Wir finden keinen Anschluss :-(

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Halloweenkürbis 01.11.10 - 00:43 Uhr

Hallo,

ich kann nicht schlafen, weil mir ein paar Dinge durch den Kopf geistern, was mir gerade nun am gestrigen Halloweenabend bewusst geworden ist.

Mein Mann und ich (40 J und 45 J mit meinen 2 Kids, 11 J und 4 J) finden einfach keinen Anschluss an Freunde oder Bekannte.

Wir sind beide hier, wo wir wohnen, groß geworden. 20.000 Einwohner, es kennt fast jeder jeden, wenn nicht persönlich, dann jedenfalls vom Hören-Sagen. Durch Jobs in mehreren Firmen, Ex-Partner und deren Familie, Bekannte usw., Kindergarten, Schule und Vereinsmitgliedschaft und letztendlich auch durch Getratsche ist das hier so.

Wenn wir einkaufen oder sonstwie unterwegs sind, Kinder abholen von Schule, Kiga oder Freunden, im Verein sind usw. kommen wir natürlich mit den entsprechenden Leuten ins Gespräch. Wir werden freudig begrüßt, beim Abholen der Kinder nett hereingebeten, auf Vereinsfeiern fehlt es uns nicht an Gesprächspartnern.

Wir haben mit allen, mit denen wir zu tun haben, einen freundlichen Umgang.

Aber komischerweise werden wir nie gefragt, ob wir uns einklinken wollen, wenn jemand etwas privates veranstaltet.

Beispielsweise haben wir anläßlich zu unserer Hochzeit vor einem halben Jahr eine Nachfeier veranstaltet bei uns zuhause für Bekannte/Freunde (?), Nachbarn, Vereinsmitgliedern, Arbeitskollegen. Alle sind erschienen, die wir eingeladen hatten, wir hatten eine schöne Feier.

Etwas später hatte ein Vereinsmitglied einen "runden" Geburtstag, es wurden so viele Leute dort eingeladen - nur wir nicht!

Wir haben auch zur Hochzeits-Nachfeier 2 Elternpaare von Freunden meiner Kinder eingeladen, weil meine Kinder (damit es nicht zu langweilig wird), Freunde dabei haben wollten. Also haben wir die Eltern gleich mit eingeladen.

Von einem Kind hatte die Mutter kurz darauf Geburtstag und gab eine große Gartenparty. Mein Kind war auch eingeladen. Wir nicht.

Als mein Mann letztes Jahr Geburtstag hatte, habe ich ihm eine Überraschungsparty organisiert. Alle kamen. Und haben sich direkt auf der Party meines Mannes für einen späteren Zeitpunkt verabredet zum gemütlichen Beisammensein mit Grillen bei einem Ehepaar, wir wurden nicht gefragt :-(

Gestern, an Halloween wollten meine Kinder eine Party geben. Alle eingeladenen Kinder sind gekommen. Deren Eltern sehe ich fast jeden Tag durch Nachbarschaft, Schule oder Kiga. Man wechselt hier und da ein paar Sätze. Diese Eltern haben ihre Kinder dann rechtzeitig abgeholt, weil sie alle gemeinsam die Siedlung wegen Halloween abklappern wollten. Es war eine sehr große Gruppe, die sich am Abend getroffen hat. Die Kinder waren also erst bei uns auf der Party, später für den Spaziergang wurden wir mal wieder nicht gefragt, ob wir mitgehen möchten. So sind mein Mann und ich mit unseren beiden Kindern alleine von Haus zu Haus getingelt. Wir haben diese große Gruppe noch getroffen, was mir dann sehr peinlich war, als von allen nur ein "Hallo" kam.

Ein Nachbarsfamilie hat eine große Garagenparty veranstaltet, das haben wir erst gesehen, als die Kinder dort klingeln wollten. Es waren sämtliche Nachbarn dort und winkten uns zu, aber gefragt wurden wir nicht, ob wir uns dazugesellen möchten.

Meine Kinder sind allerdings außen vor, sie werden zu sämtlichen Geburtstagen von anderen Kindern eingeladen, zum Spielen am Nachmittag usw. Aber während dort die Eltern immer mal wieder was gemeinsam machen, sind wir außen vor.

Ich weiß nicht, was wir falsch machen, wir sind eigentlich immer freundlich und höflich, man redet ja auch mit uns ganz normal, nur bei Aktivitäten werden wir ausgeschlossen.

