Angestellte / Beamte

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von urbani 04.11.10 - 21:32 Uhr

Hallo!

Ich bin seit über 20 Jahren im öffentlichen Dienst angestellt. Nun gibt es bei uns die Möglichkeit, sich verbeamten zu lassen. Ich überlege hin und her und weiß nicht, ob ich mich darauf bewerben soll. Unkündbar ist man ja als mind. 40jährige Angestellte nach 15 Dienstjahren auch, deshalb zählt für mich die Unkündbarkeit eines Beamten nicht sooo sehr.

Beamte haben eine Wochenarbeitszeit von 41 Stunden - Angestellte müssen nur 39 Stunden arbeiten.

Beamte können bundesweit versetzt werden, sie müssen sich selber privat krankenversichern. Das macht mir am meisten Kopfzerbrechen. Ich habe die Befürchtung, dass es für mich wesentlich teurer wird.

Irgendwie reizt es mich aber doch. Ich bin schon so lange im öffentlichen Dienst und wäre eigentlich gerne Beamtin, allerdings nur, wenn ich nachher nicht nur länger arbeiten muss, weniger Geld (durch teurere Krankenversicherung) etc. habe.

Ich denke, die Pensionsansprüche sind im Rentenalter höher als bei ehemals angestellten Rentnern, bin mir da aber nicht so sicher.

Wer kann mir Hilfestellungen/Tipps geben? Auch bezüglich der Krankenversicherung?

Danke

urbani

Beitrag von zwiebelchen1977 04.11.10 - 21:36 Uhr

Hallo

Das mit dem verstezt werdenn ist so nicht richtig. Es sei denn, du bist Bundesbeamter.

Privat musst du dich nur zu 30% versichern. REst geht über die Beihilfe.
Und du hast weniger Abgaben, als ein Angestellter.
Also meist mehr Netto.

Was must du denn tun, um verbeamtet zu werden? Das wird ja auch nicht einfach so gehen, oder?

Bianca

Beitrag von urbani 04.11.10 - 21:51 Uhr

Hallo Bianca,

ich wäre dann Bundesbeamtin. Und es gibt in unserer Behörde jetzt für 2011 mehrere Planstellen, so dass einige festangestellten Angestellten verbeamtet werden können. Ich müsste eigentlich nur mein Interesse bekunden, muss natürlich sämtliche Voraussetzungen erfüllen (was ich tue) und mich evtl. noch einer schriftlichen und mündlichen Prüfung unterziehen.

Bezüglich der Krankenversicherung teilte mir mein Personalsachbearbeiter mit, dass ich mich privat krankenversichern muss und diese Versicherung auch komplett aus eigener Tasche zahlen muss. Sobald ich krank bin, erhalte ich 50 % der "Krankheitskosten" von der Beihilfe, die restlichen 50 % dann von meiner privaten Krankenversicherung.

Es stimmt, dass ich dann mehr netto hätte, aber dieses Mehr würde dann zu einem großen Teil von der privaten Krankenversicherung aufgebraucht werden, so dass ich hier weniger einen Vorteil sehe.

Hmmm, ich bin einfach unschlüssig!

Vielen Dank für deine Antwort!
urbani

Beitrag von zwiebelchen1977 04.11.10 - 21:57 Uhr

Hallo

Ok, das wäre dann der mittlere Dienst, oder? Dann sind es 50 %, die du zahlen musst.

Lass es dir doch mal ausrechnen, von einer Versicherung, was es kosten würde.
Und was du Netto mehr hättest.

Als BEamtin bekommst du doch auch pro Kind noch "extra" Geld

Bianca

Beitrag von urbani 04.11.10 - 22:04 Uhr

Hallo,

ich wusste gar nicht, dass es da auch Unterschiede gibt bei der Beihilfe. Ja, ich wäre dann im mittleren Dienst verbeamtet. Und das Extra-Geld pro Kind bekomme ich auch als Angestellte, da ich noch zu BAT-Zeiten angestellt worden bin - sozusagen als Besitzstand. Nach dem TvÖD gibts die sonst nicht mehr.

Ich muss mir wirklich mal ne Versicherung suchen und das genau durchrechnen.

