mein Kind geht immer weiter auseinander... Brauche Rat!!

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von sternenengel2000 05.11.10 - 09:02 Uhr

Guten morgen

Meine Tochter fing an zuzunehmen, als sie 6 Jahre alt war. Mit jedem cm den sie gewachsen ist...kam 1kg mit dazu #schmoll, obwohl sie Sport machte wie schwimmen, turnen etc. Sie war bis dahin eher zierlich. Bei der Geburt wog sie 2610g bei 47cm...

Mittlerweile ist sie 13 Jahre alt...168cm groß und wiegt 78kg #schock
Wir waren beim KA !!! Blut, Schilddrüsen etc OK. Diät bringt in dem Alter auch nur, wenn SIE es will!

Sport macht sie so garnicht mehr! Essen tut sie eigentlich nicht viel. Was sie heimlich macht..??? Das Problem ist=keine Bewegung!!
Fauler Teenie!!!

Jetzt das Problem, das sie x-Beine hat und vor drei Wochen operiert wurde. Bekam Titanplatten an die Wachstumfugen, damit sie weiter gerade wächst.
Und nun darf sie erstmal bis 18.1.11 KEINEN SPORT machen#schock

Was mache ich denn nur? Süssigkeiten habe ich so gut wie keine im Haus!
Habe noch zwei jüngere Söhne, der Kleine ist normal und der Mittlere ist ein Spargeltarzan!
Koche ausgewogen...klar gibt es auch mal Pizza, Pommes und Co. aber eher selten! Benutze zb auch selten Öl in der Pfanne...frisches Gemüse und Obst ist immer ausreichend da, weil die Jungs so heiß drauf sind!

Wir hatten auch schon mal den Ansatz von einem Sportstudio, die auch einen Ernährungkurs, extra für mollige Kinder anbieten. Die KK übernimmt einen Teil und halt Sport unter Anleitung von Physiotherapeuten...aber...Anfang des Jahres war es so, das meine Tochter dann anfing...nö...wie komme ich dahin??? (Bahn und Bus halten direkt vor unserer Tür und vor deren Tür!!) Kein Bock 2-3mal die Woche dahin... und somit hat sich das Ganze wieder im Sand verlaufen, weil dann auch ihre Knie weh taten (x-Beine) Op etc

Am Montag hat sie noch einmal einen Termin beim Orthopäden. Dann wird gefragt, ob sie wirklich GAR KEINEN SPORT machen darf oder ob sie wenigesten leichte Übungen unter Anleitung machen kann oder schwimmen gehen kann.

Wie sieht das eigentlich mit so einer Kur aus, wo Kinder hin können?
Man muß bestimmt erst alle Mittel zu Hause ausgeschöpft haben oder?
Und wie lang wären die Wartezeiten bei so einem Vorhaben?

Wer hat denn auch so ein (ähnliches) Problem zu Hause???

lg Tanja, die weniger wiegt als ihre Tochter #schmoll



Beitrag von hermina 05.11.10 - 09:12 Uhr

Hallo.

Also ich habe auch so ein "Problemkind". Sie fing in der zweiten Klasse an, zuzunehmen. Sie wurde damals mächtig gemobbt, warum auch immer. Danach fing es richtig an. Immer wenn sie für sich keinen Ausweg fand oder den Stress nicht abarbeiten konnte, fing sie an zu essen. Also "Frustessen". Dann fehlt natürlich auch die Bewegung. So allmählich bekommen wir es in den Griff, da sie jetzt für sich auch die Vernunft sieht, etwas zu machen. Wenn wir sehen, ihr wird langweilig, dann versuchen wir sie, in unsere Arbeit/Aktivitäten mit einzubeziehen. Ist zwar mühseelig, aber es klappt. Jetzt hat sie den Schulwechsel gehabt und auch die ersten Stresssituationen und meistert sie gut. Ich hoffe, wir sind auf dem richtigen Weg. Das mit dem Essen verbieten finde ich persönlich problematischer. Wir lenken sie, wie gesagt, dann ab, sodass sie bis zu den Hauptmahlzeiten aushält. Und ich muss sagen, sie zieht da gut mit. Na mal schauen, ob es was hilft. Meine anderen Kinder sind auch normalgewichtig (eher zu dünn). Ist dann immer schwierig, alles unter einem Hut zu bekommen.

