Zur Schule auch wenn der KiGa nein sagt?!

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kleinnadine 04.11.10 - 17:32 Uhr

Hi ihr Lieben,

meine Tochter ist 3 Wochen über dem schulpflichtigem Alter und ist somit ein Kann-Kind für 2011.

Ich habe sie für die Schule angemeldet, da ich finde, dass sie soweit ist. Sie selbst will auch. Jetzt hat mir der Kindergarten nahe gelegt, sie nächstes Jahr nicht einschulen zu lassen. Und bei der Schule ein Veto eingelegt. Die Erzieherinnen meinten zwar, dass sie sehr clever ist, einen überdurchschnittlichen Wortschatz und und und... aber ihr Sozialverhalten wäre nicht schulfähig. Sie kann nicht stille sitzen, regt sich schnell auf und kann mit schlechter Kritik nicht umgehen.... jetzt mal ehrlich... konnten das eure Kinder, als sie in die Schule kamen?!

Irgendwie finde ich das alles sehr übertrieben... weiß aber auch nicht wirklich wie ich mich verhalten soll....Die haben ja ihre Erfahrung... aber irgendwie traue ich dem ganzen nicht.

Ich habe nämlich die Angst, dass sie dann einfach unterfordert ist, wenn sie noch ein Jahr warten soll und sich dadurch ihr sozialverhalten nicht wirklich bessert....

Gruß Nadine

Beitrag von janamausi 04.11.10 - 17:41 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist jetzt im September mit 6 3/4 Jahren in die Schule gekommen. Und ehrlich gesagt, bin ich froh, dass sie eine von den ältesten ist.

Die Schule macht ihr großen Spaß. Sie macht gern und schnell ihre Hausaufgaben - alles kein Problem. Von anderen Müttern (deren Kinder jünger sind) höre ich leider, dass ihre Kinder heulend über den Hausis sitzen weil sie nach einem ganzen Vormittag Schule keine Lust haben noch daheim etwas zu machen oder aber das sie keine Lust auf die Schule haben. Bei einem Nachbarskind war es ganz schlimm. Seine Mutter mußte ihn mehr oder weniger in die Schule "schleifen", er hat Bauchschmerzen vorgetäuscht etc.

Die Kinder tun mir ehrlich gesagt sehr Leid. Meine Tochter hat so viel Spaß und für andere ist es mehr oder weniger eine "Qual".

Daher würde ich auf alle Fälle auf den Kiga hören. In der Schule geht es nicht nur darum, ob ein Kind clever ist sondern um viel mehr. Wenn der Kiga schon abrät, würde ich sie lieber noch ein Jahr dort lassen und anderweitig (Schwimmverein, Malkurs, Musikkurs etc.) "fördern".

LG janamausi

Beitrag von ohnezucker 04.11.10 - 17:51 Uhr

Bei meiner Nichte waren das 3 Tage.

Problem daran ist, die Schule muss das Kind nicht nehmen.
Sie kann es sich aussuchen.
Die Schule,Gesundheitsamt und das Jugendamt werden ein speziellen Test machen.
Drei Schulen hatten die nicht genommen und sie musste dann auch 3 mal den gleichen Test machen.
Den letzen Test hatte sie natürlich zu 100% geschafft. Die meinte nur, das hatte die noch nie, trotzdem wurde sie nicht genommen.

Ergebnis war, sie war tottraurig verzweifelt und sonst was.

Bevor Du weiter gehst, erkundige dich, wie groß die nächsten Klassen werden von allen Schulen in deiner Umgebung.

Wenn die dann über der kritischen Zahl sind, brauchst Du erst gar nicht weitermachen.

Beitrag von bluehorse 04.11.10 - 17:55 Uhr

Hallo,

wartet doch erst mal noch ab. Es ist noch fast ein Jahr bis zum Schulbeginn. Bis dahin kann sich deine Tochter noch weiterentwickeln. Dann muss sie ja wahrscheinlich auch noch zur Schuluntersuchung und zum Einschulungstest (zumindest in Bayern ist das so). Wenn danach noch Bedenken bestehen, könnt ihr euch immer noch gegen die Einschulung entscheiden.
Bei meinem Sohn haben wir bis zum Juli gewartet und uns dann entgültig dafür entschieden (er ist aber auch vorzeitig eingeschult worden, kein Kann-Kind mehr). Er geht gerne zur Schule und macht freiwillig (und alleine) seine Hausaufgaben.

