Meine ERSTE (eingeleitete) Geburt - nie wieder!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von 240600 02.11.10 - 12:57 Uhr

Hallo #winke

Da ich in letzter Zeit mal wieder die Berichte hier verschlinge dachte ich mir, dass es bestimmt vielen anderen Frauen auch so geht ;-) und daher stelle ich mal meine Berichte ein.

Allerdings ist meine erste Geburt schon laaange her.

Dazu muss ich sagen, ich bin wirklich blutjung schwanger geworden und war in dem Alter doch noch sehr naiv #schein. Ich habe viel gelesen (damals war noch nichts mit Internet) und hatte überhaupt keine Angst vor dem was kommt.

Mein ET war der 27.02.99.
Es war Montag der 08.09. und ich wachte gegen 9 Uhr auf und es war irgendwie etwas feucht im Bett. Als ich dann aufstand lief es mir auch schon warm die Beine runter. Ich war etwas erstaunt, da ich damit noch gar nicht gerechnet hatte. Jedoch freute ich mich auch. Genau in diesem Moment rief mein Partner von der Arbeit an - was für ein Timing. Also bat ich ihn doch bitte nach Hause zu kommen. Ebenfalls rief ich meine Mutter an.
Da es mir super ging und ich gar keine Schmerzen hatte ging ich erstmal in aller Ruhe in die Wanne und duschte mich ab. Frau will ja sauber sein ;-)
Währenddessen lief und lief das FW. Als meine Mutter und mein Freund dann da waren klemmte ich mir ein Handtuch zwischen die Beine und wir machten uns auf den Weg ins KH. Dort angekommen musste ich ganz nüchtern erstmal auf die Station gehen. Dort wurde Blut abgenommen, Papiere ausgefüllt usw. Da ich eine Infektion hatte wurde ich auch noch mit Antibiotika behandelt. Ich bin heute noch davon überzeugt, dass diese den Blasensprung ausgelöst hat.
Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, ob oder wie weit mein MuMu geöffnet war. Wehen hatte ich jedoch KEINE. So wie die ganze SS eigentlich auch nicht. Ich bemerkte nur, dass alle paar Minuten der Bauch etwas hart wurde. Und das fand ich ja schon aufregend #schein. Der Tag verlief völlig unspektakulär und langweilig. Wir sind viele Treppen gelaufen oder saßen in der Cafeteria. Mal abgesehen vom ständigen zur Toilette rennen und Handtuch wechseln. Mein Gott, dachte ich, wie kann man sooo viel Fruchtwasser haben?! Gegen abend schickte ich alle nach Hause und schlief die Nacht mehr oder weniger ruhig (und das FW lief fleißig weiter...).
Am Morgen wurde ich gegen 8 Uhr in den Kreißsaal geschickt und bekam eine Tablette gelegt. Mutter und Freund waren natürlich wieder zur Stelle. Nach kurzer Zeit merkte ich auch ein Ziehen. Dieses fühlte sich an wie stärkere Regelschmerzen. Jedoch absolut aushaltbar, wenn ich heute drüber nachdenke. Und trotzdem fing ich bald an etwas zu jammern #rofl. Ich sollte laufen gehen, aber ich wollte irgendwann nicht mehr und bin dann wieder auf mein Zimmer gegangen. Ich quälte mich auf meinem Bett herum als eine Schwester kam um die Essenskarte auszufüllen. Da war es ca kurz vor 12 Uhr.
Plötzlich bekam ich von meinem Baby einen ganz heftigen Tritt, ich kann das kaum beschreiben. Es tat ganz schön weh und ich habe mich erschrocken. Zeitgleich überrollte mich die erste Wehe. Vor lauter Schreck sprang ich aus dem Bett und flitze runter zum Kreißsaal. Meine Begleitung kam erstmal gar nicht mit, da ich kein Wort sagte.
Was nun folgte kriege ich erhlich gesagt nicht mehr richtig auf die Reihe. Ich saß vor dem Kreißsaal auf einem Stuhl an dem ich mich klammerte und schon laut jammerte. Mein Freund blieb oben, ich wollte lieber meine Mutter an meiner Seite haben. Es kam eine Hebamme, auch an sie erinnere ich mich nicht wirklich. Sie war recht nüchtern und schickte mich in ein Vorwehenzimmer und schrieb erstmal ein CTG. Ich MUSSTE dort solange liegen bleiben. Ich schrie wie am Spieß bei jeder Wehe.Und die kamen (seit dem Tritt) im 1-2 Minutenabstand. Ich wußte gar nichts mit mir anzufangen, niemand kümmerte sich um mich. Ich lag dort auf der Liege