Wünsche dir viel Glück und Durchhaltevermögen.

Lg hermina

Beitrag von fraz 05.11.10 - 09:29 Uhr

Hallo

Du verbeisst dich da so in die Tatsache, dass sie momentan keinen Sport treiben kann.

Offensichtlich isst deine Tochter aber zwischendurch, sonst würde sie doch nicht so zunehmen?

Aus deinen Zeilen werde ich darüber nicht recht schlau, weil einfach zunehmen ohne Grund tut niemand, ausser es sei körperlich etwas nicht in Ordnung!

Ich würde genau da ansetzen:
Du schreibst ja, du wüsstest nicht, was sie heimlich macht.....
Die Tatsachen müssen auf den Tisch, sonst könnt ihr gar nicht erst beginnen.
Du kannst sie nicht körperlich fordern und sie futtert hintenrum eine Tafel Schokolade nach der anderen....und heimlich futtern hat IMMER eine Ursache, die müsst ihr erst aufdecken.

Ich würde mit ihr zu einem Kinderpsychologen, denn die Ursache für ihr Essverhalten muss erst mal klar sein, sonst werden all deine Bemühungen nichts fruchten.


Beitrag von karna.dalilah 05.11.10 - 11:19 Uhr

Also wir fanden bei unserem Sohn öfter Fruchtschorle-Flaschen, in den Schubladen lag Süßigkeitenverpackung (logisch leer) und wenn wir schliefen oder nicht daheim war, wurde ordentlich geschlemmt.
Beim Familienessen oder Morgens waren die Portionen eher spärlich.... Logisch er hatte ja ordentlich vorher geschlemmt.
Meist gleich aus dem Vorratsregal, da fiel das nicht sofort auf.

Ich habe mal von "Mobby Dick" gelesen, die bieten viel für diese Kinder an.

Dieses Zwischendurch essen ist immer eine Ersatzhandlung für etwas und genau da müßt ihr ansetzen!

Lieben Gruß
Karna

Beitrag von sassi31 05.11.10 - 14:02 Uhr

Hallo,

also ich würde auf jeden Fall versuchen, ob sie eine Kur machen kann. Es gibt Kuren, wo Kinder bzw. Jugendliche neben dem Abnehmen viel über Ernährung lernen und selber kochen.

Wichtig ist natürlich, dass sie auch selber abnehmen will. Wenn sie sich total verweigert, macht sie nach einer Kur sicher so weiter wie jetzt.

Ich würde mit dem Hausarzt und der Krankenkasse sprechen.

LG
Sassi

Beitrag von tanja0604 05.11.10 - 15:27 Uhr

Hallo,
mein Sohn wurden auch Platten eingesetzt wegen der X-Beine er durfte jedoch bei beiden OP's (auch beim Entfernen) nach ca.10 Tagen wieder Sport machen. Mein Sohn hat auch Übergewicht und dies begünstigt ja auch die X-Beine.
LG Tanja

Beitrag von sternenengel2000 06.11.10 - 08:05 Uhr

Hallo

Sind beide Beine auf einmal operiert worden?
Bei uns ja.

Sie lag (mit Aufnahmetag) insgesamt 9 Tage im Krankenhaus. Vorher sagte man mir 3-4 Tage...
Und bei der Entlassung sagte und gab uns eine Bescheinigung für die Schule, das mindestens bis 18.1.11 (also Wiedervorstellung in der Klinik) kein Sport gemacht werden! Ich fragte, ob sie denn wenigestens auf den Crosstrainer zu Hause darf: Nein! Bloß nicht!

Jetzt versteh ich garnichts mehr #schmoll wieso durfte dein Sohn so früh wieder?!

lg Tanja

Beitrag von tanja0604 06.11.10 - 14:27 Uhr

Hallo,
ja es wurden auch beide Beine operiert. Er lag 5 Tage im KH (mit OP-Tag) und durfte nach Aussage der Ärzte sofort belasten (hatte Krücken zur Sicherheit) und mit dem Sport wieder beginnen, wenn schmerzfrei. Das war nach ca.10Tagen.
LG Tanja

Beitrag von marion2 05.11.10 - 16:36 Uhr

Hallo,

du hast so gut wie keine Süßigkeiten im Haus?

