vorlegen. Dieser ist dann der Berechnung der vom Mieter anteilig zu tragenden Kosten zugrunde zu legen.

Das Recht des Mieters, statt der Kostenbeteiligung die Schönheitsreparaturen selbst vollständig und fachgerecht zu erbringen bzw. erbringen zu lassen, bleibt von den vorstehenden Regelungen unberührt.
Dies gilt jedoch nicht, wenn die Schönheitsreparaturen durch vom Vermieter beabsichtigte Umbauarbeiten zerstört würden. In diesem Fall schuldet der Mieter den Betrag, den er für die Durchführung der Schönheitsreparaturen aufzuwenden gehabt hätte.

wir wohnen bei auszug knapp 2 jahre in der wohnung...

was kommt da jetzt auf mich zu ?

was sind meine rechten und pflichten??

DANKE #winke

Beitrag von fensterputzer 31.10.10 - 11:12 Uhr

nch §8

Der Mieter ist verpflichtet, die Kosten für die während der Dauer des Mietverhältnisses anfallenden Schönheitsreparaturen zu übernehmen. Zu diesen Schönheitsreparaturen gehören insbesondere das Tapezieren und der Anstrich der Wände und Decken, das Lackieren der Heizkörper und der Innenanstrich der Türen und Fenster.

Die Schönheitsreparaturen sind bei tatsächlichem Renovierungsbedarf, gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses an, entsprechend dem folgenden Fristenplan vorzunehmen:

Küchen, Bäder und Duschen alle 3 Jahre;

Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten alle 5 Jahre;

alle anderen Räume und Lackanstriche alle 7 Jahre.

Endet das Mietverhältnis vor Ablauf von 5 Jahren und liegen die letzten Schönheitsreparaturen mehr als ein Jahr zurück, so hat der Mieter bei tatsächlichem Renovierungsbedarf nur die anteiligen Kosten für die nach dem Fristenplan durchzuführenden Schönheitsreparaturen zu tragen.

Der vom Mieter zu tragende Anteil ermittelt sich wie folgt:

Küchen, Bäder und Duschen: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 33 %, nach 2 Jahren = 66 % der anfallenden Kosten;

Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 20 %, nach 2 Jahren = 40 %, nach 3 Jahren = 60 %, nach 4 Jahren = 80 % der anfallenden Kosten;

sonstige Nebenräume innerhalb der Wohnung: nach 1 Jahr seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen = 14 %, nach 2 Jahren = 28 %, nach 3 Jahren = 42 %, nach 4 Jahren = 56 %, nach 5 Jahren = 70 %, nach 6 Jahren = 84 % der anfallenden Kosten.

Zur Ermittlung der Kosten holt zunächst der Vermieter einen Kostenvoranschlag eines Malerfachbetriebes ein. Hält der Mieter die Höhe der so ermittelten Kosten für zu hoch, so kann er innerhalb drei Wochen nach Zugang des Vermietervorschlages seinerseits einen Kostenvoranschlag eines Malerfachbetriebes vorlegen. Dieser ist dann der Berechnung der vom Mieter anteilig zu tragenden Kosten zugrunde zu legen.

Das Recht des Mieters, statt der Kostenbeteiligung die Schönheitsreparaturen selbst vollständig und fachgerecht zu erbringen bzw. erbringen zu lassen, bleibt von den vorstehenden Regelungen unberührt.
Dies gilt jedoch nicht, wenn die Schönheitsreparaturen durch vom Vermieter beabsichtigte Umbauarbeiten zerstört würden. In diesem Fall schuldet der Mieter den Betrag, den er für die Durchführung der Schönheitsreparaturen aufzuwenden gehabt hätte.

absolut endgeil!!!

Steht irgendwo noch das dein Mann die Schuhe des Vermieters regelmäßig putzen muß, du ihm wöchentlch einen bläst? Denn das wäre genauso ungültig wie der Schwachsinn in § 58

Alle Renovierungsfristen sind seit 2001 ungesetzlich und damit hinfällig

Was du tun mußt: Besenrein übergeben, Schlüssel dem Vermieter geben und tschüß

Beitrag von nobility 31.10.10 - 12:47 Uhr

Klarstellung:

In meinem Beitrag ist kein Wort von „alle“ sondern einzig von „starren“ Fristen die Rede. Insofern völlig korrekt. Im übrigen habe ich auf einen Link hingewiesen in welchem diesbezügliche BGH Urteile nachzulesen sind.

Noch einmal unmissverständlich zur Klarstellung; Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Abgeltungsklauseln in Wohnraum-Mietverträgen, die sich an Prozentsätzen und starren Fristen ausrichten, verworfen. Sie würden Mieter unangemessen benachteiligen.

Im übrigen ist dies hier ein öffentliches Meinungsforum, also ein Rechtsfreier Raum. Es steht jedem frei, Fragen zu stellen oder es zu lassen. Wer ausdrücklich auf Laienmeinungen und deren Fragwürdigkeit verweist, kann nicht gleichzeitig Rechtsratschläge bzw. Rechtshinweise erteilen.

Beitrag von nobility 31.10.10 - 12:01 Uhr

Hallo dianaanni,

ja hier gibt es nur schlaue Köpfe, was denkst du denn?

Grundsätzlich kann man sagen, alles was Vertraglich nicht geltendem Recht also Gesetz entspricht ist unwirksam.

