wie trauern eure männer?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von dawny80 04.11.10 - 19:44 Uhr

meine frage steht ja schon oben... mich würde mal interessieren wie eure männern nach der fg ihre trauer zeigen od ob sie sie zeigen...

mein mann hat die ersten 2tage getrauert... u seitdem is alles wie vergessen... er meint, er is auch traurig aber er is sich sicher dass wir noch ein baby in den armen halten werden... nur eben nich im april 2011 schon...
ja, das glaub ich ja auch... aber trotzdem... er erz mir von seinem kumpel, wie dieser vom ultraschall seines babys schwärmt etc.... wo mir schon wieder die tränen in die augen schießen u ich denke "ja, bei dem us saßen wir auch... nur dass unser baby da tot war" #heul

manchmal kann ich damit nich umgehen ... für ihn scheint die welt schon wieder völlig in ordnung zu sein...klar, er hatte noch nich viel mitbekommen von unserem baby u der schwangerschaft...nur dass es mir schlecht ging u mein bauch wuchs...aber.....

weiß auch nich...manchmal macht mich das sehr traurig :(

wie ist das bei euch??

Beitrag von seepferdchen83 04.11.10 - 19:49 Uhr

Ich hab das Gefühl meiner trauert gar nicht. Er sagt nichts dazu hat sich auch nicht geäußert und ist wie immer :(

Beitrag von verzweifelte04 04.11.10 - 19:52 Uhr

Hallo!

tut mir sehr leid #liebdrueck

jeder mensch trauert anders! ..und für männer ist es sowieso nochmal anders. sie hatten das baby nicht im bauch, auch haben sie die ganze hormonumstellung nicht...

mein mann (damals noch freund) war sehr betroffen, aber ich weiß jetzt gar nicht ob er geweint hat.. die FG hat uns beide sehr getroffen.. aber nur weil er nicht weint, trauert er genauso. und er versucht für dich stark zu sein, er weiß es geht dir schlecht und er will nicht, dass er dich mit deinen gefühlen auch noch runterzieht.

bei der totgeburt unseres Raphaels hat es meinem mann den boden unter den füßen weggezogen..
ich lag da auf der liege im kh, konnte nicht weinen und er hat geweint, war wütend, war überfordert... in dem moment wollte ich stark sein für ihn. bei mir kamen die ganzen gefühle erst am tag nach der geburt.

wir hatten die tage und wochen nachher total unterschiedliche phasen, ihm hat die verabschiedung und die beisetzung sehr zu gesetzt.. an den tagen hab ich versucht stark zu sein.. dafür war er dann wieder stark für mich..

ich weine jeden tag, er nicht.. das heißt aber nicht, dass er nicht genauso trauert.

versuch ihn zu verstehen und wenn so situationen sind, wo du denkst, er trauert nicht, dann sprich ihn darauf an.. redet..
eine Fg oder totgeburt ist eine wirkliche bewährungsprobe für eine beziehung!

