nach sechs Wochen stillen plötzlich schwallartiges Erbrechen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von ires 02.11.10 - 11:27 Uhr

Hallo,

meine sechs Wochen alte Tochter erbricht seit 4-5 Tagen 2-3 mal täglich schwallartig.. Früher kam das ab und zu mal vor, nie häufiger als 1x täglich. Jetzt plötzlich schießt es ihr kurz nach der Stillmahlzeit aus Mund und Nase..

Kann das damit zu tun haben dass sich die Mumi nach 6 Wochen ändert?
Zuvor hatten wir vom Arzt Lefax verschrieben bekommen weil sie beim Trinken so viel Luft zieht. Das Erbrechen fing gleichzeitig mit der Gabe von Lefax an.. Jetzt gebe ich es ihr schon zwei Tage nicht mehr aber aufgehört hat es trotzdem nicht...

??

Beitrag von lilly7686 02.11.10 - 13:00 Uhr

Hallo!

Solange dein Baby gut zunimmt und mind. 6 nasse Windeln pro Tag hat (zur Info: eine NASSE Windel = nimm eine frische Windel, kippe 6EL Wasser drauf, und DAS ist eine nasse Windel), und die Haut rosig ist, dein Baby munter und gut drauf ist, ist alles okay.

Es gibt eben Speihkinder, die viel wieder rauslassen.
Aber: Speihkinder sind Gedeihkinder ;-)

Alles Liebe!

Beitrag von nieslchen 02.11.10 - 13:38 Uhr

meine hebi hat immer gesagt es gibt nen unterscheid zwischen erbrechen und spucken... sie meinte immer wenn es schwallartig kommt solle ich zum doc gehen, da das erbrechen ist.. spucken ist nicht schlimm, erbrechen schon...
wenn du dir also unsicher bist geh zum kia, die können dir weiterhelfen!

lg nise die auch ein spuckkind hatte...

Beitrag von holzlotte 02.11.10 - 14:58 Uhr

hallo,
das hat meine tochter auch gehabt und natürlich hab ich mir auch gedanken gemacht, bis meine hebamme mir 20 ml wasser auf den tisch gekippt hat und gesagt hat, dass das kind 60-80 ml trinkt und ca 20 ml ausspuckt- das ist halt die "überschüssige" milch, die nciht aufgenommen werden kann und wieder raus muss.
beim spucken sehen die mengen immer riesig aus, sind sie aber nicht, wenn man sie mit der trinkmenge vergleicht. mahc den oben genannten test mal- mich hats echt beruhigt.
manche kinder spucken und manche nicht- und wie meine vorgängerin schon geschrieben hat: speikinder sind gedeihkinder!!!! und meine kleine gedeiht prächtig... und das spucken ist auch nach 2 wochen weniger geworden....
lieben gruss melanie

Beitrag von steffi0413 03.11.10 - 01:47 Uhr

Hallo,

bis sie gut zunimmt und zufrieden ist, ist das eher ein Waschproblem. :-)

Eins könnte man aber noch tun: nach evt. Gründe suchen.

Wieso schluckt sie beim Trinken so viel Luft? Verwendet ihr vielleicht Stillhütchen? Schreit sie vor dem Anlegen? Ist sie korrekt angelegt?
Hier findest Du eine Checkliste: http://www.stillkinder.de/checkliste_anlegen.html
Verschluckt, hustet sie oft beim Stillen? Hast Du noch nicht bemerkt, dass dein Milchspendereflex zu stark ist?
Ist dafür ein Regel, wann sie häufiger spuckt? Morgens, abends? Oder kein Zusammenhang?

