Keine Gewichtszunahme (fast 4 Monate) - früher Beikoststart ???

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von inkaberit 04.11.10 - 16:00 Uhr

Hallo ihr Lieben !

Ich weiß nicht was ich tun soll, ich schildere mal die Situation :

Marla nimmt schon seit Wochen mehr schlecht als recht zu, sie wiegt gerade mal 4.800 Gramm, ist aber sehr groß (62 cm).

Ich wiege sie einmal pro Woche, von letzter Woche Freitag bis heute hat sie kein Gramm zugenommen :-(

Sie hat 5 nasse Windeln am Tag, ist total fit und alles andere als apathisch, trinkt regelmäßig.

Offensichtlich reicht ihr aber meine Milch wohl nicht aus, sonst würde sie ja zunehmen....ich möchte aber ungern mit der Flasche zufüttern wegen dem Risiko der Saugverwirrung.

Was würdet ihr tun ?? Im Januar muss ich wieder arbeiten, dann müsste sie sowieso ein oder zwei Mal die Flasche bekommen. Oder soll ich schon mit Beikost anfangen ? Klar, Möhren haben wenig Kalorien, aber sie sollte ja dann nach kurzer Zeit (wenn sie es annimmt) noch Kartoffeln und Fleisch dazu bekommen.

Bin echt ratlos und weiß nicht was ich tun soll ? Bei wem von euch hat der frühe Beikostbeginn gut funktioniert ??

Danke schonmal für eure Antworten :-)

Liebe Grüße

Inka

Beitrag von zweiunddreissig-32 04.11.10 - 16:10 Uhr

Manchmal gehen die Kalorien von Muttermilch eben nicht ins Gewicht sondern in die Länge;-)
Falls sie, wie du schreibst, fit ist und nasse Windeln hat, seh ich kein Problem mit deiner Milchmenge. Schreit sie denn hungrig?
Lass das wöchentliche Wiegen! Das irritiert noch mehr. Die Kleinen müssen nicht unbedingt soundso gramm pro Woche zunehmen, es gibt Pausen und dann Schübe. Hauptsache, sie nimmt generell zu.
Kartoffeln und Fleisch haben nicht unbedingt viel mehr kal wie Mumilch.
Vor der Beikostreife kannst du eh nicht viel mit anfangen, schliesslich willst du ihr ja nicht das Essen aufzwingen.

Beitrag von inkaberit 04.11.10 - 16:34 Uhr

Hallo,

Danke für deine Antwort :-)

Nein, sie schreit eher selten, sie möchte allerdings tagsüber manchmal stündlich an die Brust. Nach dem Stillen ist sie zufrieden, lacht mich an, möchte Beschäftigung ;-)

Nachts wacht sie erst nach 3 - 4 Stunden erst wieder auf und hat Hunger, nach dem Stillen schläft sie zufrieden ein.

Am Montag ist U 4, da wird mir der Kinderarzt mit Sicherheit sagen das sie mehr zunehmen muss und ich zufüttern soll :-(

LG

Inka

Beitrag von sonne_1975 04.11.10 - 16:38 Uhr

Ich hatte sowas auch. Auch mit 4 Monaten. Er war sehr zufrieden, hat aber in einem Monat nichts zugenommen.

Ich habe einfach 2 Tassen Stilltee getrunken, Rinderbrühe/Hühnerbrühe getrunken und ihn rigoros alle 2 Stunden angelegt (er wollte nur 3-4), nur nachts natürlich nicht.

Er hat dann nach 1-2 Wochen wieder gut zugenommen.

Ich würde also an deiner Milchmenge arbeiten und auf keinen Fall zufüttern. Zwingen kann dich der KiA ja nicht.

LG Alla

Beitrag von inkaberit 04.11.10 - 16:41 Uhr

Hallo Alla,

danke für deine Antwort.

Sie möchte ja schon manchmal stündlich an die Brust, zumindest lege ich sie immer an wenn sie weint.

Stilltee trinke ich, mit der Hühnerbrühe versuche ich's mal !

Vielleicht liegt's an den Stillhütchen, aber ohne geht's nicht, sie versteht es nicht ohne die Hütchen zu trinken.

LG

Inka

Beitrag von sonne_1975 04.11.10 - 17:07 Uhr

Ok, an den Stillhütchen kann es natürlich liegen. Was passiert denn, wenn du sie absetzst? Meistens können Babys in dem Alter schon ohne (die, die gebraucht haben).

