wie feinmotorik testen???

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:13 Uhr

hallo,

ich wurde von der erzieherin meines großen angesprochen, dass sie defizite in der feinmotorik bei ihm sieht. er würde sich immer sehr wortreich vor'm basteln drücken. ich solle mal mit dem kinderarzt reden, ob nicht ergo empfehlenswert wäre. sie glaubt, dass kinder die ergo als highlight ansehen und dann eher mit begeisterung an die sache rangehen (statt im kindergarten als "zwang", weil es alle kinder machen). ich solle mich auch nicht mit "das verwächst sich" abspeißen lassen. daran glaube sie nicht.

aber kann man das nur am basteln erkennen? wir alle basteln nicht gerne. von daher hat er da keine vorbilder. er kennt es eigentlich gar nicht.
(hat ein kind z.b. automatisch bewegungsprobleme, nur weil es kein fußball mag?)

wie kann man die feinmotorik denn sonst noch testen? gibt's da irgendwelche übungen??? kann man es z.b. an der genauigkeit erkennen, wie in malbüchern ausgemalt wird? oder beim spielen mit kleinen legos?

bin für jeden tipp dankbar!!!

lg, #stern

Beitrag von sunflower.1976 04.11.10 - 22:25 Uhr

Hallo!

Wenn ein Kind z.B. Probleme mit der Feinmotorik hat, meidet es entsprechende Tätigkeiten bzw. hat keine Lust dazu. Das heißt nicht, dass jedes Kind, das nicht gerne malt/bastelt, Probleme mit der Feinmotorik hat. Macht es diese Tätigkeiten nicht oder nur sehr selten, kann es sich darin aber auch nicht verbessern.

Ein Kind, was sich z.B. sehr ungern bewegt, nicht auf Mäuerchen balancieren mag, wenig schaueln und rutschen will usw. sollte man schon beobachten, ob es grobmotorisch fit ist. Nur weil ein Kind eine bestimmte Sportart nicht mag, hat das nichts mit guter/schlechter Grobmotorik zu tun.

Das "selber testen" ist so eine Sache... Wenn ein Kind zu etwas keine Lust hat, macht es das oft unordentlich, auch wenn es das besser kann. Den Unterschied zu sehen, ist oft schwer. Obwohl ich selber Ergotherapeutin bin (hab aber nie mit Kindern gearbeitet), hat mich mein Sohn mal überrascht. Er mal zwar gerne, übermalt bei Ausmalbildern aber häufig die Linien bzw. er malt schnell und ungenau. Neulich hatten wir ein Gespräch mit dem Schulrektor (unser Sohn hat eine Sprachentwicklungsverzögerung und ich wollte seine Einschätzung bzgl. einer regulären Einschulung hören). Unser Sohn sollte was ausmalen und er malte extrem genau und es fiel ihm leicht. Seinen Namen schrieb er in gleich großen Buchstaben (auch anders als sonst). Der Rektor meinte dann, dass unser Sohn feinmotorisch sehr weit sei #gruebel Mich hat mein Sohn überrascht, denn ich dachte, dass er nicht ordentlicher ausmalen kann. Er kann es...aber nur wenn es ihm wichtig ist.
Was ich damit sagen will...die Einschätzung, ob wirklich ein Problem vorliegt, ist als Laie - oder auch mich als in dem Bereich ungeübte Ergotherapeutin - nicht ganz leicht.

Grundsätzlich bin ich nicht dafür, wegen allem möglichen zur Therapie zu laufen. Wenn eine Erzieherin aber wirklich fit ist, kann sie aber schon einschätzen, was der Normalentwicklung entspricht und wo möglicherweise (!) Förderbedarf besteht. Daher ist ein Gespräch mit dem KiA und ggf. eine Diagnostikeinheit bei einem Ergotheraapeuten vielleicht sinnvoll.

LG Silvia

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:36 Uhr

danke für deine antwort! ich glaube so langsam, dass bei ihm die grenze zwischen "unlust" und "unfähigkeit" ziemlich verschwimmt. weil's nicht klappt, macht's keinen spaß. weil's aber keinen spaß macht, gibt er sich auch keine mühe, dass es klappt.

ich werd' einfach mal den kinderarzt anrufen und seine meinung mit einholen. dann bin ich vieleicht schlauer...

lg, #stern

Beitrag von sunflower.1976 04.11.10 - 22:51 Uhr

Hallo!

Ja, nachfragen schadet nicht. Als Eltern beobachtet man sein Kind möglicherweise zu kritisch (wie ich #hicks) oder man denkt, dass sowieso alles okay ist bzw. sich eventuelle Schwierigkeiten rauswachsen.

Wie gesagt, man muss nicht mit allem zur Therapie rennen. Aber mal schauen ist sicher nicht schlecht.

