"Du bist allein und Du bleibst allein"

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von sarosina1977 03.11.10 - 11:28 Uhr

Hallo Mädels.

Ich hatte jüngst eine seltsame Unterhaltung mit einer Freundin von mir. Sie ist wie ich allein erziehend. Sie lebt seit 1,5 Jahren mit einem Mann zusammen, der sich überhaupt nicht für ihr Kind interessiert. Sie macht eigentlich alles allein und er glänzt mit Abwesenheit oder Dauerschlaf auf dem Sofa.

Für mich war immer klar, dass ich einen Partner will, der sich in die Konstellation mit meinem Kind einbringt und zum Familienleben beiträgt. In solch einer Beziehung lebe ich jetzt: Mein Partner passt auf meine Tochter auf, wenn ich beruflich weg muss, er holt sie vom Kindergarten ab, unternimmt etwas mit ihr, wenn ich arbeite. Er tut das mit großer Freude und er beschreibt unsere kleine Familie als große Bereicherung für sein Leben. Er liest Gutenacht-Geschichten vor, macht Kissenschlachten mit und sagt selbst, dass er sich wie ein Papa fühlt und das will er nie mehr missen. Ich habe nie von ihm irgendwas verlangt und meine Tochter hat regelmäßigen Kontakt zu ihrem leiblichen Papa. Mein Partner ist also kein Papa-Ersatz, aber wir leben halt wie in einer Familie mit allem Drum und Dran.

Meine Freundin findet es unmöglich, wie wir leben. Sie ist der Auffassung, dass jede Allein-Erziehende allein zu sein hat. Nicht körperlich, aber seelisch. So habe ich das verstanden. Sie sagte, dass es überhaupt nicht möglich sei, durch einen neuen Partner Familienglück zu erleben. WEnn sie damit klar kommt, dass ihr Freund (er ist Moslem) kategorisch Weihnachten boykottiert und ihr kleiner Sohn (5) Heilig Abend nur in Bruchstücken mitbekommt, ist das ihre Sache. Ich will sowas in meinem Leben eben auf gar keinen Fall. Ich habe eben einen Partner, der das Familienleben mit uns sehr, sehr genießt. Und wenn er mal keine Zeit hat, auf meine Tochter aufzupassen, weil er beruflich etwas zu tun hat, dann ist das total in Ordnung und ich kümmere mich um eine andere Betreuungsmöglichkeit. Wo ist das Problem??

Diese seltsame Diskussion verstehe ich nicht. Und ich habe schlicht und einfach das Gefühl, dass hier ganz viel Neid im Spiel ist.

Ist es Euch auch schon so ergangen, dass Ihr von anderen Alleinerziehenden blöd angemacht worden seid?

Beitrag von babylove05 03.11.10 - 12:47 Uhr

Hallo

sorry aber deine Freundin spinnt . Ich hab ein Sohn aus erster Ehe , mittlerweile ein Kind mit meinen Verlobten . Und wir leben ein Glückliches Familienleben ( wenn er da ist , da er Berufssoldat ist )

Und mein Mann macht kein Unterschied zwichen meinen SOhn oder unsere gemeinsamen Tochter . Beide sind UNS .... er kümmert sich um beide . Wechselt windel , spielt , tobt . liest vor . füttert , macht brot alles wie ein Papa eben macht ....

Lg Martina

Beitrag von angelaangela 03.11.10 - 14:20 Uhr

Man nennt es Resignation. Ist hoch ansteckend. Thema nicht mir ihr vertiefen. Und viel Freude mit deiner Familie so wie sie ist!

Beitrag von nadja172 03.11.10 - 15:03 Uhr

Hallo

ich denke nicht das sie es unmöglich findet wie ihr lebt sondern das sie sich genau das auch wünscht und eher eifersüchtig ist. Und da sie dir anscheinend dein Glück nicht gönnen kann, versucht sie es dir eben mies zu machen.

Würde das Thema bei ihr meiden und wenn sie es anschlägt dann beende es sofort und mach ihr klar, dass du darüber nicht sprechen willst.

Alles Liebe
Nadja

Beitrag von 16061986 04.11.10 - 08:24 Uhr

Genau das gleiche habe ich auch als erstes gedacht. Sie will das,was du hast mit deinem partner und will es dir jetzt schlecht reden weil sie es nicht haben kann...
Sie sollte sich wirklich mal überlegen was für ihr kind besser ist und mit dem kerl abschließen.