Was bedeutet das?

Bei uns gibt es so viele Süßigkeiten, dass den Kindern davon schlecht werden könnte. Das beugt übermäßigem Interesse vor.

Obst und Gemüse gibt es, weil die Jungs das wollen?

Was will denn deine Tochter?

Die Kur nützt nichts, so lange die Kinder Eltern haben. Klingt gemein, ist aber so.

Ich hoffe, du benutzt keine Light-Produkte. Die fördern die Gewichtszunahme.

Gruß Marion

Beitrag von tauchmaus01 05.11.10 - 17:04 Uhr

Nur weil bei Euch ein Überschuss an Süßkram dafür sorgt, dass die Kinder kaum davon essen, kann man das echt nicht auf alle Familien schreiben.

Meine Kleine würde Süßkram fressen bis sie umfällt! Ihr würde NICHT schlecht werden davon.
Und so ging es mir als Kind auch. Ich konnte Unmengen an Süßkram verputzen, was da war, wurde gegessen.
War aber eher schlank...

Mona

Beitrag von marion2 05.11.10 - 18:01 Uhr

"Meine Kleine würde Süßkram fressen bis sie umfällt! Ihr würde NICHT schlecht werden davon."

Schon ausprobiert?#putz

Mir ist aufgefallen, dass in Familien mit "dicken" Kindern oft so ein Drama und einen Bonbon oder ein Stück Schokolade gemacht wird, dass du glauben könntest, der Kram wäre vergoldet. #winke

Beitrag von tauchmaus01 05.11.10 - 18:13 Uhr

Ich hab 2 Kinder und bei beiden Kindern es anders erlebt.
Die Große bekam erst mit 2 das erste Mal was Süßes und dann auch immer nur in Maßen. Also echt nur ab und an mal ein Eis oder Schokolade.
Dafür eher Gemüse, Obst usw. als Fingerfood.

Sie mag Süßes heute gerne, aber hat recht schnell genug und hebt es sich auf bis es alt ist. Sie hatte Ende der ersten Klasse immer noch Süßkram aus der Schultüte.

Meine Kleine ist da ganz anders. Kaum konnte sie laufen vergriff sie sich an dem Nutellabrötchen der Großen. Sie bekam eher was Süßes als die Große und die Große teilte ihre Sachen mit der Kleinen.

Die Kleine bekam also recht früh schon was und ist absolut fixiert auf Süßkram.

Ich denke in den ersten beiden Lebensjahren prägt man schon ganz schön den Geschmack der Kinder......ich kenne noch weitere Kinder die in den ersten beiden Jahren nichts Süßes bekamen und heute noch kaum was wollen und wieder andere die immer was haben können und es auch essen ohne Ende.

Meine Kinder sind beide schlank und bei uns wird bis heute ein Drama um Süßes gemacht. SÜßigkeiten gehören nicht auf den Tagesplan und sind bei uns Ausnahmen. Zur Weihnachtszeit ist es lockerer......meine Kinder essen dafür umso mehr Äpfel, Bananen, Orangen und meine große liebt Salat.

Mona

Beitrag von kawatina 05.11.10 - 17:24 Uhr

Hallo,

bei Kinderärzten habe ich aus eigener Erfahrung immer meine Bedenken.
Laut dem KA ist meine Tochter auch gesund.

Nach dem Wechsel zum Internisten ( gewechselt,da ich die Blutwerte nicht für normal hielt) ist Holland in Not#aerger



Beitrag von hummelinchen 05.11.10 - 19:31 Uhr

Hallo Tanja,
am weitesten kommst du mit einem Gespräch mit deiner Tochter.
Wie fühlt sie sich, wie geht es ihr? Was will sie, wie kannst du ihr helfen...
Stell mit ihr zusammen den Speiseplan für die Familie auf, hilf ihr zu lernen wie das alles funktioniert. Nimm sie mit in allem was du machst....
Zeig hr auch durchaus mal auf, was ihr im ERwachsenenalter bevorsteht, wenn sie nicht auf ihr Gewicht achtet (nicht als Vorwurf,a uf der sachlichene Ebene).
Ich schlage euch eine Ernährungsberatung vor...

viel Erfolg wünsch ich euch... :-)

lg Tanja

Beitrag von gh1954 05.11.10 - 20:33 Uhr

Ich habe mal im TV eine Sendung gesehen, da ging es um eine Familie mit zwei übergewichtigen Kindern.

