wie sag ich es dem Kind?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von daira 04.11.10 - 17:23 Uhr

Hallo mache mir gerade furchtbare Gedanken wie ich meiner Tochter (4Jahre) erklären soll das ihre Oma, an der sie sehr hängt, bald stirbt. Sie hat Lungenkrebs im Endstadium und die Ärzte geben ihr nur noch ein paar Wochen. Das sie krank ist weiß meine Tochter aber ich weiß einfach nicht wie ich ihr das Sterben oder auch eventuell erst den Tod der Oma erklären soll. Könnt den ganzen Tag nur weinen, will aber meine Tochter nicht jetzt schon verrückt damit machen.
Hat jemand Erfahrung damit? wie seit ihr damit umgegangen?
lg #gruebel

Beitrag von jensecau 04.11.10 - 18:39 Uhr

Hallo!

Es tut mir sehr Leid, dass ihr so was schlimmes erleben müsst. #herzlich

Schau mal im Buchhandel. Es gibt viele schöne Bücher für Kinder zu diesem Thema. Wenn Deine Kleine dann noch Fragen hat, beantworte diese offen und ehrlich. Kinder gehen mit dem Thema Tod ganz natürlich um - fast ein wenig beneidenswert.

#liebdrueck
claudine

Beitrag von maxundjan 04.11.10 - 19:05 Uhr

Hallo,

es tut mir sehr leid für euch!

Als abzusehen war, das unser großer Sohn sterben wird, habe ich mir mit meinem kleinen Sohn das Buch "Die unsichtbaren Freunde" angeguckt. Das holt er heute noch oft raus und dann weiß ich, es ist wieder seine Zeit, sich zu erinnern.........

Sag deiner Tochter, das die Oma sehr krank ist, das aber nicht alle Krankheiten zum Tod führen (ganz wichtig!). Sag bitte nicht, das die Oma einschläft und dann tot ist (kann zu Einschlafproblemen führen).

Lass deine Tochter sich verabschieden von der Oma, laß sie ein Bild malen, frag sie, was sie wissen will über dieses Thema und dann rede offen mit ihr darüber. Das was sie behalten will, weils für sie imMoment wichtig ist, das behält sie, alles andere vergißt sie.
Je älter sie wird, umsomehr kommen dann andere Fragen, aber die Kinder gehen damit super um, glaub mir.
Oft sind es die Erwachsenen, die nicht mit dem Tod umgehen können/wollen. Aber wer will das denn schon? Es tut weh darüber zu sprechen, na klar, aber nur so nehmen wir den Kindern die Angst davor und erlauben ihnen auch Abschied zu nehmen........

Jedes mal wenn jan das Buch herausholt, weiß ich auch, das es wieder eine ganz traurige zeit wird, aber außer in unserer Trauer sind wir selten so nah beisammen (bedingt duch die beginnende Pubertät) und ich bin trotz aller Tränen für diese Zeit dankbar..........

Alles Gute für euch!

Sandra

Beitrag von urmel09 04.11.10 - 21:32 Uhr

Hallo,

bei uns ist die Oma vor 5 Tagen an Krebs gestorben, meine Tochter auch vier hat schon die letzten Wochen mitbekommen das es der Oma immer schlechter geht. Ich habe ihr dann immer gesagt, das die Oma sehr krank ist.
Nachfragen ob die Oma sterben könnte habe ich wahrheitsgemäß bejaht, ohne auf Details einzugehen.

Wir haben unsern beiden Kindern nach Ihrem Tod ein Stofftier gegeben welches die Oma (Wir waren es, die Oma konnte es nicht mehr) als Erinnerung für sie ausgesucht hat - vor allem für den Großen ist es ein großer Trost. Vielleicht kann bei euch wirklich Oma es noch zu Lebzeiten als Erinnerung übergeben.

Genießt die noch verbleibende Zeit mit der Oma aber beleib bei einer kindgerechten Wahrheit wenn Nachfragen kommen.

Es gibt auch tolle Bücher zu dem Thema...

Beitrag von sunnysunny 05.11.10 - 00:22 Uhr

Meine Uropa ist 92 und meine Uroma 93 gestorben.
War bei Uropa 2 und bei Uroma 3.
Kann mich nicht entsinnen ob mir meine Eltern was davon erzählt haben.

Beitrag von kikra02 05.11.10 - 11:32 Uhr

Hallo!

