Louis, 17 Monate - "mist" bauen

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von hoschi1896 03.11.10 - 23:54 Uhr

Moin,

ich bin Papa von klein Louis. Ich liebe den kleinen, aber meine Frau und ich sind teilweise echt überfordert damit, den kleinen Mann zufrieden zu stellen. Er ist sich häufig den Dingen bewusst die er tut, denn er macht nur "mist", wenn ihm gerade etwas nicht passt. Das beste Beispiel ist, wenn man ihn irgendwo wegholt, weil er halt da nicht hin darf, dann greift er dabei noch nach irgendetwas und räumt damit oft erstmal ab.

Die Frage die ich mir stelle ist, wie reagiere ich am besten darauf. Ich bin gerade ziemlich unter Stress. Gestern hat er bockigerweise mit Kugelschreiber auf dem Sofa gemalt....Ich habe ihn sofort angeschrien (was mir natürlich sofort leid tat -,-) und gemeckert + ihn in sein Zimmer verfrachtet. Ich wusste mir nicht anders zu helfen. Zur information: Seit Monaten weiss er ganz genau dass wir mit Stiften nur auf Papier malen. Er zeigt es uns auch immer wieder und macht eigentlich keine Anstalten woanders zu malen.Das zeigt, dass er es eigentlich verstanden hat.

Einerseits will ich ihn nicht anschreien, aber andererseits fällt mir keine andere Variante ein, die ihm in der richtigen Intensität zeigt, dass das nunmal garnicht geht. Oder setze ich völlig falsch an, und er versteht es einfach noch nicht, sprich es wäre besser gewesen garnicht groß drauf zu reagieren?

Ich würde gerne sachliche Antworten erhalten, denn es liegt mir viel daran, ihm Integrität zu vermitteln, was mir aber offensichtlich nicht gelingt. Denn dazu gehört neben "ja" eben auch "nein".

Beitrag von blucki 04.11.10 - 07:00 Uhr

guten morgen,

ich habe auch eine tochter, die jetzt genau 17 monate alt und. und einen 6jährigen sohn (hab das gleich also schon mal durch). und ich denke nicht, dass ein 17 monate altes kleinkind einschätzen kann, was es anrichtet, wenn es auf dem sofa malt.

da ist es an dir, den kugelschreiber wegzulegen. bei uns liegen die kugelschreiber in einer schublade, an die sie nicht rankommt. und wenn sie stifte hat bin ich dabei und sorge dafür, dass sie am tisch bleibt. ansonsten kommen die buntstifte weg.

dein sohn ist ganz normal. musst halt bisschen besser die dinge wegräumen, mit denen er unsinn machen kann. unsere tochter ist auch extrem ausgebufft und macht super viel blödsinn. sie findet es z.b. super, unser lowbaord auszuräumen und die cd's, dvd's und die wii-spiele auszupacken und über den boden zu schieben. das ist auch richtig teuer, wenn die zerkratzen, dann kann ich die wegwerfen. da muss ich halt immer schnell hinspringen und nein sagen und es ihr wegnehmen. alles ausräumen kann ich hier auch nicht.

aber in dem alter verstehen die es noch nicht, dass eine lustige malerei schaden anrichtet. sicher wissen die genau, was ein nein bedeutet. aber das ist ja interessant, wenn mama das öfters sagt.

da musst du sicher noch etwas geduld haben. anschreien ist für so ein kleines menschlein aber ganz schlimm. damit können die nicht umgehen und bekommen angst.

lg
anja

Beitrag von naschi86 04.11.10 - 07:52 Uhr

Das hört sich auch fast genauso an wie bei unserer kleinen maus die ebenfalls 17monate alt ist :-)

Sie weiß zb auch das sie mit ihren stiften (wachs) nur auf einem blatt malen darf .... naja wie gesagt normalerweise xD letzte woche haben wir auch mit den stiften gemalt und ich bin wirklich nur ganz kurz in die küche gegangen um mir einen kaffee zu machen und ich habe sie eig immer blick aber einen moment nicht aufgepasst und was hat sie gemacht unsere HELLE wohnzimmerwand mit einem DUNKELBLAUEN waxmalstift bemalt #augen

Natürlich fand ich das auch nicht so super dolle da wachs nicht so wirklich einfach zu entfernen ist von einer wand xD
Ich habe ihr dann gesagt das sie das nicht darf und ihre blätter zum malen hat.......
habe ihr das auch nocheinmal gezeigt danach habe ich ihr gesagt das wir jetzt aufhören mit malen ...habe dann alles weggepackt ... (fand sie auch nicht toll) und habe dann versucht das wachs von der wand zu bekommen und habe sie ein bisschen mit "eingespannt"

seitdem ist es zum glück nicht mehr vorgekommen #huepf

Es gibt manchmal momente in denen man am liebsten sein kind anmaulen würde weil sie beim 5 NEIN immer noch nicht hören usw ... aber das bringt meiner meinung nach gar nichts
sie verstehen es mehr oder weniger und durch das anmaulen wird die situation auch nicht besser .... am besten wenn etwas einen wirklich zur weißglut bringt umderehen bis 10 zählen tiiiiief luft nehmen durchatmen sich wieder zum kind drehen und "gelassen" die Situation meistern :-)