Eine Ernährungsberaterin kam in die Familie und hat mehrere Tage lang mit der Familie eingekauft und gekocht. Ein Sportstudio wurde auch mit eingebunden.

Den Kindern wurde ein Videosimulation gezeigt, wie sie mit 25 Jahren aussehen, wenn das mit dem Gewicht und der fehlenden Bewegung so weitergeht. Beide Kinder hatten nach dieser Simulation fette, wenig attraktive Gesichter und richtige Fettsackkörper.

Degegenüber die Videosimulation bei richtiger Ernährung und maßvollem Sport: Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Vielleicht hilft deiner Tochter so eine Schock-"Therapie"?

Ohne ihren Willen und ihr Mitmachen stehst du auf verlorenem Posten.

Beitrag von asimbonanga 05.11.10 - 21:27 Uhr

Hallo,
meine Jüngste ist auch 13 Jahre alt und moppelig. (60kg auf 165 cm ) Die Untersuchung beim KA ergab keinen Hinweis auf irgendwelche Störungen.Dieses Thema muss sensibel angesprochen werden-man will sein Kind ja nicht in die Magersucht treiben.
Vielleicht kannst du als ersten Schritt deine Tochter überzeugen doch mal einige Tage alles aufzuschreiben was sie getrunken und gegessen hat.Dann wird vielleicht schon einiges klar.
Danach würde ich versuchen sie für einen Sport ( tanzen, Bewegung, irgendetwas )zu begeistern und sie ruhig einiges ausprobieren lassen.
Unsere Familienaktivitäten haben leider auch nicht ausgereicht.Immer wieder hat sie irgendwelche Sportarten begonnen---nichts hat ihr auf Dauer zugesagt.Zum Glück hat sie jetzt Gefallen an Pilates gefunden, ich hoffe sie bleibt dabei.Außerdem trinke ich jetzt vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser mit ihr.
Wir sind alle schlank-mein Sohn hat 10kg Untergewicht, es ist wirklich schwer für sie.
Da sich bei deiner Tochter schon gesundheitliche Schäden ( Hüfte, X-Beine) abzeichnen würde ich auch eine Ernährungsberatung ( verschreibt der Arzt )empfehlen.Eine Schulkameradin meiner Tochter ( wird nicht größer als 1,52 laut KA )hat damit gute Erfolge erzielt.
Allerdings muss man dran bleiben.:-)

L.G.

Beitrag von koerstn 05.11.10 - 21:44 Uhr

Hallo!

Meine Nichte hat irgendwann einfach so zugenommen, obwohl sie regelmäßig 3x die Woche beim Turnen und Handball war und ihr Essverhalten eigentlich nicht verändert hatte. Bei ihr wurde eine Lebensmittelunverträglichkeit diagnostiziert. Falls du heimliche Schlemmereien ausschließen kannst, frag den Arzt doch einmal danach.

Alles Gute für euch!

Koerstn

Beitrag von luka22 05.11.10 - 22:36 Uhr

Ich denke man weiß doch inzwischen, dass die Neigung zum Dickwerden größtenteils genetisch bedingt ist. Die einen können fressen bis zum Umfallen und setzen kein Gramm Fett an, die anderen halten strenge Diät und sind trotzdem mobbelig. Die meisten Menschen bewegen sich irgendwo in der Mitte. Deine Tochter scheint sehr wenig Essen zu benötigen um ihren tatsächlichen Energiebedarf zu decken. Ich denke du als Mutter hättest es doch mitbekommen, wenn sie außerhalb Unmengen an Essen vertilgen würde. Ich meine, sowas kostet doch auch!
Ich würde versuchen nicht so ein Aufhebens um das Essen zu machen und erst einmal herausfinden, ob sie mit sich zufrieden ist. Wenn ja, dann würde ich weiterhin gesund kochen und nichts sonst unternehmen. Wenn nein, dann könnt ihr gemeinsam überlegen, was die nächsten Schritte sein könnten, also z.B. professionelle Beratung, Kur...