Es tut mir sehr leid für Euch, dass ihr das mitmachen müsst.
Ich weiß wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren.

Liegt sie denn auf der Intensiv oder auf normalstation oder ist sie zu hause, wenn sie nicht gerade auf Intensiv liegt, würde ich der Kleinen ermöglich oft dort zu sein, sofern es der Zustand der Oma zulässt.
Wenn sie natürlich an vielen Schläuchen hängt und all sowas ist es schwierig.
Auch kleine Kinder haben schon sehr empfindsame Fühler, wie es jemandem geht.
Wir haben unserem Großen letztes Jahr (damals 2,5Jahre) als seine Oma starb gesagt, dass sie soooo krank ist, dass der Doktor sie nicht mehr gesund machen konnte. Sonst wenn jemand krank ist kann der Doktor fast immer helfen und alles wird gut. Haben ihm das so erklärt, dass er nicht generell Angst hat, wenn jem. krank ist.

Im Buchhandel gibt es sehr viele einfühlsame Bücher über das Thema.

Wenn du mehr wissen möchtest oder einfach drüber reden willst, wie es bei uns war und weiterging, darfst dich gerne über VK melden.

Lg, Anja

Beitrag von brixi2003 05.11.10 - 11:39 Uhr

Hallo,

Wir haben den Uropa im September 2009 gehen lassen müssen,allerdings nach langer Zeit im Pflegebett,was meine Kinder alles miterlebt haben,da ich den Opa gepflegt habe.Im Juli 2010 mussten wir den zweiten Uropa ganz plötzlich gehen lassen..wir waren auch hier froh über unser Buch.Leider ist es zu weit weg von uns um auch da die gleichen rituale spielen zu lassen

Als der Opa vormittags verstorben ist,habe ich es meiner Tochter nach dem Kindergarten erzählt...sie nahm es sehr gefasst auf....an diesem Nachmittag sind wir nur mit unserem Jüngsten zur Uroma gefahren,meine Tochter wollte gerne zu meinen Eltern und genau das haben wir in all den Tagen gemacht...SIE ENTSCHEIDEN LASSEN....

Wir haben uns auch das NIE MEHR OMA LINA buch geholt und es viel angeguckt....

Unsere Tochter war mit uns in der Leichenhalle,auch sie hatte Opa ein Bild gemalt,welches auf dem offenen Sarg lag und auch mit in die Erde gekommen ist.Unsere Süße hat kaum geweint,sie hat sogar unsere Tränen getrocknet...

Am Tag der Beerdigung waren unsere Beiden Kinder dabei,sie sassen genauso wie alle anderen der Familie mit in der ersten Reihe....Sie haben genau wir wir Blumen ins Grab geworfen.....Die Beiden hatten auch ihren eigenen Kranz,weil es meiner Tochter wichtig war....
Zum Kaffee wollte unsere Süße nicht mehr mit,da hat meine Mutter sie mit nach Hause genommen.....

Seitdem ist der Uropa ein Stern,und wann immer sie Sterne sieht sagt sie:Guck mal da ist der Opa...
Wir haben hier zu Hause eine Kerze für den Opa brennen,die ersten Tage und Wochen brannte sie jeden Tag,es war oft das Erste was sie morgens tat....mittlerweile brennt sie schon noch häufig,aber nicht mehr jeden Tag...oft auch erst gegen Abend....

Auf dem Friedhof haben die Beiden ihre eigene Laterne,in der sie ein Licht anzünden und ihre eigene Blumenvase...all das war meiner Tochter wichtig....ist es auch noch,aber nicht mehr so wie in der ersten Zeit.....

Wir haben viel geredet,auch der Kindergarten hat da gut mit geholfen....ja es gibt noch Tränen,aber Kinder verarbeiten das ganz anders wie wir Erwchasenen....sie können noch am gleichen Tag wieder fröhlich spielen...

Unserer Tochter hat es geholfen dass sie immer zum Friedhof konnte,wenn sie es wollte...es hat ihr geholfen dort ihre eigenen Sachen zu haben,um die sie sich kümmert...es hat ihr geholfen dass sie reden konnte wann sie es wollte...

Und sie hat verstanden dass der Opa nicht mehr wieder kommen kann......weil er lange Zeit krank war und das Herz schwach war und deshalb aufgehört hat zu schlagen...

