die Trotzphase-ich kann nicht mehr....wer kann helfen??

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von elcheveri 02.11.10 - 19:04 Uhr

Hallo Ihr lieben......ich weiß ja es ist allgemein bekannt das die sog Trotzphase irgendwann kommt....und trotzdem ist man wenn sie denn da ist total verzweifelt und unsicher.
Henry ist 2,5 Jahre jung und ich erkenne Ihn echt nicht wieder.
Er flippt bei jeder Kleinigkeit regelrecht aus-wenn er morgens wach wird möchte er 8auch um 4 Uhr) das wir das Nachtlicht anmachen.Geschieht das nicht sofort in der nä Sekunde schmeißt er sich im bett hin uns her und schreit wie am Spieß...er lässt sich wenig bis gar nicht beruhigen,weint,schmeißt die Lampe usw.......mit Worten ist er so gut wie gar nicht zu erreichen....oft nehm ihc Ih ganz fest in den Arm das hilft manchmal.
Er möchte etwas trinken,er bekommt es und das ganze fängt (auch tagsüber) von vorne an....wir wollen Auto fahren er muß noch Schuhe anziehen-Theater-ich setzte Ihn in den Autositz und schon geht es los-der Kragen der Jacke stört-ich soll Sie ausziehen usw.....das ganze endet immer damit das er wirklich ganz erschreckend weint und ich ebenfalls den Tränen nahe bin weil ich total erschüttert darüber bin das es Ihm scheinbar schlecht geht mit unseren Entscheidungen.....aber ich kann doch nicht sofort springen nur damit Ruhe herrscht davon ab das es oft egal ist was ich mache es ist immer falsch.......
Ich und auch mein Mann wir fühlen uns so hilflos und "schlecht",das merkt er wahrscheinlich auch....und wir unsicher??
Wir schaffen es einfach nicht diese Stimmungen zu durchbrechen weil wir als Eltern ja auch schon mit nichts anderem mehr rechnen als das es so ausartet......
Habt Ihr Tips??????????
Lg Eva
ps Henry ist ein eher introvertiertes Kind,in der Spielgruppe ist er sehr still und leise,spielt viel für sich......er beobachtet ganz ganz viel,hört zu und ist einfach in seiner Welt unterwegs hat man oft den Eindruck....

Beitrag von datlensche 02.11.10 - 20:07 Uhr

so schwer es ist: ruhig und konsequent bleiben...und wenn du zum 1000x sagtst "zieh jetzt bitte die schuhe an". man sagt die kinder werden selber von ihren "anfällen" hilflos überrumpelt. und sie wollen eben mitbestimmen.
uns hat es geholfen mal zu überdenken,was wir eigentlich alles verbieten, warum und obs unbedingt sein muss ;-) das heißt natürlich nicht, das gesetzte regeln immer wieder ausgelotet werden können #nanana aber muss ich mich jetzt wirklich darum streiten,ob der pulli blau oder lila sein muss ?!?(ich hoffe du verstehst den unterschied ;-))
was bei kilian manchmal auch geholfen hat, ist "schocktherapie". er wollte die schuhe nicht anziehen, 7 tage lang, jeden morgen das gleiche theater?! dann gehts halt ohne schuhe ins auto #schock riesen geschrei aber danach gings. das gleiche, als er sich ständig im auto abgeschnallt hat (das ist NICHT mehr witzig!)...reden hat da leider 0 geholfen...also musste er mal kurz aussteigen und alle türen vom auto gingen zu. hört sich drastisch an aber anders ging es WIRKLICH nicht!
aber zu solchen maßnahmen greifen wir wirklich nur im extremfall! ansonsten: geduld und spucke! die kinder lernen selbstständige und vor allem selbst bestimmte kleine personen zu werden! je mehr man sie entscheiden lässt (wie gesagt, im rahmen fester grenzen, die sie ja auch suchen [es wird sich nicht abgeschnallt!]) umso eher wachsen sie zu selbstbewussten kindern heran...
aber lass dir gesagt sein: ich verliere auch des öfteren mal die nerven! uns hilf dann immer raus gehen! #liebdrueck

lg, lena + kilian janosch*10.07.07 & nuno amadeus*27.05.10

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 20:46 Uhr

"und ich ebenfalls den Tränen nahe bin weil ich total erschüttert darüber bin das es Ihm scheinbar schlecht geht mit unseren Entscheidungen....."

