Sag ihr immer das es toll ist was euere Kinder basteln,malen usw

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von susi1103 04.11.10 - 09:46 Uhr

Hallo

hab jetzt mal eine Frage an euch. Es geht um meine fast 6jährige Tochter. Sie mussten im Kindergarten Laternen basteln bemalen usw. Meine Tochter hat sich darin überhaupt keine Mühe gegeben und hat einfach nur was draufgekritzelt. Heute morgen hat dann die Erzieherin gesagt, sie soll eine Neue machen. Sie hat angefangen zu heulen, wurde frech usw.... Die Sache ist das sie wirklich richtig schön malen kann, allerdings nicht wenn sie etwas machen "muss" dann gibt sie sich gar keine Mühe. Das hab ich ihr natürlich auch gesagt und dann kommen solche Sprüche: Du findest hässlich was ich mach, du sagst ich kann das nicht. Sie stellt sich übrigens bei vielen Dingen stur, wenn sie etwas machen soll. Ich frag mich nur wie das nächstes Jahr in der Schule werden soll. Dann kann sie ja auch nicht immer sagen, nö mach ich nich, hab keine Lust. Sie ist ein so intelligentes Mädchen, aber denkt oft das kann ich nicht und dann will sie es auch nicht einmal probieren. Nächste Woche hab ich mal einen Termin bei unserer Erziehungsberaterin im Kindergarten, mal schaun was sie mir für Tipps mit auf den Weg gibt. Vielleicht geht es ja hier manchen Mamas genauso wie mir.

lg

Beitrag von tragemama 04.11.10 - 09:48 Uhr

Na ja, man muss ja nicht in verlogene Begeisterungsstürme ausbrechen, aber man sollte hinter seinem Kind stehen. Sonst passiert das, was bei Euch passiert ist: Deine Tochter hat das Gefühl, dass Du nicht zu ihr stehst.

Andrea

Beitrag von feeling-good 04.11.10 - 09:49 Uhr

Hi

>>Sag ihr immer das es toll ist was euere Kinder basteln,malen usw<<

Ja!!!

Und wenn es mal nicht so ist, dann sageis es Ihr und erkläre es Ihr auch!

LG
Stefanie mit Charleen im KiGa

Beitrag von brausepulver 04.11.10 - 09:53 Uhr

Ich gehe den gesunden Mittelweg. Ich stehe immer zu meiner Tochter aber ich knie nicht nieder, wenn sie rumkrakelt. Sie kann schon sehr gut malen (also Menschen mit Kopf, Bauch, Armen, Händen, Beinen und Füßen und natürlich dem Gesicht) und das finde ich natürlich absolut genial und häng es irgendwo auf (meine Wohnung ist schon gepflastert #rofl)
Aber wenn sie einen Stift nimmt und ein Bild einfach nur färbt und dann zu mir kommt und sagt "das ist schön, oder Mama?" Dann sag ich ihr schon, das ich es schon schön finde aber es eben doch nur ein Bild ist, was sie einfarbig vollgemalt hat ;-)

Übrigens ist das Problem bez. deiner Tochter auch, das sie nun 6 ist und nächstet Jahr in der Schule eben machen muss, was man erwartet. Das muss man eben auch lernen. :-)

Aber ich hab gut reden, meine wird erst 4. Ich habe ja nicht wirklich eine Ahnung von dem Verhalten einer 6jährigen! :-)

Liebe Grüße

Beitrag von eisbaer.baby 04.11.10 - 10:11 Uhr

hallo!

also ich versuche schon immer, ihr zu sagen, dass sie etwas schön gemacht hat. wenn ich allerdings der meinung bin bzw. sicher weiß, dass sie etwas viel besser kann, dann sag ich ihr auch, dass das schon schön ist aber dass das von letzter woche z.b. besser gelungen war. meistens packt sie dann der ehrgeiz und sie macht's nochmal.

ich denke übrigens nicht, dass es der richtige ansatz ist, deine tochter die laterne nochmal machen zu lassen. sie muss auch lernen, dass ihr verhalten - egal ob gut oder nicht gut - konsequenzen hat. und die konsequenz aus ihrer lustlosigkeit ist eben, dass sie mit einer weniger schönen laterne rumlaufen muss, von der vielleicht auch mal ein anderes kind sagt, dass sie "doof" ist.

genauso wie manche erwachsene keine kritik annehmen bzw. nicht damit umgehen können, ist es eben bei kindern auch. sie muss es eben lernen!
und sie muss auch lernen, dass es eben aufgaben gibt, die erledigt werden müssen. aber ich denke, das ist in erster linie aufgabe des kindergartens, weil es schon ein unterschied ist, ob du willst, dass sie irgendetwas malt/bastelt oder ob es eine erzieherin oder später lehrerin ist, die bestimmt, dass etwas gemacht werden muss.

lg bianca

Beitrag von juniorette 04.11.10 - 10:15 Uhr

Hallo,

wenn mein Sohn nur rumkritzelt oder ein Bild zu einer undefinierbaren Form faltet, sage ich nicht, dass es schön ist, ganz im Gegenteil. Ich nenne das Kind beim Namen: "Krikelkrakel" bzw. "zerknülltes Papier".