Unser Neffe kennt den Uropa zwar im Bett,aber ihm fehlt der Schritt Beerdigung....er ist die ersten Wochen total verzweifelt rum gelaufen und hat Opa und das Bett gesucht und hat immer nach ihm gerufen.....

Da bin ich froh dass wir es anders gemacht haben,auch wenn die Familie Gift und Galle gespuckt hat.

Sorry ist lang geworden,aber es ist kein Thema was man in drei Sätzen beschreibt

LG Nadine mit Annkathrin(19.03.06)+Alexander(06.08.08)

Beitrag von hope001 05.11.10 - 12:24 Uhr

Hallo,

ich war damals grade 6 Jahren alt, als mein Opa an Krebs starb. Ich wusste das Opa im Krankenhaus lag, aber das er sterben würde hat und niemand gesagt.
Es war Adventszeit im Kindergarten und eine Erzieherin holte meine Schwester und mich aus der Gruppe, weil sie mit uns was machen wollte. Im Flur hing der Adventskranz und 2 Kerzen brannten. Sie hob meine Schwester und mich hoch und wir durften jeder eine Kerze auspusten. Ich fand es spannend und dachte, dass die Erzieherin mit uns was besonderes machen wollte, was Tolles. Wir gingen ins Büro und dort saßen auf eien braunkarierten Sofa, der Raum war dunkel und sie Erzieherin laß uns eine Geschichte über den Tod vor. Ich dachte, was für blöde Geschichte, die ist nicht schön, sondern traurig. Als sie fertig war, sagte sie uns: "Euer Opa ist tot, aber nicht weinen." Was sie noch weiter sagte, weiß ich nicht mehr. Wir gingen dann nach draußen, wo die anderen Kinder gespielt haben. Ich habe mich bei einem Baum versteckt und geweint. Ich hatte Angst erwischt zu werden, weil wir ja nicht weinen sollte.

Was ich damit sagen will ist, dass ihr einfach ehrlich sein sollt. Kinder können mehr verkraften, als man denkt und sie haben ihre Weise damit umzugehen.

Als mein Vater vor drei Jahre starb, war mein Neffe drei. Meine Schwester wollte oder konnte nicht mit ihm reden, was ich dann getan habe.
Wir bzw. ich haben Jonas erzählt, dass der Opa sehr krank war und nun tot ist, dass er jetzt im Himmel wohnt und immer auf uns aufpasst...
Ich habe meinen Neffen oft mit zum Friedhof genommen, habe mit ihm für Opa eine Kerze angezündet und Blumen gebracht und auch gemeinsam das Grab bepflanzt, was für Jonas sehr wichtig war und auch noch heute spricht der Junge viel von seinen Opa.

Dein Kind darf ruhig wissen, warum ihr traurig seit. Ihr müsste keine Details erzählen, aber ihr könnt ruhig sagen, dass die Oma sehr krank ist und sterben wird. Redet darüber.

Ich wünsche dir und deiner Familie sehr viel Kraft.

LG, Hope

Beitrag von daira 05.11.10 - 20:07 Uhr

Danke für die lieben Antworten und Tipps. Einiges werd ich bestimmt versuchen um zu setzen. Es ist wirklich sehr schwer zu entscheiden was das Richtige ist. Gerade die Frage ob sie mit zur Beerdigung soll oder nicht find ich sehr schwierig.

gruß

Beitrag von maxundjan 05.11.10 - 20:38 Uhr

Gar nicht schwierig! :-)

Wenn sie die Oma lieb hatte und auch mit möchte, dann nimm sie mit...

Erklär ihr was dort passieren wird und wenn es optimal läuft, dann habt ihr jemanden (evtl. auch einen der Bestatter) der mit ihr ein Stück weggehen kann wenn es bei ihr nicht mehr geht

Habt keine Angst davor und auch nicht vor euren Gefühlen.......Trauer ist etwas normales und gehört zum Leben dazu


Alles Gute,
Sandra

Beitrag von hope001 05.11.10 - 21:31 Uhr

Ich würde sie mitnehmen, damit sie sich auch nicht ausgeschlossen vorkommt und auch sie die Möglichkeit hat Abschied zunehmen und zu sehen, wo die Oma hinkommt. Ich würde ihr erklären, dass viele Leute da sehr traurig sind...

Ich wünsche dir noch einmal viel Kraft