Migräne mit Aura

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Beitrag von ss120875 31.10.10 - 12:43 Uhr

Hallo,

heute vor einer Woche wurde ich aufgrund folgender Symptome ins Krankenhaus eingeliefert: Verlust der Sprache, Wortfindungsprobleme und Lähmungserscheinungen.

Erst wurde ein Schlagafall vermutet, da die Anzeichen darauf schließen liesen. Ein 5 Tage langer Untersuchungsmarathon hat dann ergeben, dass es eine Migräne mit Aura gewesen sein muss.

Im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass wenn ich das öfter habe ich eine Migräneprophylaxe machen soll.

Jetzt will ich aber nie wieder in diese Situation kommen und wollte mal fragen, ob mir jemand eine Tipp geben kann, wie man sowas vorab verhindern kann.

Auch möchte ich etwas aufklären, denn von einer Migräne mit Aura habe ich noch nie was gehört und vielleicht bleibt es einigen im Gedächtnis, sollte es -ich wünsche es niemandem- auch jemanden treffen.

Silke

Beitrag von rmwib 31.10.10 - 13:31 Uhr

*meld*

Ja das kenn ich. Ich leide unter derartigen Anfällen seit ich 11 bin.

Ich hab mal eine Weile so Pestwurzkapseln genommen, das hat aber nicht wirklich geholfen.

Im Moment ernähre ich mich sehr kohlenhydratarm, seitdem hatte ich (toi,toi,toi) keine Attacke mehr. Das sind schon fast 3 Monate, die ich das ganz konsequent durchhalte. Und sonst hatte ich ca. 2 Anfälle pro Monat. Ich hab zwar immernoch Kopfschmerzen ab und an aber ich hatte die letzten 3 Monate kein einziges Mal eine Sehstörung oder Sprachausfälle und ich lag sonst immer flach.

Am Besten ist, Du sprichst mal mit Deinem Hausarzt und lässt Dich zu einem auf dem Gebiet erfahrenen Neurologen überweisen. Da kann man eigentlich recht viel präventiv machen. Du könntest auch Akkupunktur, Yoga, Reiki und Homöopathie ausprobieren. Das hatte ich allerdings alles schon durch und nichts davon hat MIR geholfen.

Beitrag von cwallace 31.10.10 - 17:07 Uhr

Hallo Silke!!!

Ich bin entsetzt davon zu lesen, dass Migräne derartige ausmaße annehmen kann. Ich ärgere mich auch immer über Menschen, die sagen, dass sie Migräne habe und eigentlich "nur" über Kopfschmerzen reden!

Ich habe auch Migräne mit Aura seit meiner Pubertät. Das heisst als Erste bekomme ich IMMER Sehstörungen (das soll glaub ich die Aura sein)-diese Sehstörungen sind in etwa damit zu vergleichen, als wenn Du in nen Blitz schaust und danach nicht mehr richtig aus dem Augen gucken kannst. Dann wird bei mir auch irgendwas Taub, gerne Gliedmaßen oder auch mal die Hälfe meines Gesichtsfeldes. Im Anschluss wird mir schlecht und nachdem ich mich übergeben habe, bekomme ich hammermäßige einseitige Kofpschmerzen, die sich übers Auge ziehen.

Meisstens bekomme ich diese Schübe während meiner Periode, was also heisst, dass die Migräne bei mir Hormonell bedingt ist, wenn der Östrogenspiegel im Blut fällt. Das kann man wohl ganz gut mit Hormonpflastern regeln... aber soweit bin ich noch nicht!

viele liebe Grüße

#winke

Beitrag von ein-ein-halb 01.11.10 - 10:02 Uhr

Genau so ist es bei mir auch!
Vor der SS hatte ich Zäpfchen die ganz gut halfen (gibt es aber in D nicht mehr) da ich aber noch stille und außer Ibu oder PCM ja nichts in Frage kommt und das eh nicht hilft, lege ich mich dann meistens hin (wenn mein Mann da ist) und hoffe dass es bald vorbei ist. In der SS hatte ich es mal 3 Tage lang, das war grauenhaft!!

Beitrag von miriamama 01.11.10 - 10:11 Uhr

Migräne ist doch immer 3 Tage lang?! Einen Tag kommt es, einen Tag ist es da und einen geht es... so ist es bei mir immer... mein Doc meinte, dass das ziemlich typisch sei für Migräne...

