Warum bauen und nicht kaufen?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von my.jessi 31.10.10 - 14:08 Uhr

Hallo zusammen,

ich hab mir über folgendes Gedanken gemacht: Die Bevölkerung wird immer älter, so auch in unserem Ort und den Nachbarorten. Die Leute haben ihre Häuser alle in den 50er bis 80er Jahren gebaut. Mittlerweile sind sie so alt, dass sie ins Altenheim gehen oder sterben. In unserem Ort (ca. 3500 Einwohner) stehen viele Häuser zum Verkauf. Gleichzeitig sind die letzten Jahre 3 Neubaugebiete erschlossen und bebaut worden, eins wird jetzt wohl nächstes Jahr erschlossen werden. Das heißt, der alte Ortskern steht bald leer und gleichzeitig wird immer mehr gebaut. Wieso??? Warum will jeder neu bauen? Warum will keiner in die alten Häuser? Klar muss man was dran machen aber dafür hat man meiner Meinung nach auch viele Vorteile wie z. B. dass man zentraler wohnt und auch ein größeres Grundstück hat. Außerdem haben die alten Häuser bei uns einen Keller, bei Neubauten wird darauf oft verzichtet. Wir haben uns aus diesen Gründen ganz bewusst für einen Altbau enschieden. Außerdem "weiß man was man hat" und muss nicht die Angst haben, dass Bauunternehmer pfuschen und einen ruinieren....

Also, warum habt ihr gebaut oder gekauft? Würdet ihr es wieder so machen?

Beitrag von ballroomy 31.10.10 - 14:39 Uhr

Wir haben eine ETW gekauft. Auch eine ältere aus Ende 70er Jahre. Was neues hätten wir uns nicht leisten können. Für die Preise der neuen ETW kannst Du direkt ein Haus kaufen, steht echt in keinem Verhältnis.

Ob wir später mal ein Haus kaufen oder bauen werden, weiß ich noch nicht. Kommt halt echt auf Lage, Preis, Grundstücksgröße an.


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von katharina1 31.10.10 - 15:01 Uhr

Hallo,
ich habe bewußt " gekauft" den ich fände es super anstrengend und nerven zerreissend zu Bauen.
Ich habe ein Reihenhaus was 25 Jahre alt ist, es war nicht nötig was zu renovieren- da die Vorbesitzer das Haus 2006 komplett umgebaut und saniert haben. Zu meinem Vorteil- dann ist das Haus natürlich nicht ganz so teuer gewesen weil ich hier ( wg einiger Nachbarn) nicht ganz so vornehm lebe. Aber ich sehe das so- das ich in 15 Jahren ( Im April erst gekauft) schuldenfrei bin, hier ein super schönes und sehr großes Haus habe. Es an sich sehr ruhig ist und ich in null komma nix im Kiga und in der Stadt bin. Nachbarn kommen und gehen- das hat mich nicht abgeschreckt.

Ich denke viele Bauen weil sie auch Individuell das Perfekte Haus für sich haben wollen. Wer das Geld hat - bitte schön. Ich bin auch mit meinem RH sehr glücklich.
Katharina

Beitrag von miau2 31.10.10 - 15:06 Uhr

Hi,
wir haben den Mittelweg genommen: einen fast fertigen Neubau zu kaufen.

Der Vorteil von Neubauten ist: du kannst in der Planung oft viel mitbestimmen. Die Häuser sind i.d.R. energiesparend gebaut, entsprechen den neuesten Verordnungen. Und - du hast etwas neues. Nichts, was schon 50, 60 Jahre alt ist.

Bei den Altbauten, die im Ort meiner Eltern (vergleichbar zu deiner Beschreibung) leerstehen wäre extrem vielg zu machen:
- keine Wärmedämmung, weder Dach, noch Kellerdecke, noch Außenwände
- Elektrik in vielen Fällen so alt, dass sie komplett erneuert werden müsste
- Wasserleitungen i.d.R. ebenfalls
- Badezimmer müssten neu gemacht werdern
- Fußböden müssten oft raus, neue Tapeten usw.
- oft ist eine neue Heizung notwendig - oder zumindest sinnvoll
- die Fenster entsprechen oft ebenfalls in keinster Weise dem heutigen Standard

Bei dem, was wir uns hier angeguckt haben (ca. 30 Jahre alt, also vergleichsweise jung unter "alten" Häusern) wäre der Sanierungsbedarf grob geschätzt irgendwo im Bereich von 50.000 Euro gewesen. Als Reihenmittelhaus mit wenig Fassade, die gedämmt werden müsste. Freistehende Häuser sind entsprechend teurer. Bei den Häusern bei meinen Eltern in der Gegend wäre es mitunter noch erheblich mehr.