LG

urbani

Beitrag von tami_26 04.11.10 - 22:17 Uhr

Beihilfesatz liegt normal bei 50 %. Bei zwei Kindern übernimmt die Beihilfe 70% der Kosten. Egal ob mittlerer oder gehobener Dienst.

So ist es zumindest im Saarland. Wie es bei Bundesbeamten ist weis ich nicht genau. Denke aber das es gleich ist.

Beitrag von tami_26 04.11.10 - 22:14 Uhr

Hallo!

Lass dir doch mal von einer Versicherung ein Angebot für eine private Krankenversicherung machen. Dann kannst du besser vergleichen.
Denke aber auch, dass dich eine private Versicherung (auch wenn es nur 50% sind) schon etwas mehr kostet.
Da du ja keine Altesrückstellung bilden konntest bzw. weniger Zeit hast etwas "an zu sparen" als ein junger Beamter.
Ich bezahle momentan ca. 150 Euro (30 % Krankenversicherung da 2 Kinder).

Wenn du das Angebot hast Vergleiche auch das Nettogehalt als Angestellte und den Nettolohn als Beamtin abzgl. der Krankenversicherung. Erst dann kannst du wirklich sehen, wie es finanziell aussieht.

Als Bundesbeamtin ist es immer möglich, dass man dich ans andere Ende von Deutschland versetzt. Stell dir am besten die Frage, ob es für dich ok ist dein bisher gewohntes Leben aufzugeben und in einer anderen Stadt von vorn anzufangen.

Hoffe ich konnte dir wenigsten ein bisschen helfen.

lg
Tina

Beitrag von urbani 04.11.10 - 22:25 Uhr

Hallo Tina,

danke für Deine Antworten. Für mich wäre es keineswegs o.k., irgendwohin versetzt zu werden. Wir haben hier ein Haus, drei Kinder und mein Mann hat hier seinen Beruf. Ich war vor einigen Jahren beim Deutschen Bundestag angestellt und schon damals bin ich nicht nach Berlin umgezogen - bin eben hier verwurzelt.

Ich denke doch, dass dann berücksichtigt werden würde, dass ich hier Familie habe, oder?

Wenn ich das alles so lese, bleibe ich wohl doch lieber Angestellte. Denn bisher habe ich keinen einzigen Vorteil gefunden.

Danke euch!

urbani

Beitrag von zwiebelchen1977 04.11.10 - 22:26 Uhr

Hallo

Das ist wie bei Soldaten. Die werden auch verstezt, egal ob sie Familie haben.

BIanca

Beitrag von danaz 05.11.10 - 14:03 Uhr

Hallo,

lass Dir doch über entsprechende Internetseiten Deinen Nettolohn als Beamtin ausrechnen. Davon ausgehend dann noch die private KV abziehen, die Du Dir auf jeden Fall anbieten lassen solltest, um zu wissen, was auf Dich zu kommt.

Und ich weiß nicht, wie sicher Dein Mann in Beschäftigung ist, aber folgender Denkanstoß. Wenn er arbeitslos würde und irgendwann in ALGII fällt, wofür vermutlich kein Anspruch bestehen würde, dann müsstest Du ihn und die Kinder über Dich mitversichern mit 70% Beihilfe. Jedenfalls ist das mein Kenntnisstand. Und je nach Alter und Gesundheit Deines Mannes würde das sicher auch ein bisschen was kosten.

Viel Erfolg bei der Entscheidung.
danaz

Beitrag von angi05 05.11.10 - 13:15 Uhr

Hallo,

die private KV kann auch im Beitrag steigen, wenn du eine chronische Krankheit hast.

Ich sehe keinen Vorteil in der Verbeamtung bei dir.

Ich bin städtische Beamtin im mittleren Dienst und bei uns ist mit A9 (für die meisten sogar bei A8) Schluss.
Bei den Angestellten ist es so, dass sie ab dem 40. Lebensjahr von der Prüfungspflicht befreit sind und evtl. mal bis A10 aufsteigen könnten (kommt aber eher selten vor).
Das solltest du bei deiner Wahl bedenken (wenn es auf Bundesbeamte auch zutrifft?).

LG Angi05