Beitrag von rmwib 01.11.10 - 14:12 Uhr

Ist es nicht, auch wenn es oft vorkommt.

Beitrag von miriamama 01.11.10 - 16:11 Uhr

Aha.. wieder was dazu gelernt... ;-)

Beitrag von ein-ein-halb 01.11.10 - 17:15 Uhr

Also normalerweise hab ich es einen Tag wirklich schlimm und am nächsten merke ich es noch aber es ist deutlich besser.
Aber da hatte ich wirklich 3 Tage furchtbare Schmerzen...

Beitrag von cwallace 01.11.10 - 13:59 Uhr

So gestern von gesprochen und heute Nacht bekommen... :-( Nicht schön!!!

ABER ich hab das"Glück" das ich am nächsten Tag nur noch Kopfschmrzen habe... bzw. "Leichte", wenn ich niese, huste oder mich bücken muss dann schepperts noch in den Kopf rein. Das ist echt nicht schön, aber bei mir kommt das jetzt von dem Progesteron, was ich während der künstlichen Befruchtung nehmen musste... da hab ich immer noch zwei Wochen danach verstärkt Migräne :-(

Beitrag von ippilala 31.10.10 - 18:54 Uhr

Ich trinke keinen Rotwein, esse keine Süßstoffe. Richtiger Zucker schmeckt eh viel besser ;).
Und sonst versuche ich weiter herauszufinden, was noch alles zum Anfall führt. Scheint teilweise auch hormonell zu sein UND blutdruckabhängig. Ich habe sehr niedrigen Blutdruck, solange das so bleibt, habe ich sehr selten Migräne. Ist mein Blutdruck normal bekomme ich öfter Migräne. Aber dagegen kann ich leider nichts tun :(

Habe auch eine schöne Aura mit Sprachstörungen, heftigen Sehstörungen und Gesichstfeldausfällen, Muskelzuckungen und Taubheitsgefühlen/Kribbeln. Als Kind habe ich auch immer noch gekotzt, das ist zum Glück vorbei.

Beitrag von nyiri 01.11.10 - 07:11 Uhr

Ich leide seit einigen Jahren an der etwas weniger verbreiteten Form der Migräne mit Aura jedoch OHNE Kopfschmerzen. Gott sei Dank, muss ich sagen, denn Migräneanfälle hatte ich zwar einige Male, aber zum Glück nicht oft. Was die Aura angeht, geht das bei mir soweit, dass ich dann so stark eingeschränkt bin, dass ich weder Autofahren noch umherlaufen kann, da ich dann noch maximal 10-20% Sichtfeld habe. Auch wenn das alles ohne den hämmernden Kopfschmerz einher geht, "nervt" es doch gewaltig, da man zur Untätigkeit verdonnert ist und das für ca. eine Stunde.

Dennoch bin ich wirklich froh, dass mir die Kopfschmerzen erspart bleiben, wenn ich die Erfahrungsberichte von Migränepatienten lese/höre.

Beitrag von nudelkatze 01.11.10 - 07:56 Uhr

Hallo Silke.

Ich habe schon seid der Pupertät Migräne mit Aura.
Bevor die Sehstörungen ("Blitze") losgehen taucht vorher immer ein graues Feld auf, sprich wenn ich z.B. mit meinem Mann rede, sehe ich sein Gesicht nicht mehr. Da hole ich mir dann gleich eine Schmerz-Tablette, später hilft sie mir idR nicht mehr. Kurz darauf fangen dann auch die Kopfschmerzen an und es dauert nur wenige Minuten, bis ich gar nix mehr erkenne. Früher war es krass, da ging es so schnell, dass ich beim Autofahren rechts ran fahren musste. Im letzten Jahr habe ich (aus anderen gesundheitlichen Gründen) meine Ernährung umgestellt, seid dem ist es viel weniger geworden (früher mehrmals im Monat, jetzt vielleicht 1 x alle 2 Monate).

LG, die Nudelkatze

Beitrag von miriamama 01.11.10 - 09:16 Uhr

HI!!

Leider leide auch ich unter starker Migräne mit Aura und, ja.... auch ich ärgere mich immer über Leute, die meinen sie hätten Migräne...

Der erste Mal war es so richtig schlimm in der SS. Meine komplette rechte Körperhälfte schlief ein und ich konnte nix mehr sehen.