Grüße
Luka

Beitrag von stubi 06.11.10 - 12:17 Uhr

Unsere Tochter (13) ist auch so um die 1,68m und wiegt 65 kg, nicht die Schlankeste, aber auch nicht übermäßig dick. Doch es gab andere Zeiten, die 65 kg hatte sie nämlich auch schon vor 3 Jahren und da war sie natürlich größenmäßig kleiner.

Und hat eine Familientherapie geholfen, um die wirklichen Ursachen für ihre Gewichtszunahme rauszufinden. Damals war ihr Bruder 1 Jahr alt, in der Schule gab es Probleme und unser Mutter-Tochter-Verhältnis fand ich super, sie wohl nicht ganz so. Wir hatten eine wunderbare Therapeutin, die uns viele Wege aufgezeichnet hat, was wir ändern können. Meine Tochter fasste schnell Vertrauen zu ihr und erzählte eben, wie sie sich fühlt.

Wir haben vieles umgesetzt und gleichzeitig mit unserer Tochter ausgemacht, dass wir keine Diät probieren, aber darauf achten werden, dass sie nicht weiter zunimmt, sondern nur noch wächst. Natürlich incl. Ernährungsumstellung, Sport etc. Und es hat geholfen.

Seit wir als Familie alle an einem Strang ziehen, sie keiner mehr ständig auf ihr Übergewicht aufmerksam macht, die Jungs langsam interessant werden achtet sie viel mehr allein auf sich und ihre Figur, ohne dabei zu hungern. Es gibt nur noch ganz selten Fressattacken, und wenn sie mal wieder eine hatte, versucht sie selbst das auszugleichen.

Ich kann euch nur raten, findet als erstes die Ursachen raus, sonst dreht ihr euch ewig im Kreis.

Beitrag von manavgat 06.11.10 - 12:50 Uhr

Mein Rat wäre, das Ganze gar nicht zum Thema zu machen.

Meine Tochter war mit 13/14 auch total mopsig. Jetzt ist sie 18 und schlank.

Sollte der Kinderarzt allerdings Bedenken anmelden, dass sie gesundheitsgefährdend zu dick sei, dann wäre eine Kinderkur angezeigt. Hier berät die Krankenkasse!

Gruß

Manavgat

Beitrag von morjachka 06.11.10 - 17:59 Uhr

Das erspart mir meinen Beitrag!

Beitrag von scotland 11.11.10 - 15:38 Uhr

Ich war bis ich 7 war total untergewichtig, dann habe ich immer so um die 70kg gewogen. Meine Mama hat immer ein totales Drama daraus gemacht und der Kinderarzt hat jedesmal meine Mama total fertiggemacht, warum ich "soviel fresse" (o-Ton).

Erfolg? Ich fand mich total fett und unattraktiv und versuchte immer wieder Crashdiäten, so dass ich bald bei 80kg lag, weil der Jo Jo Effekt einsetzte. Dann war ich in dem Teufelskreis total drin, ich ließ Mahlzeiten aus und es dauerte Jahre, bis ich das alles wieder so halbwegs im Griff hatte.

Es kamen total heftige Szenen, z.B. gab es ein Weihnachten, wo mich meine Großtante über den Tisch anherrschte, dass es kein Wunder sei, dass sich niemand für mich interessiert, bei der Portion, die ich essen würde. Dann ist mein Opa ausgeflippt und dann stritten auf einmal alle und ich wollte ein Mäuseloch. Fast alle Erinnerungen, die ich als Teenager habe, drehen sich um mein Gewicht. Du weißt ja auch nicht, wie viel Bemerkungen deine Tochter so bekommt. Ich habe früher immer sehr viel Jazzdance gemacht und es wirklich mal eine Bekannte meiner Mama gesagt "es wundert mich sehr, dass die dich nicht aus dem Training schmeißen, so mopsig, wie du bist". #schwitz

Dann kam die Uni und ich bin in so eine Magersuchtstruktur gerutscht. Über 2 Semester aß ich morgens nichts, mittags ein Wurstbrötchen und einen Salat und Abends trank ich eine Flasche Cola light, weil die mir den Durst nahm. Ich bin dann auf 60kg runter und kam mir noch immer fett vor.