LG
Steffi

Beitrag von ires 03.11.10 - 09:27 Uhr

vielen Dank für die vielen Tipps!

beim KiA waren wir vorher schon mal, eine physikalische Ursache gibt es nicht für das Spucken - sie hat laut dem Arzt einfach "unglaublich viel Luft" im Bauch. Der Arzt hat uns Lefax verschrieben, un einen Tag nach dem Arztbesuch ging es los. Es handelt sich schon um Erbrechen, sie sprudelt los wie ein Springbrunnen, und wir beide müssen uns dauernd umziehen. zum Glück haben wir keinen Teppich;)

Stillhütchen verwenden wir nicht. Ja, vor dem Anlegen schreit sie meistens. Ich vermute auch, dass der Milchspendereflex zu stark ist. Ich hab schon versucht sie "bergauf" trinken zu lassen, aber sie verschluckt sich trotzdem noch. Was ich nicht verstehe, ich mache nichts anders als in den Wochen davor; wenn ich sie anlege, trinkt sie mal ohne Probleme, mal schreit sie, streckt sich und dreht den Kopf samt Brustwarze (autsch!) nach hinten. Vielleicht drückt sie einfach die Luft? aber warum tritt das jetzt auf und nicht früher?#kratz

Mit der Uhrzeit gibt es keinen direkten Zusammenhang.
Sie sieht schon gesund aus, nur entspanntes Stillen ist was anderes, und außerdem sieht sie nach dem Erbrechen so arm aus:-(

Beitrag von steffi0413 03.11.10 - 22:12 Uhr

Hallo Ires,
ich sehe da ein paar Verdächtigten, hoffentlich finden wir etwas raus.
Ich schreibe jetzt einfach alles, was mir eingefallen ist bzw. meine weitere Fragen. #kratz

Zuerst würde ich sie in allen Fällen öfters anlegen. Die meisten nach Bedarf gestillten Babys in diesem Alter trinken mind. 8-12x in 24 Stunden. Ich weiss nicht wie oft sie trinkt, aber öfters weniger ist idealer für sie und für die Verdaung.
Ich würde keinesfalls abwarten bis sie vom Hunger schreit. Beim Schreien schluckt sie sehr viel Luft und wenn Du sie dann anlegst, ist sehr unruhig und ungeduldig, dockt immer wieder an und ab, dabei schluckt sie wieder Luft.
Ich würde also bei den ersten Hungerzeichen sofort anlegen: wenn sie den Mund immer wieder öffnet, die Zunge rausstreckt, fängt an zu suchen, Finger und/oder Hand im Mund hat usw. Das ist auch kein Problem, wenn sie nach oder zwischen 2 Stillen frische Windel bekommt. :-)

Wenn Du einen starken Milchspendereflex hast, dann schluckt die Kleine wieder ein Haufen Luft, da sie nicht mitmachen kann. Bergauf stillen ist super Idee. Du kannst noch öfters anlegen, vor dem Stillen ein wenig Milch ausstreichen oder abpumpen oder sogar wenn der Milchspendereflex einsetzt (und die Kleine Geduld hat) die Milch ausfliessen lassen bis die nicht mehr so verrückt spritzt.
Wenn das auch nicht hilft, dann kannst Du sogar zweimal nacheinander (vor allem wenn sie in Kürze wieder trinken möchte) die gleiche Brust anbieten. Da musst Du natürlich aufpassen, dass die andere Brust nicht zu prall wird. Wenn die zu voll ist, kannst Du ein wenig Milch ausstreichen dass Du dich erleichterst und keinen Milchstau bekommst.

Verwendet ihr ab und zu mal Flasche?

Wie schaut ihr Stuhl aus? Gelb und cremig oder eher grün und wasserdünn?

Häufiger, evt. grüner, wasserdünner Stuhl mit Blähungen und/oder Bauhweh deutet bei Stillkindern oft darauf, dass die zu viel milchzuckerreiche Vordermilch und weniger fette hintere Milch trinken. Das kann vorkommen wenn Du zu viel Milch hast, auf Vorrat nach dem Stillen abpumpst, zu schnell Brust wechselst, zu starken Milchspendereflex hast, Baby trinkt mit falscher Technik usw....

Warum das Spucken jetzt schlimmer geworden ist, weiss ich leider nicht. Kann vielleicht sein, dass sie sich jetzt mehr bewegt? Oder auf einmal mehr Milch trinkt?

