Oma muss ins Betreute Wohnen

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von arronax 01.11.10 - 10:54 Uhr

Hallo an alle

Meine Oma (81) hatte jetzt vor einem halben Jahr Darmkrebs, der wurde Gott sei Dank rechtzeitig erkannt und ihr wurde ein Stück Darm entfernt und in einer zweiten Operation ein künstlicher Darmausgang gelegt.
Sie war fast 4 Wochen im Krankenhaus, und bekam dann einen Rehaplatz.

Während der Zeit als sie im Krankenhaus war, hat sie meine Mutter sehr oft besucht und meine Oma hat sie immer wieder angefleht und nachgefragt, ob wir denn schon einen Platz in einem Betreuten Wohnen gefunden haben. Wir haben sie dann auch angemeldet in einem sehr guten Heim, haben dort aber bis jetzt keinen Platz bekommen.

Das Heim liegt in der Nähe vom Wohnort meiner Mutter, etwa 50 Kilometer von meiner Oma entfernt.

Oma ist jetzt aus der Reha zurück und wohnt jetzt bei meiner Mutter, die sich um sie kümmert und ihr bei allem hilft, was sie nicht alleine schafft.

Uns wäre es am liebsten, wenn Oma dort bleiben würde, bis sie einen Platz bekommt, aber sie möchte unbedingt wieder in ihre Wohnung zurück und dort bleiben, vom betreuten Wohnen will sie nichts mehr wissen, denn "sie ist ja nicht krank und es geht ihr wieder gut".

Es geht ihr jetzt gerade halbwegs gut, sodass sie ohne Probleme alleine wohnen könnte, aber sie hat keinen Freundeskreis und eigentlich auch keine Bekannten, sie ist eine totale Einzelgängerin.
Sie geht sehr gerne spazieren, leider nicht in der Stadt sondern weit draußen im Wald, wo sie stundenlang alleine ist.
Wir machen uns halt Sorgen, sie braucht bloß irgendwo hinfallen oder stolpern und liegt dann da und kann nur hoffen, dass sie jemand findet. Ein Handy oder ähnliches nimmt sie partou nicht mit, dass "ist ja nur etwas für alte Leute".

Es ist unmöglich, ihr mit logischen Argumenten zu kommen um sie von etwas zu überzeugen, sie hat auf alles nur eine Antwort:

Ich fall nicht hin, weil ich pass ja auf.
Ich werd nicht krank, weil ich pass ja auf.
Mir passiert nix, ...

Das ist ein totales Totschlagargument, mit dem sie stur alle Diskussionen beendet.

Das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, wir wollen Sie nicht abschieben, sonder wir wollen nur ihr bestes. Im BW wäre sie soweit eigentständig wie es für sie in Ordnung ist, aber hätte halt Hilfe wenn etwas nicht geht. Und meine Mutter könnte öfter nach ihr sehen.


Habt ihr irgendwelche Idee, wie man sie überzeugen kann, oder selber ähnliche Erfahrungen gemacht ?

Grüße Arronax

Beitrag von jill1976 01.11.10 - 11:10 Uhr

Hallo

viell. mal nen" Schnuppertermin" machen und mit ihr hingehen,das sie sich alles nur mal ansehen kann und sich informieren.


LG Ramona

Beitrag von alkesh 01.11.10 - 11:10 Uhr

Sie ist eine erwachsene Frau, lass sie ihre eigenen Erfahrungen machen!

Wir machen das auch gerade durch und ich bin mittlerweile soweit das mir alles egal ist, ich bin es einfach leid!

Meine Oma wartet auf eine Pflegestufe und will dann direkt ins Heim. Vom betreuten Wohnen will sie nix wissen, dabei könnte sie dort im Heim essen und an den Aktivitäten teilnehmen, wäre also nicht mehr alleine, denn das bemängelt sie zur Zeit.
Trotz mehrfachem Vorrechnen glaubt sie das sie sich das nicht leisten kann, sie glaubt uns einfach nicht das sie dort genauso viel bezahlt wie jetzt.