Natürlich sind elterliche Entscheidungen manchmal total doof, aber da sie ja in der Regel zum Wohle des Kindes getroffen werden (zumindest muss man ja einen Grund haben, so zu entscheiden), ist es richtig und gut so. Diese Sicherheit solltest Du immer haben. Kinder wollen keine Eltern, die "schwammige" Entscheidungen treffen, mal Hüh und mal Hott sagen oder unsicher sind. Im Zweifelsfall möchte ein Kind beschützt werden und wie können Eltern richtig beschützen, wenn sie (entschuldigung) keinen Arsch in der Hose haben und sich nicht mal bei einem Kind durchsetzen können. D.h. deine Entscheidungen und deine Konsequenz geben dem Kind letztlich Sicherheit, buchstäbliche Grenzen, in denen es geboren aufwachsen kann. Auch wenn eine Entscheidung manchmal kurzfristig weh tut oder unverständlich ist.

Beitrag von branda 05.11.10 - 08:01 Uhr

Auf keinen Fall solltet ihr sofort springen und es dem kleinen ja recht machen, damit er ruhe gibt. Egal ob sofort oder später- wenn ihr einmal eine Entscheidung getroffen habt, dann bleibt dabei und kommt nicht ins wanken. Unsicherheiten und Tränen helfen dem kleinen nicht sondern machen selber unsicher- wenn die großen Zögern oder mal so oder so reagieren, dann ist sicher noch was rauszuholen- und wieder geht es los.

Ich habe großen Respekt vor den Eltern, die ihre Kinder brüllend unter den Arm klemmen und einfach raustragen, wenn sie z.B. im Laden trotzen und rumschreihen- Hut ab! Ich weis, 10 % der Menschen die das beobachten schüttel den Kopf und finden es unmöglich- die anderen 90% klatschen innerlich Beifall!!!

Konsequenz ist hier wohl das Zauberwort und auch überlegen, wo ist es wichtig hart zu bleiben und wo kann man auch einfach anbieten- mach es selber und noch vor dem Geschreih eingreifen- z.B. Schuhe anziehen- ist schon ne schwere Sache. Aber so sachen wie der Kragen ist schief sollte weder jetzt noch Später ein Grund für einen hysterischen Anfall sein. Da würde ich ganz klar sagen- wenn du dich jetzt beruhigt hast, mach ich den Kragen richtig- sonst nicht. Auch mal weinen lassen, ruhig in den Arm nehmen, aber auch weinen lassen, bis er sich beruhigt hat, ruhig weiterreden und erst wenn er wieder ruhig ist, den Kragen richten- Kragen ist hier nur das Beispíel für alles mögliche!!!

Hoffe, ich komme nicht zu klugscheißerisch rüber. Meine Söhne sind damit gut gefahren und ich auch. Jeder hat ein einziges Mal versucht, im Laden z.B. Theater an der Kasse zu machen weil sie dort was wollten. Ich habe in den Wagen gezeigt und erklärt, was alles für ihn ist. Der ältere wollte trotzdem was- ich habe auch die Kekse raus, die ich im Wagen hatte! Klingt erst mal hart, aber hatt seine Wirkung nicht verfehlt. Es gab nie etwas an der Kasse und geöffnet wurde eine Packung erst immer draußen oder erst zu hause- nie im Laden. So kann man sich viel Stress bewahren.

Ich wünsche euch noch eine gute Zeit mit eurem kleinen Zornigel- ich kann mir vorstellen, dass ihr das nicht mehr hören könnt- aber auch diese Phase geht vorbei. Bleibt locker!