Diese Trotzphase!!!!

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von karinchen80 02.11.10 - 19:44 Uhr

Hallo!

Mein Kleiner ist jetzt 15 Monate. Und zur Zeit ist es zu hause ganz schlimm. Sobald es nicht nach seinem Willen geht, streckt er sich nach hinten über, lässt sich fallen und donnert mit dem Kopf auf den Boden. Ich habe echt Angst, dass er sich dabei mal ernsthaft weh tut. Oder sich im Rücken alle Knochen bricht. Ich weiß gar nicht, was ich da machen soll!

Wenn er dann schreiend auf dem Boden liegt, lasse ich ihn auch schon mal liegen, denn es kann doch nicht nur nach seinem Willen gehen!!! Und wenn ich merke, dass er sich fallen lässt, passe ich auf, das er nicht total mit dem kopf aufdonnert. Aber das ist echt schlimm. Und so geht das mehrmals am Tag.
Was kann ich machen, damit er sich wirklich nicht mal richtig weh tut?

Beitrag von sweetdevil83 02.11.10 - 20:26 Uhr

Hallo,

eigentlich gar nichts...ich würde es aber, wenn du das Gefühl hast, er macht das bewusst (den Kopf auf den Boden schlagen) mal beim Kinderarzt ansprechen.
Aber trotzdem Kopf hoch, das geht vorbei...unser kleines "Monster" ist jetzt 18 Monate, es hat uns viel Nerven, Konsequenz und auch mal liebevolle "Erpressung" gekostet und er hat gelernt, dass es nicht immer nach seinem Köpfchen geht. Wir haben ihn auch schon bockend stehen gelassen und sind weiter gelaufen oder nackig ins Kinderzimmer gesetzt, weil er sich beim besten Willen nicht anziehen lassen wollte...jeder muss da für sich einen Weg finden, den er für sich vertreten kann (natürlich ohne "Gewalt"). Glaub mir, es wird besser...du solltest dich nur nicht um den Finger wickeln lassen, denn die Kleinen verstehen viel mehr als wir manchmal denken und nutzen das auch aus!!!

LG und viel Kraft

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 20:26 Uhr

"Wenn er dann schreiend auf dem Boden liegt, lasse ich ihn auch schon mal liegen, denn es kann doch nicht nur nach seinem Willen gehen!!! "

Unterscheide bitte Konsequenz und Trost.

Wenn Du etwas verboten hast, dann bleib dabei. Allerdings macht ihn das verständlicherweise wütend oder traurig. Und diese "Anfälle" sind bisher seine einzige Möglichkeit Wut und Trauer rauszulassen, denn darüber reden kann er noch nicht. Wenn Du ihn nun ignorierst, signalisierst Du ihm, dass es dir egal ist, was er fühlt oder dass Gefühlsäußerungen nicht erwünscht sind. Im schlimmsten Fall wird er so lernen, dass man Gefühle besser nicht zeigt. Willst Du das? Sicher nicht.

Also solltest Du ihn trösten, dabei aber das Verbot nicht aufheben. So bleibst Du konsequent und glaubhaft, dennoch aber eine liebe verständnisvolle Mami. Schön ist auch nochmal darüber zu sprechen: "Ja, ich weiß, dass Du wütend bist. Ich kenne das. Einmal hat meine Mama mir etwas verboten und das fand ich ganz doof.... " usw. Erzähle wie es dir ging, was Du getan hast, um die Wut loszuwerden. Das wird ihm helfen, seine Gefühle einzuordnen, zu benennen und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Außerdem schützt Du ihn mit liebevollem Trost vor sich selbst: "Auch Igel kann man streicheln."

Wohlgemerkt: Oft sind Kinder anfangs nicht unbedingt aufnahmefähig für unseren Trost. Sie wollen nicht angefasst werden, ihre Ruhe haben. Auch das solltest Du respektieren, trotzdem aber für Annäherungsversuche parat sein. Und genau in diesen Momenten, wo man einem Kind die Tränen abwischt und es tröstet, ist es besonders aufnahmefähig für Erklärungen, man kann Kompromisse schließen und so den Bogen kriegen.

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 20:32 Uhr

Ach noch was: Meine Tochter hatte mal einen Anfall beim Einkaufen. Sie griff sich eine Haarsprayflasche im Supermarkt und wollte sie nicht zurückstellen. Ich forderte sie mindestens 3 mal dazu auf, aber sie wälzte sich auf dem Boden. Aufhelfen lassen wollte sie sich nicht. Also habe ich mich in einen Sessel gesetzt, der zufällig dort zum Verkauf stand und gewartet. Es hat ca. 20 Minuten gedauert, sie tobte und war nicht zu beruhigen. Ich wartete und wartete... die Leute liefen vorbei, einige grinsten, andere schauten mich komisch an. Irgendwann bot ich ihr an, dass wir es gemeinsam tun könnten. Sie beruhigte sich, wir griffen die Flasche gemeinsam, dann ließ ich los und sie stellte sie ins Regal. Und dann war es gut. Ich lobte sie dafür, dass sie sich doch überwunden hatte und wir gingen weiter. Im Auto sprachen wir nochmal darüber, wie sich da gefühlt hat. So etwas kam NIE WIEDER vor. D.h. man kann durchaus auch mal solche Kompromisse eingehen. Es ist nämlich genauso kindisch, wenn man immer seinen Mama-Dickschädel durchsetzen will.

