Nachtlagerungsorthesen übers ganze Bein, Hilfe!

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von manyatta 04.11.10 - 08:58 Uhr

Hallo!

Ich muss mal etwas loswerden und vielleicht hat jemand Erfahrungen mit diesem Problem?!

Mein kleiner Sohn hat seit kurzem Nachtlagerungsorthesen über das ganze Bein und es ist Horror.

Innerhalb kurzer Zeit hat er eine starke Beinfehlstellung entwickelt und hat starke x-Beine bekommen. Dabei sind beide Knie nach innen gedreht, das eine Knie ziemlich stark.
Der Orthopäde war ziemlich schnell fertig mit seinem Job, verschrieb Krankengymnastik, Einlagen und eben die Orthesen.
Der Techniker der nun bei uns war, hat dann quasi seinen Job übernommen und hat mir ne Menge erzählt. Das war allerdings so kompliziert, dass ich es kaum wiedergeben kann. Heute werde ich nochmals zum Orthopäden gehen und darauf drängen, dass es nochmals untersucht und mir mehr erklärt wird.

Der Techniker schaute sich meinen Kleinen genau an und meinte gleich, dass es bei ihm nicht muskulär wäre sondern vom Skelett. Das macht mir Angst, denn in der Familie meines Opas hatten alle Männer extreme Schwierigkeiten mit genau dem gleichen Problem. Nur kann ich nicht mehr genau sagen was da war, denn alle sind verstorben und richtig behandelt bzw untersucht wurde es damals nicht.
Es wurde mir eine Röntgendiagnostik empfohlen und der Techniker war ebenalls der Meinung, dass Schienen für den Tag bei ihm sinnvoller wären...

Kennt sich hier jemand mit dieser Problematik aus? Ich weiß eigentlich nicht mal genau, wie das alles heißt...
Hat irgendjemand vielleicht Erfahrung damit und kann mir einen Tip geben, dass der Kleine wenigstens irgendwie besser schlafen kann?

Mit den Schienen weint er die ganze Nacht, weil er sich nicht bewegen kann. Er kann nichtmal ein Bein hocheben, weil es einfach zu schwer ist und er ist quasi die ganze Nacht auf dem Rücken gefesselt, er tut uns so leid. Er kann sich nicht drehen, nicht wegrutschen, nix. Noch dazu sind die Dinger sehr eng (muss einfach sein), was ihn natürlich nicht glücklicher macht.

Oh man, er tut mir so leid. Wir haben immer nur mit Problemen und Krankheiten zu kämpfen und nun das auch noch. Ich war immer so froh, dass wenigstens mein kleiner Sohn so ein fröhliches und noch unbeschwertes Wesen hat, trotz aller Probleme. Und nun müssen wir ihn noch damit quälen...

Sorry fürs bla bla, aber es musste grad raus.

Beitrag von sabrinimaus 04.11.10 - 11:32 Uhr

Hallo,

mein eurer Problematik und Krankheitsbild kenne ich mich leider nicht aus, aber ich würde nicht noch einmal zum selben Orthopäden gehen!!! Hole dir unbedingt eine 2. Meinung ein! Ich glaube nicht, dass es viel bringt nochmal zum selben zu gehen. Ausserdem wird er seine Diagnose nicht aufgrund von Aussagen des Technikers ändern.

Geh zu einem anderen Orthopäden!!!

Lg Sabrina mit Viktor (3) und Rosalie (9M)

Beitrag von superjey 04.11.10 - 19:43 Uhr

Hallo,

habe beruflich mit Kindern zu tun die in irgendeiner Weise Geistig oder Körperlich Behindert sind.

Ich Arbeite dort auch vor Ort.

Ein kleiner Patient von mir hat zwar ein anderes Krankheitsbild, aber er trägt auch eine Nachtlagerungsschiene, es ist wirklich nicht schön anzusehen.
Aber ich denke um so eher man damit anfängt, desto früher brauch man sie nicht mehr.
Gerade in dem Alter ist es doch wichtig ,dass bestmögliche Ergebniss zu erziehlen.
Und das geht ebend nur mit einer Tag und Nacht Versorgung.
Aber ich würde mir an deiner Stelle wirklich immer eine zweite Meinung einholen.