und neben mir meine Mutter die machte irgendwann schon "psst", weil ich wirklich wie eine Verrückte da rumschrie. Aber ich war so von dem Schmerz überfahren worden, ich wußte nicht wie ich damit umgehen soll. Zudem war das Liegen unerträglich. Irgendwann kam die Hebamme wieder und ich sollte in den Kreißsaal gehen. Auf dem Weg dorthin wurde mir etwas schwindelig und ich setzte mich einfach in den Flur #rofl - irgendwie peinlich. Man hiefte mich hoch, ich solle mich nicht so anstellen. Im Kreißsaal schickten sie mich wieder auf das Bett. Ich bettelte um eine PDA und darum, dass ich mich doch bitte bewegen darf. Keine Gnade! Ich bekam nur eine Schmerzspritze in den Po. Was genau alles noch passierte weiß ich nicht. Ich war die ganze Zeit über wie in Trance und erinnere mich nur an Einzelheiten. Irgendwann kam ein Arzt und sagte ich solle nicht so schreien. Ich motzte ihn an, es war mir sowas von egal #schein. Ich lag zusammengekrümmt auf der Seite und er beugte sich zu mir runter und meinte ich solle mich beruhigen und wenn eine Wehe kommt sie betönen. Die Wehe kam und er machte mir ein tiefes "Oooohhh" vor. Und ich machte mit, bei jeder Wehe die kam schrie ich nicht mehr sondern konzentrierte mich auf ein langes "Ooohhh". Es half. Die Schmerzen wurden nicht weniger, aber erträglicher. Irgendwann sollte ich mich auf den Rücken legen. Ich hörte nur "So Frau K. Wenn eine Wehe kommt nehmen Sie die Hände in die Kniekehlen, Kopf auf die Brust und schieben mit"... Jedes Mal wenn die Wehe kam dachte ich mir nur "Oh Gott", da ich erst auf dem Höhepunkt des Schmerzes pressen sollte. Dies ging ein paar Mal so bis ich ein starkes Brennen fühlte. An mehr kann ich mich wieder nicht erinnern. Dann war meine Tochter geboren. Es war 14.27 Uhr. Also nur knapp 2 1/2 Std nach der ersten Wehe.
Ich bekam meine Tochter auf den Bauch gelegt und musste erstmal alles sacken lassen. Jedoch ging es mir SOFORT wieder super und ich lachte. Ich sah meine Kleine an, sie war noch total platt gedrückt im Gesicht :-). Dass das jetzt mein Kind war konnte ich nicht begreifen.
Leider verpassten sie mir auch einen Dammschnitt der genäht wurde-aua!
Nach 2 Stunden wurde ich dann auf mein Zimmer gebracht und meine Tochter sollte kurz nochmal ins Schwesternzimmer.
Tja, leider bekam ich sie den ganzen Tag nicht mehr zu sehen :-[. Ich ärgere mich noch heute über meine Feigheit. Ich traute mich einfach nicht ins Schwesternzimmer zu gehen und hatte zudem noch ganz schöne Schmerzen an der Dammnaht (jung und dumm war ich!).
Am nächsten morgen wurde sie mir endlich gebracht. Doch die Freude hielt nicht lang. Denn bereits am nächsten Tag vertröstete man mich als ich meine Kleine holen wollte. Sie schläft so schön und ich solle doch erst zur Wochenbettgymnastik gehen. Als ich wieder kam wurde meine Tochter bereits in die Kinderklinik verlegt. Sie war zu schlapp, trank nicht gut und spuckte zuviel Fruchtwasser. Ich fand es unmöglich mich nicht vorher zu informieren. Also lief ich unter Schmerzen (die Naht tat doch sehr weh) zur Kinderklinik und brach in Tränen aus als ich mein Kind dort liegen sah. Überall Schläuche und Kabel. Zudem bekam sie noch Gelbsucht und musste unter die Lampe.
Ich kürze das Ganze mal ab...
Nach 3 Wochen (und vielen unmöglichen Sachen) durften wir sie endlich mit nach Hause nehmen. Die Hebammen und Schwestern die mir in der ganzen Zeit begegnet sind fand ich fast alle unmöglich. Keine hatte richtig Zeit für mich oder mal liebevolle Worte. Auch wenn ich so jung war gab es kein Recht mich so zu behandeln. Das Stillen klappte natürlich auch nicht mehr. Sowas würde ich nie wieder mitmachen!!!

Ihre Daten :-)
09.02.1999
14.27 Uhr
3430g
49cm
KU 35cm

Der 2. Geburtsbericht folgt

Beitrag von lerethia 02.11.10 - 17:12 Uhr

oh weh...ich kann mir echt nicht vorstellen, was in den Köpfen von manchem klinikpersonal ab geht...kann dich absolut verstehen :-(