Wenn du da an die falsche Firma gerätst kann dich eine verpfuschte Sanierung genau so in den Ruin (und/oder Wahnsinn) treiben wie Pfusch am Neubau. Und - wenn der Sanitärfachman Mist baut, wohnst du evtl. monatelang auf einer Baustelle mit aufgehauenen Wänden, wo neue rohre verlegt werden müssten. Du hast teilweise die gleichen Risiken wie bei einem Neubau.

Es geht ja bei Häusern aus dieser Zeit i.d.R. nicht nur um Äußerlichkeiten wie ein bißchen Farbe.

Und wenn du dann saniert, renoviert und geblecht hast hast du immer noch ein altes Haus. Und bist im Endeffekt bei den gleichen Kosten, die du auch für ein neues hingelegt hättest. Und - nagel mich nicht fest, aber zumindest bis vor kurzem wurde uns noch gesagt: auch ein noch so gut gedämmter Altbau wird nicht so sparsam wie ein entsprechend gebauter Neubau. Du hast also neben den hohen Sanierungskosten noch weiterhin höhere monatliche Belastungen als in einem Neubau gleicher Größe (kann sich natürlich inzwischen geändert haben).

Und zur Grundstückgröße: wir haben stolze 200qm. Das ist winzig, stimmt. Aber ich stell mir ungerne vor, die ehemals 1000qm meiner Eltern pflegen zu müssen, wenn ich parallel zwei kleine Kinder habe und arbeite...sie sind damals in ein Haus mit so großem Grundstück gezogen, als mein Bruder und ich alt genug zum helfen waren.

Und jetzt rate mal, was mir regelmäßig das halbe Wochenende vermiest hat - richtig, helfen müssen bei der Gartenarbeit.

Ich bin mit meinem Garten in kurzer Zeit durch und habe dann auch noch Zeit, ihn zu genießen ;-). Hat halt alles Vor- und Nachteile - das Gemüse müssen wir auch weiterhin kaufen statt alles selbst pflanzen zu können... (hier kostet der qm Bauland ab 400 Euro aufwärts, da sind die Grundstücke halt entsprechend).

Für uns waren die Vorteile von Neubauten gegenüber dem, was es hier "alt" zu kaufen gibt einfach überwiegend. Bauen war uns aber zu riskant, und zumindest das, was wir mal kalkuliert haben wäre auch teurer geworden. Unser fast fertiger Neubau (war innerhalb von 2,5 Monarten nach Notartermin bezugsfertig) war die Kombination aus "minimalem Risiko, was Verzögerungen angeht" und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und - ein Neubau ;-).

Und zum zentral wohnen: meine Kinder (zumindest der Große) können zwei häuser weiter bei freunden klingeln, ohne das Grundstück der Neubauanlage verlassen zu müssen. Ohne eine Straße betreten zu müssen. Gerade mit kleinen Kindern ist das sehr praktisch. Würden wir im alten Ortskern wohnen, wäre das so einfach nicht möglich.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von joy1975 31.10.10 - 16:04 Uhr

Also wir wollten eigentlich unbedingt eine Bestandsimmobilie kaufen. Bauen kam für uns nicht in Frage. Es war uns zu langwierig, zu nervenaufreibend etc.
Tja, und am Ende haben wir dann doch gebaut.

Wir haben circa anderthalb Jahre vorher nach einem bestehenden Haus gesucht, das wir kaufen und umbauen/modernisieren können. Unser Budget war auch nicht sooo super knapp und trotzdem haben wir nichts gefunden. Die Häuser erschienen uns immer maßlos überteuert, wenn man bedenkt, dass man dann trotzdem noch einen "Altbau" hat.
Die Regierung wird immer schärfer mit Energievorschriften zur Dämmung, erneuerbare Energien etc.
Ein Altbau hat häufig Mängel wie z.B. ungedämmtes Dach, alte Öl-Heizung, keine Fußbodenheizung, Nässe im Keller, ältere Fenster, generell schlechte Isolierung usw. usf.

Wir haben in etwa 5 Bestandsimmobilien, die uns gefielen, einen Gutachter reingeschickt. Insgesamt hat uns das locker 2000-3000€ gekostet, aber das war es wert, denn jedes der Häuser hatte ziemlich substantielle Mängel. Eines sah TOP aus, frisch saniert und war die größte Bruchbude von allen!

Naja, und dann wurde mitten in einem gewachsenen Ortskern, der uns gefiel, eine Kirche abgerissen. Dadurch entstand dort Baufläche für 10 Häuser, heute gehört uns eines davon.

Letzten Endes hat es uns soviel gekostet wie eine Bestandsimmobilie, die wir halbgar saniert hätten. Zwar gut, aber eben nicht 100% state of the art. Jetzt haben wir Erdwärme, KFW 60, Regenwasserrückgewinnung und auch sonst alles so, wir uns wir das vorstellen.

Ob ich es wieder so machen würde?
Keine Ahnung. Mir geht es noch heute darum, dass die Lage des Hauses stimmen und ich mit dem Schnitt leben kann.
Ob bauen oder Bestandsimmobilie wäre mir weiterhin egal.

