Hilfe meine Milch ist weg

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von gusti79 04.11.10 - 10:09 Uhr

.... ich weiß, die wahrscheinlichkeit das die Milch von heute auf morgen einfach weg ist ist sehr gering, aber in meinem Fall leider realität.

Mein Kleiner ist 10 Wochen alt und wurde/wird voll gestillt... bis gestern :-(

Nach einem Arztbesuch (1. Impfung) sind wir heim, er hatte auch hunger und seitdem habe ich ein völlig unglückliches Baby daheim!!

Ich muß dazusagen, er ist ein Frühchen (36+0) und hat bis heute noch nicht die kraft so stark zu saugen um diesen Milchbildungsreflex richtig auszulösen... bis jetzt reichte meine Milch auch gerade so. Kann also nicht von überschuß oder so reden.
Außerdem, sowie nicht mehr ausreichend Milch kommt dreht er den Kopf weg, schreit, sucht aber weiterhin wie verrückt...
Ich habe ihm dann abgepumpte Milch angeboten, die er, wie solls anders sein, nicht wirklich aus der Flasche wollte :-(

Ich weiß nicht was ich machen soll... anlegen, klar, aber er saugt ja nicht mehr richtig, demnach wird auch dieser Reflex nicht ausgelöst....

Seit heut früh pumpe ich alle 2,5 Std ab und es kommen max. 40ml..

Er tut mir so leid, er hat hunger, aber aus der Brust kommt nix und Flasche will er nicht!!

Hoffe so sehr das ihr irgend eine Idee für mich habt!!

Beitrag von mari31 04.11.10 - 10:22 Uhr

Hallo!
Ich bin zwar nicht die Stillexpertin, aber vielleicht ist dein kleiner einfach nur so unruhig und weinerlich, wg der Impfung. Bleib einfach locker und leg ihn weiter an, trag ihn rum, so eine Impfung stecken die kleinen nicht immer einfach weg.
Und was beim abpumpen kommt, kannst du nicht zählen. So eine Pumpe schafft nicht das was dein Baby schafft.
LG Marion

Beitrag von gusti79 04.11.10 - 10:28 Uhr

Also ich kann jetzt nicht sagen das er anders ist seit der impfung.... aber ich merke ja selbst das meine Brust einfach nur leer ist und da sie so weich ist bekommt er sie gar nicht richtig zu fassen um irgendwie trinken zu können!

Beitrag von ratpanat75 04.11.10 - 10:49 Uhr

Hallo,

die Milch kann nicht einfach weggehen.
Und eine weiche Brust ist kein Hinderungsgrund für das Stillen, die Brust ist eigentlich nur in der ersten Zeit hart, danach ist sie wieder normal weich.
Hast du eine Stillberaterin in der Nähe, die schnell mal vorbeischauen könnte?
Ich denke, das Problem bei euch ist die Saugschwäche von deinem Kleinen.

LG

Beitrag von qrupa 04.11.10 - 13:12 Uhr

Hallo

selbst wenn sich dei Brust wie eine nasse Socke anfühlt, leer ist sie NIE. Die meiste Milch wird nämlich erst währendd es stillens frisch produziert. Und nach ca 3 Monaten hat sich dei Brust soweit eingestellt dass sie sich eigentlich immer leer und weich anfühlt.
ich würde dir auch raten such dir eine ausgebildete Stillberaterin, die dir hilft.

Beitrag von viofemme 04.11.10 - 10:54 Uhr

Die Brust wird irgendwann wieder weicher, das ist normal. Beim Abpumpen kommt bei mir auch kaum etwas und trotzdem wird mein Sohn beim Stillen immer noch satt! Ich würde auch auf eine Impffolge tippen. Vielleicht schmerzt die Einstichstelle beim Stillen. Hast du verschiedene Stellungen probiert?
Trotzdem: Ich würde an deiner Stelle sofort deine Hebamme anrufen, die dir bei Stillproblemen immer noch zur Seite steht.

Beitrag von gusti79 04.11.10 - 11:14 Uhr

Ja, also.... meine Hebamme ist zwar eine ganz liebe, aber in Sachen stillen keine allzugroße Hilfe - leider!! Sie meinte vor Wochen schon das meine Milch zu wenig wäre und ich zufüttern müsste, dabei war mein Kleiner immer satt und zufrieden.

Wobei sich unser stillen nicht sonderlich angenehm gestaltet für mich. Ich habe innerlich einen riesengroßen Druck da bei meiner Großen vor knapp 8 Jahren auch irgendwann nichts mehr kam. Es kam wirklich nichts mehr...!!
Sie nahm dann auch nichts mehr zu und da sie eh immer sehr dünn war musste ich dann zufüttern bzw ganz auf Pre umsteigen.
Und Phil ist auch nicht grad der dickste... also groß experimentieren kann ich leider nicht.

