Nochmal Thema Eingewöhnung: wie lange Tränen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von claerchen81 05.11.10 - 09:07 Uhr

Hi,

ich muss nochmal wg. der Eingewöhnung im Kiga fragen.

Hintergrund:
Sohn 3 Jahre alt, vorher 2 Jahre bei TaMu, dh. Fremdbetreuung gewohnt. Hat schon bei TaMu gern geweint beim Abgeben, jetzt im Kiga wird es zur Regelmäßigkeit, zudem versucht er mit allen Mitteln, dass er NICHT in den Kiga muss (jeden Morgen Tränen, Trödeln etc.). Nach eigener Aussage will er nicht in den Kiga, er mag die Erzieher nicht und die Kinder nicht. Gebe ich ihn ab, weint er auf dem Schoß der Erzieherin - und zwar exakt so lange, bis ich weg bin. Danach gilt er (wird von 4-5 Erziehern betreut, da Vormittags- und Nachmittagsgruppe) bei allen als freundlich und unkompliziert, man mag ihn, auch die Kinder spielen offensichtlich gern mit ihm, alles vollkommen problemlos.
Und jetzt das Drama: hole ich ihn ab, will er nicht nach Hause und es gibt wieder Tränen!

Was mache ich denn mit so einem Kind, außer, die Situation hinzunehmen und ihn einfach weiter a) zu ermuntern und b) nachzufragen, warum er nicht hingehen möchte (bisher seine Antwort: Weil ich nicht möchte... - Aha, danke für´s Gespräch ;-))? Hat jmd. von euch ebenfalls so eine "Drama-Queen"? Wie lange hat es bei euch gedauert?

Ich gestehe, ich werde langsam mürbe. Mit Humor kann ich das nur noch bedingt hinnehmen, denn 1) mache ich mir Sorgen, dass wirklich was dahinter steckt und 2) ist es unglaublich Kräfte zehrend und fühlt sich einfach falsch an. Kinder sollten doch nicht weinen, wenn sie in den Kiga gehen - zumal die Alternative ein brüllender Säugling zuhause ist... auch nicht besser.


Gruß, C.

Beitrag von katjafloh 05.11.10 - 10:02 Uhr

"Was mache ich denn mit so einem Kind, außer, die Situation hinzunehmen und ihn einfach weiter a) zu ermuntern und b) nachzufragen, warum er nicht hingehen möchte ..."

Mehr kannst Du nicht machen. Sei konsequent und bringe ihn immer regelmäßig in den KiGa. Das er sich so schnell beruhigt, wenn Du weg bist, zeigt ja, daß es im eigendlich gut geht im KiGa. Es gibt halt Kinder die gehen nie gerne in den KiGa und andere würden am liebsten dort bleiben, wenn man sie abholt.

Mein Sohn gehörte zu der ersteren Sorte. Er ist nie wirklich gerne gegangen. Auch immer nur Tränen und morgendliche Kämpfe. Mal war es paar Wochen besser, dann ging wieder eine Heulphase los usw. Das ganze über 4 Jahre. In der Vorschulgruppe ist es dann bischen besser geworden, da hatte er dann auch zum ersten Mal Freunde. Ansonsten saß er nur seine Zeit ab und wartete bis ich ihn wieder abholte.

Meine Tochter geht jetzt seid 1 Monat in den KiGa. Die Eingewöhnung lief bei ihr besser. Sehr wenig Tränen, die kamen dann erst, als ich sie dann wirklich nur abgegeben habe. Aber auch sie beruhigt sich sehr schnell und wenn ich sie abhole ist sie immer glücklich, wie schön es war. Aber auch bei ihr wird es sich so entwickeln, daß sie eher nicht gerne gehen wird. Denn die morgendlichen Kämpfe haben wir auch hier schon auszufechten. Na, mal sehen wie es sich weiterentwickelt.

LG Katja

Beitrag von lisasimpson 05.11.10 - 10:07 Uhr

Hallo!