Am Samstag bekam ich wieder einen Anfall. Viele Ärzte meinen, dass man sich in einen abgedunkelten Raum setzen soll und am besten nen kalten Waschlappen auf die Stirn usw.. aber leider macht das alles bei mir nur noch schlimmer. Mir hilft es am besten, wenn ich versuche mich abzulenken (wenn ich dann wieder was sehen kann).

Mal ein Beispiel: Samstag waren wir im Freizeitpark. gegen Abend konnte ich das ganze Geflackere und Karussell fahren wohl nicht mehr so ab und bekam anfangs normale Kopfschmerzen (eine Ärztin sagte mal zu mir, dass man 2 Para nehmen soll, wenn es losgeht, nicht wenn es schon total schlimm ist, sondern eben gleich wenn man es merkt, ich hatte aber nix dabei #aerger).

Dann würde mir übel, dann bekam ich Sehstörungen. Irgendwann (nach dem ich reichlich getrunken hab!!!) wurde es wieder besser. Ich konnte wieder sehen und die Übelkeit ließ auch nach. Dann fuhren wir nach Hause, 45 Min im Auto. Zu Hause angekommen, dachte ich, dass ich strebe. Mir dröhnte so extrem der Kopf, ich konnte NIX mehr sehen und bekam es mit dem Gleichgewicht zu tun. Himmel, ich konnte mir noch nicht mal mehr die Schuhe ausziehen....

Also mir bringt es nix, wenn ich mich hinlege oder alles ruhig ist. Ich gehe auch oftmals einfach ne ordentliche Runde mit dem Hund raus, wenn es etwas besser wird, dass hilft auch gut.

Übrigens ist meine Migräne wieder schlimmer seit dem ich mir die 3-Mon-Spritze hab geben lassen. Ich hätte jetzt wieder hingemusst, lass es aber bleiben.

LG! Miriam

Beitrag von ss120875 01.11.10 - 13:39 Uhr

Hallo,

ich drücke mich wahrscheinlich falsch aus, aber ich bin "froh", dass ich kein Einzelfall bin.

Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass -wenn ich noch einmal so einen "Anfall" habe- ruhig bleiben kann.

Ich bin total in Panik verfallen und hab gedacht, meine Kinder müssen jetzt ohne Mama aufwachsen. Ich hab gezittert, als wäre mir meine tote Mutter erschienen... Ich hatte richtig angst.

Wie könnt ihr das von einem Schlaganfall unterscheiden und ruhig bleiben und abwarten?

Silke

Beitrag von rmwib 01.11.10 - 14:11 Uhr

Ich kenn es ja schon seit Jahren, leide seit meinem 11. Lebensjahr darunter.
Ich hatte neulich auch Angst und war kurz davor einen Rettungswagen rufen zu lassen, weil NIX mehr ging-
Ich merk an der Sehstörung, was es ist, denn es fängt immer auf die selbe Weise an. Klein, an einem Punkt und zieht sich innerhalb von ein paar Minuten über 3/4 des Gesichtsfeldes. Bleibt ca. eine halbe Stunde bis zum Einsetzen der Kopfschmerzen, die dann mit motorischen Ausfällen kommen.
Hattest Du denn alles auf einmal?

Beitrag von ss120875 01.11.10 - 18:04 Uhr

Hallo,

ich hatte es mir nach einem völlig normalen Tag auf der Couch gemütlich gemacht und mich auf Harry Potter und der Orden... gefreut. Ich hab mich dann mit meinem Mann unterhalten und plötzlich habe ich gestottert und mir sind die Worte entfallen um meinen Satz sinnvoll zu vollenden. Z.B. ist mir Hartz IV, Balkontüre, frische Luft und Darmspiegelung nicht mehr eingefallen.

Nach ca. 3-4 Minuten wurden mir die ersten 4 Finger der rechten Hand taub, so als ob sie eingeschlafen bzw. nicht durchblutet wären. Dann wurde mir die Zunge und der Innenraum des Mundes taub und ich hatte Panik, dass es runter zu den Atemorganen wandert.

Als ich beim ärztlichen Notdienst nachgefragt hab, wurde mir geraten, nen Krankenwagten rufen zu lassen, da es ein Schlaganfall gewesen sein könnte.

Alles in allem hat es keine 10 Minuten gedauert. Danach war alles wieder okay. Kein Kopfweh nichts.