Nun les ich sooft die Kids würden 10 min auf beiden Seiten trinken... Phil trinkt max 5min auf nur einer Seite... das wars dann...
Er ist zudem ein schreikind und hat heftigste Probleme mit seinem Bäuchlein, was die Sache nicht leichter macht.... Ganz oft bekommt er schmerzen während dem trinken und dann ist alles vorbei.

Wie soll denn auf diese Art und Weise dieser Reflex ausgelöst werden??
Und wenn die die Brust so weich ist bekommt er die ja nicht richtig zu fassen....

Ich weiß nicht mehr weiter - setze mich derart unter Druck, habe Angst das er nicht richtig zunimmt, usw...

Beitrag von ratpanat75 04.11.10 - 12:05 Uhr

Hallo,

wie schon gesagt, hol dir Hilfe bei einer Stillberaterin!
Eine weiche Brust ist normal; wenn er Schwierigkeiten beim Ansaugen hat, dann liegt das nicht an der weichen Brust, sondern an der Stillposition.
Für euch wäre z.B der Rückengriff oder der Frühgeborenengriff gut geeignet, gerade wegen der Saugschwäche.

LG

Beitrag von maria-mareike 04.11.10 - 12:09 Uhr

Wie lange ein Baby an der Brust trinkt, hat nichts mit der Trinkmenge zu tun.
Jedes Baby ist anders und einzigartig! Auch was das zunehmen betrifft.
Wenn meine Brust so weich ist gebe ich die Brust meiner Maus im C-Griff (google mal) - funktioniert super!
Um die Milchproduktion zu steigern kann ich dir folgendes empfehlen:
1. anlegen, anlegen, anlegen ...
2. wenn es geht keinen BH tragen
3. Stilltee trinken/ Fencheltee (für die Blähungen deines Babys)
4. Stillöl um die Brust zu massieren

Betreffend der Blähungen: Hast du schon einmal mit einem Bauchöl (Bsp: das Fenchel-Kümelöl von Ingeborg Stadelmann) seinen Bauch in Uhrzeigersinn massiert? Wenn du blähende Gemüse kochst würd ich immer eins, zwei Gewürznelken mitkochen. Frag aber auch deine Hebamme oder Kinderarzt.

Alles Gute wünsch ich dir.

Beitrag von maria-mareike 04.11.10 - 11:50 Uhr

Du hast definitiv genügend Milch! Ich denke dass sein Trinkverhalten eine Reaktion auf das Impfen ist oder er im nächsten Wachstumsschub steckt.
Meine Hebamme sagt mir immer dass es keine "leere" Brust gibt. Der Körper produziert dauernd Milch. Die Reaktion (saugen-wegdrehen-schreien) kenne ich auch von meiner Maus (6 Wochen alt). Entweder haben wir einen Schub oder die Milch fließt nicht so wie sie es haben möchte (zu schnell/zu viel) oder wir betreiben das Clusterfeeding (google mal). Das die Brust mit der Zeit weich wird ist absolut normal - dennoch hast du genügend Milch.
Ich würde das Pumpen lassen und ab jetzt nur noch anlegen, anlegen, anlegen ... am besten lässt du alles stehen und liegen und ziehst dich mit deinem Sohn ins Bett zurück. Versuch ja nicht zu zufüttern, dass bringt deinen Körper und somit das Milchangebot durcheinander - die Nachfrage regelt das Angebot!!! Halte durch und du wirst bald für deine Bemühungen belohnt.
Solange dein Kleiner zunimmt und du nasse Windeln hast - kriegt er genügend Milch. Eine Milchpumle ist niemals so effizient wie ein Baby!!!
Glaub an dich und deinen Körper!!!

Liebe Grüsse
Mareike

Beitrag von lilly7686 04.11.10 - 12:27 Uhr

Hallo!

Wie lange geht das denn schon so? Dass er unzufrieden ist und weint?
Könnte es ein Wachstumsschub sein?

Beim Abpumpen kommt fast immer viel weniger Milch, als das Baby tatsächlich aus der Brust saugen kann.

Vielleicht kannst du versuchen, den Milchspendereflex schon vor dem Anlegen auszulösen? Dann muss dein Kleiner sich nicht so sehr anstrengen.

Wenn du die Milchbildung per Pumpe anregen willst, dann solltest du alle 1,5 bis 2 Stunden abpumpen. Bzw. nach jedem Anlegen (aber immer erst nach dem Anlegen!).

Am Besten, du wendest dich an eine Stillberaterin:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de
Beide Vereine arbeiten ehrenamtlich, du zahlst also nichts für deren Hilfe.

Alles Liebe!

Beitrag von gusti79 04.11.10 - 12:30 Uhr

Ihr seid echt super lieb - Danke für Eure Antworten....