Beitrag von inkaberit 04.11.10 - 18:36 Uhr

Sie trinkt dann gar nicht, kann die Brustwarze nicht fassen weil sie zu flach ist - oder sie läßt gleich wieder los :-(

Das Problem haben wir von Anfang an.

LG

Inka

Beitrag von sonne_1975 04.11.10 - 19:11 Uhr

Ich würde mal eine Stillberaterin dazu holen. Ich habe auch flache Schlupfwarzen (bzw. hatte, nach der ersten Stillzeit waren sie nicht mehr so), mein grosser Sohn hatte nie Probleme damit. Eher umgekehrt, mit Stillhütchen im KH konnte er nichts anfangen.

Beitrag von lilly7686 04.11.10 - 16:20 Uhr

Hallo!

Ein einmaliges Wiegen sagt noch gar nix. Das muss öfter beobachtet werden. Und ein Gewichtsstopp ist nicht so tragisch, wenn sonst alles okay ist.

Aber weißt du, Beikost hat, vorallem Gemüse, wesentlich weniger Kalorien als Muttermilch.

Mach dich mal nicht verrückt. Lass die nächsten zwei Wochen noch wiegen und dann schau mal weiter.

Wie gesagt, wenn sonst alles okay ist, dann ist der Stopp nicht bedenklich. Ich glaube eher, dass dein Baby nächste Woche schon wieder mehr zunehmen wird ;-)

Beitrag von inkaberit 04.11.10 - 16:38 Uhr

Danke für deine Antwort :-)

Findest du denn nicht auch das sie viel zu wenig wiegt ??

Sie ist wie gesagt richtig fit, dreht sich auf die Seite, spielt mit den Figuren an dem über ihr stehenden Trapez.

Seit ein paar Tagen steckt sie dauernd ihre Finger in den Mund und kaut und lutscht drauf rum. Vielleicht hat sie ja doch Hunger #kratz

LG

Inka

Beitrag von qrupa 04.11.10 - 16:56 Uhr

Hallo

das machen alle Babys in dem Alter, hat mit Hunger aber nicht wirklich was zu tun. Sie entdecken einfach ihre Hände. Das gewicht allein sagt erstmal wirklich ncihts aus. ja, dein baby ist leicht, aber nciht jedes baby muß mit 4 Monaten 8 kg wiegen um gesund zu sein. Wichtig ist der Gesamteindruck und der scheint nach deiner Beschreibung ja zu stimmen.

LG
qrupa

Beitrag von lilly7686 04.11.10 - 17:17 Uhr

*gg* würde ich meine Kleine immer anlegen, wenn sie ihre oder fremde Finger in den Mund steckt, käm ich zu gar nix mehr ;-)

Schau mal hier, da gibts eine Gewichts-zu-Länge-Kurve:
http://www.stillkinder.de/who_kurven.html

Aber wie gesagt, laut deiner Schilderung sollte alles okay sein.

Beitrag von skiji 04.11.10 - 20:03 Uhr

kleine anregung, falls sie noch nicht gefallen ist:

beikost hat oft weniger kalorien als muttermilch (karotten, apfel, birne, eben das womit man anfängt) füllt aber trotzdem den magen. wenn deine maus einen vollen magen hat, so dass keine milch mehr hineinpasst und hat dabei auch noch weniger kalorien zu sich genommen.

so ist niemandem geholfen -> "quelle" dafür ist das buch: "mein kind will nicht essen"

liebe grüße

Beitrag von inkaberit 05.11.10 - 08:16 Uhr

Danke für deine Antwort :-)

LG
Inka

Beitrag von lucaundhartmut 04.11.10 - 21:34 Uhr

Hi Inka,

Beikost vor dem 5. Monat ist nicht ratsam, am besten wäre eh erst ab 6. oder 7. Monat.

Wenn Du zufüttern musst oder möchtest, dann besser mit Premilch, was für den kleinen Kindermagen(darm) i. d. R. sehr viel besser wäre als ein früher Beikoststart.

Saugverwirrungen kommen i. d. R. nur sehr selten vor und sind oft das Resultat falscher Anwendungen durch die Eltern.
Zudem kommen Saugverwirrungen (wenn überhaupt) fast nur in den ersten 6 bis 8 Lebenswochen vor.

Dennoch: Man muss nicht mit herkömmlichen Fläschchen zufüttern. Man kann dies auch mit einem Fütterungslöffel, per Fütterungsbecher (in der Apotheke zu erhalten), Trinklernbecher, Doidy Cup (für viele Brustkinder besonders gut geeignet) oder Medela Camla (für viele Brustkinder besonders geeignet) machen.


