Erfahrungsberichte Mandel-OP

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von awachen78 02.11.10 - 09:10 Uhr

Hallo zusammen,

nehmt mir heute bitte mal meine Sorgen :-(

Wir haben ein kleines, nennen wir es HNO Problemkind zuhause. Haben schon allerlei in Sachen Paukenröhrchen hinter uns, Rachenmandeln raus, dadurch und Dank Komplikationen mehrere Kkh-Aufenthalte und jetzt habe ich gestern überraschend vernommen, dass uns kurzfristige in neuer KKH-Aufenthalt ins Haus steht.

Mandeln entfernen, Rachenmandeln erneut entfernen, beideseitige Paukenröhrchen, diesmal dauerhafte...

Alles eilt weil Lea durch die sehr großen Mandeln bereits häufig kurze Atemaussetzer hat #schock

Normalerweise geht man ja von 5 - 7 Tagen Kkh Aufenthalt aus, richtig? Wie haben Eure Kinder die OP überstanden? Ganz wichtig, haben sie und wenn ja wie stark, nachgeblutet?

Das bereitet mir die größten Kopfschmerzen... Lea hat von ihrem Papa eine leichte Form der Hämophilie a geerbt (Blutgerinnungsstörung) und ich befürchte stark, das wird unseren Aufenthalt ganz schön verlängern :-(

Mein Mann war Dezember deswegen fast 3 Wochen im Kkh, eben weil die Mandeln ja so bluten...

Jetzt muss ich bis 11 warten, dann kann ich anrufen um zu hören wann wir "eingezogen" werden... oh man, mir brummt der Schädel und ich konnt heut Nacht kaum schlafen - lag aber eher an den Atemaussetzern und dass ich mir jetzt erst recht Sorgen mache, nachdem zu sehen war, dass der HNO sich auch Sorgen macht. Blödes Sorgen-Gen ;-)

Also beruhigt mich bitte und/oder schildert mir Eure Erlebnisse während und nach der Mandel OP...

#danke Anita (mit Lea, die in 4 Wochen 3 wird und dann wieder zuhause sein soll!!)

Beitrag von claudi2712 02.11.10 - 10:36 Uhr

Guten Morgen Anita,

ich kann Dich bezüglich Deiner Sorgen nicht beruhigen - die werden auch nach meinem Bericht noch da sein. Eben weil es bei Deiner Tochter ein anderer Ausgangspunkt ist.

Meine Tochter hatte jährlich etwa 3 bis 4 mal heftige Mandelentzündungen, die immer mit Antibiotika-Gabe einhergingen. Sie brauchte enorm viel Schlaf (stets) und war schnell ermüdet. Das hat uns dann in diesem Jahr dazu veranlasst, gerade in Hinsicht auf die im nächsten Jahr stattfindende Einschulung, die Mandeln operativ entfernen zu lassen.

Wir kamen an einem Donnerstag ins Krankenhaus, dort wurde Blut abgenommen, das Narkosegespräch wurde geführt und eben eine ausführliche Anamnese vorgenommen. Dann wurden wir stationär aufgenommen. Wir - weil ich mich mit habe aufnehmen lassen. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt gerade 5 Jahre alt. Am nächsten Tag kam sie gleich als erste dran, sie hat einen "LMA-Schnaps" bekommen, der sie beruhigen sollte. Den Abend zuvor ab 22 Uhr durfte sie nichts mehr essen und nur noch kleine Schlucke Wasser zu sich nehmen. Dann hat sie Betäubungssalbe auf die Einstichstellen für die Braunüle bekommen und ist dann mit mir zusammen in den OP-Bereich gefahren worden. Sie hatten ihr auch ein ganz süsses OP-Hemdchen mit Mäusen und Elefanten herausgelegt. Ihr Stoff-Hund durfte mit in den OP und hat auch eine grüne OP-Haube bekommen, ebenso wie sie. Ich durfte bleiben, bis sie in den OP geschoben wurde, musste dann im Wartebereich warten, bis sie mich gerufen haben. Ich sag Dir, die längste Stunde meines Lebens. Die Narkose-Ärztin hatte mir gesagt, der Eingriff dauert 20 Minuten, da wird man natürlich kribbelig und zum Schluß leicht hysterisch, wenn man nach 60 Minuten noch nichts gehört hat...
(Im Nachhinein kam raus, dass der Eingriff an sich wirklich 20 Minuten dauert, mit Narkose setzen usw. aber eben ne Stunde - tolle Sache;-))

Ich wurde dann in den Aufwachraum gerufen, in dem sie noch eine zeitlang überwacht wurde. Sie war sehr unruhig und wollte immer von den Schläuchen weg. Nach einer Stunde ca. sind wir dann wieder auf Station gekommen. Sie hat dann viel geschlafen und musste einige Male das bei der OP in den Magen gelaufene Blut "rausbringen". Wichtig ist, darauf zu achten, dass es geronnen ist, also nicht mehr hellrot und frisch...

Nachdem das überstanden war hat sie leichtes Fieber in der Nacht bekommen, was, wie man mir sagte, bei so jungen Patienten öfter mal der Fall ist. Zäpfchen und gut. Weitergeschlafen. Am nächsten Tag weiches Brötchen mit Nutella - ging! Nicht viel, aber der Mensch freut sich. Wichtig ist, dass regelmässig und "normal" gegessen wird, damit die Wunden gesäubert werden und sich nicht verkrusten durch Schonhaltung. Wenn diese Kruste sich dann nämlich löst, gibt es die gefürchteten Nachblutungen und Wundheilungsstörungen.

Die Folgetage liefen alle gleich ab: mit Engelszungen auf sie einreden, essen zu müssen, viel trinken und sich über die "neue bzw. veränderte" Stimme amüsieren. Am Mittwoch der Folgewoche konnten wir dann nach der Visite gehen.... Zwei Termine zur Nachuntersuchung beim HNO und "fertig ist die Laube":-)

Ich drück Dir die Daumen,

lieben Gruss
Claudia