LG
Steffi

Beitrag von ires 04.11.10 - 17:06 Uhr

Hallo Steffi,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
sie trinkt eigentlich sehr häufig, alle 1,5-2,5 Stunden (meine doofe Hebi meinte ich solle das auf 2-3 Stunden rauszögern..#klatsch) Vielleicht hat sie wegen der Luft im Bauch einfach ständig Hunger, wenn die rausgeht merkt sie da ist noch Platz..? Versuche jetzt jedenfalls eher zu reagieren!

Gleiche Brust zu geben versuche ich auch. Flasche geben wir nicht, selten Schnuller (den nimmt sie noch nicht richtig). Der Stuhl ist gelb.

Hab noch mal genau hingeschaut: wenn sie saugt, rutscht nach und nach mehr von der Brust in ihren Mund. Dann gibt es ein Schmatzgeräusch - nehme an dass sie da Luft schluckt? und sie hört kurz auf zu saugen und rutscht mit dem Mündchen wieder etwas zurück Richtung Brustwarze. Wenn sie nicht ganz so hungrig ist, läßt sie die Brustwarze los und sachnappt einfach nochmal zu. Das kann abrt aucjh echt anstrengend sein.. Kann sein dass meine Brustwarzen zu kurz sind? Gibt es sowas? FA und Hebi haben aber nichts gesagt.

Gestern und heute ist übrigens alles drinnen geblieben!;-) Kann sein dass sie sich mehr bewegt, ganz genau kann ich das nicht sagen.
Hoffe das sie es jetzt weiter bei sich behält.. das mit dem Luft schlucken ist aber echt blöd.

lg ires

Beitrag von steffi0413 05.11.10 - 10:31 Uhr

Hallo Ires,

das ist super, dass die Lage sich verbessert hat. #huepf
1,5-2,5 Stunden sind ganz ok, die Mumi ist doch ganz leicht und schnell (in 60-90 Minuten) zu verdauen. Du kannst sie ohne Bedenken immer anlegen, wenn sie unruhiger wird, egal ob sie in 5 Minuten oder in 3 Stunden letztes Mal getrunken hat. Das verursacht kein Bauchweh und wie gesagt ist viel idealer für ihre Verdaung und für den starken Milchspendereflex auch.
Man muss natürlich ein wenig kreativ sein und aufpassen, dass sie auch genug Hintermilch bekommt. Bei euch ist das aber in Ordnung, gelber Stuhl ist ein Zeichen dafür. :-)

Ja, wenn Du das Schmatzgeräusch hörst, dann bricht Vacuum ab und sie schluckt Luft. Wann hörst Du das bzw. wann fängt die Rutscherei an?(wenn sie nur nuckelt, dann ist das normal) Wenn Milchspendereflex einsetzt? Oder schon vorher? Auch wenn Du sie ganz nahe zu dir ziehst und die Brust mit der Hand hältst? Kann nicht sein, dass deine Brust durch auf einmal zu viel Milch rutschig wird und sie deshalb die richtige Position nicht halten kann?
Macht sie ihren Mund genug gross auf? Liegt beim Trinken ihre Zunge über der unteren Zahnleiste? (das kannst Du beobachten, wenn Du beim Stillen ihre Unterlippe vorsichtig ein bisschen nach unten ziehst)
Ich tippe aber noch immer auf den starken Milchspendereflex. Eine Ferndiagnose ist aber oft sehr schwierig und kann natürlich auch irre führen...
Vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn eine erfahrene, ausgebildete Stillberaterin die Lage persöhnlich anschauen würde.
Kontakte findest Du hier:
http://www.afs-stillen.de/front_content.php?idcat=83
http://lalecheliga.de/index.php?option=com_content&view=article&id=401&Itemid=93

Zu kurze Brustwarzen gibt es eigentlich nicht. Es gibt's schon flache Brustwarze, aber damit kann man auch super gut stillen, vielleicht muss man ein bisschen mehr beim Anlegen tricksen. Da kann eher vorkommen, dass die BW nicht genug tief in dem Mund des Babys sind.
Tun deine BW nicht weh? Wie schauen die nach dem Stillen aus? Genau so rund als vorher oder "schreg abgeschnitten" als ein neuer Lippenstift oder "kantig" wie ein Pflaumenkern?
In welcher Position stillst Du? Hast Du schon vielleicht Rückenhaltung versucht?