LG
Steffi

Beitrag von inkaberit 05.11.10 - 08:15 Uhr

#danke

Beitrag von steffi0413 05.11.10 - 11:17 Uhr

Hallo Inka,

wenn Du noch Lust und Geduld hättest, würde ich mit Dir gerne meine Gedanken und Fragen teilen. Wer weiss? Vielleicht kommt da was raus...#kratz

Kann das kein Messfehler sein? Wiegst Du sie immer auf der gleichen Wiege, im gleichen Zeitpunkt? Können die Batterien nicht erschöpft sein?

War/ist sie, oder jemand in der Familie nicht krank? Hat sie keine Impfung bekommen? Hat sie neue Bewegungsform gelernt. Wieviel hat sie früher, in den ersten 3 Monaten zugenommen? Wieviel ist sie gewachsen?

Wie ist ihr Stuhl? Gelb und cremig oder eher grün und wasserdünn? Wie lange trinkt sie? Spürst Du Milchspendereflex bzw. siehst, hörst Du, dass sie schluckt? Bietest Du immer beide Brüste an? Stillst Du immer in der gleichen Position. Ist sie korrekt angelegt?
Tun deine Brüste nicht weh? Kannst Du nicht schwanger sein? Hast Du nicht angefangen Medis oder Pille zu nehmen? Trinkst Du nicht zu viel (mehr als 2-3 Liter pro Tag)?

Also wenn Output in Ordnung ist (und 5 nasse Windel pro Tag ist überhaupt nicht schlecht wenn sie nur Milch bekommt), dann könnte das kein Inputproblem sein. #kratz
Das ist auch super, dass Du sie immer nach Bedarf anlegst. #pro
Stillhütchen können schon Probleme und nicht genug Milch verursachen, aber wenn ihr das Zeug von Anfang an verwendet, dann glaube ich weniger.
Eine Möglichkeit wäre aber mit Hilfe einer Stillberaterin zu versuchen Stillhütchen wegzulassen, dann bekommen deine Brüste mehr und bessere Stimulation.

Ich würde keinesfalls mit Beikost anfangen bis sie nicht reif dafür ist. In diesem Alter können Babys die Milch am einfachsten verdauen und am besten verwerten. Hier kannst Du mehr darüber lesen: http://www.stillkinder.de/beikost_warten.html

Ich würde auch nicht zufüttern bis alle mögliche Ursachen - am besten mit Hilfe einer erfahrenen, ausgebildeten Stillberaterin - nicht abgeklärt sind.

Mehr fällt mir jetzt nicht ein, sind sowieso schon ein Haufen von Fragen geworden. #hicks

LG
Steffi

Beitrag von inkaberit 05.11.10 - 18:12 Uhr

Hallo Steffi,

das ist ja nett dass du dir so viele Gedanken gemacht hast. Ich kann dir leider erst jetzt antworten - war den halben Tag unterwegs...


Also, ich wiege immer mit der Waage die mir meine Hebamme geliehen hat, ist keine digitale Waage, immer zum gleichen Zeitpunkt. Krank ist keiner von uns, die Impfung hat sie gut verkraftet. Marla ist sehr aktiv, strampelt gern und dreht sich auf die Seite...

Sie hat von Anfang an sehr langsam zugenommen, 150 Gramm in einer Woche war mal das Höchste, sonst immer 50 oder 100 Gramm. Allerdings ist sie sehr schnell gewachsen, innerhalb von 13 Wochen 13 Zentimeter !

Stuhl ist fast immer gelb und cremig, selten wässrig und nie grün.

Sie trinkt immer sehr lang, 45 Minuten, biete ihr immer beide Brüste an. Ich höre sie schlucken, Brüste tun nicht weh und ich denke schon das sie korrekt angelegt ist. Pille oder Medikamente nehme ich nicht, mehr als 2 - 2,5 Liter trinke ich nicht.

Das Problem ist, das ich in wenigen Wochen wieder arbeiten muss. Sie will ja so oft an die Brust, das geht ja nicht wenn ich im Büro bin...Also muss ich zwangsläufig 2 Mahlzeiten ersetzen, auch in der Hoffnung das sie länger als 1-2Stunden satt und zufrieden ist.