Heute bekomme ich alles sehr langsam in Griff, aber ich glaube, hätte man in meiner Kindheit kein so Riesentheater gemacht, wäre es mir auf jeden Fall besser gegangen.

Meine eigene Tochter geht auch etwas in die Breite (Omas Gene), ich lass sie 2x die Woche extra Sport machen und viel laufen, da haben wir das im Griff.

LG
Scotland

Beitrag von curlysue2 06.11.10 - 23:14 Uhr

Hi,

mein Rat wäre, mal ein wenig Ruhe um das Gewicht Deiner Tochter einkehren zu lassen.

Ich war auch so ein Kind, dass anfing mit 8 Jahren zuzunehmen und immer dicker wurde. Mit 17 hatte ich dann 78kg auf 1,65m. Ich habe heimlich gegessen und meine Mutter hat wahrlich nicht immer alles mitbekommen. Nachher zwar das ein oder andere aber zum Schluss war ich sehr gut mit Tricks erfinden um zu verheimlichen dass ich doch wieder Süßes genascht habe. Meine Mutter hat immer mehr auf meinem Gewicht herumgeritten, hielt mir immer unter die Nase, dass ich immer dicker würde und hat die Süßigkeiten rationiert beim gemeinsamen Essen wie ein Luchs aufgepasst was und wieviel ich esse etc., dann fingen auch die Ärzte an usw. Und in der Pubertät hatte ich dann die Nase gestrichen voll. Ich fühlte mich unwohl in meinem Körper, erst recht durch das dauernde daraufhinweisen, dann wollte ich Diäten machen und selbst da hat meine Mutter mir hereingeredet und da wir insgesamt 5 Personen waren war es auch unheimlich schwer, wenn der Rest der Familie dann da mit den leckeren sachen saß und ich nicht durfte. Durch diese Diätversuche, die immer scheiterten (was ich dann auch wieder unter die Nase gerieben bekam) kam dann der Jojoeffekt. Ich fühlte mich die ganzen Jahre ob meines Gewichts und meines Essverhaltens von meiner Mutter beobachtet und gegängelt. Nach den Diätversuchen kam dann die Resignation und die LmaA- Einstellung. Ich lies mich immer mehr gehen und wurde immer dicker. Erst al sich auszog schaffte ich es abzunehmen und dann soviel, dass ich nachher fast nichts mehr aß, dann entdeckte ich, dass ich mit dem Finger im Hals essen konnte was ich wollte (eine Zeitlang).
Tja, dann kam die Therapie. Ich hatte bereits im Kindesalter eine Esstörung entwickelt, von adipositas über Magersucht zur Bulimie. Und der Weg hätte einfacher und kürzer für mich sein können, wenn ich nicht immer auf meine "Schwäche" hingewiesen worden wäre. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte ich wäre als ich akzeptiert worden, egal ob pummelig oder dünn. Durch diese ewige darauf Herumreiterei und das Thematisieren hatte ich aber nicht das Gefühl, obwohl meine Mutter mich liebte und mir eigentlich nur helfen wollte. Sie hat mit ihrem Verhalten aber das Gegenteil erreicht. Das ist jetzt nicht nur der Grund warum ich in die Esstörung geraten bin, aber auch einer mit. Vielleicht hilft das ja hier einigen mal darüber nachzudenken. Denn gerade in der Pubertät sind vor allem Mädchen sehr sensibel was ihren Körper angeht, der sich immer mehr und stärker verändert. Da kann gut gemeintes ganz schnell ins GEgenteil umschlagen.

Wenn Deine Tochter jetzt mal drei Monate keinen sport machen kann ist das kein Weltuntergang und vielleicht hat sie danach sogar wieder Lust etwas zu machen, mit weniger Druck. Ausserdem solltet ihr Euch mal offen unterhalten. Und zwar ohne Vorwürfe (auch keine versteckten), dass sie was utnernehmen muss. Und wenn sie dennoch weiter zunehmen sollte (nach einer Ruhepause) dann geh mit ihr zu einem Therapeuten, wenn körperlich wirklich alles gesund ist und versuche gemeinsam mit ihm und Deiner Tochter herauszufinden ob da nicht noch was anderes im argen liegt.

