Kinder machen Politik -welche Möglichkeiten gibt es?

Archiv des urbia-Forums Politik & Philosophie.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von a79 01.11.10 - 23:06 Uhr

Hallo,

es wird ja immer wieder mal darauf hingewiesen, dass schon Kinder früh was über die Demokratie, in der sie leben, lernen sollen, am Besten noch, indem sie selbst teilnehmen.
Welche Möglichkeiten gibt es denn für Kinder, ihre Interessen zu vertreten? Gibt es in Eurer Stadt oder im Umkreis Interessenvertretungen durch Kinder, z.B. im KiGa, Rathaus, Jugendparlament o.ä.?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir dazu Eure Erfahrungen schreiben würdet (könnte mir sowas für unseren KiGa vorstellen und möchte gern mehr erfahren) oder evtl. Links in der Richtung für mich hättet.

LG und Danke schonmal!

Andrea

Beitrag von leopoldina1971 02.11.10 - 15:57 Uhr

Hallo Andrea,

hier ein Beispiel: http://blog.tivi.de/logo-bundestagswahl-2009.de/2009/08/schulerparlament.html

Fraglich ist jedoch, ob dein Vorhaben tatsächlich geeignet ist für Kindergartenkinder. Kann ich mir nicht vorstellen. Jedoch kann ich mir vorstellen, mit den größeren Kiga-Kindern evtl. dem Rathaus oder Bürgermeister einen Besuch abzustatten.
Wir haben unser Kind innerhalb der Familie an gewisse politische Themen herangeführt, nachdem seinerseits Fragen diesbezüglich aufkamen. (Bundeskanzlerin; Wer und was macht ein Bürgermeister; was sind Gesetze und warum muss man sich an diese halten; wer ist Obama usw.)

LG

Beitrag von zeitblom 02.11.10 - 16:02 Uhr

Nichts spricht gegen (politische) Bildung...doch wenn es darum geht, dass Kinder "Demokratie leben" sollen( indem sie ihre vorgeblichen Interessen vertreten lernen sollen), dann, so meine ich, ist die Grenze zum Kindesmissbrauch schnell uebertreten....

Beitrag von leopoldina1971 02.11.10 - 16:10 Uhr



Welche vorgeblichen Interessen meinst du denn?

Beitrag von zeitblom 02.11.10 - 16:14 Uhr

nun, sei es Stuttgart21, Gesamtschule, Atomkraftwerke etc... Kinder werden da nicht nur zu den Demonstrationen mitgenommen, sondern oft auch eine "Meinungsaeusserung" in die Hand gedrueckt..., die in aller Regel die Meinung ihrer Muetter (und Vaeter?) ist.

Beitrag von leopoldina1971 02.11.10 - 16:21 Uhr

Ja, da gebe ich dir Recht.
Ich dachte, du meinst "Demokratie leben" im allgemeinen Sinne, sprich im täglichen Leben. Denn diese sollte schon in jungen Jahren vermittelt bzw. erklärt werden; angefangen in der Familie.

Kleine Schlauberger als "Produkt" bzw. "Sprachrohr" ihrer Eltern gibt es leider nicht nur im Bereich "politisches Leben"!;-)

LG

Beitrag von zeitblom 02.11.10 - 16:31 Uhr

"im allgemeinen Sinne"

dass z.B. im Familienleben Kinder ein Mitspracherecht, wenn auch nicht das Entscheidungsrecht haben, finde ich selbstverstaendlich. Fuer mich faellt dies weniger unter "Demokratie" als viel mehr unter "gegenseitiger Respekt".

Beitrag von leopoldina1971 02.11.10 - 16:40 Uhr

Und ich dachte dabei an unseren Erziehungsstil (scheint ja ein demokratischer zu sein)
In etwa so: http://www.hallofamilie.de/familienleben/erziehung/artikel/1/862-die-vorzuege-einer-demokratischen-erziehung.html

LG

Beitrag von nele27 03.11.10 - 11:01 Uhr

Also ich nehm mein Kind auch zur Anti-Atom-Demo mit, warum auch nicht?? Ich geb ihn bestimmt nicht deswegen in die Betreuung, damit er bloß nichts von meiner Meinung mitbekommt ...

Außerdem haben Kinder doch zwangsläufig mit den Ansichten ihrer Eltern zu tun. Sonst müsste man jegliche Diskussionen in die Abendstunden verlegen ...
Na, und ob es für die Entwicklung besser ist, wenn stattdessen über RTL-Serien, das Wetter oder schöngeistige Literatur geredet wird?
Finde es immer befremdlich, wenn Leute sich aufregen, man würde die Kinder "instrumentalisieren", weil sie mal ein Plakat mit festhalten dürfen.

In meiner Kindheit war die Politik sehr präsent, das ist doch was Gutes. Bin damit aufgewachsen, dass es dazu gehört, sich politisch zu bilden - auch wenn ich längst nicht in allen Punkten der Meinung meiner Eltern bin. Trotzdem habe ich gelernt, dass man sich für Dinge einsetzen kann.
Das finde ich wichtig.
Die Abgrenzung kommt dann automatisch...ist doch in anderen Bereichen auch so.

LG, Nele
als Kleinkind schon stolz für die 35-Stunden-Woche demonstriert :-)

Beitrag von zeitblom 03.11.10 - 12:13 Uhr

"nicht deswegen in die Betreuung, damit er bloß nichts von meiner Meinung mitbekommt ... "

Ich gehe davon aus, dass Dein Kind noch "gar nichts" mitbekommt. Und solange Du nicht behauptest, Dein Kind haette mitdemonstriert ist es ja ok.

"Außerdem haben Kinder doch zwangsläufig mit den Ansichten ihrer Eltern zu tun."

Dagegen sage ich ja nichts...

"Finde es immer befremdlich, wenn Leute sich aufregen, man würde die Kinder "instrumentalisieren", weil sie mal ein Plakat mit festhalten dürfen. "

Deine Befremdlichkeit halte ich fuer kein tragbares Argument. Afrikaner moegen sich darueber aufregen, dass Wohlstandseuropaeer es befremdlich finden, dass ihre Kinder bei der Landwirtschaft mithelfen....

Beitrag von knutschka 13.11.10 - 11:31 Uhr

Hallo,

bei uns gibt es eine Kinderstadt - mit Bürgermeister und allem, was dazu gehört.

http://www.rfz-online.de/rfz2008/rfz_006.htm

LG Berna