LG Silvia

Beitrag von sillysilly 04.11.10 - 22:25 Uhr

Hallo

Mit der Pinzette Erbsen auf eine Seifenunterlage - die mit den Nobben platzieren lassen

Flechten wie Zopf nur mit Kordeln
Flechtbilder - da schiebt man so Papierstreifen durch

Webenrahmen

Bügelperlen - gibt auch Formen die Jungs ansprechen

was ausschneiden lassen, einen Geist, einen Pirat ect.

Perlen, Ketten auffädeln lassen

Stickkarten

Nähen lassen, z.B. einen Stern - habe ich immer mit den Vorschulkindern im Kindergarten gemacht

Murmeln spielen


Einfach nicht immer entkommen lassen, manche müssen zu ihrem Glück gezwungen werden - nicht so einfach machen
denn wer macht von uns schon, was einem nicht so leicht fällt

Ergo finde ich immer gut, wenn es jemand nettes macht, aber die wird das Kind auch fordern und so wird es manchmal auch nicht so spaßig sein, ....


Grüße Silly

Beitrag von gingerbun 04.11.10 - 22:30 Uhr

"Ergo finde ich immer gut, wenn es jemand nettes macht, aber die wird das Kind auch fordern und so wird es manchmal auch nicht so spaßig sein, ...."
Ergo einfach mal so? Findest Du das nicht irgendwie etwas übertrieben? Muss denn jedes Kind heute an allem Interesse haben und alles gut können? Mal angenommen er hat keine Lust mit der Schere umzugehen und kann es nicht besonders gut. Und? Ich seh darin kein Problem.
Britta

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:40 Uhr

danke! das ist mein ursprüngliches bauchgefühl...

mit dem hintergedanken, dass ich irgendwas versäume und zu lange schleifen lasse, krieg' ich die worte der erzieherin aber nicht aus dem kopf.

ich werd' doch mal den kinderarzt anrufen. die meinung eines fachmannes kann ja doch nicht schaden...

lg, #stern

Beitrag von gingerbun 04.11.10 - 22:43 Uhr

Hallo, Dein Bauchgefühl wird das Richtige sein. Wie ich weiter oben schon schrieb finde ich nicht, dass ein Kind heute alles können muss wie alle anderen bzw. an allem auch das gleiche Interesse haben muss. Und immer gleich mit Ergo anfangen.. naja ich weiss nicht, ich seh das echt kritisch..
Gruß!
Britta

Beitrag von sillysilly 04.11.10 - 22:50 Uhr

Hallo

wenn eine Erzieherin sie auf Defizite in der Feinmotorik hinweist finde ich es nicht übertrieben

Grüße Silly

und ich hatte ja wohl viele Vorschläge gemacht wie man selbst sein Kind in der Hinsicht fördern könnte

Beitrag von gingerbun 04.11.10 - 22:57 Uhr

Ich als Mutter weiss wenn mit meinem Kind etwas nicht stimmen sollte. In dem Falle wäre es mir egal was die Erzieherin sagt.
Fakt ist doch, dass heute alles thematisiert wird.

Beitrag von sillysilly 04.11.10 - 23:06 Uhr

Hallo

klar ich als Mutter ............

wenn ich das schon höre - keiner hat der Mutter doch einen Stellenwert abgesprochen. Die Erzieherinnen haben versucht die Mutter zu unterstützen, aber das ist auch wieder nicht Ok.

Ich finde es positiv wenn eine Mutter sich Anmerkungen zu Herzen nimmt, genau hin schaut, verschiedene Meinungen einholt und dann
eine Entscheidung trifft.
Es muß ja dann nicht die Entscheidung sein, die die Erzieherin vorgeschlagen hat, aber warum ist die Meinung der Erzieherin für dich so unwichtig ?

Egal - hoffe du mußt dich dann mal nie beschweren, weil eine Erzieherin dir nicht rechtzeitig einen Hinweis geben hat.
Jeder Mensch nimmt andere Sachen an einem Kind wahr, und ich bin ehrlich gesagt froh wenn die Erzieherinnen meiner Tochter meinen toten Winkel durch ihre Meinungen einschränken

Grüße Silly

Beitrag von gingerbun 05.11.10 - 20:03 Uhr

Mir gehts hier darum dass immer "gefummelt" wird sobald ein Kind irgendwas nicht besonders gut kann oder mag. Dann kommt man gleich mit Ergo oder irgendeiner Förderung um die Ecke.

Und ja - mich würde es in der Tat überraschen wenn mir Erzieher etwas mitteilen was ich noch nicht bemerkt habe. Ich beschäftige mich ja mit meinem Kind und da bleibt mir sicher nichts verborgen. Ich hatte bereits 2 Elterngespräche im Kindergarten. Mir wurden meine Annahmen bestätigt und das obwohl ich mein Kind im KiGa nur beim Abholen und Hinbringen erlebe.