Hat ja keiner was davon, wenn ich ihn anlüge:
mein Sohn hätte keinen Anreiz so schön zu malen oder zu basteln, wie er es eigentlich kann, und ich müsste dauernd bekritzeltes oder zerknülltes Papier einsammeln und es wegschmeißen.

Wenn mein Sohn was malt, was er bisher nicht konnte, lobe ich ihn überschwänglich. Gestern hat er das erste Mal einen Menschen mit richtigen Armen und Beinen, Gesicht und Bauch gemalt, statt einen Kopffüssler (bzw. einen verfeinerten Kopffüssler), das hat mich sehr gefreut.

Bei seinen Standardwerken, sage ich schon, dass es schön ist, aber ich lobe ihn deswegen nicht explizit.

LG,
J.

Beitrag von zahnweh 04.11.10 - 10:46 Uhr

Hallo,

meine ist 3 J. also noch jünger und ich weiß noch nicht was drauß wird ;-)

Bisher mache ich es so, dass ich ihr meine Freude zeige. Oh, wie schön, dass du malst. Ich freu mich, dass dir malen so viel Spaß macht. Zeig mir mal, was ist denn da drauf? (sie sagt mir, dann welche Farben drauf sind)

Neulich hat sie einen Menschen gekrakelt. Aber man konnte schon die Proportionen erkennen. Nur eben entwicklungsentsprechen gekrakelt. Diesen Entwicklungsschritt hab ich dann schon betont. "Das ist ja toll, da kann man ja schon die Proportionen erkennen". So wie es ist, sie dabei lobend, aber eben ehrlich.

Wenn sie behauptet sie könne etwas nicht (Schuhe anziehen oder ähnliches), dann muntere ich sie auf: "Versuch es doch mal. Wenn es dann wirklich nicht geht, helfe ich dir. Aber probier es wenigestens" .... Meistens schafft sie es dann selbst und ist soooo stolz :-)
Falls sie etwas perfekt machen will - kommt immermal zwischendurch vor - dann versuche ich sie aufzumuntern "du hast es versucht. schau und soooo viel hast du schon geschafft" (dabei zähle ich aber wirklich nur auf, was sie tatsächlich schon geschafft hat. Selbst wenn einige Tage her ist). "erinnerst du dich: gestern hast du dir die Stiefel allein angezogen. War das ein tolles Gefühl? Hat dir das gefallen? ..." manchmal ist das ein Ansporn, weil sie das schöne Gefühl wieder erleben kann.

Auch wenn ich weiß, dass sie etwas besser kann. Ich erwarte nicht, dass sie es jedesmal so gut kann. Mir ist nur wichtig, dass sie es immer wieder versucht. Wenn es nicht klappt wieder. Es darf mal besser sein und mal schlechter. Sie soll es ernsthaft versuchen.
Gelobt wird gelegentlich auch das Ergebnis, viel mehr aber, die Arbeit/Zeit/Entwicklung die sie dafür eingebracht hat :-)

Beitrag von hanni123 04.11.10 - 11:15 Uhr

Huhu,

mein Sohn will die meisten Dinge auch gar nicht erst probieren, wenn er denkt, er kann es nicht. Er traut es sich nicht zu, also macht er entweder Faxen oder nix. Er ist da wohl etwas überfordert.

Gerade bei kreativen Dingen kommt es mir darauf an, DASS er es macht und nicht, wie es am Ende aussieht. Er hat viel Spass am Schnippeln und Kleben und Falten (obwohl er auch ganz gut zeichnen kann). Manchmal kritzelt er auf Papier, knüllt es zusammen, umwickelt es mit Tesa und schenkt es mir dann als Geschenk. Es sieht am Ende immer aus wie Hulle, aber er ist mit Eifer dabei. Natürlich sage ich ihm da, dass er das gut gemacht hat! Und ich bedanke mich auch für das Geschenk.

Wenn ich ihn aber z. B. bitte, für die Oma ein Bild zu malen, und er hat keine Lust, sitzt da und mault, krakelt lustlos vor sich hin, dann ist das etwas anderes. Aber solche Dinge kann man nicht erzwingen. Sei kreativ, los! Geht nicht. Dann bitte ich ihn zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal, bzw ich frage ihn, was er der Oma schenken möchte, manchmal hat er da andere Ideen.

Im Falle Deiner Tochter ist es ihre Laterne, sie muss also damit klar kommen, wie sie aussieht. Frag sie doch, ob sie keine Lust hatte, oder ob ihr die Laterne so gefällt. Ich würde sie die Laterne behalten lassen, vielleicht kommen ja von irgendwelchen anderen Kindern Kommentare dazu. In der Schule ist es ja auch so, dass sie die Konsequenzen dafür zu tragen hat, wenn sie etwas nicht sorgfältig macht.

Ansonsten kannst Du ihr ja auch anbieten, ob sie Lust hat, mit Dir zusammen eine Laterne zu basteln. Vielleicht war sie wirklich einfach überfordert...