Aber ich verstehe wirklich nicht das du nicht weisst wie die "Krankheit" deines Kindes heisst.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute.....

Beitrag von tinaxx 04.11.10 - 20:06 Uhr

Hallo!

Warst du bei einem niedergelassenen Orthopäden oder in einer Klinik?

Unsere Tochter trägt 24-Stunden-Orthesen (zumindes theoretisch...) und wir haben diese in einer kinderorthopäd. Klinik verschrieben bekommen, die eng mit dem Orthopädietechnik-Betrieb zusammen arbeitet. Da läuft alles Hand in Hand und meiner Meinung nach recht professionell.

Bei Kniefehlstellungen kommt man um Orthesen für das ganze Bein nicht drum herum. Aber wieso sind die so schwer, dass dein Sohn sich nicht mehr drehen kann? Haben sie "Gelenke" aus Metall? Einfache Orthesen dürften nicht so schwer sein!

Ansonsten kann ich nur sagen: je früher ihr die Fehltstellung behandelt, desto besser!

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen wünscht
Tina.

Beitrag von manyatta 05.11.10 - 06:51 Uhr

Hallo!

Nein, in der Klinik war ich nicht, "nur" bei einem Orthopäden.
Dass ich nicht genau weiß wie das alles heißt kann aber auch daran liegen, dass ich dermaßen viel um die Ohren habe, dass ich es vergessen habe. Daher hab ich nächste Woche auch nochmal nen Termin. Dann werde ich hartnäckig sein ;-)
Auch krallt mein Sohn nun die letzten drei Zehen sehr ein, da muss wohl auch eine andere Einlage im Schuh her....

Nein, soooo schwer sind die Dinger eigentlich nicht. Gelenke haben sie auch keine. Aber sie gehen halt übers ganze Bein, sind ein Stück und haben auch einen ausgeformten Fuß. Nach etwas Übung kann er die Beine nun auch anheben aber ein Drehen ist nicht drin. Eben auch wegen dem Fußteil.
Alles ist sehr eng, das ist ja auch Sinn der Sache. Es muss einfach drücken...

Heute Nacht ist er aus dem Bett gefallen, ich habe keine Ahnung wie er das gemacht hat. Jedenfalls lag er total hilflos unten und heulte herzzerreißend. Sein großer Bruder hat versucht ihm zu helfen, aber es natürlich nicht geschafft und ihn dann getröstet, es war so süß aber auch so zum Heulen...

LG

Beitrag von tinaxx 06.11.10 - 11:24 Uhr

Hallo!

Orthesen sind einfach auch eine wahnsinnige Beeinträchtigung neben dem positiven Effekt, den sie haben sollen.

Dein Sohn wird sich dran gewöhnen, und anscheinend kann er sich im Bett ja irgendwie bewegen, was das Rausfallen bewiesen hat. Irgendwann hat er genug Kraft und Geschick, um sich nachts auch umzudrehen.

Hat er Druckstellen? Da musst du echt aufpassen, dass die nicht zu dick werden/sich entzünden, denn dann wird es richtig schmerzhaft.

Ich wünsche euch guten Erfolg!

LG und ein schönes WE,
Tina.

Beitrag von manyatta 06.11.10 - 23:00 Uhr

Danke für die netten Worte!

Er schafft es nun, sich ein wenig hochzuschieben, wenn er von seinem Kissen rutscht. Es ist schwer aber er schafft es! So wird er auch vom Bett gerutscht sein ;-)

Gestern hat er tatsächlich die ganze nacht geschlafen, ich hab mich schon gefreut. Aber leider zu früh, er war wohl nur sehr sehr müde von den Nächten zuvor.
Heute kommt er wieder überhaupt nicht zur Ruhe, er wacht immer wieder auf und weint und weint.... Es ist so fies.

LG