Ich weiß klappt nicht immer aber es hilft denn so gelassener du auf dein kind zu gehst desto weniger stress hat man im endefekt :-)

hoffe konnt dir ein bisschen helfen

Beitrag von woelkchen1 04.11.10 - 09:11 Uhr

Erstmal mußte ich schmunzeln! Bei einem 17 Monate altem Kind MUSST DU den Kuli weglegen, das kannst du deinem Kind nicht ankreiden! Ärger dich also über dich selber, nicht über das Kind!

Meine Tochter ist etwas über 2 Jahre und jetzt fängt es so langsam an, dass ich Sachen liegen oder stehen lasse, und sie nicht rangeht. Ganz vertrauen würd ich ihr aber trotzdem nicht- sie ist eben ein Kind und lernt die Welt neu kennen!

Scarlett macht auch Sachen absichtlich,um Aufmerksamkeit zu bekommen. Was wir dann machen? Wir geben ihr diese Aufmerksamkeit, denn sie scheint sie zu brauchen in diesem Moment. Umso mehr ich auf sie eingehe, umso ausgeglichener und "lieber" ist sie in anderen Momenten, und zeigt dann auch deutlich, dass sie jetzt keine Aufmerksamkeit brauch.

Aufmerksamkeit brauchen Kinder alle, aber nicht immer gleich intensiv.
Macht euch bewußt, dass euer Sohn in einem Alter ist, wo er nun mal extrem viel brauch davon! Behandelt ihn dementsprechend und haltet euch vor Augen, dass genauso wieder andere Zeiten kommen werden.

Ein Kind muß sich in euer Leben integrieren, sich dem aber nicht vollkommen anpassen. Es ist eure Aufgabe, euer Kind in euer Leben einzugliedern. Dazu gehört, auch Prioritäten setzen.

Meine Tochter hat es faustdick hinter den Öhrchen, aber es funktioniert trotzdem alles sehr sehr gut. Klar macht sie Mist- sonst wär es nicht mein Kind!#schein
Aber es ist das normale Mistbauen und ausprobieren eines normalen Kindes.

Ansonsten geb ich ihr die Nähe und Aufmerksamkeit, die sie brauch, wann immer es geht. Geht es nicht, sage ich ihr auch, dass ich jetzt gern dies und das mit ihr machen würde, aber erst noch arbeiten muß (z.B.). Sie darf bei meiner Arbeit dann auch mitmachen-irgendwas findet sich doch immer, was Kind machen darf! Ist ihr das zu langweilig, haut sie von allein ab und spielt.
Ich versuche aber immer, ihr nicht das Gefühl zu geben, Arbeit ect. seien wichtiger als sie!

Gibt mein Mann mir das Gefühl, werd ich auch zickig! Sagt er aber:" Mensch Süße, ich würd jetzt viel lieber mit dir `ne ruhige Stunde schieben, aber ich kann jetzt nicht- ich beeil mich aber,damit ich Feierabend habe!", kommt das doch ganz anders rüber, oder?
Das verstehen auch kleine Jungs!



Versuch einfach, Verständnis für den kleinen Mann zu haben! Sein Leben ist so frisch und aufregend, und vielleicht noch voller Verbote?! Schaut, was er wirklich nicht darf, was Quatsch ist, ihm zu verbieten (aus Bequemlichkeit) und sprecht so wenig Verbote wie möglich aus.
Klar entsteht sonst Frust!

Kuli´s läßt man nicht frei zugänglich liegen- ärger dich über dich, nicht über das kleine Kind!
Und hättest du dich in der Zeit hingesetzt, und mit ihm zusammen gemalt, wär das nicht passiert, oder???

Beitrag von anarchie 04.11.10 - 09:25 Uhr

Hallo!

Ich habe 4 Kinder...

Du hast zu hohe Ansprüche.
Ein Kind von 17 Monaten versteht ein "NEIN" aber es kann noch nicht seinen Wunsch dafür zurückstellen.
Und wenn es mit Kulli aufs Sofa malt, dann hast DU es vergeigt!
Dennn DU musst bei einem so kleinen Kind eine kindersichere Umgebung schaffen und aufpassen.
da darf kein Stift rumliegen.

Und ein so kleines Kind ins Zimmer zu bringen...nunja...

