Trotzphase 2,5jährige - Wie macht man es nun richtig?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von olle-deern 31.10.10 - 16:22 Uhr

Hallo,
kurz zur Familienkonstellation: Unsere Große ist 2,5 Jahre alt, der Kleine ist vier Monate.
Sie liebt ihren kleinen Bruder über alles und ist ihm gegenüber noch nie aggressiv und nur sehr sehr wenig eifersüchtig geworden. Ich finde sie für ihr Alter sogar schon fast zu verständnisvoll, damit hätte ich nie gerechnet.
Deswegen ist sie wohl auch etwas sensibel, denn ich denke irgendwo muss sie das ja auch wieder rauslassen.

Sie geht zwei Vormittage die Woche in den Spielkreis, einen Nachmittag gehen wir zum Kinderturnen. Beides liebt sie total.

Seit ca. zwei Wochen ist sie sehr sehr anstrengend. Sie weint total oft und schnell. Ich denke, dass sie wirklich in dem Moment sehr traurig ist. Sie weint nicht um irgendwas durchzusetzen, sondern immer in dem Moment wo sie eine Entscheidung von mir akzeptieren muss. Manchmal geht sie auch raus zum weinen, es ist also keine Masche oder so (Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine).

Sie geht gegen alles was ich sage gegenan. Heutigs Beispiel: Sie und mein Mann wollen heute morgen in einen Vergügungspark aufbrechen. Sie hat sich auch schon total gefreut, endlich wieder Karussel fahren! Nach dem Frühstück sage ich ihr also, dass sie sich jetzt anziehen muss. Es dauerte ca 10min bis ich sie eingefangen hatte. Alles reden "sonst kannst du nicht Karussel fahren bla bla" interessiert sie einfach nicht. Aber soll man deswegen einen Ausflug streichen? Finde ich albern.
Das geht dann weiter beim anziehen. Sie darf sich aus zwei Hosen/Pullovern aussuchen was sie anziehen möchte. Sie sagt A und sobald wir A anziehen wollen schreit sie, dass sie B möchte. Ist mir ja im Prinzip egal, es nervt nur einfach total.
Dieses Geschrei bzw. diese Spielchen kann ich nur beenden indem ich einmal laut "Schluss jetzt!" sage. Anders geht es einfach nicht, ich habe mir schon den Mund fusselig geredet.
Ich finde es aber eigentlich blöd laut werden zu müssen. Ich denke immer sie macht es ja nicht mit Absicht. Ich glaube sie weiß im Moment selber nicht was sie will und verzweifelt daran.

Wie macht ihr das? Es gibt doch sicherlich einen besseren Weg als meinen, oder?

Beitrag von tragemama 31.10.10 - 17:24 Uhr

Ich glaube, da gibt es kein richtig oder falsch. Bei Kathrin merke ich, dass es ganz wichtig ist, in den Dingen, die man sagt, konsequent zu sein. Das gibt Kindern Sicherheit. Ich versuche, möglichst wenige Regeln aufzustellen, die müssen dann aber auch durchgezogen werden. Strafen gibts bei uns nicht, weil ich nicht an deren Lerneffekt glaube. Konsequenzen schon. Wenn Kathrin sich nicht anziehen möchte, bleiben wir zu Hause. Ich kann wetten, dass sie nach kurzer Zeit angezogen da steht :-) Dann können wir fahren. Weißt Du, was ich meine?

LG Andrea

Beitrag von sabine7676 31.10.10 - 19:18 Uhr

oh ja, das haben wir momentan auch verschärft - und bei uns gehts erst los. die kleine wird im dezember zwei und ich bin ehrlich, ich bin echt gestresst dadurch. egal was es ist (also wenn sie so drauf ist, gott sei dank nicht immer), ich kann nicht das richtige sagen. trinken - nein will nicht - o.k dann nicht - trinken trinken (mit geheul) -ich geb ihr das glas wieder - nein.......
es ist mir zu doof, ich bin ehrlich, immer zu diskutieren - es bringt null. ich denke es geht darum, zu testen wie weit sie ihren willen durchsetzen kann. ich bin dann so, daß ich sage ich fahre alleine. dann kommt sie wieder -anziehen- ich dreh mich um und sie schreit wieder nein. :-[
ich hoffe das vergeht bald wieder - ich weiß auch nicht wie ich am besten reagieren soll.

vlg

Beitrag von tosse10 31.10.10 - 20:10 Uhr

Hallo,

ich kenne das nur zu gut! Und mich nervt es auch kolossal!

Wenn er eine Entscheidung treffen soll, wie in deinem Beispiel, dann ziehe ich mittlerweile das durch was er zuerst aussucht. Da gibt es einfach keine Diskussion mehr. Da gibt es täglich zig Beispiele (welcher Belag auf´s Brot beim Frühstück bis zur Auswahl der Gute-Nacht-Geschichte). Es wird meist besser.

Dann gibt es bei uns auch möglichst wenige Regeln (wie auch schon geschrieben), aber diese sind eisern. Da muss schon was ganz Besonderes sein um von diesen Regeln abzuweichen, z.B. wenn er sich bös weh getan hat, dann gibt es doch zur Not ein Trostpflaster vor dem Essen (Schoko-Bon).

Mit dem Anziehen und losgehen haben wir auch unsere Probleme. Ich habe aber wenig Lust ewig hinterherzurennen und ein zappelndes Kind zwangseinzukleiden. Je nachdem worum es geht wird dann der Ausflug gestrichen oder ich tue so als ob ich alleine fahren würde. Die Tage habe ich mich komplett angezogen, meine Tasche genommen, die Tür aufgemacht und mich in der Auffahrt ins Auto gesetzt. Schwupps stand der Kleine in der Tür und ruft das er mit will. Ich wieder rein und es hat super geklappt mit dem anziehen. Zur Not würde ich das Auto auch bis auf den Weg fahren, wo er es nicht mehr sehen kann. Ich glaube aber nicht das er es so weit kommen lassen würde.

LG