LG bluehorse

Beitrag von babybaer4 04.11.10 - 17:56 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist ein Muss-Kind was nächstes Jahr auch gehen wird,da wird er noch 5j alt sein.Mein Sohn wird vom Schulischen auch mitkommen aber was das soziale angeht hätte ich ihn wahrscheinlich nicht angemeldet.
Er ist schnell frustriert wenn etwas nicht klappt oder wenn er etwas nicht perfekt kann.Ebenso hat er große Angst das er ausgelacht wird.Er versucht die Dinge dann einfach nicht.
Still sitzen traue ich ihm schon zu aber ob er zuhört?
So wie er momentan ist ,wäre ich dankbar ihn noch ein weiteres Kindergartenjahr zu schenken,damit er im Sozialen noch reifen kann.Momentan tröste ich mich damit das er ja noch Zeit hat die Reife zu erlangen um in der Schule zu bestehen.
Ich hätte mehr Angst mein Kind zu überfordern ,den gerade die sozialen Fähigkeiten werden unterschätzt.Was nützt es einem Kind Clever zu sein aber es hat nicht die Fähigkeiten hat dem Lehrer zuzuhören?

Lg Sabine

Beitrag von loonis 04.11.10 - 17:57 Uhr




Huhu Nadine,


ich halte nichts vom frühen einschulen ,obwohl unser Großer
durchaus das Zeugs dazu gehabt hätte ...
Aber das Sozialverhalten ist extrem wichtig ...
Schule ist anstrengend ,der Übertritt von d. KiTa zur Schule
ist schon heftig für d.Kids ,man sollte es nicht unterschätzen ...

Unser Sohn ist mit 6,5 J. zur Schule gekommen ,somit zählt er
zu den jüngeren Kids seiner Klasse ...
Man hatte uns nach 4 Wo eine Höherstufung nahe gelegt
,wir haben es auf Grund des Sozialverhaltens nicht gemacht ...

und es ist gut so wie es ist ....

das Kind muss eine gewisse "Reife" haben um eingeschult
zu werden...

ich würde auf den Rat der KiTa hören ,die wollen Euch sicher
nichts schlechtes.

LG Kerstin



Beitrag von froehlich 04.11.10 - 17:58 Uhr

Ich kann Jana nur zustimmen.... . Unser Sohn war auch ein "Kann-Kind" und wir sind im Rückblick froh, ihn erst heuer (mit 6 3/4) eingeschult zu haben. Clever sind praktisch alle Kinder mit 5 oder 6, das hatten wir schon X-Mal hier im Forum....fast jedes Kind interessiert sich in diesem Alter für Buchstaben, Zahlen etc., viele können schon ein bisschen lesen, rechnen, etc. Aber das alles macht noch kein Schulkind! Ich stelle wirklich fest, daß gerade am Anfang die sozialen Fähigkeiten sehr viel mehr zählen - auf die kommt's wirklich an, um einen guten und positiven Schulstart hinzulegen. Und ja - mein Sohn konnte bei Schulbeginn einen ganzen Vormittag lang problemlos still sitzen und sich konzentrieren, seine Frustrationstoleranz ist hoch genug, um auch mal Kritik positiv wegzustecken (können viele der jüngeren Kinder nicht, weinen etc. ....gibt oft Probleme in der Schule!) und auch sonst reagiert er viel besonnener und vernünftiger auf viele Dinge als möglicherweise noch vor einem Jahr. Klar, jedes Kind ist anders - aber wenn in Eurem Fall sogar die Erzieherinnen von einer frühen Einschulung abraten würde ich diesem Rat folgen.

Gruß, babs

Beitrag von manavgat 04.11.10 - 18:03 Uhr

Ich habe ein Nachhilfeinstitut und sage aus Erfahrung, wenn Kinder Schulschwierigkeiten haben, dann hat sich noch nie herausgestellt, sie seien zu spät eingeschult worden. Umgekehrt hatten wir das aber häufig.