Das hört sich bei euch nach einem Ritual an.
Viele Kinder tun sich schwer mit Übergängen.
Hier im forum lese ich andauernd von eltern, die sich beklagen darüber, daß es beim anziehen (morgens) oder ausziehen (abends) streß gibt, daß kinder sich schwer tun einzuschlafen, oder eben das was du hier beschreibst.
es sind jeweils die Übergänge, dei kindern zu schaffen machen können.
mogens in den tag zu starten, abends den tag zu verabschieden, morgens sich von der familie verabschieden und mittags vom kiga.

jedes Kind zeigt die gefühle, die deise Übergänge auslösen anders.
deiner hat das ritual "weinen" gewählt.

wenn du das ritual verändern willst, mußt du ihm ein neues anbieten.
dazu würde sich eigenen, daß erst mal jemand anders ihn bringt (für ca 2 wochen oder so) und mit ihm ein nues ritual aufbaut (küßchen geben, zusammen spielen, ein puzzel beginnen, ein abklatschrutal, keine ahnung was auch immer) und du dann einsteigst. ein mal gemeinsam bringen, daß du in das neue ritual eingeführt wirst und dann dranbleiben.
aber- das muß nicht die lösung sein.
weinen ist eben auch ein ritual, daß sich bei euch offenbar schon eingeschliffen hat.

zum anderen: frag nicht immer wieder die gleiche frage, auf die er dir keine antwort eben kann.
Kinder in dem alter können diese frage nach dem "warum gefällt es dir nich", warum weinst du beim abgeben" nicht beantworten - deine fraen sind eine qual.
sag ihm, was du dir von ihm wünschst- sag ihm, was ihn erwartet (wir gehen jetzt in den kiga, ich würd mich freuen, wenn wir dort noch ein puzzel zusammen machen und du mich dann winkend verabschiedest- mir ein küßchen gibts, wir noch ein mal schmusen oder oder oder.. dannwerde ich gehen und du kannst spielen).

frag ihn, wer sein freund ist im kiga- frag ihn, was er schönes mit erzieherin xy gemacht hat- lenke nicht die aufmerksamkeit auf "wer war blöd, warum magst du den nicht, warum spielst du nicht gerne mit xy".

lisasimpson

Beitrag von silsil 05.11.10 - 14:24 Uhr

Hallo,

ich würde dir auch empfehlen ihn von jemanden anderen bringen zu lassen und führt ein Ritual ein.

Meine Tochter ging die ersten 2 Wochen total gerne, ohne Probleme in den KiGa. Danach kam der Einbruch. Sie tat sich beim Verabschieden unheimlich schwer. Bei jedem weiteren Tschüß kamen mehr Tränen. Ich bin dann konsequent raus, hab aber im Garderobenbereich gewartet und sie hat sich, außer am ersten "Weintag"; total schnell wieder beruhigt.

Wir haben ihr dann ihr Lieblingsstofftier mitgegeben und mein Mann hat sie eine Woche lang hingebracht. (bei ihm gabs nicht eine Träne). Die Beiden haben dann das Ritual ausgemacht, dass sie ein Wettlaufen zum Fenster machen und sich noch zuwinken. (klar das Papa, der ja erstmal durchs Gebäude und dann außenrum mußte, regelmäßig verlor ;-)) Am Ende der Woche war ihr Stofftier immer länger im Rucksack und mittlerweile (6 wochen später) bleibt es wieder zu Hause, holt sie höchstens noch ab und zu ab.

Je weniger wir wegen dem Weinen nachgefragt haben um so besser wurde es. Wir haben es gar nciht mehr angesprochen und auch nicht gesagt "heute gehts aber ohne Tränen" u.ä. Wir wußten ja, dass sie sich einfach mit dem Verabschieden schwer tut.

Dieses Winkritual ist in unserer Gruppe bei allen Kindern sehr beliebt. Oft stehen da 4 Kinder und winken auch den Müttern der anderen Kinder zu. :-)

#sonne Grüße
Silvia