Ich habe noch einen ganz hübschen Film über korrektes Anlegen gefunden, vielleicht findest Du da etwas passendes:
http://www.youtube.com/watch?v=89G62Ycfhqc

Mehr fällt mir jetzt leider nicht ein :-(

LG
Steffi

Beitrag von ires 05.11.10 - 17:32 Uhr

Hi Steffi,

ja, das schmatzende Geräusch kommt wenn der Milchspendereflex einsetzt! Die Brust ist dann ganz nass. Hab versucht abzutrocknen und auszustreichen, aber es fängt gleich wieder an. Ihre Zunge liegt über der Zahnleiste.
Das mit der Stillberaterin ist eine super Idee! 20 Minuten von hier gibt es eine. Das versuche ich mal.
Die letzten Tage taten meine Brustwarzen schon weh von dem vielen Gejammer - Trinken - Aufhören - Trinken und Kopf nach hinten reißen#schwitz. Es ist aber schon wieder besser geworden. Nach dem Stillen sind die Brustwarzen schräg angeschnitten. Was heißt das?
Rückenhaltung versuche ich auch mal. Ich fand da nur die Vorbereitung schwierig. Meist stille ich in Wiegenhaltung oder auf dem Rücken liegend mit Baby auf dem Bauch gegen die Schwerkraft.

Danke für die viele Hilfe#danke

Beitrag von steffi0413 08.11.10 - 16:50 Uhr

Hallo Ires,

das wäre super, wenn eine Stillberaterin das Anlegen persöhnlich anschauen könnte.
Wenn die Brustwarzen nach dem Stillen schräg angeschnitten sind, bedeutet, dass die nicht genug tief im Mund war und wurde dadurch zu dem harten Gaumen "gerieben".
Kommt das Schmatzgeräusch und nasse Brüste auch, wenn Du zweimal nacheinander die gleiche Brust anbietest? Die Brust abzutrocknen und auszustreichen ist gut, kann sein dass Du mehrmals machen musst, aber da schluckt sie schon weniger Luft.

Bergauf stillen kannst Du in Wiegehaltung auch versuchen, wobei Du dich beim Sitzen zurücklehnst. Das ist vielleicht für die Kleine nicht so anstrengend als liegend und Du kannst sie besser steuern, ganz nahe zu dir ziehen usw.

Rückenhaltung kannst Du auch liegend versuchen. Ähnlich wie hier, nur Baby soll auf der Seite liegen und sehr-sehr nahe zu Dir sein.
http://www.babanet.hu/album/foto.php?album=523&page=1&image=6979

Versuche mehrere Variationen, hoffentlich findet ihr in Kürze die ideale Position und Technik. Der Milchspendereflex wird mit der Zeit meistens "fauler", deine Kleine erfahrener und stärker, also wird hoffentlich mit der Zeit besser, bis dahin muss man versuchen irgendwie zu helfen.

LG
Steffi

Beitrag von ires 10.11.10 - 09:45 Uhr

Nachdem die Stillberaterin erst versucht hat das Ganze telefonisch zu klären meinte sie ich könne bei einer Kollegin von ihr vorbeikommen, das koste aber 70 Euro/Stunde. Ist das normal??

