Mein Sohn (2 Jahre) haut (andere Kinder) ständig

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von connychi 02.11.10 - 09:24 Uhr

Hallo,
bin gerade total ratlos.
Bei uns zu Hause ist es so, daß mein Kleiner (2 Jahre) mich haut, wenn er seinen Willen nicht bekommt, oder ihm etwas nicht passt. Er holt dann richtig aus und versucht feste zuzuschlagen. Meist schaffe ich es, ihm die Hand festzuhalten, gehe auf Augenhöhe und versuche ihm zu erklären, daß hauen weh tut.
Nun hab ich heut morgen im Kiga gefragt, ob er auch so viel haut und da erzählte mir die Erzieherin, dass er das von Anfang an mache #schock (er ist seit Anfang September im Kindergarten). Er haue vor allem kleinere Kinder, und die richtig feste auf die Backe, aber auch vor größeren hätte er da keine Skrupel. Sie würden ihm dann erklären, dass das so nicht geht.
Auch hätten sie sich gefragt, woher er das wohl hätte, hätten die Kinder beim spielen beobachtet und das mal aufgeschrieben...

Passt ja ganz toll zu der Aussage: "Der ist total lieb, das klappt super im Kindergarten" <- das höre ich jedes Mal, wenn ich ihn abhole

Was soll ich denn jetzt tun?
Ich kann ja schlecht volle Kanne zurückhauen.

Danke für Eure Tips!

Gruß
Connychi

Beitrag von .-.-.- 02.11.10 - 09:36 Uhr

Hallo,

mein Sohn (2 Jahre 8 Monate) hatte das jetzt auch eine ganze Weile, er ist sprachtechnisch hinterher und die Kinder verstehen ihn nicht. Da haut er zu, wenn er nicht weiter weiß. Zwar nicht fest, aber eben doch.

Zuhause hat er das auch versucht. Wir haben erst immer nein gesagt und erklärt. Hat nichts genutzt. Jezt nehm ich ihn und setz ihn weg. Beispielsweise beim Essen: haut er, gibts ne Ermahnung. Haut er nochmal, nehm ich ihn und setze ihn in den Nebenraum.
Er darf wiederkommen, wenn er lieb ist. Das weiß er und bisher war er innerhalb von 1 Minute wieder da, hat "EiEi" gemacht und dann ganz brav weitergegessen. Er kann sich vielleicht nicht vernünftig äußern, aber verstehen tut er alles!

Vor dem KiGa rede ich immer mit ihm, dass man nicht hauen darf, weil das wehtut und dass die Kinder nicht mit ihm spielen mögen wenn er haut. Er sagt inzwischen dann selbst "dududu!" - er hat es verstanden, dass es falsch ist. Und es klappt wohl besser inzwischen! Er meldet sich bei den Erziehern, wenn er nicht weiter weiß!

Liebe Grüße!

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 09:40 Uhr

Es wundert mich immer wieder, dass Erzieherinnen so etwas dermaßen überrascht. Es ist nämlich überhaupt nicht ungewöhnlich, dass kleine Kinder hauen, kratzen oder auch beissen.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

Einerseits sind es negtive Emotionen, die ein Ventil brauchen. Wir Erwachsenen sind in der Lage zu sagen, dass wir wütend oder auch traurig sind. Ein Kind in dem Alter kann das nicht. Einmal weil es vielleicht den Sprachschatz noch nicht hat. Und dann auch, weil es seine Emotionen noch gar nicht benennen kann. Es fühlt einfach diese Wut im Bauch und die muss irgendwo hin. Sie entlädt sich dann körperlich. Und manchmal ist das bei Erwachsenen ja auch so. Da werden dann im Streit Türen geschlagen usw.

Andererseits ist ein Kind noch wenig empathisch. Es weiß noch nicht wirklich, dass so etwas weh tut. Es hat keine anderen Konfliktlösungsstrategien wie diskutieren, teilen, abwechseln etc. Und - wie gesagt - fehlt auch der Sprachschatz um solche komplexen sozialen Konflikte zu lösen. Selbst wenn das Kind also weiß, dass hauen nicht OK ist, was soll es tun, wenn es doch so gerne den roten Eimer möchte oder den Lolli? Und aus dieser Hilflosigkeit entsteht dann noch mehr Wut.

Es ist also wirklich völlig normal, wenn Kinder hauen. Selbst ältere Kinder tun das noch. Erst wenn das Kind im Schulalter noch immer nicht gelernt hat, Konflikte auch anders zu lösen, würde ich mir Gedanken machen.

Bis dahin heißt es: Erklären, reden, erklären.

Und zwar nicht immer nur über "das macht man aber nicht", sondern auch konkret über die Situationen. Was hätte das Kind tun können, als es in die Ecke gedrängt wurde (z. B. zurück SCHIEBEN statt schubsen) oder was hätte es tun können, als ihm der rote Eimer weggenommen wurde (einen anderen anbieten zum Tasch oder abwechseln, später dann auch Abzählreime etc.).

Wichtig wäre auch, die Emotionen zu benennen und einen Bezug zu sich selbst herzustellen: "Ja, ich weiß dass Du jetzt wütend bist. Mir ist das auch mal passiert, damals anno 1778 im Kartoffelkrieg... Das war vielleicht doof. Aber weißt Du was ich gemacht habe? .... " ;-)

Und mindestens genauso wichtig: Ein Kind DARF und SOLL wütend oder traurig sein dürfen. Und es darf seine Emotionen auch raus lassen. Also niemals sagen "Heul nicht!" oder "Hör auf zu quengeln!".

Beitrag von tanjamami2006 02.11.10 - 21:11 Uhr

Hallo,

wollte nur mal kurz bescheid sagen, das sich das nach einer ewigen zeit wieder gibt! meine tochter war auch ab kurz vor dem 2. geburstag bis so ca. 2 3/4 so ein exemplar. in der krabbelgruppe wurden hauptsächlich die kleineren gehauen geschubst halt alles was sie nicht sollte.
im kiga waren bissspuren nicht selten
ich war damals so wie du echt verzweifelt! ja und was macht man?
schimpfen, ignorieren, bestrafen, grenzen setzen und und und


es bringt alles nichts!! und andere mütter schauen einen schon oft an als sei man völlig plem plem.

und was soll ich sagen?

heute ist meine tochter (4) gesellschaftsfähig, klar es gibt auch heute noch manchmal auseinandersetzungen, aber längst nicht mehr so wie das früher der fall war.

übrigens: meine kleine tochter ist jetzt auch 1 3)4, sie würde im traume nicht auf die idee kommen andere einfach zu schlagen etc.

es ist wirklich eine gemütsfrage und hat in diesem fall mit erziehung wenig zu tun!!

meine meinung!

tanja