Ich hätte ihm gesagt, dass man das nicht darf, weil ...und ihm dann Papier gegeben und mit ihm gemalt.
Ich wär auch genervt , aber IHN anbrüllen, ein fast noch Baby, weil DU es verdödelt hast deinen Kram wegzzupacken UND nicht aufgepasst hast...nö..geht garnicht.

Ruhe, Konsquenz, erklären, Alternativen bieten.
Und in dem alter alles weglegen, was er nicht haben soll.



lg

melanie


Beitrag von metapher77 04.11.10 - 10:57 Uhr

Erstmal RESPEKT , dass Du als Vater gepostet hast... Da gibt es doch äußerst wenige von Deiner Sorte.

Wir sind Eltern eines 18-Monate alten Jungen und bei uns ist es auch sehr turbulent. Es ist genau, wie Du berichtest - eigentlich ist alles super, aber es gibt Phasen... Der Lütte testet bei uns meistens gleich alle Grenzen, die es gibt, auf einmal. Darf er das eine nicht, nimmt er sich sofort das nächste vor, was er nicht darf usw. Das Ende vom Lied - totaler Frust auf allen Seiten, weil nur "nein". Es ist also nicht so, dass wir unserem Kind ALLES verbieten, aber es gibt einfach ein paar Sachen, die für ihn nun mal tabu sind. Und die kennt er auch, und das testet er halt immer gleich in geballter Form.

Ich bin auch immer wieder erstaunt, wieviel der Kleine schon versteht und deshalb auch sicher, dass er schon relativ genau weiß, was er tut. Also in Eurem Beispiel: Kind weiß, dass es verboten ist, weiß und versteht aber noch nicht warum. Dass Du natürlich im ersten Moment stinksauer bist, ist absolut verständlich, und dass man als Elternteil nicht immer "politisch korrekt" reagieren kann, ebenso. Ich muss mich jetzt glaube ich ganz tief ducken, aber ich halte überhaupt nichts von diesen "Übereltern", die einem weis machen wollen,dass sie sich immer im Griff haben und ihr Kind aus einer Situation heraus noch nie angeschrien haben. Sorry -DAS kann ich einfach nicht glauben. Und ich halte es, wenn es so wäre, einfach auch für falsch. Ich denke, ein Kind auch in dem Alter darf schon ruhig die Erfahrung machen, was passiert, wenn Eltern an ihre Grenzen stoßen. Das sind Gefühle, die da vermittelt werden! Und der Mensch ist nun mal kein Roboter. Warum darf ein Kind nicht lernen, dass Erwachsene auch einfach mal wütend sind, überfordert, genervt? Natürlich schließe ich jetzt solche Dinge wie Schlagen oder Dauergemecker etc. absolut aus, aber mal laut werden ist meiner Meinung nach völlig ok. Die Betonung liegt auf MAL. Ich sehe das bei unserem Lütten, er kann schon wunderbar unterscheiden, was er bei Mama darf, und was beim Papa. Bestes Beispiel Windeln wechseln. Klappt beim Papa super, die beiden albern umher, er legt sich hin, läßt sich den Hintern abwischen - keine Probleme. Wenn ich das versuche, ist immer ein Mordsgezeter angesagt. Er dreht und wendet sich, brüllt, schreit, schlägt um sich. Nun bin ich halt der ruhigere Typ von uns beiden Eltern und das weiß er auch. Ich versuche, ihm immer erstmal alles zu erklären, ruhig zu beliben, ihn machen zu lassen... Papa wird schon mal etwas schneller laut, und das weiß der Lütte einfach. Es ist deshalb nun nicht so, dass er vorm Papa Angst hat und sich nun ehrfürchtig auf den Wickeltisch legen läss - wie gesagt, die beiden albern und kaspern auf dem Tisch rum, dazu komme ich noch nicht mal, weil der Lütte bei mir schon vorher höllisches Theater macht. Ich denke, wenn einem das passiert, das man mal etwas energischer reagiert, ist das ok, man sollte es dann seinem Kind, wenn sich die Situation wieder beruhigt hat, nur auch erklären und ihm vor allem immer wieder danach das Gefühl geben, dass man es noch lieb hat und einfach nur das Passierte doof fand.

In nicht so angespannten Momenten solltest Du Eurem Kind einfach die Sachen wegnehmen, ihm kurz erklären, warum er das nicht darf, und ihm vor allem immer eine Alternative anbieten. Was bei uns z.B. immer unheimlich Spannung raus nimmt, ist gemeinsam ein Buch ansehen. Das macht ihm Spaß und wenn ich ihm etwas verbiete und ihm dann gleich fage, "wollen wir uns ein Buch ansehen - suchst Dur eins aus?" ist der Frust über das Verbot meistens relativ schnell vergessen. Ich denke, er fühlt sich dann ernst genommen - und vor allem, darf ER entscheiden (welches Buch wir uns ansehen).