Ich möchte gern noch weiterstillen, befürchte aber eine Saugverwirrung wenn ich mit der Flasche füttere. Und mit Becher oder Löffel dauert es bestimmt sehr lange ! Und da ich ja noch meine beiden Großen zu versorgen habe und ich nicht möchte das sie noch länger hinten an stehen dachte ich eben über die Beikosteinführung nach....

Ach ist das alles schwierig....ich weiß echt nicht was ich tun soll, aber so geht es halt auch nicht auf Dauer weiter :-(

Liebe Grüße

Inka

Beitrag von steffi0413 07.11.10 - 18:25 Uhr

Hallo Inka,
entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte, aber Wochenende wird bei uns immer ganz hecktisch...#schwitz

Also, was Du da schreibst, hört sich doch ganz ideal an.
Sie wird nach Bedarf gestillt, immer beide Brüste, hat genug nasse Windel, bekommt genug fette Hintermilch (gelber, cremiger Stuhl zeigt das) st fit, wach, lebhaft und zufrieden. Sie hat sehr viel gewachsen (Durchschnitt ist 12 cm in 6 Monaten!!), entwickelt sich super in allen Bereichen (Bewegung, Geist), nimmt zu, wenn auch weniger, als der Durchschnitt, aber die Tendenz zeigt nach oben.
Die Babys nehmen in den ersten 3 Monaten am meisten zu, dann wird bei jedem Baby weniger.

Was den Stillstand verursachen kann:
1. die Impfung. Das kommt oft vor – auch wenn sie gut vertragen hat – dass Babys nicht zunehmen, wenn sie geimpft werden. Sie braucht ja ein Haufen Energie um die Viren/Bakterien zu „besiegen”.
2. die Länge wächst
3. hat ganz einfach (was ganz normal ist) nicht gleichmässig zugenommen. Hast Du sie seitdem wieder gewogen?
4. neu gelernte Bewegungsform (dreht sich auf die Seite)

Was mir noch zusätzlich eingefallen ist: sind die nasse Windel weniger, Urin konzentrierter geworden?
War sie vielleicht ein Frühchen? Kann sie keinen Eisenmangel haben? (ist ziemlich unwahrscheinlich bei Stillkinder, 50% vom Eisen bei Mumi kann aufgenommen werden, bei Flaschennahrung ist das nur ca. 5%)

Wie schon gesagt, wäre schon 1-2 Versuche wert, das Stillhütchen wegzulassen. Einerseits ohne Stillhütchen bekommen deine Brüste mehr Stimulation andererseits kann Marla mit viel weniger Energieaufwand trinken und den Milchspendereflex auslösen. Wenn Du Lust und Kraft hättest, gebe ich ganz gerne 1-2 Tipps und Tricks.

Du schreibst, dass Du im Januar wieder arbeiten musst. Das ist noch ganz viel Zeit, inzwischen kann Marla noch locker bekostreif sein.
Wenn Du zufüttern möchtest oder musst, das kannst Du aus dem Becher geben, was überhaupt nicht so aufwändig ist, wenn man weiss, wie das geht. :-)
Hier auf der 2. Seite findest Du Tipps, wie das klappt:
http://www.afs-stillen.de/upload/faltblaetter/FB_Richtig_stillen.PDF

Das ist wieder schön lang geworden. #hicks

LG
Steffi

Beitrag von inkaberit 10.11.10 - 19:11 Uhr

Hallo Steffi,

vielleicht liest du meine Antwort nicht mehr, ich schreibe aber trotzdem mal :-)

Am Montag war ich mit Marla zur U4 bei unserem Hausarzt. Sie wiegt 4.900 Gramm bei 63 cm, sie ist also seit Geburt 13 cm gewachsen !

Er sagt, sie sei viel zu dünn und hat Marla an die Kinderärztin überwiesen wegen einer "Gedeihstörung".

Seit ein paar Tagen füttere ich jetzt Abends 100 ml Pre aus der Flasche zu, da ich ja nicht möchte das sie hungert oder es ihr schlecht geht.

Ich denke, dass sie nicht mehr lange gestillt werden möchte wegen der Flasche, was natürlich schade ist - aber ohne Zufüttern nimmt sie sicherlich nicht genug zu :-(

Ohne Brusthütchen zu stillen funktioniert überhaupt nicht, sie kann's einfach nicht.

Traurige Grüße und vielen Dank für deine Tipps

Inka

Beitrag von steffi0413 11.11.10 - 17:27 Uhr

Hallo Inka,

ich habe gelesen und ich freue mich, dass Du dich gemeldet hast. :-)

Ich kann verstehen, dass Du jetzt traurig bist, aber Kopf hoch, ist nichts verloren!