Ich lass sie jetzt den nächsten Schritt machen, sie muß nur was sagen und ich besorg Ihr sofort nen Platz, aber so lange sie sich weigert, hat sie einfach Pech gehabt.

LG

Beitrag von sini60 01.11.10 - 11:42 Uhr

Hallo,
es gibt auch die Möglichkeit in der eigenen Wohnung zu bleiben und den Sozialdienst in Anspruch zu nehmen. Je nach Pflegestufe kommt dieser zweimal täglich bis einmal wöchentlich. Sie helfen bei der körperlichen Pflege und gehen auch mit spazieren. Essen auf Räder bringen das Mittagessen. Erkundige dich am besten beim Hausarzt und bei der Sozialstation.

Lg
Sini

Beitrag von oma.2009 01.11.10 - 12:22 Uhr

Hallo Sini, d


das der Pflegedienst kommt hat im Normalfall nichts mit einer Pflegestufe zu tun sondern nur etwas mit dem Geldbeutel. Bei einer Pflegestufe werden die Zuzahlungen evtl. weniger, aber kommen muß der Pflegedienst auch ohne eine Pflegestufe. Dann wird die REchnung direkt ins Haus geschickt, und derjenige, der gepflegt wird muß bezahlen.

LG

Beitrag von anarchie 01.11.10 - 11:44 Uhr

hallo!

ist sie geistig gesund?

Dann ist das ihre Entscheidung - nur ihre!
Stell dir vor, dir würde jemand sowas aufdrängen wollen...


Wie wäre es denn einen mini-Jobber einzustellen, der ihr ein wenig zur seite steht?


Meine Oma hat sein einigen Jahren einen "Notruf", wie ein pager, wenn sie ein problem hat, piepst sie meine eltern an...so für spaziergänge.


Meine Oma, 88, hat sich vor 5 jahren das Becken gebrochen, mit viel Glück, willen und Familienengagement ist sie wieder auf die Beine gekommen,
ihre wohnung konnte sie aber nicht mehr alleine bewältigen, sie wohnt jetzt bei meinen Eltern.
Sie ist wieder ziemlich fit und freut sich an 33 Ur-Enkeln:-)

lg

melanie mit 4 der ur-enkel;-)

Beitrag von zahnweh 01.11.10 - 12:15 Uhr

Hallo,

deine Bedenken kann ich gut verstehen. Kenne einige Menschen, die im BW und dort aufblühen.

U.a. ist dort die Miete deutlich billiger (inklusive dem meisten gebuchten) als für die Miete zuvor.

Der Druckknopf um den Hals, der bei Sturz den Arzt oder eine Nahe Verwandte Person informiert kann weggelassen werden (bringt übringens nur etwas, wenn die Person, die das trägt auch benutzt. Manche liegen lieber stundenlang in der Kälte mit folgender Lungenentzündung, als dass sie einmal drauf drücken. Sie wollten ja niemanden wecken).

Wenn Handys nur etwas für alte Menschen ist, dann bin ich seit Jahren schon uralt... und ich nutz es nur selten...
Inzwischen haben sogar schon Grundschüler Handys!

Vllt. hilft es ja ihr einzureden: dass nur alte Menschen kein Handy haben. Wer jung sein will, hat eines. (stimmt nicht voll, aber wer weiß).

Braucht sie medizinische Betreuung? Regelmäßige Medikamente oder Insulin?
Wenn ja, könntet ihr auch eine Hilfe von der Diakonie beantragen, die ins Haus kommt. Nicht das Wahre, aber es würde schon mal auffallen, wenn sie nicht zur eigentlichen Uhrzeit wieder zurück ist. Schränkt manche mehr ein als das BW, für andere ist es eine Erleichterung, weil sie so zu Hause bleiben können...

Beitrag von golm1512 01.11.10 - 17:44 Uhr

Hallo!

Ich kann da deine Oma nur zu gut verstehen! An eurer Stelle würde ich versuchen, dass sie in ihrer eigenen wohnung versorgt werden kann.