Ich habe alles versucht, sämtliche Eltern, Bekannte usw. immer mal wieder eingeladen, aber es kommt nichts zurück.

Hat vielleicht jemand von euch eine Idee, was wir eventuell falsch machen?

Ich weiss von mehreren Leuten, dass wir hier gut angesehen sind, man redet nicht schlecht über uns, im Gegenteil, wir hören dann bei Klatsch und Tratsch Dinge, die andere über uns gesagt haben, die immer positiv sind.

Auch wohnen wir so, wie alle anderen hier auch. Siedlungshaus, Hund,
2 recht gute Autos, haben gute Jobs, meine Kinder sind wohlerzogen, wir machen Urlaub, Ausflüge, mein älteres Kind geht aufs Gymnasium - wir stehen den anderen also in nichts nach.

Wenn wir auf öffentlichen Veranstaltungen präsent sind, sind wir auch mitten drin im Geschehen, aber privat werden wir irgendwie gemieden, habe ich so das Gefühl. Mit meinem Mann habe ich darüber übrigens noch nicht gesprochen, weil mir das irgendwie peinlich ist, dass wir im Grunde keine Freunde haben.

Ach ja, beim "Smalltalk" bin ich übrigens eine, die nicht so über oberflächliche Dinge reden kann. Ich bin eher tiefgründig, führe lieber tiefere Gespräche, als über Rezepte, Angebote oder die erzieherischen Höchstleistungen der Kinder zu sprechen. Das liegt vielleicht auch daran, weil ich leicht depressiv veranlagt bin, diese Krankheit aber gut im Griff habe. Ich habe so viel schlechtes im Leben durchmachen müssen, was ich auch noch alles verarbeiten muss, ich kann mich für Smalltalk irgendwie nicht begeistern, mir fällt nichts ein und das Wetter ist in 2 Minuten besprochen.

Ich bin da echt mit meinem Latein am Ende, was machen ich/machen wir denn nur falsch? Ok, wir sind leicht zurückhaltend und stehen nicht so gern im Mittelpunkt, aber daran kann es doch nicht liegen?





Beitrag von ippilala 01.11.10 - 01:55 Uhr

Ich kann nur vermuten:

Ihr seid unsympatischer, als ihr denkt und zwar ohne genauen Grund nur eine allgemeine Unsympathie-Ausstrahlung.

Zufall.

Du (oder ihr) verbreitest schlechte Stimmung und das will man auf Partys nicht haben.

Du sagst ja, dass du depressiv bist und keinen Small Talk machst, vielleicht wollen die Leute aber nur oberflächliches Zeugs reden und nichts Tiefgründiges. Wie "tiefgründig" bist du denn? Bzw. redest du nur grundlegend über tiefgründigere Dinge oder redest du oft von negativen (tiefgründigen) Dingen? Das geht aus deinem Text nichts ganz hervor. Falls du also wirklich nicht nur tiefgründig bist, sondern negativ tiefgründig (negativgründig sozusagen :D ) könnte das der Grund sein, wieso man dich (euch) nicht einlädt. Fall dem so ist, kannst du meiner Meinung nach nichts tun, Freunde sollten einen doch so mögen, wie man ist und nicht, wie man vorgibt zu sein. Vielleicht solltest du dir außerhalb des Dorfes Freunde suchen?

Du kannst die entsprechenden Leute auch einfach mal fragen. Die werden dir das im Unterschied zu uns auch ganz sicher sagen können. (außer es ist wirklich Zufall ;) )

Beitrag von litalia 01.11.10 - 07:47 Uhr

mit einer "zurückhaltenden" erscheinung hat man es sehr schwer anschluss zu finden!

auch wenn du eigentlich ein lustiger mensch bist, vielleicht wirkst du auf andere "zu ruhig"

bei mir ist das ähnlich. ich lache gern, unterhalte mich gern aber ich bin einfach ein zurückhaltender typ. ich geh nicht so locker auf menschen zu und im mittelpunt steh ich auch nicht gern. ich glaube ich strahle das einfach aus. mich spricht selten jemand an, glaube man weiß nicht so recht was mit mir anzufangen.