Ehrlicher Rat: im Zweifel ein Jahr warten. Die Lehrer in der Grundschule haben keine Zeit sich mit ihr auseinander zu setzen. Wenn sie dann die erste Klasse wiederholen muss, dann ist das für ihre Persönlichkeitsentwicklung und die Freude am Lernen eher schlecht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gr202 04.11.10 - 18:20 Uhr

Sie kann nicht stille sitzen, regt sich schnell auf und kann mit schlechter Kritik nicht umgehen.... jetzt mal ehrlich... konnten das eure Kinder, als sie in die Schule kamen?!

Ja, das konnte mein Sohn. Wir haben uns auch erst überlegt, ob wir ihn mit knapp 6 einschulen lassen (September-Kind), aber dann dagegen entschieden. Wenn ich sehe, was für eine Entwicklung er in der Zeit gemacht hat, weiß ich, daß es die richtige Entscheidung war.

Es schadet den Kindern nicht, wenn sie ein Jahr länger im Kiga bleiben, sie müssen sich auch mal langweilen, denn dann lernen sie, kreativ zu werden.

In der Grundschule geht es bei weitem nicht mehr so zu wie im Kiga, da herrscht z.T. ein echt raues Klima, da rempeln die 4t-Klässler die Kleinen, die dürfen auch nicht mitspielen, etc.

Warum wartet Ihr nicht einfach ein Jahr?

Gruß
GR

Beitrag von bi_di 04.11.10 - 18:28 Uhr

Mein Grosser ist im Sommer in die Schule gekommen und das nebensächlichste von allem ist, ob und wieviel die Kinder Lesen, Schreiben, Rechnen können. DAS bringt die Schule ihnen nämlich bei. Sie bringt ihnen nicht bei, Dinge zu tun, auf die sie keine Lust haben. Sie bringt ihnen nicht bei Stillzusitzen. Das setzt sie voraus.

Und überleg' doch mal, was passiert, wenn Deine Tochter diese Voraussetzungen nicht erfüllt: Sie wird sehr schnell sehr frustriert sein. Und sie hat noch sehr viele Jahre Schule vor sich. Und das wächst sich nicht aus, das wird schlimmer.

Grüsse
BiDi

Beitrag von sooderso 04.11.10 - 18:31 Uhr

Hallo,
lesen und schreiben lernen die Kinder in der Schule, meiner konnte voher nicht viel in dieser Richtung und der Schulstoff bereitet ihm überhaupt keine Probleme. Viel wichtiger ist das Sozialverhalten, kann sich dein Kind selbst organisieren, kann es sich Hilfe holen, kann es zurückstecken, kommt es mit Mißerfolgen gut klar, kann es sich in eine neue Gruppe einfügen...das sollte schon funktionieren, ohne das dein Kind daran "zerbricht". Sonst klappt es mit den Schulleistungen auch nicht, wenn es sich nicht wohl fühlt oder überfordert in dieser Richtung fühlt. Mein Kind war 6,5 Jahre alt (bei Schulstart )und es funkioniert gut.

Beitrag von infamia 04.11.10 - 18:49 Uhr

hallo,

hmm also ganz ehrlich? du hast sie angemeldet? Lasse es doch auch mal so, denn ein kann-kind kann man auch noch vorher wieder abmelden. Es ist ja noch ne zeit, bis die einschulung ist. und bis dahin hat sie auch noch zeit ihr sozialverhalten zu bessern. ich habe meinen sohn mit 5 einschulen lassen. es hat sozial mittlerweile so einen sprung gemacht. ihr habt doch sicher auch ein vorschulprogramm. ich wuerde abwarten, wie sie sich dort verhaellt. ausserdem sind 3 wochen ueber diesem stichpunkt auch nicht die welt. ich wuerde es auch so den erzieherinnen nahe bringen und vielleicht auch wie man die angesprochenen probleme verbessert bekommt. abmelden kannst du immernoch, denn sie kann ja in die schule gehen.

lg infamia

Beitrag von ballroomy 04.11.10 - 18:58 Uhr

So würde ich das auch machen. Und die Entwicklung des Kindes halt genau beobachten.
Wenn sie dann die Schuleingangsuntersuchung schafft, sie selber will und Du auch der Meinung bist, das klappt. Dann einschulen, sonst Anmeldung zurückziehen.