Beitrag von ippilala 01.11.10 - 14:12 Uhr

Migräneanfälle laufen meist ähnlich ab. Falls es also starke Unterschiede zu den Anfällen davor gab, sollte man vielleicht zum Arzt gehen.

Wenn ein Schlaganfall die gleichen Symptome, wie ein Migräneanfall hervorruft, hat man pech gehabt. Dann merkt man es nicht, zumindest nicht sofort, erst wenn die Probleme nicht nachlassen.

Man könnte versuchen alle Dinge zu unterlassen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen einen Schlaganfall zu bekommen (Rauchen, Trinken, Übergewicht, östrogenhaltige Verhütungsmittel...) Also einfach gesund und natürlich leben.

Wenn du selten Migräne hast, dann könntest du auch einfach jedes Mal zu Arzt gehen.

Wenn du es öfter hast, dann bleibt dir eigentlich keine andere Möglichkeit, als dich daran zu gewöhnen und abzuwarten. MIt der Zeit kommt dann auch die Ruhe. Es wäre (mir) viel zu anstrengend bei jedem Anfall Panik und Angst zu haben, da würde ich mich noch elendiger fühlen. Du wirst dir schon irgendwann über deine Hilflosigkeit klar werden und dann bleibt nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren.


Aber vielleicht war das bei dir nur eine einmalige Sache.

Beitrag von miriamama 01.11.10 - 14:55 Uhr

Ich hab Migräne seit meiner Pubertät und ich glaube im Laufe der Jahre ist es deutlich schlimmer geworden. Vorher hatte ich nur Migräne mit Übelkeit, Migräne mit Gleichgewichtsproblemen usw. Die Aura kam erst ein paar Jahre später hinzu. Ich hab zb auch nicht immer starke Migräne mit Aura. Mal auch nur einfache Kopfschmerzen oder vllt mit Übelkeit oder so. Also nicht immer das volle Programm!

Und ich glaube, dass wenn man jung anfängt Migröne zu bekommen, man damit ganz anders umgeht. Es ist einem gar nicht so bewusst, dass es auch etwas viel ernsteres sein könnte. Man ist einfach noch total naiv und irgendwann ist es auch einfach die Gewohnheit. Momentan leide ich relativ häufig unter Migräne (was wohl wie schon geschreiben mit der Spritze zusammen hängt) und so langsam wird es echt normal, jedes Mal total auszusetzen. Mein Mann wundert sich schon garnicht mehr, wenn ich Totalausfälle hab.

Für dich war es jetzt halt etwas extremes Neues, glaub mir, wenn du so alle 2 Monate immer das Gleiche durchstehen musst, gewöhnste dich dran.

Was jetzt aber nicht bedeutet, dass man es besser ertragen kann.. ;-)

LG! Miriam

Beitrag von lakeisha24301 01.11.10 - 23:34 Uhr

Hallo!


Ich schließe mich den anderen mal an. Ich hab das auch. Aber erst seit ca 4 Jahren. Keine Ahnung wieso und ich hasse es.

Verhindern kann man das leider nicht .. zumindest ich nicht. Ich hab keine Ahnung wie die Abstände grad sind. Hab aufgehört es mir zu notieren. Als ich schwanger war vor 2 Jahren hatte ich es öfter. In letzter Zeit bzw in diesem Jahr isses ok. Hatte es das letzte mal vor 4 Wochen und hoffe es bleibt noch ein wenig weg.

Ich hab schon ettliche Tabletten durch und mir hilft leider nix. Das einzigste was ich mache , wenns geht und mein Mann da ist, mich sofort ins dunkle Schlafzimmer legen und schlafen. Wenn ich diese Sehstörungen hab wird mir noch schwindelig und ich bin zu nix mehr zu grbauchen. Das dauert dann ca ne std und wenn ich dann aufwache is mir schlecht. Entweder übergeb ich mich dann oder es kommt nix aber ich würge eben.... Und dann fangen auch die Kopfschmerzen an, bei denen ich jedes mal denke ich sterbe gleich.

Das ist sowas von ätzend. Wenn cih den Mist tauschen könnte würd ich es machen. Ich bin sooooo froh das mir das noch nie passiert ist wenn ich Auto gefahren bin oder eben unterwegs war, vorallem mit den Kindern. Ich wäre innerhalb 10 minuten total hilflos und könnte mich nicht mehr um sie kümmern, geschweige Auto fahren....


