Englischunterricht 3.Klassen BW - Grundschullehrer hier?

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Beitrag von gismomo 31.10.10 - 16:59 Uhr

Hallo,

ich habe eine Frage zum Thema Englischunterricht in der Grundschule. Mein Sohn geht in Baden-Württemberg in die 3. Klasse. Ich selber bin Englischlehrerin an einer weiterführenden Schule. Da ich weiß, dass in der 5.Klasse ein extrem großes Pensum an zu lernenden Vokabeln bewältigt werden muss und viele Kinder erst einmal völlig abgeschreckt sind, weil sie nun lernen müssen, die Vokabeln richtig zu schreiben, möchte ich bei meinem Sohn vorbeugen.
Er hat eine sehr gute Merkfähigkeit, kann sich die Schreibweise von Wörtern schnell merken. Da er sich so extrem leicht damit tut finde ich es Blödsinn, wenn er nicht jetzt schon das Schriftbild der Wörter auswendig lernt, er ist damit nicht überfordert.

Allerdings weiß ich nicht, welcher Wortschatz in der dritten Klasse vermittelt wird:

-Wird unterschieden zwischen Wörtern, die die Kinder zwar sprechen können und deren Bedeutung sie kennen sollen, deren Schriftbild sie aber noch nicht kennen, und Wörtern, bei denen sie auch das Schriftbild wieder geben müssen?

- Gibt es eine einheitliche Wortschatzliste oder hängt das vom jeweils verwendeten Schulbuch ab? Ist die Reihenfolge der Themen je nach Lehrerin unterschiedlich oder vorgegeben?

Bis jetzt hat mein Sohn noch nicht viel schriftlich gemacht, im activity book hat er nur ein paar Vokabeln (10 Stück) selber geschrieben. Mir kommt das etwas wenig vor, zumal er auch sonst nichts Schriftliches in Englisch gemacht hat.

Vielleicht kann mir hier jemand Hinweise geben, der selber in BW in einer dritten Klasse Englisch unterrichtet.

Danke und lg
K.

Beitrag von connie36 31.10.10 - 17:23 Uhr

hi
ich unterrichte zwar nicht, und englisch haben wir auch nciht, ich antworte dir aber trotzdem mal. bei uns, auch bw, wurde franz. unterrichtet, aber eher larifari. vokabeln gab es bei uns gar keine...auf rechtschreibung wurde auch nciht geachtet. sie haben zwar arbeiten in dem fach geschrieben, aber wenn ein ´ vergessen wurde, war das kein fehler.
oder kleinere rechtschreibefehler...wurden nicht gezählt.
wichtig war der lehrerin nur, das sie wussten, was sie vor sich sahen.
jetzt auf dem gymi hat sie franz abgewählt uns sich für latein entschieden, da sie franz nie mochte. aber die kinder die franz weitergemacht haben, die fangen in der 5. noch mal von vorne an...das von der grundschule zählt nicht als vorraussetzung, oder fähigkeiten die man schon haben muss, um auf der weiterführenden schule bestehen zu können.
lg conny

Beitrag von gismomo 31.10.10 - 19:55 Uhr

Hallo Conny,

danke für deine Antwort! Ich vermute dass es bei uns mit Englisch so ähnlich läuft - dass die Kinder spielerisch und mündlich einen gewissen Wortschatz erwerben, dass sie aber das Schriftbild noch nicht auswendig können müssen.

In der fünften Klasse ist der Umfang des Wortschatzes aber gewaltig - das ist unabhängig davon, ob sie auf die Realschule oder das Gymnasium gehen. Englisch ist Hauptfach, die Wahl für Französisch findet erst in der darauffolgenden Klasse statt.
Aus eigener Unterrichtserfahrung kenne ich viele Kinder, die völlig überfahren sind von der Menge an Wörtern, die sie auf einmal schreiben können sollen. Das englische Lautbild ist häufig völlig anders als das Schriftbild, und plötzlich sollen pro Tag zehn neue Wörter gelernt werden - da kommen viele erst einmal nicht mit und kassieren schlechte Noten. Die schlechten Noten sind ja nicht mal das Schlimme - schlimm finde ich, dass die Freude am Fach und das Selbstwertgefühl des Kindes erheblich leidet.

Das will ich meinem Sohn ersparen, zumal er sehr leicht lernt und es problemlos möglich ist, ihm zu den ganzen Wörtern, die er neu lernt, auch das Schriftbild beizubringen. Er schaut sich ein Wort ein paar Mal an und kann dann die Schreibweise. Wieso soll er dass dann nicht jetzt schon machen, zumal er vermutlich in der weiterführenden Schule eher mit Mathe zu kämpfen haben wird, da tut er sich nicht so leicht wie mit Sprachen. Wenn er dann für Englisch weniger machen muss, ist das gar nicht so schlecht.