Beitrag von christianeundhorst 02.11.10 - 21:14 Uhr

Das kann ich voll und ganz bestätigen!!!!! Trost und Verständnis sind da sehr wichtig! Ausserdem muss Dein Kind lernen seine Gefühle ( die in dem Alter super heftig sind! Und echt dazu! ) zu verstehen und zu verarbeiten und auch dazu zu stehen. Wie soll es das lernen wenn Du ihn ignorierst?


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 28 Monate

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 20:53 Uhr

Ich hatte es eben schon mal geschrieben, aber ignorieren finde ich total doof. Ich kopiere dir mal meine Antwort auf ein anderes Posting (so ähnlich wie deins) hier rein.


Unterscheide bitte Konsequenz und Trost.

Wenn Du etwas verboten hast, dann bleib dabei. Allerdings macht ihn das verständlicherweise wütend oder traurig. Und diese "Anfälle" sind bisher seine einzige Möglichkeit Wut und Trauer rauszulassen, denn darüber reden kann er noch nicht. Wenn Du ihn nun ignorierst, signalisierst Du ihm, dass es dir egal ist, was er fühlt oder dass Gefühlsäußerungen nicht erwünscht sind. Im schlimmsten Fall wird er so lernen, dass man Gefühle besser nicht zeigt. Willst Du das? Sicher nicht.

Also solltest Du ihn trösten, dabei aber das Verbot nicht aufheben. So bleibst Du konsequent und glaubhaft, dennoch aber eine liebe verständnisvolle Mami. Schön ist auch nochmal darüber zu sprechen: "Ja, ich weiß, dass Du wütend bist. Ich kenne das. Einmal hat meine Mama mir etwas verboten und das fand ich ganz doof.... " usw. Erzähle wie es dir ging, was Du getan hast, um die Wut loszuwerden. Das wird ihm helfen, seine Gefühle einzuordnen, zu benennen und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Außerdem schützt Du ihn mit liebevollem Trost vor sich selbst: "Auch Igel kann man streicheln."

Wohlgemerkt: Oft sind Kinder anfangs nicht unbedingt aufnahmefähig für unseren Trost. Sie wollen nicht angefasst werden, ihre Ruhe haben. Auch das solltest Du respektieren, trotzdem aber für Annäherungsversuche parat sein. Und genau in diesen Momenten, wo man einem Kind die Tränen abwischt und es tröstet, ist es besonders aufnahmefähig für Erklärungen, man kann Kompromisse schließen und so den Bogen kriegen.

Beitrag von bine3002 02.11.10 - 20:54 Uhr

Uups verkehrt....

Beitrag von tosse10 02.11.10 - 21:14 Uhr

Hallo,

natürlich ist ignorieren nicht nett. Aber ganz ehrlich, wenn unser (grade 2 Jahre) total ausflippt, weil er z.B. abends reinkommen muss, dann habe weder Zeit noch Lust mit ihm ewig rumzukaspern (vor allem nicht, wenn in ein paar Wochen das Baby da ist). Er weiss wie unser Tag funktioniert und kennt die Abläufe. Er weiss auch das ich jederzeit für ihn da bin. Aber wenn er auf jeden Annährungsversuch nur mit noch größerem Getobe reagiert, hilft es ihm schneller wenn ich ihn einfach mal in Ruhe lasse. Sobald er sich ein wenig beruhigt hat spreche ich ihn an und meist lässt er sich dann auch trösten. Versuche ich es aber zu früh, dann hat das maximal einen weiteren Anfall zur Folge.
Wir machen nicht viele Regeln, aber die aufgestellten haben alle ihren guten Grund und werden deswegen auch durchgesetzt. Manche Dinge versteht der Kleine andere nicht so gut. Trotzdem erkläre ich ihm immer kurz warum und weshalb etwas so ist.

Ich würde schon auch aufpassen das er sich nicht ernsthaft weh tut, aber auch sich den Kopf stoßen wenn man sich fallen lässt gehört zu den Erfahrungen die man wohl machen muss. Mir wäre wichtig das er dabei nicht versehentlich auf eine Kante oder ähnliches schlägt.

LG
die tosse (die grade den heftigsten Wutanfall sich angehört hat, den sie je erlebt hat, es hat eine Stunde gedauert bis die Zähne geputzt waren...)