Ohne den Jungen zu kennen und nur aus dem Beitrag heraus, finde ich, dass er eben einfach kein Interesse daran hat zu Basteln. Sollte er natürlich arge Defizite haben ist das etwas anderes, aber dann wundert es mich eben wirklich wenn das für Eltern neu wäre.

Gruß. Britta

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:34 Uhr

Hallo,

vielen dank für deine vielen tipps!

ich versuch' einfach immer mal wieder irgendwas mit ihm, ruf' aber trotzdem mal beim kinderarzt an, was er davon hält.

lg, #stern

Beitrag von nuckelspucker 04.11.10 - 22:25 Uhr

hey,

wie siehts denn mit steckspielen oder puzzlen oder kneten aus? ansonsten würd ich den KiA mal ansprechen, kann ja nicht schaden.

lg claudia

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:31 Uhr

hallo,

puzzles macht er für sein leben gerne. z.Zt. mit 60-100 teilen.

bügelperlen mag er nicht. er fängt mal ein bild an, das interesse schwindet aber sehr schnell.

beim kneten muss ich mir an die eigene nase fassen. ich ekle mich extrem davor. deshalb gibt's die bei uns so gut wie gar nicht.

naja, werd' ich wohl wirklich mal die meinung des kinderarztes dazu einholen...

lg, #stern

Beitrag von gingerbun 04.11.10 - 22:27 Uhr

Ohne Deinen Sohn jetzt zu kennen aber ich finde das völligst übertrieben. Er hat sicher einfach kein Interesse am Basteln, das ist ja legal :-)
Ich meine was hast Du als Mutter denn für ein Gefühl bzw. für einen Eindruck? Ich finde nicht, dass heute alles als "Makel" erkannt werden und behandelt werden muss.
Mach Dich nicht heiss.
Gruß!
Britta

Beitrag von zahnweh 04.11.10 - 22:29 Uhr

Hallo,

wie man das genau testen kann, weiß ich nicht.
Kleine Legos zusammenbauen gehört meiner Meinung nach dazu.

Lego hab ich immer sehr gern gespielt. vor dem Basteln hab ich mich ohne Worte gedrückt. Strampeln, schreien und alles zusammenbrüllen gehörte eher dazu...

Toll fand ich dafür so Rätselblöcke. Punkte von 1-100 verbinden, Labyrinthe nachfahren (meist hab ich von hinten angefangen, ging schneller :-p), Spiegelbild nach zeichnen, 10 Fehler im zweiten Bild suchen und einkringeln...
so hab ich auch den Stift halten gelernt.
Aber (aus-)malen? .... schnell weg.... #zitter

Ergo hab ich nie gebraucht. und das obwohl ich die liebevoll von den Erzieherinnen gebastelten Laternen immer niederbrannte... (kein Interesse daran vorsichtig zu sein)

Beitrag von sternchen7778 04.11.10 - 22:45 Uhr

hey, das ist erstmal die idee! diese punkt-zu-punkt-bilder macht er ganz gerne. zwar nicht akurat, aber er macht sie. labyrinthe fährt er bisher immer mit den fingern nach. das lässt sich ja aber problemlos auf stift umstellen.

und die kreuze in den katalogen für seine weihnachtswünsche waren auch da, wo er sie wollte und nicht nebenan bei der hello-kitty-küche;-)

ich werd' den kinderarzt einfach mal anrufen, nur damit ich mir nachträglich keine gedanken machen muss, etwas falsch gemacht zu haben. aber meine tendenz geht nach euren ganzen antworten immer mehr in richtung "nobody's perfect"#schein.

lg, #stern

Beitrag von sternenzauber24 05.11.10 - 09:06 Uhr

Schlauer Sohn, Basteln ist nunmal ziemlich langweilig #gaehn.

Die Feinmotorik erkennst Du an der Stifthaltung, diese darf nicht krampfen.

Mach Dich nicht verrückt, Du kannst das natürlich ein bißchen Feilen. Hier wurden ja schon sehr sehr gute Ratschläge ausgeteilt. Es kann auch sein, das er es einfach nicht gern tut, Jungen basteln ja meißt nicht gern ( gibt natürlich auch Ausnahmen).

Viel wichtiger ist Sport und bewegung, denn dann entwickeln sich die Sinne, die Wahrnehmung und der Gleichgewichtssinn perfekt. Heißt soviel: dann können die Kinder auch ohne je gern gebastelt zu haben, ihre Feinmotorik gut kompensieren und steuern.

Mein Sohn hat nie gebastelt, nie groß gemalt- war aber immer Sportlich aktiv. Und in der Schule liegt er trotzdem vorne. Künstler wird er sicher nicht, malt aber trotzdem schön und Fantasievoll.

Also, Ruhe bewahren und bei Unsicherheit ist Ergo vielleicht nicht verkehrt.

LG,
Julia