Beitrag von smartysandra 31.10.10 - 19:24 Uhr

wir haben gekauft, weil uns das bauen zu teuer gekommen wäre und bei uns in der gegend dasselbe los ist, wie bei euch. leute werden alt, kinder ziehen weg bzw. kommen nicht mehr zurück. außerdem war das kaufen schon anstrengend, bei einem neubau hätte ich, glaub ich, einen vogel bekommen ;-). wir haben ein 16 jahr altes efh erworben und es ist okay (preis-leistung) stimmen lt. fachmann (architekt).
lg sandra

Beitrag von loonis 31.10.10 - 19:36 Uhr




Wir haben ne ETW gekauft ...BJ 94 ...
Bauen wäre für uns nie in Frage gekommen ,viel zu
nervenaufreibend ,den Stress brauchen wir nicht.

LG Kerstin

Beitrag von anarchie 31.10.10 - 20:08 Uhr

hallo!

Wir haben gebaut...lieber wäre uns ein charmantes altes haus gewesen, aber es gab 1. nichts, was zu uns passte und 2. wollten wir in eine ganz bestimmte Gegend, wo es eh kaum was gibt...

Und ein haus mit 4 gleichgroßen Kinderzimmern plus kleinem Arbeitszimmer ist halt nicht sooo leicht zu finden, bezahlbar und in wunschgegend..

lg

melanie

Beitrag von lakeisha24301 31.10.10 - 20:40 Uhr

Hallo°!


Genau deswegen bauen wir auch selbst. 4 Kizi , 1 Wohnzimmer, 1 schlafzimmer und dann noch ein arbeitszimmer .... Das gibts sehr sehr selten. Und wir wollen hier im Dorf bleiben. Da würden wir wohl ewig warten....


LG Anna

Beitrag von wemauchimmer 31.10.10 - 22:53 Uhr

Wir haben gebaut, dachten aber, wir kaufen, denn hier in der Gegend sind Baugrundstücke rar.
Wir haben uns viele Sachen angesehen. Es war halt immer ein Haken dabei. Je nach Baujahr natürlich ein anderer. Bauten aus den 50ern oder älter sind von den Grundrissen meist nicht mehr zeitgemäß - alles klein und verwinkelt. Aber auch für neuere Objekte gilt: daß sie meist recht üppige Grundstücke aufweisen, die den Preis extrem in die Höhe treiben (Raum Stuttgart). Wenn man dann noch Geld in die Hand nehmen möchte, um zu modernisieren (Bäder, Küchen usw.) dann stößt man doch schnell an seine finanziellen Grenzen. Man müsste also bereit sein, mehr oder weniger mit dem Vorhandenen zu leben, trotzdem aber sehr viel dafür ausgeben.
Hinzu kommt natürlich, daß diese Altbauten technisch überholt sind, insbesondere auch was den Heizbedarf angeht, was eine große finanzielle Belastung inder Zukunft bedeutet.
Als uns dann ein Neubauprojekt (in gewachsenem Gebiet) über den Weg lief, wo alles paßte, haben wir zugegriffen. So haben wir ein Haus bekommen, das unseren Vorstellungen entspricht, wo die Einrichtung gefällt und alles up to date ist und wir lange Jahre auch nichts dran machen müssen. Also ich bin froh drum, aber wie gesagt, grundsätzlich wäre auch eine Bestandsimmobilie in Frage gekommen.
In dem Viertel, wo wir wohnen, erlebt man es sehr oft, daß alte Häuser abgerissen und dafür Reihenhäuser errichtet werden. Das liegt einfach an den aberwitzigen Grundstückspreisen von 500€/qm aufwärts. Gegen ein richtiges Neubaugebiet spricht natürlich sehr vieles - da ist ja doch absehbar, daß da hauptsächlich junge Familien hinziehen und sich nachher um die Kindergartenplätze usw. balgen.
LG

Beitrag von ayshe 01.11.10 - 08:54 Uhr

Wir haben gekauft, weil

1. Bauland hier viel zu teuer ist.
2. Der Bebauungsplan so eng ist, daß es extrem langweilig ist.
3. Für das Geld auch nur so ein 0815-Neubau drin wäre, zu langweilig.

Beitrag von erdbeertiger 01.11.10 - 12:24 Uhr

Hallo,

wir haben gekauft - ein Haus aus den 30er Jahren, und zwar aus folgenden Gründen

zentrale lage, da gibt es kein Bauland (oder nur überteuert)
Charme des Gebäudes (eben nicht 08/15)
wir wollten nicht die Landschaft weiter zersiedeln

Viele Freunde von uns haben gebaut aus folgenden Gründen

man kann genau nach den eigenen bedürfnissen planen
ist das Haus fertig, kann man Jahre drin wohnen, bis größere Sanierungen anstehen
alles ist modern (bei altbau nur mit Kernsanierung zu erreichen, wenn überhaupt)

hat also alles Vor- und Nachteile

LG

Erdbeertiger