Wie hole ich ihn (4,5 J.) aus der Rumpelstilzchen-Falle?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kabenti 01.11.10 - 20:17 Uhr

Hi!

Ich brauche mal euren Rat!

Mein Sohn (bis zum Sommer ein total ausgeglichener, wissbegieriger und NORMAL lebhafter Junge) mutiert immer mehr zum Rumpelstilzchen und ich weiß gar nicht, wie ich überhaupt noch einschreiten kann...

Im Sommer lernte er im Urlaub einen 6-jährigen Jungen kennen, der sehr hibbelig war und sich überhaupt nicht allein "vernünftig" beschäftigen konnte, außerdem aufgrund seiner Entwicklung noch nicht eingeschult werden sollte (was ich prinzipiell absolut okay fände). Das einzige, was dieser Junge den ganzen Tag "spielte", war sich schreiend in den Sand zu werfen und den Sand in die Höhe zu schmeißen, sich darin wälzen etc. Mein Sohn betrachtete das bis dahin mit Misstrauen, ich natürlich schon sowieso (solches Verhalten kannte ich bei meinem Sohn bis dahin NICHT).

Aber kaum war dieser Junge abgereist, führte mein Sohn dieses "Verhaltensmuster" fort, als wolle er es auch mal ausprobieren. Und dieses Verhalten steigerte sich seitdem immer weiter: Er plappert alles, was er früher einmal gesagt hat, sich unentwegt zig Mal vor(als wäre er Gaga), er rutscht, robbt und rollt permanent über unser Pakett, springt zu den unpassendsten Anlässen wie blöd herum und bufft alle möglichen Leute an, kreischt in Oktaven jenseits von Gut und Böse sinnlos herum. Wir sind wirklich JEDEN Tag draußen(wohnen eher ländlich), er hat wirklich viel Bewegung, also an einem Bewegungsdefizit liegts sicher nicht.

Oft ist er nicht in der Lage, sich selbst eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen (was bis zum Sommer NIE ein Problem war) und wenn er dann etwas macht (Malen, Puzzlen, etc.), geht es vielleicht 3 Min. und dann wird er wieder unruhig.

Der Kinderarzt tut sein Verhalten als "alles eine Phase" ab. Aber für mich wirkt das mittlerweile echt krankhaft, auch wenn ich bereit bin, so einiges an Durchgeknalltheit zu tolerieren.

Mein Sohn selbst scheint auch sehr unglücklich mit sich selbst zu sein, flippt häufiger aus als sonst, lässt sich nur schwer beruhigen, wird dann in einem Wutanfall ganz steif zittert richtig vor Anspannung... Er schafft es dann keinesfalls, sich selbst zu regulieren, was früher einwandfrei klappte...

Wer kennt das? Wie geht ihr damit um? Gibt's Tipps, wie ich ihn wieder "auf die Spur" bringen kann?

Ich freu mich auf eure Antworten

LG
Kabenti

Beitrag von nuckelspucker 01.11.10 - 20:52 Uhr

hey,

ich hab keinen tipp für dich, leider. mein sohn ist 5 und tickt auch oft aus. wir geraten seit einiger zeit mehrmals täglich aneinander. manchmal ist er schon morgens beim aufstehen unausstehlich und sucht gründe, um sich zu streiten.

wenn er nen ausraster hat, bekomme ich ihn kaum unter kontrolle. er wütet sich in rage und ich lass ihn dann meist in ruhe. früher hat es mal geholfen, wenn ich ihn in einer solchen situation fest in den arm genommen habe. aber jetzt wird er aggressiv, wenn ich ihn anfasse.

ich hoffe, dass es nur eine phase ist. manchmal hab ich schiss, dass er in der schule später probleme haben wird, wenn er sich nicht alleine wieder einkriegt. aber ich hab keine ahnung, wie ich ihm dabei helfen kann.

er hat es jedoch auch derzeit nicht leicht. er ist seit 14 monaten großer bruder und hat oft mit eifersucht zu kämpfen. seine oma ist alkoholikerin, was ihm schwer zu schaffen macht und sein papa geht demnächst in die klinik und wird operiert. all das sind sicher auch gründe für sein verhalten.

niclas hat sich seit monaten gewünscht, gitarre zu lernen und nun hat er damit angefangen. er kann sich super konzentrieren, wenn wir zuhause üben, klappt das sehr gut. er ist dabei ganz ruhig und lange bei der sache.

auch bei lego-arbeiten ist er lange dabei, wenn es darum geht, irgendein gefährt nach seitenlanger anleitung zusammen zu bauen.

lg claudia

Beitrag von jokie 02.11.10 - 10:08 Uhr

Hallo,

vielleicht gehst du noch mal zu einem anderen Kinderarzt und holst dir eine zweite Meinung ein? Wie ist es denn im Kindergarten? Ist er dort auch anders, oder nur Zuhause?

LG Jokie

Beitrag von kabenti 03.11.10 - 20:57 Uhr

Hi Jokie!

Im Kindergarten geht scheinbar im Moment so einiges drunter und drüber: die Gruppe hat sich nach den Sommerferien sehr verjüngt, er gehört jetzt zu den "Sandwichkindern", also der mittleren Altersklasse. Auch dort ist aufgefallen, dass er zunehmend unruhiger war und sich schwer selbst eine Beschäftigung suchen konnte. Allerdings betrifft es nicht nur ihn, sondern auch die Jungs, mit denen er dort seine Zeit größtenteils verbringt...

Ich habe einfach Sorge, dass er größere Probleme bekommt. Im Moment ist er zwar sehr beliebt (hat ständig Einladungen zum Kindergeburtstag und Verabredungswünsche für Nachmittags), aber das kann sich ja auch ganz schnell ändern.

Sonst ist er im öffentlichen Rahmen eher zurückhaltend bis schüchtern, kein typischer Draufgänger also. Darum wundert mich sein impulsives Verhalten zuhause ja auch so sehr.

LG
cori