Stillen beim 3. ob es endlich klappt??*wünsch*

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von sarah-luisa 02.11.10 - 19:54 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich bin jetzt mit meinem 3. Kind schwanger in der 12.Woche und mache mir so meine Gedanken um das Thema stillen.Ich wollte schon damals bei meinem 1. Kind unbedingt stillen, leider hatte ich eine Schwangerschaftsvergiftung, so dass meine Tochter in der 39.woche mit nur 2 Kg auf die Welt kam...anfangs im KH klappte alles noch sehr gut mit dem stillen, sie trank auch gut, zuhause bei der Kontrolle meinte die Hebamme dann das sie jetzt ganz schnell zunehmen muss wegen dem geringen Geburtsgewicht,also sollte ich abpumpen...das machte ich auch, es kam auch Milch aber wohl zu wenig:-[ also meinte sie wir müssen zufüttern und aus dem zufüttern wurde dann ein Flaschenbaby...ich war fix und fertig desswegen aber damals dachte ich...wird schon richtig sein!!!Hauptsache mein Kind nimmt zu

nun ja bei meinem 2. lief dann erstmal auch alles gut, habe sofort nach der Geburt gestillt ( mein Sohn wog bei Geburt 3 Kg).Es kam auch gut Milch meiner Meinung nach.Hatte da eine andere Hebamme und sie merkte meine Bedenken und Unsicherheit darüber ob mein Baby genug bekommt ...zudem war es hochsommer,ich hatte das Gefühl er hatte hunger und durst...sein Mund war oft trocken und nach 10 min stillen schlief er ein und kam nach spätestens 20 min . wieder auch diese Hebamme riet mir besser abzustillen...ich akzeptierte das nicht so, wog ihn nach dem trinken an der brust, er nahm auch zu aber wohl auhc nicht soo viel ...was wohl normal ist, dass das nicht so schnell geht wie bei der flasche?? Naja mich verunsicherte das er zwar nasse windeln hatte (was ich auch schwer kontrollieren konnte ,da ein baby so oft gewickelt wird und die windeln wirklich viel und gut aufnehmen...schwer nachzuvollziehen#schwitz...aber er hatte nur alle paar Tage stuhlgang , dass war laut Hebamme nicht normal...jetzt hör ich aber des öfteren das stillkinder nicht jeden Tag stuhlgang haben müssen...

och mensch ich wünsche mir sooo sehr das es bei diesem Baby klappt..das glaubt ihr gar nicht.....ich muss dazu sagen was vielleicht eine Rolle zu meiner "Milchbildung" spielen könnte , dass ich so ein wenigtrinker bin ..habe wirklich zu wenig getrunken und ich glaube das ist für die Milchbildung ja sehr von Bedeutung oder???

würde mich sehr über ein paar Meinungen freuen

Beitrag von lilly7686 02.11.10 - 20:28 Uhr

#schock Oh mann, das waren ja Hebammen, die vom Stillen mal ganz viel Ahnung hatten #zitter

Also erst mal: du hättest beide Kinder stillen können. Gut, das hilft dir jetzt nicht mehr. Ich sage dir das nicht, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Im Gegenteil! Ich schreibe dir das, um dir zu sagen: du kannst dein 3tes Kind stillen! Wenn du die richtige Unterstützung hast.

Was du tun kannst, um diesmal zu stillen:
1. such dir schon in der SS eine Stillberaterin in deiner Nähe, vielleicht kannst du auch schon eine Stillgruppe besuchen, um dich ein wenig vor zu bereiten:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe.

2. nach der Geburt sofort anlegen und anlegen, so oft es möglich ist. Dein Baby nicht ins Kinderzimmer geben, viel nackig kuscheln, das fördert die Milchbildung.

3. Ein Baby nimmt die ersten 3 Monate durchschnittlich 120g pro Woche zu. das können mal 300g in einer Woche sein, oder 50g in der nächsten Woche. Gerechnet wird so: das aktuelle Gewicht minus das geringste Gewicht (also wenn dein Baby mit 3500g zur Welt kam, und dann auf 3200g abnimmt, dann ist 3200g das geringste Gewicht). Das Ergebnis dividierst du durch die Anzahl der Wochen, die dein Baby alt ist.
Beispiel: 3500g Geburtsgewicht, 3200g geringstes Gewicht, nach 4 Wochen 4200g. 4200g - 3200g = 1000g. 1000g dividiert durch 4 = 250g. Das heißt, dein Kind hat durchschnittlich 250g pro Woche zugelegt (das kann also auch heißen, es hat die ersten zwei Wochen jeweils 350g zugelegt, die dritte Woche 50g und die 4. Woche dann 250g oder ähnliches).

4. Dein Baby darf 10% seines Geburtsgewichts abnehmen. Erst wenn es mehr ist, muss zugefüttert werden. Gehen wir wieder von 3500g Geburtsgewicht aus, darf dein Baby bis zu 350g abnehmen, also bis 3150g. Und wenn tatsächlich zugefüttert werden muss, dann nicht mit der Flasche und nicht vor dem Stillen. Wenn dein Baby zu viel abnimmt, dann kann man zufüttern mit Hilfe von Fingerfeedern oder Fütterbechern (google mal). Oder einer Spritze (also ohne Nadel natürlich ;-) ). Zufüttern nur NACH dem Stillen. Also zuerst anlegen, und dann zufüttern. Sonst wird die Milchproduktion nicht angeregt und du produzierst keine Milch oder nur viel zu wenig.