z.b. andere kindergarten mütter.... tratschen und tratschen, ich komme dazu, mich spricht keiner an obwohl ich ein frendliches HALLO in die runde werfe.
ich weiß auch nicht, ich glaub einfach andere sind etwas unsicher weil sie mich wohl nicht richtig einschätzen können.

zu deinen gesprächsthemen, ich glaube beim ersten "beschnuppern" und kennenlernen ist es wichtig über oferflächliche dinge wie das wetter etc zu sprechen. über solche themen lernt man sich ja meisst zuerst kennen.
glaube die wenigsten wollen von anfang an über tiefgründigere dinge oder den sinn vom leben sprechen ;-) um über sowas zu sprechen brauch man eine gewisse vertrauensbasis zum gegenüber.

Beitrag von sandra7.12.75 01.11.10 - 08:34 Uhr

Hallo

Ich stehe auch nicht immer auf Meister Propper gespräche,allerdings mag ich auf einer lustigen Party auch nicht nur über Probleme und neg.Dinge sprechen.

Du schreibst das du leicht Depressiv veranlagt bist und dein letzter Satz widerspricht sich mit deinem Text.

Auf der einen Seite bist du neidisch und es ist DIR peinlich das alle zusammen gegangen sind und auf der anderen Seite bist du die die nicht gerne im Mittelpunkt steht.

Unsere Nachbarn feiern auch oft und gerne und wir werden nicht eingeladen.Warum???Keine Ahnung.Mir egal wir haben 3 Familien mit denen wir öfters was machen.

Ich muß auch nicht immer und überall dabei sein.Ich habe gerne mal eine Stunde für mich ganz alleine.Ich habe auch kein schlechtes Gewissen wenn mein Mann und unsere Kinder alleine mit unseren Freunden was unternehmen und ich kann mich in die Wanne werfen und relaxen.

An diesen neg.Verhalten wie Neid und auch peinlich berührt kann man was ändern.

lg

Beitrag von rittmeisters 01.11.10 - 08:54 Uhr

Und Warum hast du nicht gleich gefragt, so nach dem Motto "Oh Ihr geht noch eine Runde, dürfen wir uns anschliessen?!" Vielleicht haben die Nachbarn einfach das Gefühl Ihr wollt mit denen nix zu tun haben!
Und Ihr werdet deshalb so wenig eingeladen...

Beitrag von buzzi2 01.11.10 - 09:20 Uhr

>>"Auch wohnen wir so, wie alle anderen hier auch. Siedlungshaus, Hund,
2 recht gute Autos, haben gute Jobs, meine Kinder sind wohlerzogen, wir machen Urlaub, Ausflüge, mein älteres Kind geht aufs Gymnasium - wir stehen den anderen also in nichts nach. "<<

Sry, aber ich glaube, das hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ihr eingeladen werdet, oder nicht.

Das hat wohl etwas mit Selbstvertrauen zu tun. Wenn du denkst: "Uns läd sowieso keiner ein...", dann passiert auch meist genau das.
Wenn du gern auf eine Party gehen möchtest und du hast eine gesunde Portion Selbstbewusstein, dann kannst du auch einfach dort hingehen. Also warum immer warten, bis einen die anderen einladen, es spricht fast nichts dagegen, selbst die Initiative zu ergreifen.

Also wieso hast du bei der Halloween Gruppe nicht einfach gesagt: "Oh das ist eine schöne Idee, da kommen wir doch einfach mit" Oder hast du Angst, dass die dann gesagt hätten: "Och nö, Frau Dingsbums, lassen sie mal, wir bleiben lieber unter uns...."

Bei uns ist das auch ähnlich, wir werden auch grundsätzlich nicht direkt angesprochen, aber mir macht das nichts aus, ich habe meine Leute, mit denen ich auch mal etwas unternehme. Ansonsten bin ich froh, wenn ich bei diesen Nachbarschaftsgartenpartys nicht dabei bin (meistens artet das sowieso füher oder später in sinnloses Besäufniss aus). Und ja, ich spreche auch lieber "tiefgründig" als "belanglos" unhd ich denke, das ist genau das Problem, das die meisten anderen Menschen mit mir haben #winke.

Diese Vereinsmeierei hat sowieso auch immer einen faden Beigeschmack und man muss schon dafür gemacht sein, um sowas auszuhalten (ist meine Meinung). Ich hab lieber nur eine Handvoll richtige Freunde, die mich so nehmen, wie ich nunmal bin, als mich mit der kompletten Nachbraschaft gut zu verstehen (was im übrigen ein ziemlich anstrengender und fast unerfüllbarer Anspruch ist).

