Umgang immer zu seinen Gunsten

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von kampfkroete 01.11.10 - 12:47 Uhr

Hallo.

Mein Ex und ich sind seit 6 Jahren getrennt. Unser Sohn ist 9. Ich arbeite 30 Std. die Woche als Erzieherin, er ist selbständig und hat eine 38 Std. Woche.
In den letzten 2 Jahren sah es so aus, daß unser Sohn jedes WE bei ihm verbrachte. 1x1 Nacht, 1x2 Nächte immer im Wechsel. Ferien hälftig. Und er hat noch einen ganzen Nachmittag unter der Woche mit seinem Sohn. Ich habe das gemacht weil ich auch nicht wollte daß die beiden sich zu lange nicht sehen.
Mittlerweile möchte ich aber, daß wir an den WE wieder abwechseln- er eins und ich eins, da ich unter der Woche kaum Zeit für unser Kind habe und er auch kaum Zeit Freunde hierher einzuladen. Immer ist hier Alltagsstreß und ich habe nur die 2 Tage im Monat am WE.
Ich hatte ihn ganz normal gefragt und er ist wider Erwarten richtig sauer geworden, will sogar bis vors Gericht. Sagt, es sei sein Gewohnheitsrecht.
SR haben wir beide, falls das von Bedeutung sein sollte.
Nun meine Frage: verlange ich Außergewöhnliches wenn ich am WE auch mal 2,5 Tage meinen Sohn haben möchte?? Er hat uns verlassen, von daher denke ich nicht, dass es gekränkter STolz ist.
Ich sehe aber nicht ein, daß ich hier immer den Stress habe und er die schönen WE genießt.
Nun hat er eine Mediatorin eingeschaltet. Weiß nicht was ich davon halten soll.
Außerdem wirft er mir vor, daß ich tageweise auch mal ohne unseren Sohn in Urlaub fahre (wenn er Umgang hat). Ich dachte, in seiner Zeit wo er ihn hat darf ich machen was ich will??? Ich kann ja auch nur weg, wenn ich Urlaub habe. Nein, ich soll ihn dann lieber in dieser Zeit nehmen und ihm die Wochenenden geben so seine Schnapsidee. Davon abgesehen war ich dieses Jahr schon 2x für 8 Tage mit dem Kleinen in Urlaub.

Kann er überhaupt was erreichen? Ich will ihn ja auch gar nicht ärgern. Möchte einfach nur mehr Zeit mit dem Kleinen, mehr nicht.

LG kk

Beitrag von fensterputzer 01.11.10 - 13:39 Uhr

er will dich schön in die Hand bekommen. Klar ist Umgang Absprachesache aber fast alle Gerichte sagen alle 2 Wochen das WE plus hälftig die Ferien. Mach dir keinen Kopf dann soll er eben mal versuchen zu klagen (es ist sein Geld das er wegwirft.)

Beitrag von lexika 01.11.10 - 14:47 Uhr

Hallo,

ich kann Dich verstehen - immer nur Alltag und keine Freizeit mit dem Kind ist nicht schön.
Ein Gewohnheitsrecht in punkto Umgang gibt es nicht sondern er ist den Gegebenheiten anzupassen - grade wenn die Kinder älter werden.
Aber was spricht gegen eine Mediation?
vielleicht ist es leichter wenn Dein Ex von jemand neutralem gesagt bekommt dass Dein Kind auch ein Recht drauf hat mit Dir normale Freizeit zu erleben.
Im Gegenzug könnt ihr vielleicht eine Weg finden ihn mehr in den Alltag einzubinden (z.b noch Montags in die Schule bringen oder den Transport zum Sportverein etc übernehmen).

Und ob Du in der Zeit wo der Junge nicht bei Dir ist ins Schwimmbad gehst oder einen Städtetrip machst kann ihm doch egal sein - sonst dürfte er umgekehrt ja selber auch nichts ohne euren Sohn machen - das ignorierst Du am besten.

LG, Christine

Beitrag von amory 01.11.10 - 17:17 Uhr

Hallo Kampfkroete,

ich kann dich gut verstehen, wir hatten iene ähnliche regelung und ich habe nach nur 2,5 monaten die krise bekommen. ich habe die kleine einfach kaum noch richtig zu gesicht bekommen....er hat es anfangs gar nicht verstanden und erst iengelenkt, als ich damit gedroht habe, das wechselmodell komplett aufzukündigen (auch nicht ganz fair, aber ich war völlig verzweifelt...).

jedenfalls habe ich mich rechtlich beraten lassen und kann dir sagen: egal, welche regelung ihr habt, wecheselnde wochenenden und geteilte ferien gehören in jedem fall dazu. kein gericht und auch kein mediator würde dir die hälfte der wochenenden absprechen.

bei mir hat der vater der kleinen dann zum glück auch ohne meidation (die wir trotzdem machen) eingesehen, dass die regelung unfair ist. und shocn nach dem ersten wochenende war mir klar, dass ich recht hatte und das es etwas ganz anderes ist, freie tage mit kind zu verbirngen als arbeitstage.

von daher: bleib gelassen. gehe zur mediation (kann ich sowieso nur schwer empfehlen!). der mediator wird das verstehen und unterstützen, da bin ich mir sicher.

grüße, amory