Die Geburt von Paul Joshua XXXL

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von amity 03.11.10 - 17:43 Uhr

Ich habe hier die Geburtsberichte geradezu verschlungen und möchte heute auch von meinem Geburtserlebnis berichten. Es war meine erste Geburt auf die ich mich wirklich gefreut habe.

Ich war immer eine schlanke Person und habe bei 176 cm 55 Kilo gewogen. Während der Schwangerschaft habe ich ganze 25 Kilo zugenommen. Der Zuckerbelastungstest war negativ und mein Gyn sagte das es nicht schlimm sei so viel Gewicht zuzunehmen da ich ja eh untergewichtig war.
Zwei Wochen vor dem ET bat ich ihn um eine Einschätzung des Gewichts. Er sagte dass ein Ultraschall sehr ungenau sei aber er anhand meines Bauches gute 4 Kilo schätzt. Das fand ich schon sehr ungewöhnlich.

ET war der 18.10. aber es tat sich nix. In Absprache mit meinem Gyn habe ich einen Wehencocktail genommen der aber nichts bewirkte. Die Tage verstrichen und Joshi wollte immer noch nicht ausziehen. Alle Tipps wie Treppensteigen, Sex, heiß baden, spazieren gehen usw. fruchteten überhaupt nicht. Alle zwei Tage zum CTG, Wehen vorhanden, Muttermund 2 cm auf. Alles war Geburtsbereit. Jeden Tag unzählige Anrufe ob das Baby schon da ist. Das hat genervt!!!

Am 26.10. bin ich um 10 Uhr wach geworden. Wie die Tage davor auch schon hatte ich leichte Wehen, die mich aber nur nervten weil sie schon seit gut 2 Wochen immer mal wieder kamen aber nix bewirkten. Ich puzzelte zu Hause rum, macht die Wäsche und bezog die Betten frisch. Gegen 13 Uhr bemerkte ich dass das Ziehen im Unterleib regelmäßig wiederkam und inzwischen an Menstruationsschmerzen grenzte.
Ich rief meine Mum an ob sie vorbei kommen kann. Ich wollte den Badewannentest machen. Vorsichtshalber rief ich auch meinen Freund an, der von der Bundeswehr aus auf einem Lehrgang war und gute 3 Stunden Fahrtzeit vor sich hatte.
Gegen 15 Uhr trudelte Mama ein. Den Badewannentest hatte ich mir geschenkt denn zwischenzeitlich hatte ich "gezeichnet". Ich war mir sicher jetzt gehts los. Wir tranken noch Kaffee und ich wusch mir die Haare. Mein Freund fuhr 16 Uhr los und Mama und ich machten uns auf den Weg in die Klinik. Dort angekommen klingelte ich am Kreißsaal. Wir wurden von einer Hebamme empfangen. Sie schaute ein bischen grimmig und fragte wie sie uns helfen kann. Ich sagte ihr gut gelaunt "Ich glaub ich krieg ein Kind". Sie sagte "Ich glaube nicht. Hier kam noch keine Schwangere rein die Wehen hatte und noch lachen konnte."
Super Start!
Also erst mal CTG geschrieben. Siehe da, Wehen alle 10 Minuten und schöne Berge zu sehen. Mumu 3 cm auf. Ich durfte da bleiben und die Hebi war auf einmal sehr freundlich. Sie schickte mich spazieren. Die Wehen taten inzwischen gut weh und ich musste stehen bleiben um sie zu veratmen. Ich fragte die Hebamme ob denn kein Arzt da sei der noch mal einen Ultraschall macht. Sie antwortete dass das nicht nötig sei.

19.30 Uhr kam mein Freund endlich an und meine Mum fuhr nach Hause. Die Hebamme schrieb alle zwei Stunden CTG und kontrollierte den Mumu. Gegen 21 Uhr waren wir bei 4-5 cm. Die Wehen waren mittlerweile echt heftig aber ich wollte tapfer die Geburt durchstehen ohne Schmerzmittel. Mein Freund wirkte etwas hilflos weil er mir nur den Rücken massieren konnte. Dann war Schichtwechsel und die Nachthebi stellte sich vor. Sie war etwas älter aber freundlich. Sie kontrollierte um 23 Uhr den Mumu erneut, 5 cm. Ich war frustiert weil ich dachte pro Stunde 1 cm. Die Wehen kamen schon alle 3 Minuten und taten unheimlich weh. Ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand.

01.30 Uhr war ich fertig mit der Welt. Wehen alle 2 Minuten und der Mumu unverändert. Die Hebi empfahl eine PDA damit ich mich entspannen kann. Erfahrungsgemäß würde sich der Mumu besser öffnen. Also nahm ich heulend ihr Angebot an. Ich fühlte mich wie eine Versagerin weil ich doch ohne PDA entbinden wollte. 02.00 Uhr saß das Ding. Mir wurde ein Zugang gelegt und ich bekam NaCl. Leider wurde die Vene durchstochen und die Infusion lief para. Mein Arm schwoll an und schmerzte unheimlich.
04.00 Uhr erneut Kontrolle. Mumu hat sich nicht weiter geöffnet, die PDA ließ nach. Endlich wurde eine Ärztin hinzugezogen. Ich bettelte nach einem Kaiserschnitt. Die Schmerzen waren nicht mehr auszuhalten. Die Ärztin war aber mit den Herztönen zufrieden und schlug einen Wehentropf vor. Ich schrie sie an das ich einen KS will aber das interessierte sie nicht. Sie zerstach mir in beiden Armen die Venen und traf beim 6 Versuch für den Wehentropf. Die PDA spritzte sie nicht mehr auf.
05.00 Uhr Mumu vollständig geöffnet. Ich sollte pressen. Ich schrie nur noch bei jeder Wehe und war am Ende. Ich konnte nicht mehr. Ich presste knapp 2 Stunden, musste ständig die Position wechseln damit sich der Kopf richtig einstellen kann. Die Ärztin setzte bei einer Wehe für einen Dammschnitt an, verpasste aber den Moment und schnitt als die Wehe vorbei war. Um 06.53 war Joshua endlich da. Er schaute sich nur um und war ganz ruhig. Die Ärztin schaute schon so komisch und auch die Hebamme sagte: "Den könne sie ja gleich einschulen". Hier die Daten:

