Wie Dienstaufsichtsbeschwerde verfassen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von glueckskind86 01.11.10 - 09:38 Uhr

Hallo,

vor einigen Wochen wurde vor Gericht der Umgang zwischen meiner Tochter und dem KV verhandelt. (Ergebnis war eine gerichtliche Vereinbarung in der alles Mögliche von mir erpresst wurde)
Unter anderem wurde ich dazu verpflichtet, freiwillig (?!?) einer Mediation beizuwohnen.
Dazu wurde mir gesagt, dass es vorher ein Treffen mit dem Jugendamt gibt, in dem ich eine Schweigepflichtverzichtserklärung unterschreiben soll um Daten weiter zu vermitteln und in dem mir eine Auswahl an Angeboten zur Mediation gestellt wird, unter der ich mich entscheiden kann, oder alternativ sogar selbst einen Mediator wähle.

Am Wochenende erreichte mich dann ein Brief von der Väterinitiative.
Die Bearbeiterin vom Jugendamt hätte meine Daten weitergericht und sie wären jetzt für die Mediation verantwortlich.
Ich solle doch einen Termin ausmachen.

Ein vorher abgesprochenes Treffen mit dem JA gab es nie, und ich habe niemals diese Verzichtserklärung unterschrieben.

Da ich mich nun wirklich übergangen fühle, habe ich beschlossen eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen. Da diese allerdings häufig als formlos, fristlos, fruchtlos gelten, möchte ich mich dazu vorher mal erkundigen wie ich das formal am besten gestalte.

Meine Recherchen ergaben, dass eine genau formulierte Angabe von verletzten Paragraphen wohl hilfreich sei.
Meines Erachtens nach handelt es sich hierbei ja eindeutig um die unerlaubte Weitergabe meiner Daten.
Habt ihr dazu vllt. Erfahrungen?

Vielen Danke für eure Mühen!

Beitrag von redrose123 01.11.10 - 09:45 Uhr

Geh doch einfach zu dieser Mediation und schau was dabei rumkommt, wieso stellst du dich dermassen quer? Ich kenn deine Geschichte ja nicht, aber solange der Kv kein Verbrecher ist wo ist dein Problem?>Nur weil ein Gespräch nicht stattgefunden hat mit dem JA ? Frag doch mal nach wieso es nicht stattgefunden hat#kratz

Beitrag von galeia 01.11.10 - 10:10 Uhr

Bevor du die große Keule raus holst, würde ich vermutlich erst einmal die Dame auf dem Jugendamt anrufen und freundlich nachfragen, warum anders verfahren wurde, als im Gerichtstermin vereinbart wurde? So wie du schreibst, wurde dir auch nur "gesagt", wie es laufen wird, es wurde jedoch nichts schriftlich festgehalten. Woher weißt du also nun so genau, dass das "Vergehen" der JA-Mitarbeiterin eine DA rechtfertigt.

Mir scheint, die Mediation ist bei dir am richtigen Ort, du scheinst sie nötig zu haben, da du nicht in der Lage bist, in vernünftiger Art und Weise Probleme zu klären und auch mal sein eigenes Verhalten zu reflektieren.

FG H. #klee

Beitrag von redrose123 01.11.10 - 10:11 Uhr

Seh ich auch so, hauptsache sie kann sich querstellen #augen

Beitrag von glueckskind86 01.11.10 - 10:38 Uhr

Mir geht es hier lediglich darum, dass unberechtigter Weise meine Daten weiter vermittelt wurden. Ich denke nicht, dass ich schriftlich haben muss, dass sie diese nicht einfach weiter reichen darf.
Das ist auch nicht die erste Aktion von dieser Beamtin, und zuvor habe ich auch das Gespäch mit ihr gesucht. Aber es ist müßig.

Ob ich zu einer Meditaion gehe oder nicht, habe ich hier nicht erörtert. Dies ist auch gegenstandslos, da ich ohnehin dazu verpflichtet bin.

Und ja, ihr kennt meine Geschichte nicht, daher ist es auch sehr voreingenommen zu behaupten, ich würde mich nur quer stellen wollen.