Ich hatte einen sehr alten Bekannten. Der hat allein in seinem Haus gewohnt und bis weit nach seinem 90. Geburtstag alles allein gemacht und sogar noch in seinem "Laden" gearbeitet. Im Haus gab eine Riesentreppe. Da habe ich mir immer ein bisschen Sorgen gemacht. Er hat aber gemint, dass das sein Weg wäre. Ihm wäre die Gefahr egal. Er war sehr danbar für sein hohes Alter und für all die Fähigkeiten, die er alnge behalten durfte. Er meinte, wenn diese Treppe seinen Tod darstellen sollte, dann wäre ihm das egal. Irgendwann wäre halt Schluss. Ich finde, da ist was dran.... (Er ist nach einem Sturz mit Oberschenkelhalsbruch und anschließender OP verstorben, aber er ist im Hospiz auf ebenen Boden gefallen. Im Bad. Und auch dort hat es eine Weile gedauert bis man ihn gefunden hat, weil er allein dorthin gegangen ist und nicht an die Klingel kam und eben nicht permanent jemand neben ihm stand.)

Auch im betreuten Wohnen kann deine Oma stürzen und sich was brechen. Da steht auch nicht 24 Stunden jemand daneben und passt auf. Ihr kann da wir dort was "passieren" und es wird irgendwann irgendwas passieren.

Ich würde in dem hohen Alter auch nicht mehr umziehen wollen. Lieber bin ich dann schlechter versorgt, aber ZUHAUSE, als in einem betreuten Wohnen. Ich finde schon gut, dass es diese Möglichkeit gibt, würde sie aber nicht jedem etwas hinfälligerem alten Menschen aufs Auge drücken wollen. Das mit dem Schnuppertag würde ich eurer Oma noch anbieten. Ansonsten ist es ihre eigene Entscheidung....

Viele Grüße
Susanne

Beitrag von arronax 01.11.10 - 18:08 Uhr

Erst mal vielen Dank an alle die mir so schnell geantwortet haben.

Das mit dem Pflegedienst ist zwar eine gute Idee, aber finanziell einfach nicht drin, da meine Oma nur eine sehr kleine Rente bekommt. Sie erhält zwar so weit es geht Unterstützung durch die Familie, aber das reicht nicht.

Und wenn sie dann bei uns in der Nähe wohnt, können wir einen Teil übernehmen, und sie hat vor allem Leute die sie kennt.
Wie gesagt sie ist eine ziemliche Einzelgängerin, und die zwei Bekannten die sie hat, kommen sie auch nur alle paar Wochen vorbei und uns fehlt einfach die Möglichkeit jeden Tag zu ihr nach München zu fahren.

Vorallem hat sie dort keine Möglichkeit einzukaufen, da das nächste Geschäft 20 Minuten Fussweg (Bus oder Bahn ist genauso weit weg). Und wenn ich mir dann vorstelle, dass sie alles was sie dort kauft, heimtragen muss.

Versteht mich nicht falsch, wir wollen sie weder abschieben, noch über ihren Kopf hinweg entscheiden, sonder mit ihr eine Lösung finden.

Die Idee mit dem Hausnotruf ist zwar auch gut, aber meine Oma weigert sich strikt so was zu benutzen, denn so was ist nur für alte, kranke Leute und sie passt ja schließlich auf.

Beitrag von jule2801 01.11.10 - 19:27 Uhr

Hallo,

wie wäre es denn, wenn Ihr anstatt eines Heimplatzes für sie einen Pflegedienst beauftragt, der zweimal am Tag bei Ihr vorbei schaut?

Meine Oma ist dieses Jahr 95 Jahre alt geworden und sie wohnt immer noch alleine in ihrem Häuschen, sie würde nie ins Heim gehen! Ich denke dass das in Ordnung ist, denn letztendlich sind sie erwachsen und müssen selber entscheiden was sie wollen.

lg Jule!

Beitrag von jule2801 01.11.10 - 19:33 Uhr

Na toll, da hätte ich wohl mal vorher alle Beiträge bis zum Ende durchlesen sollen...
Sorry! Wenn kein Pflegedienst drin ist, dann vielleicht eine Schülerin die einmal am Tag guckt, ob alles in Ordnung ist?! Die wäre halt deutlich billiger!

nochmal lieben Gruß
Jule