Das ganze geht so seit gestern mittag und vieles von dem hier erwähnten mache ich doch bereits (von Anfang an) und anderes geht nicht... Z.B. ich habe eine fast 8 jährige Tochter die mich nicht einfach mit dem Kleinen ins Bett verschwinden lässt....
Ganz ruhig ist es nie hier.... Zudem mache ich mir diesen blöden Stress (auch wenn ich es doch gar nicht will)!!

Ich stille ihn ausschliesslich in diesem Frühgeborenengriff - alles andere verweigert er komplett!!

Gegen die Bauchbeschwerden machen wir auch alles mögliche wie schon erwähnt hier!!
Über die afs habe ich einer Stillberaterin eine E-Mail geschrieben, aber noch keine Antwort erhalten!!

Beitrag von schnuffi09 04.11.10 - 13:08 Uhr

hallo,

schau mal bei lalechliga da hast du direkt telefonnummern und kannst jemand persönlich erreichen.
mein tipp einfach auch so oft wie möglich anlegen, hab beim pumpen auch nie was rausbekommen habe aber neun monate voll gestillt und stille heute noch (1 1/2 jahre ist sie jetzt).
vielleicht hast du ein tragetuch, dann binde ihn dir um vielleicht kommt er einfach mal zur ruhe. nach der ersten impfung hat meine auch total abgedreht und wollte erst mal nicht mehr trinken hat sich nicht einmal bei mir beruhigt. gibt die hoffnung nicht auf denke eher das es an der impfung als an der milch liegt.

Viel glück euch

Beitrag von steffi0413 04.11.10 - 15:32 Uhr

Hallo,

die Milch kann Gott sei dank nicht von heute auf morgen weg sein, braucht mindestens 40 Tage dafür. :-)
Ausnahme: Du bist schwanger oder hast angefangen Pille zu nehmen.
Was Du jetzt erlebst, ist - glaube ich - fast jeder Stillmami schon passiert. Stress, Angst, Druck, Schmerzen, zu viel trinken (mehr als 2-3 Liter pro Tag) usw. blockieren deinen Milchspendereflex. Da kann aber geholfen werden.
Zuerst beruhige Dich! #cool (Ich weiss, sagen ist leicht...)
Du kannst das auch mit einem Schluck Wein, Sekt oder Bier auch unterstützen. ;-)
Milchspendereflex kannst Du vor dem Anlegen mit heissem Wasser (so heiss, was deine Haut noch ertragen kann) stimulieren. Oder mit Hand ein wenig Milch ausstreichen bzw. viel-viel Hautkontakt mit dem Kleinen. (ihr könnt sogar versuchen, gemeinsam zu baden)
Beim Trinken kannst Du C-Griff verwenden: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof - als ob ein Gumiball wäre - zusammen und halte ein bisschen so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss bzw. den Milchspendereflex.
Wenn das überhaupt nicht klappt den Reflex auszulösen, dann gehe zum FA und heule so lange bis er Dir Oxytocin (Hormone zuständig für Milchspendereflex, Wehen bei der Entbindung, Orgasmus..) Nasentropfen verschreibt. (das aber wirklich nur als Notlösung!!!)

Die meiste Milch wird erst gebildet während dein Baby trinkt. Er fängt an zu "saugen" (eigentlich saugt er überhaupt nicht, sondern streicht die Milch mit der rythmischen Bewegung von Zunge und Kiefer), zuerst kommen nur Tropfen bis der Milchspendereflex ausgelöst wird, dann fängt an wirklich zu fliessen.
Wenn deine Brüste prall sind, ist nur ein wenig Milch drin, die drückt die Gewebe, dadurch werden die ein wenig "wässrig" (als die Beine in der Schwangerschaft :-)) und dadurch die Brüste prall. Je öfters die Brüste prall sind desto weniger Milch wird produziert, je öfters weich sind desto mehr. :-)
Weiche Brüste bedeuten nichts anderes, dass der Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot sich eingependelt hat.

Beim Abpumpen können sehr viele Frauen den Milchspendereflex nicht auslösen, so kommt nur paar ml Milch. Das bedeutet aber nicht, dass Du keine Milch hast.

Dass Du deinen Kleinen jetzt schwierig anlegen kannst, verursacht -glaube ich mindestens - eher dass Du und der Kleine auch ungeduldig und gestresst seid. Wenn er das nicht schafft, kannst Du versuchen deinen Kleinfinger für Nuckeln zu geben oder 1-2 Tropfen Milch auf seine Lippen auszustreichen.

Das wäre aber wirklich super, wenn eine Stillberaterin vorbeischauen könnte, das haben aber schon meine Vorschreiberinnen erwähnt.

Ich wünsche Euch viel Geduld und Ausdauer!

LG
Steffi