Ich sag immer, wenn ein neuer mann in meinem leben mit den kindern nicht klar kommt gibt es auch kein UNS,so einfach ist das. Wie du schon geschrieben hast,entweder er kommt mit den kindern klar und kümmert sich nach einiger zeit dann auch mit um sie oder man lässt es lieber gleich bleiben

Beitrag von sarosina1977 04.11.10 - 09:13 Uhr

Hi Mädels.

Diese Unterhaltung mit ihr hat mich ziemlich lang beschäftigt. Nicht, weil sie mich verunsichert hätte, sondern deshalb, weil ich nicht verstehen kann, dass man so denkt.
Sie meint, dass ich andere Menschen, also meinen Partner, in diese Familienrolle reinpressen würde. Und dass meine Erwartungshaltung viel zu hoch sei, wenn es darum geht, dass meine Tochter eben ins Leben mit integriert wird.
Sie meinte, dass ich damit leben müsse, weiterhin allein zum Kinderarzt zu gehen und die Freuden und die Sorgen allein zu tragen.

#augen

Sie selbst findet Familienleben wohl total spießig, heiraten ist nie ihr Ziel gewesen. Zu mir sagte sie, dass ich es mir nur einreden würde, ein Familienmensch zu sein; in Wahrheit würde ich meine Zufriedenheit nur über den Job kriegen und Kinder würden überhaupt nicht zu mir passen.

#kratz

Ja, ja, kann ich da nur sagen...

Ich korrigiere mich - es handelt sich bei der besagten Person nicht um eine Freundin, sondern wohl eher um eine Bekannte...

Ich bin mit meiner Situation jedenfalls total zufrieden. Meine Tochter kriegt ganz viel Nestwärme, am Montag haben wir zu dritt unser erstes Aquarium eingerichtet und in Gang gesetzt, gestern besuchten wir den Papa meines Partners in der Kurklinik und fielen dann gemeinsam im Restaurant mit dem goldenen M ein - es vergeht kein Tag, an dem wir nicht irgendwas zu dritt machen und wir haben immer Spaß dabei.

Meinen Freund würde ich niemals zu etwas zwingen. Und je weniger ich erwarte - desto mehr kommt von ihm...

Ihr Sohn tut mir schon lange Leid. Ich habe sie auch mal auf den etwas groben Umgang mit ihm angesprochen, sowohl körperlich, als auch verbal. Ihre Antwort ist ganz "plausibel": Er ist ein reinkarnierter Engel, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seinen Eltern die Grenzen aufzuzeigen. Und da er quasi nicht von dieser Welt ist und deshalb auch einen nicht-irdischen Charakter hat, muss man mit ihm so speziell umgehen, weil er es anders nicht versteht.

#schock

Ich habe mich schon vor Monaten zurück gezogen und wir haben keinen Kontakt mehr. Ist auch besser so.

Beitrag von starshine 03.11.10 - 15:37 Uhr

Du machst das toll und genau richtig. Ein Partner, der meine kids nicht akzeptiert, der kaeme niemals in Frage. Darum habe ich auch keinen sondern treffe mich nur lose mal zum Essen gehen oder so. Keiner macht Anstalten in Richtung Integration und somit sehe ich die Kerle auch nicht als potentielle Partner sondern als lose Bekanntschaften ;-)

Beitrag von ciocia 03.11.10 - 20:33 Uhr

Mir tut ihr kleiner Sohn leid...:-(

Beitrag von lilly7686 04.11.10 - 14:40 Uhr

Deine Freundin hat sie nicht mehr alle, tut mir leid.

Ich hab eine Tochter, fast 7 Jahre alt, und nun mit meinem Partner (sind seit über 2,5 Jahren zusammen) eine 5 Monate alte Tochter dazu.
Mein Partner ist ein perfekter Papa-Ersatz und liebt meine Große genauso wie sein eigenes Kind.

Ich weiß ja nicht wie das in D ist, aber sobald man in einem gemeinsamen Haushalt mit einem Mann lebt, ist man per Gesetz nicht mehr Alleinerziehend. Bzw. gibts keinen Alleinerzieherzuschuss mehr vom Staat ;-)

Also für mich hätte sich das Thema damit erledigt.