Beitrag von ires 10.11.10 - 13:25 Uhr

Ich glaube mittlerweile die Probleme kommen daher:
1. ich habe einen zu starken Milchspendereflex
2. da die Milch eh rausschießt braucht Baby gar nicht richtig zu saugen und nimmt die Brustwarze nur halbherzig in den Mund. Versuche ich beim Anlegen mehr Brust "reinzuschieben", zieht sie nach 1x saugen den Kopf nach hinten und hat wieder so viel im Mund wie vorher. Dadurch natürlich kein gutes Vakuum - ist eh rutschig.
3. Wenn dann nach 10 Minuten der Milchspendereflex nachläßt, kommt bei dieser Trinktechnik nicht mehr genug Milch und sie weint und wird hektisch (das vermute ich weil sie kaum noch schluckt). Brust weiter reindrücken wird aber wenig begeistert aufgenommen.

Kann das sein und was kann ich dagegen machen?

Beitrag von steffi0413 13.11.10 - 12:10 Uhr

Hallo Ires,

1. Hat gegen den starken Milchspendereflex nichts etwas gebracht? Öfter anlegen, ausstreichen, Milch ausfliessen lassen, bergauf stillen in Wiegehaltung, zweimal die gleiche Brust anbieten, Brust abtrocknen? Viel mehr ausser diese kann man dagegen nicht tun. :-(

2. Das Baby braucht eigentlich überhaupt nicht zu saugen. :-) Sie macht ein Vacuum, die Zunge schmiegt sich um die Brustwarze und einen Teil des Warzenhofes und mit rythmischen Bewegungen der Zunge und Unterkiefer streicht die Milch aus den Milchseen. Zuerst macht sie kurze, schnelle Bewegungen um den Milchspendereflex auszulösen, wenn der einsetzt werden die Bewegungen länger, seltener und kräftiger und man hört, dass sie schluckt. Wenn der Milchspendereflex nachlässt, dann kommen wirklich nur Tropfen, das ist aber ganz normal.

Fängt sie auch an zu weinen, wenn Du 2x nacheinander die gleiche Brust gibst? Wenn Du dann versuchst auszustreichen, kommen wirklich nur Tropfen oder spritzt/fliesst die Milch noch immer? Was passiert, wenn Du doch versuchst die andere Brust anzubieten? Kann nicht sein, dass sie satt ist, nur nuckeln möchte, aber die Milch kommt noch immer und deshalb wird sie unruhig? Was passiert, wenn Du versuchst ihr deinen Finger zu geben? (Finger ist besser als Schnuller, verursacht keine Saugverwirrung, die Körpernähe bricht nicht ab und ist doch kein Kunststoff ;-))

Ich habe mir noch Gedanken gemacht, was alles verursachen kann, dass sie abrutscht.
- Position ist für sie unbequem: sie ist nicht mit ihrem ganzen Körper der Mutter zugewandt. Ohr, Schulter und Hüfte bilden keine gerade Linie. Sie muss ihren Kopf üerdehnen, auf die Seite drehen.
- macht den Mund nicht genug gross auf (ca. im 120 ° Winkel) und die Zunge liegt dabei nicht über der unteren Zahnleiste
- die Brustwarzenhof ist zu prall, sie kann nicht fassen
- die Brust schiebst Du in ihren Mund und nicht sie wird eng an die Brust gezogen
- sie ist nicht genug nahe zu dir, dh. Nase und Kiefer erreichen deine Brust nicht
- sie hat beim Anlegen nicht genug grosses Stück vom Brustwarzenhof (mind. 2,5-3 cm) im Mund
- Ober- und Unterlippe sind nicht nach außen gestülpt
- die Milch fliesst/spritzt zu schnell, sie verteidigt sich damit
- beisst sie nicht auf die BW bzw. hält sie die BW nicht mit der Zahnleiste? Das kann auch eine Verteidigungsmethode gegen zu starken Milchfluss sein

Kann von diesen etwas passend für euch sein?