wünsch euch alles liebe und viel kraft
Claudia

Beitrag von naps96 05.11.10 - 00:02 Uhr

Hallo,

Wir hatten 2006 unsere Tochter Rim am Tag des errechneten Geburtstermines totgeboren. :-(
Als die Ärztin bei der Us-Untersuchung keinen Herzschlag mehr entdeckte,
erlitt mein Mann einen Kreislaufkolapps.#schock
Nach der Geburt hatte ich nur 3kg verloren, die Menschen in unserer Umgebung merkten garnicht das ich schon geboren hatte. Es kam immer wieder "na, wann ist es den soweit - es müsse doch schon demnächst kommen ? Das war glaube ich im nachhinein ganz gut so, so konnten wir selbst entscheiden wann wir in der Lage waren es selbst bekannt zugeben.
je nach Laune sagten wir mal die Warheit und mal das es noch drinnen ist.(zeitspanne 2 wochen bis es dann alle wussten)
Für mich war es am Anfang schwer darüber zu reden da viele mit den Thema kaum Erfahrung hatten und dann natürlich verlegen waren und nicht wussten "upps" wie verhalte ich mich jetzt.
Mit der Zeit merkte ich das mein Bedürfnis darüber zureden immer stärker wurde und für mich "das Reden" mir half mich damit auseinander zusetzen. Es ging mir besser je mehr ich redete. :-)
Bei meinem Mann hingegen er sprach das Thema nie an auch nicht mit seinen Freunden !?!#kratz
Da hatte ich auch zuerst das Gefühl das er alles vergessen hätte, aber in wirklichkeit sellte sich raus das er eine andere ART des Trauerns hatte und zwar die "stille Art des Trauerns" mit sich selbst.
Obwohl wir schon zu diesem Zeitpukt fast 4 Jahre verheiratet waren zeigte sich, dass wir in gewissen Sachen doch eben nicht die selbe Lebesweise hatten und dass das auch gut so ist. Jeder empfindet Trauer anders und reflektiert sie anders.
Du solltest nicht negativ über deinen Mann denken und es ist ja gut positiv zu denken "er is auch traurig aber er is sich sicher dass wir noch ein baby in den armen halten werden... nur eben nicht im april 2011 schon... "
Er ist dein Mann, er liebt #verliebt dich und wünscht sich noch ein Baby von dir. - ich kann nichts schlechtes an seinem Verhalten finden.
Euer Baby wird immer ein Teil eures Lebens sein aber Ihr könnt nicht an diesem Punkt stehen bleiben.
Wir sind (bin) dann 5 Monate nach der Geburt unserer Tochter Rim wieder schwanger geworden und haben 2007 unseren Sohn Fares geboren.
Unsere Tochter Rim ist immer präsens und Fares weiß das er ne Schwester hat.
Ich wünsche Dir alles gute, es ist schwer aber du schaffst es !

vom #herzlich Amira

Beitrag von onlineengel 05.11.10 - 06:56 Uhr

Mein Mann und ich haben zusammen geweint und
getrauert um unseren #stern (15.10.2010)

Jeder Mensch geht anders mit Trauer um. Nur weil nicht
jeder nach aussen hin zeigt, das er traurig ist, heißt das noch lange
nicht, das er nicht auch trauert. Viele machen das ganz alleine mit
sich aus und haben vielelicht auch nicht genug Kraft, den eigenen
Partner wirklich zu unterstützen in dessen Trauerarbeit.

Aber ich denke auch, das Männer schneller wieder in den "Normalmodus" finden, da die emotionale Bindung noch nicht so intensiv war,
wie bei der Mutter. Hinzu kommt noch unser Hormonhaushalt. :-(

Es ist für uns beide eine schwere Zeit gewesen und ich bin sehr froh und unendlich dankbar, das mein Mann immer für mich da ist/war.

Gruß vom Engel mit #stern (9.ssw)

Beitrag von dawny80 05.11.10 - 09:02 Uhr

danke erst einmal für eure lieben worte, die ihr mir geschrieben habt...
klar, jeder trauert anders, u männer sind ja doch nicht sooo innig verbunden gewesen wie wir mit dem baby in der schwangerschaft... da ist es wahrschinlich völlig normal dass die trauer in gewisser art u weise geringer / anders aussfällt....
aber manchmal macht es mich traurig u ich denke (auch wenn das falsch ist vielleicht) dass mein mann alles schon vergessen hat...
klar, er hat viel arbeit u stress um die ohren u merkt auch nicht mehr so wie ich die hormonumstellung etc... aber in manchen momenten fühl ich mich so allein...gerade gestern war wieder ein tag an dem ich nur hätte weinen können, weil ich ständig mit dem thema konfrontiert worden bin... das ist nicht leicht...
aber dass muss ich euch ja nicht sagen.... ihr wisst das ja selbst... u hut ab vor demn frauen hier unter uns, die eine totgeburt durchmachen mussten u so spät ihren engel ziehen lassen mussten... ich wüßte gar nicht wie ich mit so einer situation klarkommen würde.
ganz viele#kerze#kerze#kerze#kerze für all unsere engelchen, die jetzt nacht für nacht auf uns herabsehen als kleine #stern und auf uns aufpassen.

Beitrag von sterretjie 05.11.10 - 10:18 Uhr

Ich weiß das mein Mann gar nicht trauert. Für ihn war alles noch sehr Abstrakt gewesen. Daher war es auch noch nicht wirklich für ihn. Als ich ihn gefragt hat ob er auch trauert, meinte er nein (wir sind immer sehr ehrlich zu einander), aber das er auch leidet weil er sieht wie ich leide. Er macht es im stillen und nimmt mich sehr oft in seine Armen und #verliebt mich einfach. Manchmal fühle ich mich total alleine gelassen in meinem trauer, aber meistens reicht seine Unterstützung das ich mich besser fühle.