Grüße
ballroomy

Beitrag von ohnezucker 04.11.10 - 19:32 Uhr

Bei meiner Nichte würde das Vorschulprogramm erst gemacht werden wenn sicher feststeht das die Schule das Kind nimmt.

Sie hätte sonst 2 mal das Vorschulprogramm durchgehen müssen.
Da kann sehr schnell Frust entstehen

Beitrag von jule2801 04.11.10 - 19:48 Uhr

Mit dem abmelden ist das so eine Sache, denn wenn das Kind angemeldet ist, das Gesundheitsamt es die schulfähigkeit bescheinigt und die Schule die Anmeldung annimmt, ist das Kind kein Kann - Kind mehr sondern ein Muss-kind! (Zumindest war das bei uns vor vier Jahren so).

Vielleicht solltet ihr da nochmal nachfragen beim Schulamt wie das ist (es kann ja gut sein, dass das wieder von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist und es ist bei uns ja auch schon ein Weilchen her)

lg Jule!

Beitrag von infamia 05.11.10 - 07:55 Uhr

hallo jule,

oh dann hoffe ich mal, dass ich nix falsches geschrieben war, ich habe so etwas wie "abmeldung zurueckziehen" nur schon mal gehoert. sicher ratsam sich diesbezueglich noch mal zu erkundigen.

lg infamia

Beitrag von jule2801 04.11.10 - 19:40 Uhr

Hallo Nadine,

kurz vorweg, ich habe die anderen Antworten nicht durchgelesen und daher kann es sein, dass ich eventuell Dinge wiederhole die schon erwähnt wurden.

Prinzipiell finde ich, dass man nicht pauschal sagen kann alle Kinder sollten mit 5/6/7 eingeschult werden und sollte es immer im Einzelfall entscheiden.

Bei der Einschulung sollte man aber die soziale Komponente nicht unterschätzen. In der Schule wird mehr gefordert als im Kindergarten und je nach Klassengröße muss sich da ein Kind schon ganz schön durchkämpfen. Ganz wichtig finde ich die Frustrationstoleranz bei Kindern. Kann deine Tochter gut damit umgehen auch mal zu verlieren? Kann sie Kritik annehmen?

Das waren die Dinge, die mein Sohn nicht konnte und ich bin froh, dass wir ihn nicht auf Antrag haben einschulen lassen. Für uns wären die Hausaufgaben zur Tortur geworden und wenn dann noch ein Lehrer etwas bemängelt hätte... ich glaube er hätte sich irgendwann verweigert.

In diesem letzten Kindergartenjahr hat sich das tatsächlich stark gebessert. Und ich hätte damals nicht gedacht, dass das so viel ausmachen würde.

Von daher rate ich dir nur, gut darüber nach zu denken, ob eine Einschulung nächstes Jahr sinnvoll ist, oder ob man ihr das eine Jahr noch schenken darf.

lg Jule!

Beitrag von kleinnadine 04.11.10 - 20:21 Uhr

WOW, vielen lieben Dank für die vielen Antworten!

Ich habe mir alle durchgelesen und werde noch mal darüber nachdenken und auch meinem Mann die Antworten zeigen.... zumindest hat es jetzt in manchen Sachen meine Ansicht geändert.

Vielen Dank für alle die sich die Mühe gemacht haben mir zu helfen!

Ich wünsch euch allen einen schönen Abend!

