Brauch mal eure Meinung zum Thema Stillen und Beikost.....

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von baebbels79 03.11.10 - 08:42 Uhr

Hallo zusammen,

ich brauch mal gaaaanz dringend eure Meinung und zwar geht es um folgendes:

Meine Tochter wird am 6.11. vier Monate alt und theoretisch könnte ich ja langsam mit Beikost anfangen. Bisher stille ich sie voll (ca. alle 3 Stunden)- bis auf 1 Flasche abends um 19 Uhr (arbeitsbedingt).

Seit einiger Zeit ist es aber so, das sie (meiner Meinung nach) gar nicht mehr so gerne an die Brust geht, bzw. immer nur kurz saugt und dann losschreit. Wenn ich dann wechsel saugt sie an der anderen Brust auch nur kurz und brüllt wieder los, also wechseln wir eben immer hin und her bis sie dann doch mal satt ist. An zu wenig Milch kann es nicht liegen da ich nach dem stillen auch noch Milch habe (hab mal ausgestrichen um das zu testen). Das ganze Theater ist aber immer nur tagsüber, wenn ich sie nachts stille trinkt sie einfach bis sie wieder einschläft. Habt ihr vielleicht eine Idee woran das liegen könnte?

Außerdem möchte sie seit ca. 1 Woche wenn wir essen immer mit am Tisch "sitzen" und schmatzt fleißig vor sich hin. Meint ihr das ist schon das erste Interesse an Beikost?

Bin mir auch noch total unsicher ob ich ihr wirklich jetzt schon Beikost geben soll. Wann und mit was habt ihr so angefangen?

Freue mich auf eure Tipps und Antworten und schonmal vielen Dank!!

LG
Stephy

Beitrag von berry26 03.11.10 - 08:52 Uhr

Hi,

also das deine Kleine "nicht mehr so gerne an die Brust geht" ist die berühmte Brustschimpfphase. Die haben viele Babies mit ca. 4 Monaten. Google mal danach!

Ansonsten würde ich mich an die WHO Empfehlung halten und 6 Monate voll stillen. Die wenigsten Kinder sind vorher Beikostreif. Interesse ist kein Beikostreifezeichen, denn Interesse haben Babies in dem Alter an allem. Wenn du es testen willst, dann gib deiner Kleinen ein Stück weiche Banane in die Hand. Du kannst ihr zeigen das es was zum Essen ist und dann schau einfach zu ob sie das Stück isst odernur damit spielt. Wenn eine nennenswerte Menge im Magen landet, ist sie Beikostreif, wenn nicht, dann warte noch!

LG

Judith

Beitrag von bine1220 03.11.10 - 09:28 Uhr

Guten Morgen!!

Bei der U4 meinte die Kiä, wenn sie 17 Wochen alt ist, können wir es mal versuchen, aber es muss nicht. Es ist eine neue Empfehlung, das ist Tatsache!

So, eigentlich habe ich mehr aus Spaß ein paar Möhren püriert und dachte, sie isst das eh nicht und spuckt alles wieder aus.
Denkste, sie hat geschluckt und mit einem grinsen den Schnabel noch weiter aufgemacht!! sie hat so 4 Löffelchen gegessen und auch gut vertragen.
Ich bin immer noch ganz erschrocken, dass sie das schon gegessen hat!

Es gibt versch. Meinungen versch. Fachorganisationen
http://www.still-lexikon.de/90_beikost_einfuehrung.html
Ich nehme an, da die WhO die Bekannteste ist und es in vielen Köpfen noch so verbreitet ist mit den 6 Monaten, klammern sich alle an diese Empfehlung, Nutzen hin oder her, denn der kann bis heute nicht nachgewiesen werden.

Welchen Weg man geht, ob das alte klassische oder doch einfach probiert, statt stur nach Plan zwingend 6 Monate voll zu stillen, muss jeder seinem kleinen Wesen überlassen.

Manche knabbern nur am Obst oder an der Rinde, andere wollen keinen Brei, andere 1 Jahr nur die Brust!