Ich würde nie sagen, ein Grundschulkind "muss" unbedingt schon das Schriftbild aller englischen Wörter beherrschen, die es lernt. Aber so wie es momentan läuft, finde ich es auch nicht richtig - ich erlebe zu viele frustrierte Kinder in der fünften Klasse, das müsste nicht sein.
Und da mein Sohn wirklich sehr fit darin ist, sich die Schreibweise von Wörtern zu merken, wäre es Blödsinn, wenn ich das jetzt nicht nutzen würde - fünf Minuten Wörter angucken und das drei Mal in der Woche - das reicht bei ihm aus, dass er sich die Wörter merken kann. Auch wenn es keine notwendige Voraussetzung für die weiterführende Schule ist, aber es erleichtert ihm den Anfang.
lg
K.

Beitrag von ilva08 31.10.10 - 21:04 Uhr

Hallo,

also, ich bin GS-Lehrerin aus NRW und ich kenne das Problem. Laut LP Englisch dürfen wir nicht so viel schriftlich machen, weil die Kinder ja erst einmal die deutsche RS lernen. Und es besteht die Gefahr, dass sie englische und deutsche RS durcheinander werfen... insbesondere bei rechtschreibschwachen Kindern ein Desaster.

Eigentlich erstmal vernünftig... ABER...

Es ist auch bei uns so, dass die Kinder anschließend an den weiterführenden Schulen überfordert werden. Dort werden Dinge vorausgesetzt, die im LP Grundschule gar nicht auftauchen! :-[ Irgend etwas stimmt nicht bei dr Absprache zwischen den Leuten, die für die Lehrpläne 3/4 bzw. 5. Klasse zuständig sind. #klatsch

Es ist zum spucken, ehrlich.

Wenn dein Sohn rechtschriftlich in Deutsch fit ist, spricht nichts dagegen, ihm englische Vokabeln beizubringen. Die fitten Kinder beherrschen sie recht schnell und bringen sie auch nicht mit der deutschen RS durcheinander.

Gebräuchliche Themengebiete bei uns sind:

Thats me (Beschreibung der eigenen Person, Vorlieben, Hobbys etc.)
At school
Food and drink
At home
Seasons
Pets
Body parts
Great Britain

guck mal hier: www.englishbox.de , da bekommst du einen guten Überblick.

LG und ich hoffe, ich konnte dir helfen!

Beitrag von sandra7.12.75 31.10.10 - 22:25 Uhr

Hallo

In RLP wurde auch nicht viel Englisch gemacht.Ob das an unserer Klasse lag oder an der kompletten Schule kann ich dir nicht sagen.

Das einzige was ich sagen kann ist das die Englischhefte der Weiterführenden Schule an die Grundschulhefte angepasst sind.

Wir haben jetzt an der Weiterführenden Schule 2 Englischlehrer kennengelernt(Elternsprechtag) und beide Lehrer sind von der Englischarbeit der GS entäuscht.

Da wurde nicht vie gemacht,in den 4 Arbeitsheften wurden gerade mal ingesammt 15 Seiten bearbeitet#schock.Wir haben diese Hefte erst 3 Tage von Schulwechsel an die Weiterführende Schule zu Gesicht bekommen.Ich war echt sauer.

lg

Beitrag von schullek 31.10.10 - 21:41 Uhr

schau doch mal in den lehrplan, der dürfte doch online irgendwie verfügbar sein. mach ich vor jdem praktikum, um zu wissen, wo die klassen gerade stehen, sonst wäre ich vollkommen aufgeschmissen...

lg

Beitrag von zanadu01 01.11.10 - 07:46 Uhr

Hallo, ich komme aus Schleswig Holstein. Bei uns arbeiten sie mit Englisch Stars.
Ich schätze das es in den anderen Bundesländern ähnlich ist.
Sie müssen auch schon Vokabel lernen.

Beitrag von barbarelle 01.11.10 - 08:05 Uhr

Wir kommen aus BW und unser Kind besucht nun die 3.te Klasse. Der Klassenlehrer hat uns Eltern am Elternabend drauf hingewiesen, dass wir bei den Kindern drauf achten sollen, dass sie die Vokabeln richtig lernen und vor allem schreiben, damit es kein böses Erwachen in der 5.ten (egal welcher weiterführenden Schule) gibt.

Auf die englische Rechtschreibung wird nämlich in der GS kein Wert gelegt und Fehler werden noch nicht gewertet.

Find ich schonmal gut von unserem Lehrer, dass er darauf hingewiesen hat.

LG
Barbarelle