Naja, dann wünsche ich dir mal, dass du deinen Weg findest, ohne dich verbiegen zu müssen.

LG Tina

Beitrag von thyme 01.11.10 - 09:23 Uhr

Wahrscheinlich denken Eure Nachbarn über euch, dass ihr zwar Nette seid, aber lieber für euch bleibt und getrauen sich nicht so recht, euch einzuladen?

Vielleicht solltet ihr etwas mehr in die Offensive gehen? Euch wenns passt selber mit einladen, z.B. euch der lockeren Halloween-Runde gleich anschliessen? Damit meine ich nicht aufdrängen oder so, sondern eben halt wenns passt.

Small-Talk ist wichtig. Es geht ja nicht darum, auf einer Party gleich die Freundschaft fürs Leben schliessen, sondern eher darum, sich zu beschnuppern und festzustellen, ob man einigermassen kompatibel ist. Das hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun, sondern mit Sozialkompetenz ;-)
Ich würde auf einer Party auch nicht die grossen Fragen des Lebens diskutieren, das ist dann eher ein Thema für die kleinen Runden. Aber damit die zustande kommen, brauchts halt eben Smalltalk als Einstieg.

LG thyme

Beitrag von nele27 01.11.10 - 10:21 Uhr

Hi,

wahrscheinlich machst Du Dir zu viele Gedanken, das wirkt verkrampft...

Wir wohnen seit 2 Jahren hier und haben auch lange noch nicht einen ähnlichen Freundeskreis wieder wie in unserer alten Heimat. Man denkt immer, weil man über die Kinder so viele Leute kennen lernt, müsste man schnell tausende von Freunden haben.
Aber ich stelle fest, dass es schwieriger ist als zu Singlezeiten... man ist eben doch in seinen Strukturen drin, hat nicht mehr sooo viel Zeit, muss mit Kindern mehr planen. Und das, obwohl ich mich eher als unkompliziert und Herdentier bezeichnen würde...

Daher denke ich, dass Du evtl. einfach zu verkrampft da ran gehst. Du schreibst ja selbst, dass Smalltalk nicht so Dein Ding ist, daher ists halt schwieriger, sich mit Dir zu unterhalten.
Das sollte Dich aber nicht veranlassen, Dich total zu verstellen. Vll findet Ihr nie einen riesen Bekanntenkreis - aber das muss ja auch nicht. Manche sind eben mehr die Typen für 2-3 nette Pärchen als richtig feste Freunde als für ne riesen Clique.

Mit dem Reihenhaus oder anderen materiellen Dingen hat das übrigens nichts zu tun ;-)

Vll versucht Ihr nochmal, über ein Hobby oder das Internet Freunde zu finden? Vll liegt Euch das mehr als Nachbarschaft und Kinderaktivitäten (wo man nämlich zwangsläufig beim Small Talk landet).

LG, Nele

Beitrag von stormkite 01.11.10 - 10:51 Uhr

Ach ja, beim "Smalltalk" bin ich übrigens eine, die nicht so über oberflächliche Dinge reden kann. Ich bin eher tiefgründig, führe lieber tiefere Gespräche, als über Rezepte, Angebote oder die erzieherischen Höchstleistungen der Kinder zu sprechen.

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Ich glaub, das ist der eigentliche Knackpunkt. Ich bin da ähnlich wie du, und der Umgang mit den Leuten in den gutbürgerlichen Vorortsiedlungen klappt bei mir auch nicht. Da pass ich nicht rein. Klar, ich kann mich da anpassen, und den Abend mit Tratsch und Kochrezepten zubringen. Aber ich gehöre nicht zum Freundeskreis. Eingeladen wurde ich, weil mein Exmann dazugehörte.

Ich habe Freunde die meine Interessen teilen, die wie ich kreativ arbeiten, und deren Weltsicht zu meiner passt. Wenn ich da tiefgründigere Themen diskutiere, habe ich entsprechende Gegenüber, die das als normal empfinden und mithalten.

Ich glaub nicht, das du was falsch machst. Du versuchst nur Kontakt zu Leuten zu bekommen, die nicht zu dir passen.

Gruß, Kite