Ich glaube aber keinesfalls, dass ein Kind hungern würde, wenn 5 nasse Windel pro Tag und gelben cremigen Stuhl hat. Hat sie jetzt in 4 Tagen 100 g zugenommen?

Also, wenn Du weiterstillen möchtest (und ich denke schon, ja), dann bitte nicht aufgeben. Das Stillen wird euch beide sehr-sehr viel helfen die Separation zu verarbeiten, wenn Du im Januar wieder arbeiten musst.

Hoffentlich macht die Ärzten ein Blut-, und Urintest. Dann wird sich ein jeder beruhigen und wenn das doch ein banales Problem (zB. Eisenmangel) zeigen würde, das lässt sich einfach zu lösen.

Bei Zufüttern ist wichtig, dass Du sie zuerst immer beidenseitig anlegst und erst dann die Pre Milch anbietest. Grund dafür ist, dass die Pre Milch auch nicht mehr Kalorien enthält als die Mumi, lässt sich aber viel schwieriger und langsamer zu verdauen.

Zu der Saugverwirrung: aus der Flasche muss man mit einer ganz unterschiedlichen Methode/Technik trinken als aus der Brust. Da der Sauger ein viel markanteres Gefühl im Mund ist als die weiche BW, lernt die Kleine die falsche Technik ganz schnell. In diesem Alter muss das aber nicht unbedingt sein, kann aber vorkommen. Das erste Zeichen dafür ist, dass sie nicht effektiv an der Brust trinken kann, trinkt weniger, Zufütterung wird immer mehr. Später kann sie dann die Brust sogar komplett verweigern.
Ich würde aber in allen Fällen aus dem Becher (oder Spritze, Fingerfeeder, evt. Doidy cup) versuchen. Man braucht natürlich zuerst ein wenig Geduld und paar Tage Übung dazu, aber das ist doch wert.

Tipps für Stillhütchen weglassen:
zuerst braucht ihr dazu Zeit, Ruhe und viel-viel Geduld. Du darfst deine Brust keinesfalls mit Druck oder Zwang in ihren Mund schieben. Man sollte das immer wieder versuchen und nicht verzweifeln, wenn heute nicht geklappt hat, kann sein dass morgen gehen wird.

Am besten wählst Du immer einen Zeitpunkt als Marla gute Laune, nicht zu grossen Hunger hat. Man kann auch im Halbschlaf versuchen.

1. Methode: ihr fängt das Stillen mit Hütchen an und irgendwann entfernst Du das Zeug und versuchst sie ohne anzudocken.

2. Methode: zwicke, massiere vorsichtig die Brustwarze dass die sich aufrichten. Wenn die Brustwarzenhof zu prall wäre, kannst Du ein wenig Milch ausstreichen, dass sie den fassen kann. Vor dem Anlegen kannst Du sogar mit heissen Waschlappen oder mit heissem Wasser den Milchspendereflex stimulieren und ein paar Tropfen Milch auf ihre Lippen zu streichen.

Vor dem Anlegen kannst mit ihr eine Übung machen, dass sie die richtige Technik findet: stecke deinen Zeigefinger in ihren Mund, so dass Du die Grenze zwischen weichem und hartem Gaumen erreichst (Achtung! Sehr gründlich gewaschen, Nagel sehr kurz geschnitten!!!) - Nagel schaut nach unten – lasse sie so ein bisschen nuckeln und beobachte was sie macht: macht sie einen "Hügel" hinten mit ihrer Zunge? Liegt die Zunge über der unteren Zahnleiste? Die Zunge schmiegt sich um den Finger? Zunge und Unterkiefer bewegen sich rythmisch? Wenn einen Hügel macht und/oder die Zunge nicht über der unteren Zahnleiste liegt, dann drehe den Finger vorsichtig um (Nagel schaut nach oben) und vorsichtig drück die Zunge nach unten und/oder ziehe ein bisschen nach vorne. Lasse sie so auch eine Weile nuckeln.
Es kann aber auch sein, dass sie deinen Finger nicht nimmt, das ist aber auch kein Problem.

Dann passe sehr auf, dass sie korrekt angelegt ist. Die Art und Weise findest Du hier:
http://stillgruppen.de/anlegepositionen.html

Bei kurzen, flachen Brustwarzen ist die Rückenhaltung oft erfolgreich.

Ich wünsche Euch alles Liebe, viel Erfolg und Ausdauer

LG
Steffi