Kind (3) ist sooo scheu

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von somaus 03.11.10 - 11:14 Uhr

Hallo,

ich weiss nicht mehr, was ich mit unserem Jonas (3) machen soll. Er geht seit September in den Kiga und das überhaupt nicht gern. Er weint immer noch, wenn ich ihn hinbringe. Er spielt nicht mit den anderen Kindern und wird von denen auch aus den verschiedenen Spielecken rausgeschickt, weil die nicht mit ihm spielen wollen. Die anfängliche Nesselsucht ist jetzt besser aber an den Kiga-Tagen verstärkt und am Wochenende weg!
Er ist sowieso sehr schüchtern und geht überhaupt nicht auf andere Menschen zu. Nur mit seinem direkten Umfeld (Großeltern und seine Patentante) ist er locker und fröhlich im Umgang. Sogar mit dem weiteren Familienkreis (meinen Onkels und Tanten und Cousins und Cousinen, die wir öfter sehen) hat er Probleme, weint, wenn ihm jemand zu nah kommt! Auch bei Freunden und Bekannten, die er nicht so oft sieht (aber auf jeden Fall schon kennt), braucht er immer mind. eine halbe Stunde bis er auftaut.
Ich will ja icht, dass er gleich mit jedem mitgeht aber ich hab noch nie ein Kind gesehen, das so abweisend gegenüber anderen sein kann. Ich hab das Gefühl, irgendwas stimmt vielleicht nicht.

Geht das alles von alleine vorbei oder sollte ich mir ärztliche Hilfe (z.B. Kinderpsychologe) holen? Ich möchte so gern, dass es Jonas gut geht ohne seelischen Druck z.B. im Kindergarten oder wenn wir Besuch bekommen oder zu Besuch irgendwo sind.

Danke fürs Zuhören!

Viele Grüße,
somaus

Beitrag von sunflower.1976 03.11.10 - 11:21 Uhr

Hallo!

Wenn Du das Gefühl hast, dass "irgendwas nicht stimmt", sprich vielleicht mal mit dem KiA drüber. Unterstützung zu suchen ist sicher nicht falsch.
Du schreibst, dass es Dein Sohn nicht mag, wenn ihm jemand "zu nah kommt". Es gibt Kinder, deren Körperwahrnehmung ein bißchen gestört ist und sie z.B. ihre eigenen Körpergrenzen nicht so deutlich wahrnehmen. Das kann zur Folge haben, dass sie körperliche Nähe (v.a. wenn sie wenig Vorhersehbar ist wie z.B. bei anderen Kindern) nicht mögen. Ich will damit NICHT sagen, dass Dein Sohn damit Schwierigkeiten hat. Es ist mir nur gerade in dem Zusammenhang eingefallen. Ergotherapie könnte dabei ggf. gut helfen.

Gut zur Verbesserung des Selbstwertgefühls sind auch mache Sportarten wie Karate/Judo oder auch therapeutisches Reiten (das hat meinem Sohn sehr gut geholfen, er war allerdings "schon" 4 Jahre, als er angefangen hat).

Wichtig finde ich, dass im Beisein Deines Sohnes die "Schüchternheit" niemals thematisiert wird und Du ganz deutlich hinter ihm stehst, ihn nicht drängst usw.

LG Silvia

Beitrag von handy12345 03.11.10 - 11:21 Uhr

Hallo,

also bei meiner Tochter (4) hat es auch fast ein ganzes Jahr gedauert, bis sie sich an den Kindergarten gewöhnt hat und mit anderen gespielt hat.
Sie ist auch sehr schüchtern.

Hab etwas geduld, das gibt sich ganz bestimmt noch! :-)

Beitrag von zahnweh 03.11.10 - 12:04 Uhr

Hallo,

ich selbst war so ein schüchternes Kind!
Auch bei Personen, die ich sehr mochte. Ich konnte nicht anders.

Je mehr meine Mutter Druck machte oder erwartete, dass ich offener werde oder auch wenn sie nichts sagte: dadurch wurde es nur schlimmer.
Am Schlimmsten war es Anfang Grundschulzeit, wenn Sprüche kamen (auch von den anderen Erwachsenen dann): du bist doch schon soooo groß!
Das tat weh und gab mir das Gefühl "falsch" zu sein. Umso so schlimmer wurde es.

An den wenigen Tagen, an denen ich bei Besuch einfach so genommen wurde, wie ich war, war es wesentlich leichter. Ich spürte: ich darf so sein, wie ich bin. Spürte keinen Druck und durfte mir die Zeit nehmen, die ich brauchte.
z.B. bin ich mit meiner Oma zusammen offener gewesen. Sie ließ mich kommentarlos eine halbe Stunde auf ihrem Schoß sitzen (auch mit 7 Jahren noch, eben weil ich die notwendige Sicherheit nicht immer verlässlich hatte). Je mehr sie mich Sicherheit tanken ließ, desto schneller und leichter löste ich mich. Aber erst mal musste ich den Fels in der Brandung spüren. OHNE DRUCK.

Meine bestärke ich immer darin, dass sie so ok ist wie sie ist. Charakterlich ist sie auch offener. Aber es scheint ihr trotzdem gut zu tun.
Zu Hause ist sie sehr offen. Wenn sie aber ihre Tage hat, an denen sie sehr schüchtern ist, dann lass ich sie einfach.

Im Kindergarten nehmen sich die Erzieherinnen der Kinder an und, das finde ich sehr gut: sie muntern die Kinder dazu auf, sich gegenseitig zu helfen!!
Sie machen die Kinder auf einander aufmerksam. Schau mal, ... sieht traurig aus. Sollen wir sie zusammen trösten? ... scheint ihre Schuhe grade nicht binden zu können, magst du mal fragen, ob du ihr helfen darfst?
Ebenso: wenn ein Kind Hilfe braucht, das andere Kinder schon können: "sollen wir zusammen mal ... fragen, ob sie dir helfen kann?"

Werden andere Kinder weggeschickt, wird das Gespräch gesucht!! Warum darf das Kind nicht mitspielen? Die Sachen sind für alle da. Es wird dabei unterstützt, dass die Kinder ins Gespräch kommen.

Beitrag von cherry19.. 03.11.10 - 12:41 Uhr

Kinderpsychologe würde ich erstmal lassen ;-)

Mein Sohn ist auch so. Es war auch so "schlimm".
Jetzt waren wir beim Kinderturnen und der Knoten ist etwas geplatzt ;-)

Er spricht jetzt sogar mit fremden Kindern. Von heute auf morgen. Er ist jetzt 3,5 Jahre. Warte mal noch ein Jahr ab. Da tut sich sicher noch etwas.

:-)