Was mir noch eingefallen ist, versuche bitte ihre Trinktechnik zu überprüfen/beobachten: stecke deinen Zeigefinger in ihren Mund, so dass Du die Grenze zwischen weichem und hartem Gaumen erreichst (Achtung! Hände sehr gründlich gewaschen, Nagel sehr kurz geschnitten!!!) - Nagel schaut nach unten – lasse sie so ein bisschen nuckeln und beobachte was sie macht: macht sie einen "Hügel" hinten mit ihrer Zunge? Liegt die Zunge über der unteren Zahnleiste? Die Zunge schmiegt sich um den Finger? Zunge und Unterkiefer bewegen sich rythmisch? Beist sie auf deinen Finger? Rutscht sie so auch hin und her? Bricht das Vacuum ab?

LG
Steffi

Beitrag von ires 15.11.10 - 17:36 Uhr

Hi Steffi!

Öfters Anlegen und 2x gleiche Brust hat auf jeden Fall was gebracht mit dem Milchspendereflex. Ich hab aber auch den Eindruck dass sie mit dem starken Milchfluss eigentlich ganz gut zurechtkommt. Nur dass sie eben Luft dabei schluckt ist schlecht, aber wahrscheinlich muss ich mich damit abfinden und es einfach akzeptieren.

Sie fängt auch an zu weinen wenn ich 2x die gleiche Brust gebe. Sie weint nicht wenn die Milch spritzt, erst wenn es nur tröpfelt. Wenn ich ausstriche kommen nur Tropfen. Wenn ich dann die Seite wechsle hört sie auf zu weinen. Sie möchte schon noch Trinken, sucht auch nach der Brust beim Schreien. Mittlerweile hat sich mit dem Schreien beim Trinken eine Regelmäßigkeit eingespielt und sie weint morgens beim ersten Stillen und abends zwischen 18-21 Uhr. Wenn ich abends in ein abgedunkeltes Zimmer gehe hilft es, morgens nicht. Aber es ist im Moment auch besser geworden. Wenn sie erbricht, dann meistens morgens direkt nach dem hektischen Trinken.

Von den Möglichkeiten fürs Abrutschen treffen meiner Meinung nach einige zu:
-Brust ist zu prall und sie kriegt die Brustwarze nicht richtig zu fassen - wenn sie lange nicht getrunken hat und die Brust voll ist.
-hat nicht genug vom Brustwarzenhof im Mund
-Oberlippe ist nicht richtig nach aussen gestülpt (am Anfang hatte sie immer so einen niedlichen kreisrunden Abdruck nach dem Trinken um den Mund, das ist jetzt nicht mehr so)
-kann sein dass sie die Brustwarze mit der Zahnleiste hält, die Zunge hat sie aber drüber. Es fühlt sich aber manchmal so an - ist etwas schmerzhaft.

Das Nuckeln am Finger habe ich noch nicht probiert, mache ich aber noch.

War heute hier bei der Stillgruppe in der Hoffnung Tipps zu bekommen. Leider war wieder meine Wochenbetthebamme da, die meinte ich solle mindestens zwei Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten halten und frische Milch und halb verdaute Milch verursachen Magenprobleme. Bin jetzt echt frustriert.:-(:-(Dann hat sie mir Stillhütchen gegeben, bisher hat die Kleine die Brust aber nicht angenommen mit Stillhütchen. Ob das wirklich was bringt? Ich finde es schon sehr komisch mit so einem Stück Plastik zwischen mir und meinem Kind zu stillen...:-(
Außerdem dachte ich sie guckt sich das Anlegen an, war aber nicht.

Beitrag von steffi0413 15.11.10 - 17:44 Uhr

Hallo Ires,

ich habe jetzt leider keine Zeit ausführlich zu schreiben (werde ich aber später tun :-)).

Nur schnell: BITTE KEINE STILLHÜTCHEN!!!!!#zitter
Die können noch mehr Probleme verursachen: Saugverwirrung, Milch geht zurück, schluckt noch mehr Luft, verlernt komplett die korrekte Technik....