Vllt. zur Information: der KV musste sich von SEINEM Anwalt vor Gericht sagen lassen, dass er nicht versteht, wo das Problem liegt, da ich doch sehr vernünftig bin.
Statt dessen muss ich mich unentwegt demütigen lassen. Obwohl ich stets einen Umgang gefördert habe, läuft er von Behörde zu Behörde, und von Mensch zu Mensch, und erzählt ich würde einen Umgang boykottieren und mir mir wäre nicht zu reden.
(Nachdem wir uns 2 Tage zuvor getroffen hatten um zu reden)
Ich telefonierte ihm ein halbes Jahr hinter her als er sich absetzte. Ich habe darauf bestanden, dass ein regelmäßiger Umgang besteht.

Nun muss ich unter anderem dem Unterhalt nachjagen (er meinte ohne amtliches Schreiben zahlt er nichts), während er seit der Trennung regelmäßig Kontakt hat, ich sogar mit zu seinem Geburtstag kam weil er das schön fand Familie zu spielen usw...
Statt dessen kommt er mit einem Pullover zur Abholung auf dem demonstrativ ganz groß steht:! Vater ohne Rechte! um mit selbigem Pullover Hand in Hand mit dem Kind das Wochenende zu verbringen.

Eine Ohrfeige für alle Väter ohne Rechte.
Entschuldigt, aber langsam habe ich davon genug, immer und überall bloß gestellt zu werden. Ja, da werd ich langsam pampig.

Ich kenne selbst Väter, die um solche Sachen kämpfen müssen. Und sie finden sein Verhalten gänzlich unangebracht.

Ich sehe mich auch Momentan nicht in der Lage noch viele Worte mit ihm zu wechseln. Ehe mir die Hutschnur platzt sage ich lieber nichts.

Beitrag von janamausi 01.11.10 - 11:21 Uhr

Hallo,

wenn der Umgang gerichtlich geregelt wird, ist normalerweise ein Gerichtstermin anberaumt und in dem wird der Umgang gerichtlich festgesetzt. Daher wird es wohl schon seine Gründe haben, warum Du vom Gericht "zu allem möglichen erpresst" wurdest bzw. Du jetzt "verpflichtet bist einer Mediation beizuwohnen".

Das passt nicht so ganz mit der Aussage "dass er nicht versteht, wo das Problem liegt, da ich doch sehr vernünftig bin" zusammen.

Du schreibst, der Gerichtstermin ist einige Wochen her. Was ist denn in den Wochen passiert? Hast du dich nicht um deine "Auflagen" gekümmert?

Sicherlich war der Pullover eine Provokation, aber die scheint ja ihre Wirkung zu haben, sonst würdest Du dich nicht darüber aufregen. Steh doch einfach drüber. Deine Tochter kann noch nicht lesen und bekommt zum Glück das noch nicht mit.

<<Ich telefonierte ihm ein halbes Jahr hinter her als er sich absetzte. <<
<<während er seit der Trennung regelmäßig Kontakt hat,<<

Hatte er nun regelmäßigen Kontakt oder sich abgesetzt und damit keinen Kontakt? #kratz

<<ich sogar mit zu seinem Geburtstag kam weil er das schön fand Familie zu spielen usw... <<

Du hättest dich ja auf sein "Spiel" nicht einlassen müssen. Somit kannst Du es jetzt nicht den KV in die Schuhe schieben.

<<Und sie finden sein Verhalten gänzlich unangebracht. <<

Sorry, aber ich finde euer Verhalten gänzlich unangebracht. Die Gerichtsverhandlung ist Wochen her und die Mediation ist immer noch nicht erfolgt...

janamausi

Beitrag von glueckskind86 01.11.10 - 11:47 Uhr

Es wurde ein Gerichtstermin festgesetzt, dieser fand auch statt. Da aber alle festgestellt hatten, dass ich mich nicht sträube und VERNÜNFTIG zum Kindeswohl agiere, wollten sie uns nicht in ein Urteil zwängen.

Und ich bin verpflichtet einer Mediation beizuwohnen, da ER recht unmöglich aufgetreten ist. Und allein würde eine Mediation wohl keinen Sinn ergeben.
Meiner Meinung nach müssen wir nicht reden. Solange keiner vor dem Kind streitet sollte es auch so gehen. Und das liegt nicht an mir.