Jeder kleine Wurm ist individuell und das sollten wir so leben und erleben!
:-)
liebe grüße Bine

Beitrag von berry26 03.11.10 - 10:20 Uhr

"Welchen Weg man geht, ob das alte klassische oder doch einfach probiert, statt stur nach Plan zwingend 6 Monate voll zu stillen, muss jeder seinem kleinen Wesen überlassen. "

Ja da geb ich dir Recht. Allerdings ist ein Baby beikostreif wenn es SELBST essen kann! Einen Löffel in den Mund geschoben zu bekommen, ist nicht unbedingt selbst essen! Interesse am Essen sagt rein gar nichts aus!

Kinderärzte predigen übrigens schon seit 50 Jahren einen frühen Beikostbeginn! Das hat sich nie geändert. Ich denke das Beikostreife bei Babies sehr sehr selten vor dem 6. Monat vorhanden ist.

Was definitiv nicht mehr aktuell ist, das man Babies bis zu einem Jahr voll stillt wenn eine starke Allergiegefährdung vorliegt, sowie das vorsichtige Einführen der glutenhaltigen LM.

LG

Judith

Beitrag von steffi0413 03.11.10 - 15:10 Uhr

Hallo Stephy,

was Du beschreibst klingt mir sehr nach Saugverwirrung. Schreien beim Stillen, ab und andocken, die BW ziehen, vor allem wenn sie müde ist, im Halbschlaf aber keine Probleme, sind ziemlich typische Anzeichen.
Aus der Flasche muss man mit einer ganz unterschiedlichen Methode/Technik trinken als aus der Brust. Da der Sauger ein viel markanteres Gefühl im Mund ist als die weiche BW, lernt die Kleine die falsche Technik ganz schnell. :-(
Vielleicht könntest Du versuchen statt der Flasche diese 1 Mahlzeit aus dem Becher oder mit Löffel zu geben und beobachten ob man in 1-2 Wochen eine Besserung beobachten kann.
Hier auf der 2. Seite findest Du Tipps, wie das klappt:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltblaetter/FB_Richtig_stillen.PDF

Mit dem Beikost würde ich noch ein paar Wochen warten (wir haben mit 5,5 Monaten mit Apfel und Pfirsich angefangen, aber ich glaube mein Sohn war noch nicht ganz reif dafür...).
Sie kann vom Beikost noch fast nichts verwerten, in den ersten Monaten mit Beikost findet man oft die Gemüsen/Obst 1 zu 1 wieder im Windel. #gruebel
Hier findest Du 1-2 Anhaltspunkte, die helfen können zu entscheiden ob dein Baby reif dafür ist: http://stillkinder.de/beikost_warten.html

LG
Steffi

Beitrag von baebbels79 04.11.10 - 10:07 Uhr

Hallo Steffi,

danke für deine Antwort und die Links. Hab das Thema nun auch nochmal mit meinem Mann bespprochen und ich werde wohl erstmal weiterstillen.

Das mit der Saugverwirrung hatte ich auch zuerst im Kopf, denke aber eher nicht das es das ist. Sie bekommt die Flasche ja schon von Anfang an, dann wäre das bestimmt schon früher gewesen. Und es ist zwar jedes Kind anders, aber bei meinen anderen beiden hatte ich mit der Saugverwirrung auch keine Probleme.

Ich werde es einfach mal ausprobieren und sehen wie es sich weiterentwickelt.

Danke dir!!

LG
Stephy

Beitrag von steffi0413 05.11.10 - 10:37 Uhr

Hallo Stephy,

ich freue mich, wenn ich ein wenig helfen konnte. #huepf

Na, ja, Saugverwirrung ist ein hinterhältiger Tier. Es kommt ziemlich oft vor, dass die erst später sichtbare Probleme verursacht. (vor allem mit 3-4 Monaten, wenn die Bays ein "Neugeburt" erleben, wobei Geist auf die Welt kommt und sie plötzlich anfangen eigene Meinung zu haben :-))
Ein Versuch mit dem Becher wäre vielleicht wert.

Ich wünsche Euch alles Gute.

LG
Steffi