Gruß
Nadine

Beitrag von schwangeramos 05.11.10 - 19:19 Uhr

Meine beiden sind auch mit fast 7 in die Schule gekommen. Und ich bin froh, dass ich das gemacht habe.
Ich habe von einigen Kindern mitbekommen (die meisten waren wesentlich jünger), dass der Schulstart und auch der weitere Schulaltag einfach stressiger waren als für die älteren Kinder. Da kamen extreme Müdigkeit, Agressivität, Hausaufgabendiskussionen...
Auch als Lehrerin kann ich sagen, dass häufig organisatorische Schwierigkeiten in der Schule mit dem Alter zusammenhängen.
Im Zweifel - noch ein Jahr spielen lassen. Man kann ja zu Hause schauen, dass das Kind intellektuell nicht unterfordert ist und gute Erzieher fördern auch individuell.
LG Julia

Beitrag von kat30 04.11.10 - 21:58 Uhr

Noch ein anderer Denkanstoß:

Weder Kiga noch Schule sind immer ganz objektiv!!! Oft stehen eigene Interessen im Vordergrund wie z. B. Klassengrößen und/oder Personalschlüssel.

Welcher Kindergarten läßt gerne Kinder früher gehen, wenn dadurch ein Arbeitsplatz auf dem Spiel steht und welche Schule nimmt nicht gerne ein Kind auf, welches vielleicht noch nicht ganz schulreif ist, wenn dadurch eine Klasse mehr aufgemacht werden kann????

Würde ich mich also auch (indirekt) mal wegen erkundigen ;-)

Beitrag von lukimami03 05.11.10 - 09:38 Uhr

Ganz ehrlich, auch wenn man es nicht hören mag, aber im Kindergarten / Schule verhalten die Kinder sich anders als zu Hause, und wenn die erzieher (die ja keinen persönlichen Vorteil haben, wenn sie dein Kind noch länger bei sich behalten) dir davon abraten, sie einzuschulen, dann würde ich auf sie hören.

Ein "normales" Kind ist auch wenn es etwas älter ist nicht so schnell unterfordert in der Schule;
im gegenteil, wenn sie vom sozialverhalten her wirklich noch nicht so weit ist, dann wäre sie in der Schule definitiv überfordert.
Im schlimmsten Fall kann soetwas damit enden, dass die Schule das Kind im laufenden Jahr in die Vorschule zurückstuft-
haben wir in der Parallelklasse meines Sohnes erlebt, das ist für keinen Beteiligten wirklich schön.

Und die Kinder wissen gar nicht, was Schule bedeutet. Wenn du sagts, sie will dahin, dann nur, weil sie völlig falsche Erwartungen hat.
Wenn sie nämlich so zappelig ist, dann wird sie bestimmt keinen Spaß daran haben, von morgens um acht bis mittags still zu sitzen, den Mund zu halten und konzentriert an Aufgaben zu arbeiten, von denen mindestens 30% nicht ihren Interessen entsprechen.

Tu deiner Tochter den Gefallen, sei eine gute Mutter und stelle sie noch zurück.

Lg

Beitrag von rosalinde.x 05.11.10 - 09:48 Uhr

Hallo Nadine,

schlechtes Sozialverhalten kann (muss nicht) auch durch Langeweile entstehen.
Nimm die Bedenken der Erzieherinnen ernst (ein Veto bei der Schule finde ich eine überzogenen Reaktion), überprüfe und hinterfrage. Sozialverhalten ist in der Schule natürlich wichtig. Ein Schulkind muss den Schulalltag weitgehend selbstständig bewältigen können (der Anfang ist in der Regel noch sanft). Ein gutes Stück Frustrationstoleranz (Umgang mit Fehlern, Kritik, anderen Kindern) sollte schon vorhanden sein.

Wie ist das aus deiner Sicht? Wie verhält sich sich sonst?
Traust du ihr zu, als Jünste in einer Klasse mit bis zu 1 bis 2 Jahre älteren Kindern klar zu kommen?

Bis zum nächsten Einschulungstermin ist noch lange Zeit. Deine Tochter wird sich weiter entwickeln. Ich würde kritisch beobachten, gezielt fördern und mir so lange wie möglich die Option Kindergarten offenhalten.

Habt ihr jetzt schon anmelden müssen? Was sagt die Schule? Bis wann müsst ihr entgültig entscheiden?
Wir hatten von der Schule eine Liste mit Schulfähigkeitskriterien bekommen und die Kooperationslehrerin hat sich Kann-Kinder auch speziell angeschaut (kam in den Kindergarten).

Von Pauschalaussagen, dass ein Jahr Kindergarten nicht schaden kann, halte ich gar nichts. Orientiere dich an deinem Kind. Ein Jahr zu spät kann für ein Kind genauso schlimm sein wie ein Jahr zu früh.