Es gibt aber Vermieter, die sind so gierig dass sie auch vor Gesetzlich überholten Regelungen keinen Halt machen wenn es ihnen Vorteile verspricht. Und sie nutzen Unwissenheit von Mietern erbarmungslos aus.

Wenn du sagst, ihr habt die Wohnung unrenoviert übernommen, so ist es immer vorteilhaft dies bei Wohnungsübernahme für den Vermieter und sich selbst zu protokollieren und vielleicht ein paar Fotos zu machen. Und seien es die kleinsten Kleinigkeiten, sie müssen schriftlich festgehalten werden. Tut dies der Mieter nicht weil er es vielleicht nicht für so wichtig hält oder meint, na ja, dass sei ja alles klar zwischen ihm und dem Vermieter der irrt. Denn spätestens bei Auszug und Wohnungsrückgabe kann dies dem Mieter auf den Fuß fallen. Denn ganu an diesem Punkt werden Vermieter mitunter erfinderisch und suchen das Haar in der Suppe um sich beispielsweise an der Kaution reichlich zu bedienen oder sich auf Kosten des Mieters die Wohnung nachträglich vergolden zu lassen.

Der BGH hat das Mietrecht in einigen Punkten erneuert. So wurde z.B. das starre Fristensystem für Renovierungsauflagen abgeschafft. In manchen Mietverträgen finden sich noch Formulierungen wie "die Wohnung ist in vertragsgemäßem Zustand", "in ursprünglichem Zustand", "im Zustand wie übernommen", "besenrein" oder "bezugsfertig" zurückzugeben. Alle diese Begriffe sagen nur eines aus: Der Mieter muss die Wohnung nicht renovieren, muss sie jedoch vollständig geräumt, sauber, also gewischt und gefegt, zurückgeben. Mehr nicht.

Hier habe ich einen sehr wichtigen Link für dich;

http://www.lichtenberg-rechtsanwalt.de/Urteile/Mietrecht/Fristenregelung.html

Du sagst, du wohnst 2 Jahre in der Wohnung. Das ist ein sehr kurzes Mietverhältnis. Wer nach 2 Jahren auszieht, muss gar nicht renovieren.

Laß dich von deinem Vermieter nicht unter Druck setzen. Nimm deine Rechte/Mietrecht wahr. Achte auf die Wohnungsrückgabe. Schließe das nachschieben nachträglicher Mängelforderungen des Vermieters aus. Verweise im Protokoll auf den unrenovierten Zustand der Wohnung bei Übernahme hin.

Viel Glück!
Nobility

Beitrag von bi_di 31.10.10 - 12:07 Uhr

Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber halte ich diese Regelung für einigermassen statthaft.

Es wurden keineswegs ALLE Fristenregelungen gekippt, sondern die starren Fristenregelung, bzw. Fristenregelung + Pflicht zur Endrenovierung.

Davon kann aber bei Deinem Mitvertrag NICHT ausgegangen werden.
>>...so hat der Mieter bei tatsächlichem Renovierungsbedarf...<<
Damit ist die Fristenregelung nicht mehr starr.

An Eurer Stelle würde ich fix jemand aufsuchen, der sich damit auskennt (Mieterschutzbund, Anwalt für Mietrecht) und mich nicht auf Laienmeinungen in einem Forum verlassen.

Grüsse
BiDi

Beitrag von nobility 31.10.10 - 12:49 Uhr

Klarstellung:

In meinem Beitrag ist kein Wort von „alle“ sondern einzig von „starren“ Fristen die Rede. Insofern völlig korrekt. Im übrigen habe ich auf einen Link hingewiesen in welchem diesbezügliche BGH Urteile nachzulesen sind.

Noch einmal unmissverständlich zur Klarstellung; Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Abgeltungsklauseln in Wohnraum-Mietverträgen, die sich an Prozentsätzen und starren Fristen ausrichten, verworfen. Sie würden Mieter unangemessen benachteiligen.

Im übrigen ist dies hier ein öffentliches Meinungsforum, also ein Rechtsfreier Raum. Es steht jedem frei, Fragen zu stellen oder es zu lassen. Wer ausdrücklich auf Laienmeinungen und deren Fragwürdigkeit verweist, kann nicht gleichzeitig Rechtsratschläge bzw. Rechtshinweise erteilen.

Beitrag von dianaanni 31.10.10 - 12:55 Uhr

nach §15 ist die wohnung vollständig geräumt
und sauber zu übergeben...

ich mach nix...

ich habe sie ebenso unrenoviert übernommen und da wurde
in der wohnung schon bestimmt 10 jahre nix mehr gemacht.
wir haben farbe auf die wände geklatscht aber die tapeten sind schon
echt fertig. haben kaum noch struktur.

naja haben ja rechtschutz :-)

Beitrag von nobility 31.10.10 - 13:26 Uhr

Dann is ja mal gut.

Wer Rechtsschutz hat ist klar im Vorteil. Vorausgesetzt er bekommt von seiner Versicherung Prozesshilfe.

Beitrag von munre 01.11.10 - 09:35 Uhr

Huhu,

du musst nicht renovieren denn die Fristen sind starr und es wurde festgelegt das keine starren Fristen gelten denn wenn z.b. drin steht Küche aller 2 Jahre und du kochst nie in deiner Küche warum sollst du denn dann malern so hat es auch das Gericht bestätigt.

Du übergibst die Wohnung gekehrt.

lg