5. Abpumen: beim Abpumpen kommt meist sehr viel weniger Milch raus, als dein Baby trinkt. Warum? Beim Pumpen wird der Milchspendereflex kaum bis gar nicht ausgelöst. Weswegen die Milch nicht läuft. Deswegen ist das Abpumpen eine völlig unsinnige Methode, um festzustellen, ob man genug Milch hat.
Um die Milchproduktion anzuregen kann man schon abpumpen. Dann allerdings ebenfalls nach dem Stillen und alle 1,5-2 Stunden. Erst dann wird die Milchproduktion zumindest ein bisschen angeregt durchs Pumpen.

So, ich hoffe, ich hab nichts vergessen ;-)
Falls du noch Fragen hast, kannst du mir gerne auch per PN schreiben :-)

Ich wünsch dir alles Liebe!

Beitrag von charlotte_n 02.11.10 - 21:19 Uhr

Hallo,

du bist bei deinem Kindern sehr verunsichert und schlecht beraten worden, das ist schade...

Bei mir war es so, ich habe mir nie Gedanken gemacht wie das wird mit dem Stillen. Beide Kinder sind Frühchen und kamen in 33+0 (2170g) bzw. 33+2 (2420g) und haben anfangs stark abgenommen. Anfangs pumpte ich in der klinik ab und dann stillte ich. Eine Flasche habe ich nie gegeben und wollte ich auch nicht. Ich muss dazu sagen, oft saß ich stundenlang da (vorallem beim Großen) und stillte aber es wurde belohnt. Beim ersten sagte auch jeder, ob er denn satt würde und beim zweiten sagt es nun keiner mehr. Er wiegt mit sechs Monaten auch schon über 8kg :-)

Ich kann dir "das Stillbuch" von hannah lothrop empfehlen.

Also ich hatte immer automatisch Durst beim Stillen. Und Hunger auch. Man sollte sich auf jeden Fall gut ernähren und gut trinken, aber auch nicht zuviel das kann kontraproduktiv sein.

LG charlotte_n

Beitrag von yorkie 02.11.10 - 22:30 Uhr

Ich drücke Dir alle erdenklichen Daumen!!
War in einer ähnlichen Situation und hab mich verunsichern lassen "vom Fachpersonal" :-[ heute bereue ich, wir hätten es geschafft!!
Und ihr schafft das auch!
Still deine Maus! Wie sagte mein Fa zu mir - da war es schon lang zu spät - wenn nicht jeder reinreden würde, würde es bei 99% klappen!

Du schaffst das!!

Beitrag von 20girli 03.11.10 - 07:29 Uhr

Hi,

also - ich hoffe das Du niemals wieder auf solchen Hebammen hörst.

Deine Gefühle - Deine Gedanken waren schon richtig. Du konntest in beiden Fällen Stillen und man hat es Dir ohne wirklich wichtigen Grund einfach versaut.

Diesmal vertraust du dir..ja?

Es gibt soviel zum Thema Stillen...du hast noch jede Menge Zeit...da gibt es Stillbücher - Infos im Netz etc.

Aber wie schon gesagt...deine Einstellung war schon richtig...also diesmal gehst du einfach deinen Weg..und dann kannst du auch länger Stillen.

Wenn man sich unsicher ist wegen der nassen windel...leg ne trockene daneben - oder wiege beide mal...dann weis man den unterschied.

lg Kerstin

Beitrag von lucaundhartmut 03.11.10 - 13:58 Uhr

Hi sarah-luisa
(witzig: ich habe eine Cousine, die Sarah, Luise, Helene heißt),


selbstverständlich kannst Du beim 3. Kind erneut den Versuch starten, eine per Brust Ernährende zu sein.
Es gibt durchaus Chancen, dass Dein Vorhaben gelingt.
Und wenn nicht, könntest Du immer noch auf Zwiemilchernährung umsteigen oder komplett auf käuflich zu erwerbende Säuglingsmilch.

Wie Du Deine Chancen, Dein 3. Kind per Brust zu ernähren, erhöhen kannst, schreibe ich Dir heute Abend, da ich jetzt Luca vom KiGa abholen muss.


LG
Steffi

Beitrag von lucaundhartmut 03.11.10 - 22:10 Uhr

Hi sarah-luisa,


Folgendes könnte Deine Chancen, Euer drittes Kind zumindest teilweise per Brust zu ernähren, erhöhen:

- dem Kind kurz (!) nach der Geburt gleich die Brüste anbieten
- dem Kind oft die Brüste anbieten
- mit dem Kind nackt kuscheln, es immer in der Nähe haben
- nach der Geburt 2 bis 3 Liter am Tag trinken (keinen Pfefferminz- und Salbeitee, möglichst keinen Kaffee und Schwarztee, möglichst nichts Kohlensäurehaltiges)
- 4 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee am Tag trinken
- 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten essen
- sich zumindest in den ersten Wochen nach der Geburt im Haushalt und bei der Kinderbetreuung helfen lassen

Alles Gute!


Steffi