LG Anna

Beitrag von tanita08 08.11.10 - 14:19 Uhr

Hallo Silke!

Meinen ersten Anfall dieser Art erlitt ich mit 17 (bin heute 31 Jahre alt) - in der Notaufnahme war es dann auch der Verdacht auf einen Schlaganfall. welcher sich glücklicherweise nicht bestätigt hat. Die Diagnose lautete nach einigen EEG's und CT Migraine accompagnée (komplizierte Migräne).

In den Jahren habe ich gelernt, schnellstmöglich auf meine Aura (Taubheit der Hände, Kribbeln im Gesichtsbereich - insbesondere Mund/Zunge, Tunnelblick) zu reagieren: ich flitze nach Hause, nehme Ibuprofen und "schlafe sie einfach aus".

Die letzten drei Jahre komme ich auf 3-5 Anfälle jährlich, dafür kenne ich keinen Alltags-Kopfschmerz, unter welchem andere leiden.
Ich weiss, dass mich meine Migräne ereilt, wenn ich mir und meinem Körper einfach zuviel zumute, d.h. viel Stress (insb. im Job), wenig Schlaf und zuviel Fleisch und Süßkram.

Ich kann mich an meine Panik damals erinnern, wie ich vor meinen Eltern stand und mich nicht artikulieren konnte. Du wirst lernen können, mit der Situation richtig umzugehen, die ersten Anzeichen zu erkennen und direkt zu handeln :-D

Alles Gute,
Tanja #winke

Beitrag von ss120875 08.11.10 - 15:38 Uhr

Hallo Tanja,

danke für deine Antwort.

Ich hatte zwar auch keine Kopfschmerzen, aber schon bei den kleinsten Anzeichen eines Kopfschmerzes habe ich die totale Panik, dass es wieder so enden könnte.

Alle Symptome folgten zwar recht schnell aufeinander (insgesamt ca. 10 Min.), aber mir gingen furchtbare Dinge durch den Kopf. Was ist, wenn ich nicht mehr so nach Hause komme wie ich es verlassen habe oder was machen meine 2 kleinen Kinder ohne mich, das Haus ist nicht behindertengerecht gebaut etc. Lauter solches Zeug.

Ich hab furchtbare angst vor einem nächsten "Schub".

LG
Silke

Beitrag von babyglueck85 09.11.10 - 21:56 Uhr

Hallo Silke,

vorab ich hasse es auch wie die Pest. Hatte meinen ersten Anfall in der 1. Klasse. Seitdem bin ich in neurologischer Behandlung. Die Anfälle sind leider über die Jahre heftiger geworden. Als Kind musste ich mich einfach nur hinlegen und die Migräne "wegschlafen". Dann halfen einfache Schmerzmittel etc. Damals dauerte so ein Anfall auch nur wenige Stunden. Heute brauche ich starke Triptane und ein Anfall dauert mind. 72 Stunden. Es gab Jahre, da hatte ich nur 4 mal im Jahr einen Anfall und es gab Jahre da hatte ich jede Woche einen. Ich war aber auch komischer Weise 2 Jahre anfallsfrei. Vor zwei Jahren war es aber so schlimm, dass ich gar nichts mehr konnte. Bin von einem Anfall in den nächsten, hatte schon Angst um meinen Job. Akupunktur etc. hat alles nichts gebracht. Also habe ich mit einer medikamentösen Prophylaxe begonnen. Zunächst mit Flunarizin (Calciumkanalblocker), damit hatte ich zwar keine Kopfschmerzen mehr, aber die Aura kam regelmäßig. Danach bekam ich Topiramat, ein Antiepileptikum welches sich auf das Zentralnervensystem und somit auch auf die Migräne auswirkt. Mir hilft es, habe vor der Schwangerschaft abgesetzt und hatte die ganze Schwangerschaft über Anfälle. Diese waren aber Gott sei dank nicht so heftig und halbwegs auszuhalten. Hatte sogar am Tag der Geburt Migräne, hätte heulen können.
Ich gebe dir den Rat, suche einen guten Neurologen und lasse dich beraten. Es gibt noch mehr Möglichkeiten (Betablocker etc.). Ich kann dich verstehen, habe jetzt schon über die Hälfte meines Lebens Migräne und bekomme jedes mal aufs neue Angst und Wut.

Alles Liebe