LG
Steffi

Beitrag von ires 15.11.10 - 20:14 Uhr

nee mache ich nicht!! Ich fand das eh komisch mit diesen Plastikteilen, da ist doch nichts mehr mit Körpernähe#gruebel! Danke für die schnelle Antwort..;-)

Beitrag von steffi0413 17.11.10 - 16:53 Uhr

Hallo Ires,

zuerst es tut mir sehr leid, dass es mit der Stillgruppe nicht geklappt hat und die ganze Situation macht mich schon ein bisschen traurig.:-(
Ich freue mich aber sehr, dass die Gesammtsituation besser geworden ist. Ich finde das super, wie Du die Meldungen und Bedürfnisse von deiner Kleinen beobachtest, entzifferst und darauf reagierst. #pro

Dass sie morgens weint, kann noch eine Folge vom starken Milchspendereflex sein, morgens hat man am meisten Milch und der Druck ist dann auch grösser.

Wenn sie die andere Brust haben möchte, dann könnt ihr natürlich ohen weiteres wechseln. Du kannst C-Griff auch versuchen, wenn nichts mehr kommt und sie noch gerne trinken möchte: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof zusammen und halte ein bisschen so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss und auch den nächsten Milchspendereflex.

Dass sie abends ungeduldiger und unruhiger ist, dass kommt bei den meisten Babys vor. Sie erlebt tagesüber tausende von Eindrücken, Erlebnissen, die sie aufregen und irgendwie verarbeiten muss. Lege sie ganz ruhig sehr oft an, mit 3-4 Monaten kann sie die vielen Eindrücke schon besser handhaben.

Mit dem Abrutschen bin ich leider langsam ratlos…:-(
Wenn die Brüste zu prall sind, die ordentlich zu fassen, da kann man schnell und einfach helfen, muss man soviel ausstreichen bis der BW-Hof genug weich ist.

Ich habe noch einen Link für Dich, vielleicht hilft das ein wenig. http://stillkinder.de/pdf/assymetrische_anlegetechnik.pdf

Ich habe auch einen Film gefunden – den ich schon längst suche -, wo man ca. bei 1:40 sehen kann, wie man die BW ohne Abdocken tiefer reinschieben kann, wobei man mit einer Hand den Unterkiefer ein bisschen nach unten zieht und gleich mit der anderen Hand den Kopt sehr eng zur Brust zieht.
http://www.youtube.com/watch?v=VkfR9xlQFi4&feature=related

Wenn bei der Rutscherei der starke Milchspendereflex auch eine Rolle spielt und sie damit schon ganz gut zurechtkommt, dann lässt sie hoffentlich die Verteidigungsmethoden auch weg.

LG
Steffi

Beitrag von ires 21.11.10 - 17:24 Uhr

#freu vielen Dank für die Tipps! Sind jetzt am Üben, so ganz richtig kriege ich es noch nicht hin mit der Anlegetechnik bzw. dem Unterkiefer nach unten ziehen, aber jetzt haben wir etwas, was wir probieren können! Auch mit dem Ausstreichen. Vielen Dank für deine Hilfe;-), dadurch hab ich mich mit meinem Problem auch nicht so allein gelassen gefühlt.. mit allen anderen hat es ja nicht geklappt.#augen

Beitrag von steffi0413 25.11.10 - 17:19 Uhr

ich freue mich sehr, wenn ich ein wenig helfen konnte. #huepf

Bei weiteren Fragen, Probleme stehe ich weiterhin sehr gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Euch alles Gute!

LG
Steffi

Beitrag von steffi0413 13.11.10 - 10:29 Uhr

Hallo Ires,

soviel ich weiss arbeiten die Beraterinnen von AFS und La Leche Liga ehrenamtlich, die mit IBCLC-Prüfung aber nicht.
Ich glaube aber, dass die persöhnliche Beratung schon etwas kostet. Ob 70€/Stunde ein korrekter Preis ist, weiss ich nicht. #kratz
Eine Alternative wäre vielleicht eine Stillgruppe zu besuchen... Ist keine in deiner Nähe? http://stillgruppen.de/stillgruppenkarte

Hat die Stillberaterin keine weitere Idee, was das Problem sein könnte?

LG
Steffi