Er hatte zumindest regelmäßigen Telefonkontakt, was schließlich auch Kontakt ist, da ich mich dafür eingesetzt habe. Und als er zurück kam, habe ich ihm immer die Tür geöffnet, bis seine Anfeindungen anfingen. Dann habe ich ihn darauf verwiesen, dass ein getrennter Umgang vermutlich besser ist, und er sie doch über Nacht zu sich holen solle.
Dagegen wollte er sich zunächst sträuben, weil es ihm nicht passte sich zu kümmern.


So ja, und als er dann merkte, dass ich zufrieden war, weil es funktionierte ( regelmäßiger Telefonkontakt, spontane Treffen auf seinen Wunsch unter der Woche, alle 14 Tage Übernachtungen) und alle zufrieden waren ging es zum JA und alle möglichen Unterstellungen begannen.
Auf einmal forderte er längere Übernachtungen. Gut, ich ging darauf ein. Das Kind fing allerdings an einzunässen und weinte viel.
Dennoch hat er darauf bestanden, ansonsten würde er vor Gericht gehen.
Ich habe mir extra frei genommen um sie immer wieder nach den Wochenenden aufzufangen, und so ging es ihr besser.
Aber ich kann mir nicht jeden 2. Montag frei nehmen.
Das war auch was ich mit Erpressung meinte. Ich hatte letztendlich die Wahl zwischen 2 Nächten oder 3en, obwohl sogar eine Aussage von einer Erzieherin bestand, dass es dem Kind nicht so gut erging.
Aber wir sollen es mal ausprobieren, vllt. wird es ja mit der Zeit besser.

Zitat:

<< Dazu wurde mir gesagt, dass es vorher ein Treffen mit dem JA
<< gibt, in dem ich eine Schweigepflichtverzichtserklärung unterschreiben << soll um Daten weiter zu vermitteln und in dem mir eine Auswahl an <<Angeboten zur Mediation gestellt wird

Wir sollten auf ein Schreiben vom JA warten.
Es hat Wochen gedauert da die Frau im Urlaub war.

Ich habe mich an alle Auflagen gehalten.

Meine Güte, es nervt, dass kategorisch jede Mutter die vom KV getrennt ist und nicht alles mit sich machen lässt hier angegangen, und an den Pranger gestellt wird...

Ich habe eine einfache Frage gestellt...

Dass ich beim Gebrutstag war, sollte lediglich andeuten, dass ich nicht auf Anfeindungen aus bin.
Auch habe ich ihm viel Geld geliehen, damit er einen besseren Start hatte.
Ich bin ihm 1000 fach entgegen gekommen und nun muss ich mich von wildfremden Leuten anprangern lassen, nur weil ich es nicht in Ordnung finde, wenn man ungefragt meine Daten weiter reicht und ich mich erkundige, wie ich diesen Sachverhalt am Besten melde.

Ich habe nie gesagt, dass ich mich vor einer Mediation drücke.
Was das wieder soll....

Beitrag von manyatta 02.11.10 - 07:17 Uhr

Hi!

Ja, es ist wirklich hässlich was hier manchmal geschrieben wird.

Ich finde, man sollte sich sehr genau überlegen, was man hier anprangert. Denn dass die Schreiberin nicht ihre ganze Story erzählt und es nur kurz anschneidet, sollte klar sein. Und das was angeschnitten wird sollte man dann einfach so hinnehmen und sich auf die Fragestellung konzentrieren, denn hinterfragen bringt überhaupt nix, ausser dass es die Schreiberin fertig macht.....

Lass dich nicht verunsichern.

Deine Fragestellung ist schon richtig so, da würde ich auch auf die Barrikaden gehen.
Ich erlebe immer wieder ähnliches mit dem KV und versteh dich gut wie du dich fühlst, wenn du zu Unrecht immer wieder überall hingeschliffen wirst und sämtlichen Leuten im Amt immer alles rechtfertigen und erklären musst.

Ich habe bereits zwei Male eine Dienstaufsichtsbeschwerde gemacht. Allerdings mündlich. Beide Male habe ich einen Termin mit der Gruppenleiterin beim Jugendamt gemacht und persönlich mit denen gesprochen.
Das kann ich dir nur empfehlen. Sie nimmt dann alles auf und leitet es weiter bzw klärt es direkt mit den Beamten, evtl auch mit dir zusammen!
Die Gespräche waren immer ganz gut, da ich dann gleich einige Dinge hinterfragen konnte und nicht ewig auf Antworten warten musste.