LG

Hanna

PS: Die Laterne meines Sohnes sieht auch fürchterlich aus, aber da habe zu 90% ich es verbockt... Bei uns im KiGa sollen die Laternen zusammen mit einem Elternteil gebastelt werden, und irgendwie klappte das gar nicht... Ich war danach blau und voll Kleber, aber die Laterne hielt nicht zusammen! ;-)

Beitrag von sillysilly 04.11.10 - 11:37 Uhr

Hallo

bis zum Alter von etwa 4 Jahren finde ich "alles" toll .

Dann fange ich aber an zu differenzieren.
Gibt sich das Kind Mühe, entspricht es seinem Können oder ist es ein lieblos hingekritzeltes Bild.
Dann sage ich auch, daß ich die Bilder sonst schöner finde.

Sage nicht das Bild ist nicht schön, sondern betone, daß ich die anderen Bilder noch besser finde.

Ich finde es eher schlimm immer alles toll, schön und gut zu finden.
Das ist ab einem bestimmten Alter ja total gelogen - und unehrlich.

Sobald sie in der Vorschule sind ist nicht mehr alles so toll, sondern wird auch mal bewertet oder es muß nochmals gemacht werdne.
In der Schule ja sowieso.

Kinder die immer gehört haben, daß alles ja so toll ist, sie so toll malen - ausschneiden können - bekommen einen richtigen Schock wenn die Lehrerin ( dann noch vor Allen ) Kritik übt - oder sie etwas nochmals machen können.

Es ist unsere Aufgabe unsere Kinder an Kritik heran zu führen, und auch mit der Realität zu konfrontieren.

Mir geht es da weniger um das Ergebnis, sondern darum hat sich das Kind bemüht .......... entspricht es seinem Entwicklungsstand. ...

z.b. kann meine Tochter nicht so gut ausschneiden, da versuche ich mit ihr daran zu arbeiten. Schneidet sie es total schlampig aus, sage ich nicht daß ich es toll finde. Bemüht sie sich beim Ausschneiden, schafft es aber nicht bewundere ich ihre Bemühungen, bestärke sie darin, daß sie es üben soll und zeige mich sehr erfreut.

Oder meine Tochter kann wirklich gut malen, aber manchmal bekomme ich total hingeschmierte Bilder geschenkt - da wage ich dann schonmal zu sagen, daß es mir nicht so gefällt.

Meine Tochter sagt mir ja auch wenn ihr etwas nicht gefällt was ich mache.

Grüße Silly

Beitrag von engelchen28 04.11.10 - 11:59 Uhr

ganz ehrlich? ich hätte sie genau mit DER laterne gehen lassen. sie hat sie gebastelt / bemalt - fertig.

Beitrag von nina-nelli 04.11.10 - 15:10 Uhr

Wenn mir etwas gefällt, bzw. ich auch erkenne, dass sie sich richtig Mühe gegeben hat, dann sag ich es und zwar richtig euphorisch. Sag ihr, dass ich sehen kann, dass sie sich richtig Mühe gegeben hat. Wenn mir etwas mittelmäßig gefällt, dann sag ich, dass es mir gefällt, aber kritisiere vielleicht eine Kleinigkeit daran. Und wenn sie Krikelkrakel gemacht hat und mich ernsthaft nach meiner Meinung fragt, dann sage ich auch, dass mir das nicht gefällt.

Im Falle deiner Tochter kann ich es auch verstehen, das sie Kritik bekommen hat, zumal wenn man genau weiß, dass sie es wesentlich besser kann und dass sie sich offensichtlich keine Mühe gegeben hat. Frage mich nur, woher kommt, dass sie es anzweifelt, dass du hinter ihr stehst?! Sagst du ihr denn auch, wenn dir etwas richtig gut gefällt? Oder nimmst du es dann als Selbstverständlich hin?

Meine Tochter ist übrigens ein ähnlicher Typ. Sie meint auch immer erst, sie könne etwas nicht. Die Kinderärztin meint, ich soll sie stark loben, wenn sie etwas gut gemacht hat, oder auch wenn sie etwas ausprobiert.

Gruß
Melle

Beitrag von twins 04.11.10 - 20:31 Uhr

HI,
ja, ich sage es, wenn mir etwas nicht gefällt.
Unser Sohn kann super schön malen aber leider verfällt er auch mal in seine "kritzel-kratzel" Phase. Dann sage ich es ihm schon. Es sagt dann auch mal warum er sooo gemalt hat.

Oder ich lobe und sage dann " mensch, da hast Du zwei Finger vergessen"
Deine Wahrnehmung ist anders als die des Kindes.
Aber trotzdem kannst Du einschätzen, ob sie es mit Freude gemacht hat oder nur "hingeschmiert" und wenn Du es nicht sagen kannst, wie soll das in der Schule werden. Du kannst doch nicht alles loben! - aber auch nicht alles kritisieren.

Wenn ich mal schimpfe sagt unser Sohn auch gerne "Ich hab Dich nicht mehr lieb" - mh- darf ich jetzt nur noch zuckersüß sein? Wir setzen und dann zusammen und klären es in einem Gespräch, so dass er es versteht. Hat bis dato immer gut geklappt.

Grüße
Lisa