Allerdings muss ich auch sagen, dass es mich langsam nicht wundert, wenn junge Mädchen zu Essstörungen kommen. Wenn ich hier lese, dass 13jährige bei 165cm Körpergröße mit 60kg als moppelig bezeichnet werden, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Und kommt mir auch nicht mit BMI, denn der BMI misst z.B. nicht den Muskelanteil (der schwerer ist als das Fett), bei sportlichen Menschen kann ein hoher BMI z.B. auch durch viel Muskelmasse entstehen. Und auch mit Pilates und Co werden Muskeln aufgebaut. Und in dem Alter verändert sich nun mal auch die Körperform der Kinder. Manchmal werden sie erst etwas breiter bevor sie wieder in die Höhe schießen. Und nur weil der Rest der Familie spargeldürr ist, heißt es nicht, dass mal eines der Kinder aus der Art schlagen kann.
Übrigens habe ich jetzt mal auf drei Seiten den BMI mit o.g. Maßen eingegeben und auf zwei kam normalgewicht raus, nur eine gab Übergewicht an. So zuverlässig sind diese Rechner im Internet, dass sie auch alle das selbe sagen (vorsicht Ironie).

http://ernaehrungsstudio.nestle.de/TippsTools/Rechner/BMIKinder.htm

http://www.onmeda.de/selbsttests/bmi_rechner_kinder.html

der hier sagte Übergewicht:

http://www.trimmy.de/ernaehrung-und-bewegung/gesunde-ernaehrung/kinder-bmi-rechner/

Das soll jetzt kein angriff sein, sondern einfach nur mal zum Nachdenken anregen. Denn es gibt nun mal auch Menschen, die trotz gesunder Ernährung zu Übergewicht neigen und andere die mit 10 Tafeln Schokolade am Tag noch megaschlank bleiben. Da spielen unheimlich viele Faktoren mit. Und noch wichtiger als das Gewicht Eurer Kinder ist, dass Ihr sie ersteinmal zu starken Menschen macht und dann gemeinsam die Probleme ZUSAMMEN angeht und Eure Kinder nicht da hineintreibt. Oft geht es nicht von jetzt auf gleich, Geduld ist auf beiden seiten gefragt. Aber je mehr auf diesem Thema herumgehackt wird, desto mehr werden die meisten Teenies dicht machen (gerade in dem Rebellionalter wo die Eltern eh "keine Ahnung" haben).

LG

curlysue

Beitrag von 30.11.10 07.11.10 - 10:45 Uhr

Bischen, aber zu bedeuten hat das Nix, zumindest ist das kein Geburtsanzeichen;-)

Beitrag von bambolina 08.11.10 - 14:28 Uhr

Hallo

ein ähnliches Problem habe ich keine, eher ein Gegenteiliges... ich muss immer drauf achten, dass meine Kids das Essen nicht vergessen :-( macht auch nicht wirklich Spaß...

Ich denke Sport alleine ist nicht nur das Problem. Das mit dem dick sein ist ein ewiger Kreislauf, umso schwerer man wird umso schwerer fällt einem die Bewegung und eben auch der Sport.
In erster Linie muss sie begreifen, dass das ein Ernährungsproblem ist. Ob die Bewegungstherapie beim Physiotherapeuten ausgereicht hätte, vermag ich zu bezweifeln. Abgesehen davon hätte ich ein "ich weiß nicht wie hinkommen" nicht gelten lassen - notfalls hätte ich Taxi gespielt.

Eine Kur wäre aber wirklich das Beste. Dort wäre neben Bewegungstherapien auch Ernährungsberatung - und ausserdem kann sie nicht heimlich futtern.
Rede doch mal mit dem KA. Weil dieser muss ja auch den Antrag mit stellen, bzw. zu einer Kur raten.
Wie schnell das geht? Liegt erstens an der KK, auch wieoft abgelehnt wird und wie die Verfügbarkeit der Plätze ist.

Aber egal wie lange es dauert ich würde es auf jeden Fall beantragen. Lieber später eine Kur als gar keine

lg bambolina