Alles Gute!

Beitrag von glueckskind86 02.11.10 - 09:58 Uhr

Dankeschön, endlich mal eine Antwort! :-)

Vielen Dank für den Tipp. Die mündliche Variante ist eine gute Idee!


Danke #blume
liebe Grüße, glueckskind

Beitrag von manyatta 02.11.10 - 16:31 Uhr

Hi!

Es kostet einige Überwindung aber ich kann es dir nur empfehlen mündlich zu machen.
Wende dich an einen Gruppenleiter im Jugendamt.

Bei meiner letzen Beschwerde (an alle Kirtiker: JA, sie war mehr als gerechtfertigt!! ;-)) habe ich durch das Gespräch sehr viel erreicht und es ist endlich Bewegung in eine sehr komplizierte Geschichte gekommen, auch bekam ich nach Jahren eine neue Bearbeiterin. Endlich wurde aufgedeckt, wie manche Mitarbeiterinnnen beim Jugendamt so ihre Arbeit machen, nämlich gar nicht.

Alles Gute!!

Beitrag von janamausi 02.11.10 - 15:41 Uhr

Hallo,

das man hier nicht ALLES erzählt ist klar, aber man sollte ALLES WICHTIGE erzählen.

So wie die TE im Ausgangspost geschrieben hat, kam es halt ganz anders rüber als es wirklich ist. Warum sollte man ihr also einen Tip geben, wenn es so rüber kommt, als ob sie grundlos eine Dienstaufsichtsbeschwerde machen will? Da ist es doch besser seine Meinung offen zu schreiben als die TE "ins Messer laufen zu lassen".

janamausi

Beitrag von manyatta 02.11.10 - 16:26 Uhr

Hallo!

Ist es denn eure Aufgabe hier zu hinterfragen, ob ihre Absicht "grundlos" ist?
Gründe wird sie genug haben, sonst würde sie ja nicht auf die Idee kommen. Und ich finde es durchaus gerechtfertigt. DATENSCHUTZ!

Sie brauchte einen Tip wie sie etwas schreibt bzw wie sie es angeht. Sie hat hier niemanden darum gebeten über sie zu urteilen oder über ihre Absichten. Es wird schon Gründe haben, und die hat sie ja auch geschrieben. Es ging um ihre Daten, die einfach weitergegeben wurden. Nur darum, und nichts anderes.


Ich versteh dich schon irgendwie aber das ist halt das Schwierige in so einem Forum.
Weißt du, ich hab auch oft Fragen. Nur ist es mir kaum möglich die hier zu stellen, da die Hintergrundgeschichte einfach eine sehr sehr lange und hoch komplizierte ist. Das könnte ich hier niemals kurz und auf den Punkt gebracht hiert schreiben und es gehört hier auch nicht her.

Gruß
manyatta

Beitrag von parzifal 01.11.10 - 10:40 Uhr

Sollte Dein Schwerpunkt nicht eher sein zu begründen, warum Du eine Mediation ablehnst?

Bzw. warum das JA hierzu nicht geeignet ist?

Es hat den Anschein, dass Du nur Gründe suchst die Dir "aufgezwungene" Mediation zu umgehen.

Sah die "Erpressung" so aus, dass es bei Weigerung ansonsten für Dich negative Konsequenzen hat? Eventuell zu recht?

Beitrag von starshine 01.11.10 - 11:16 Uhr

Ich verstehe auch nicht, warum Du die Mediation ablehnst.

Ich verstehe allerdings, dass Du sauer bist, dass das vom Gericht vorgegebene Vorgehen nicht eingehalten wurde. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde wuerde ich allerdings nicht einlegen.

Es stand Dir frei selbst einen Mediator zu waehlen und es sieht so aus, als haettest Du Dich nicht darum gekuemmert. Der KV scheint aber sehr interessiert daran zu sein und hat die Initiative ergriffen.

Wenn Du das nicht willst, dann solltest Du Deine Zeit lieber darauf verwenden mit dem KV zu einer Einigung zu kommen zum Wohle des Kindes als Dich am Verfahren aufzuhaengen. Das bringt weder Dir noch Deinem Kind etwas.

Viel Glueck!