Im Kindergarten würde ich sagen, dass ihr eine Einschulung in Betracht zieht, deine Tochter an allen Vorschulaktivitäten teilnehmen soll und ihr die weitere Entwicklung beobachten werdet. Bittet die Erzieherinnen, gezielt an den "Schwachstellen" zu fördern.

Ein Kind muss nicht schon 1 Jahr vorher schulreif sein. Auch bei der Einschulung muss nicht alles perfekt sein. Bei Kann-Kindern wird natürlich genauer geschaut, weil man ihnen ja auch noch ein Jahr Kindergarten gönnen kann (was bei den meisten auch gut ist). 3 Wochen über dem Stichtag ist nicht viel.


Liebe Grüße

PS: Meine Tochter wurde als Kann-Kind eingeschult, ist jetzt in der 3. KLasse. Kindergarten war dagegen - Einwände waren berechtigt (z.B. kann sie bis heute nicht still sitzen), aber alles was für Schule sprach wurde ignoriert und ihre Stärken wurden im Kindergarten wenig gefördert.
Die Schule hielt sie für schulreif und hat sie gerne aufgenommen.

Beitrag von chini 05.11.10 - 10:35 Uhr

Hi,

so ähnlich hat unser Kindergarten auch reagiert. Angeblich sei unser Sohn ein helles Kerlchen, habe aber Probleme Kritik anzunehmen und bei Spielen zu verlieren. Welches Kind nicht? #kratz Er solle noch etwas an seinem Sozialverhalten arbeiten und deshalb im Kindergarten bleiben.

Bei der Schulanmeldung letzte Woche war die Direktorin so angetan von unserem Sohn, dass er seit dieser Woche stundenweise als Gastschüler am Unterricht der 1.Klasse teilnehmen darf. Auf einmal unterstützt es auch der Kindergarten - man hätte es ja schon immer gesagt....

Ich finde es gut, dass du deine Tochter angemeldet hast. Sie ist pfiffig und freut sich auf die Schule. Das ist doch das wichtigste, oder? Zurückziehen kannst du es immer noch. Es klingt aber nicht so, als wenn du es bräuchtest ;-)

LG Chini

Beitrag von mikolaus 05.11.10 - 11:01 Uhr

Bei uns ist es so, dass Kann-Kinder das Vorschuljahr im Kindergarten mitmachen und wenn sich dabei herausstellt, dass sie am Ende noch nicht "schulreif" sind, dann machen sich es halt noch einmal.
Auch gibt es bei uns die Möglichkeit, die Kann-Kinder bis zu den Herbstferien wieder aus der Schule zu nehmen, wenn es so gar nicht klappen sollte.

Die Schüler müssen im Gymnasium den Schulstoff von 9 Jahren in 8 Jahren schaffen, damit sie möglichst jung und wettbewerbsfähig auf den Arbeitsmarkt kommen, macht es da Sinn, Kinder wegen 3 Wochen ein ganzes Jahr später einzuschulen? Das Kind würde ja mit dem gleichen Sozialverhalten eingeschult werden, wenn es diese 3 Wochen älter wäre.

LG

Beitrag von mckiki 05.11.10 - 12:35 Uhr

Hallo Nadine,

mal eine ganz andere Frage. Habt ihr dem Kindergarten eigentlich die Erlaubnis gegeben sich mit der Schule in Verbindung zu setzen? Falls nein, hat der Kindergarten einen ganz schönen Verstoß gegen die Schweigepflicht getan.

Zum anderen: Julia wurde jetzt im Sommer mit 5 eingeschult. Im Kiga hat sie mit den Erzieherinnen nur im absoluten Notfall gesprochen. Von Seiten des Kiga kamen deutliche Zweifel bezgl. der vorzeitigen Einschulung. Jetzt wissen wir, dass es das Beste für unser Kind war sie einzuschulen. Sie hat sich total gewandelt. Sie hat gleich vom ersten Tag an mit ihrer Lehrerin gesprochen und geht auf ihre Mitschüler zu.

Liebe Grüße
Heike

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