55 cm Lang
36 cm Kopfumfang
5030 Gramm

Ich hatte trotz Dammschnitt noch einen Riss zweiten Grades, verlor knapp 1 Liter Blut. Mein HB Wert war so Grenzwertig dass ich eigentlich eine Transfusion benötigt hätte. Da meine Venen aber zerstochen waren bekam ich nur Eisentabletten. Ich konnte die ersten zwei Tage nicht aufstehen und mich nicht um meinen Sohn kümmern. Ich war enttäuscht auf ganzer Linie. Meine Geburt hatte ich mir schöner vorgestellt.
Seit Freitag sind wir zu hause und versuchen zurecht zu kommen. Meine Mum unterstützt mich ganz toll und nimmt mir vieles ab. Denn weil es so schön ist habe ich auch noch eine Gebärmuttersenkung die mich einschränkt und mir Schmerzen bereitet.

Hätte jemand vor der Geburt einen Ultraschall gemacht hätte man Joshi´s Kampfgewicht feststellen können und ich hätte niemals spontan entbunden. Trotzdem war es ein Erlebnis wenn auch kein so schönes. Und am Ende zählt ja das Ergebnis und das kann sich sehen lassen!!!

Beitrag von jiny84 03.11.10 - 18:16 Uhr

#schock Na der ist ja wirklich XXXL

Erstmal herzlichen GLückwunsch zum Sohnemann.
Respekt,das du den spontan entbunden hast,meiner wurde auch auf gut 5 kilo geschätzt,hätte ich voll ausgetragen,gott sei dank hat er sich 14 Tage vor ET auf den weg gemacht und hatte nur 3820 gramm.

Mit dem Blutverlust hatte ich auch zu kämpfen,hatte knapp 1,5 liter verloren,aber ne infussion wurde mir nicht angeboten,nur die eisentabletten.

Nimm sie bloss wenigstens 6 wochen lang,habe meine Mens seit einer Woche und durch den hohen blutverlust ist sie jetzt echt stark und ich doof hab die tabletten zu früh abgesetzt,also gehts mir körperlich fast genauso wie nach der Geburt,kreislaufprobleme etc.

Viel Glück euch beiden

Beitrag von mimiki 03.11.10 - 19:36 Uhr

Respekt #pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro#pro

und alles Gute :-D

Beitrag von svala 03.11.10 - 20:18 Uhr

Hallo,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem "kleinen" Riesen #schwitz. Ich kann sehr gut verstehen, dass Du Dich bei Kenntnis dieser Maße nicht für eine spontane Geburt entschieden hättest (ich wahrscheinlich auch nicht).

Vielleicht kann ich Dich damit ein bisschen trösten, dass Du Dich möglicherweise auch nach einem KS in den ersten zwei Tagen nicht um Dein Kind hättest kümmern können.

Ich hatte einen NotKS in VN und konnte danach zwei Tage nicht aufstehen, da mein Hb - Wert nur noch bei 7 lag und die Schmerzen so schlimm waren, dass ich sofort umgefallen bin, wenn ich mich in die Senkrechte begeben wollte. Außerdem konnte ich tagelang nur auf dem Rücken liegen weil die Narbe so schmerzte. Das ist zwar nicht bei jedem KS so, kann aber eben auch passieren. Und ich könnte mir vorstellen, dass der KS auch schlimmer ist, wenn man aus der Öffnung ein 5 kg Brocke rausholen muss #schwitz.

Du kannst sehr stolz sein auf Dich und Deinen kleinen Mann!

Viele liebe Grüße
Svala

Beitrag von miamotte 04.11.10 - 10:03 Uhr

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes.

Ich kann sehr gut nachvollziehen wie´s dir geht. Mia kam bei ET+10 mit 4460g, 55cm KU 37,5cm spontan zur Welt.
Ich hätte auch nicht spontan entbunden wenn ich das gewusst hätte.
Mein HB lag nach der Entbindung bei 6,4 und außer Eisentabletten und Kräuterblut #aerger hab ich auch nichts bekommen. Mir ging´s wirklich noch sehr lange schlecht weil mein Körper mit dem Blutverlust nicht klar kam. Ich bin immer wieder mal umgekippt und hatte starke Kopfschmerzen.
Nimm jede Hilfe an die dir angeboten wird und trau dich zu sagen wenn dir etwas zu viel ist.
Ich bin mir sicher das ich ein zweites Kind mit mehr als vier Kilo nicht spontan entbinden werde, komme was wolle.

Liebe Grüße
Katharina
#herzlich

Beitrag von nadinefri 08.11.10 - 15:52 Uhr

Wow! Dann war dein Kind 110 gramm schwerer als meiner ;-)

Ich hab meinen Sohn mit 4920 gramm, 57 cm und 38cm KU spontan entbunden. Es wurde vor der Geburt nochmal ein US gemacht und die Ärztin sagte mir: "Er hat so 3600 gramm und der Kopf ist ca. 36cm im Umfang"

Ok dachte ich, ein "normales" Baby ;-) Ja, und dann kam er und alle haben gestaunt :-D

Bei mir war es eine tolle Geburt, vielleicht weil ich nicht wusste das er so groß isr und entspannt war.