normaler Schulabschluß bei Integrationsstatus möglich?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von reethi 05.11.10 - 09:22 Uhr

Hallo!

Ich habe eine Frage. Mein Sohn ist wahrscheinlich ein Asperger Kind und hat es in der Schule nicht einfach, aber es geht irgendwie. Nun steht bei uns der Schulwechsel an und die Schule die wir ins Auge gefasst haben bietet auch Integrationsplätze an.
Mein Frage ist nun: macht ein Kind mit Integrationsstatus einen normalen Schulabschluss wie Mittlere Reife oder Abitur? Oder ist es dann irgendwie ein anderer Abschluss, oder gar keiner?

Vielen Dank #danke

Neddie

Beitrag von kati543 05.11.10 - 09:42 Uhr

Das kommt darauf an, ob er nach dem normalen Stundenplan unterrichtet und bewertet wird, oder nicht. Der I-Status verhindert nicht einen normalen Abschluß.
In welche Schule wechselt dein Sohn denn? In eine normale Regelschule, in der nach normalen Stundenplan unterrichtet wird oder in eine Sonderschule mit anderem Lehrplan?

Beitrag von reethi 05.11.10 - 09:52 Uhr

Hallo!

Es wäre eine Integrative Gesamtschule. Wir sind uns aber noch nicht ganz sicher, ob wir das wirklich tun. Auf der einen Seite ist es halt eine Integrative Schule, die ihn fördern könnte. Auf der anderen Seite wollen wir ihm aber einen normalen Schulabschluß ermöglichen. Zudem ist die Schule sehr groß (sechszügig in allen Jahrgängen) und wir befürchten er geht dort unter.
Wir haben auch noch keinen Integrationsstatus, und bevor wir diesen Weg gehen wollen wir uns vorab informieren, ob es der richtige Weg ist.

VG
Neddie

Beitrag von kati543 05.11.10 - 10:07 Uhr

Da solltest du dich vorher bei der Schule informieren, nach welchen Lehrplan dein Kind unterrichtet werden soll. Bei einer integrativen Gesamtschule ist alles (schon vorab geplant) möglich - von gar keinen Abschluß bis hin zu Abitur.
Wegen der Größe der Schule... das hat nichts zu sagen. Wichtiger ist, ob dein Sohn sich dort wohlfühlen könnte. Wobei bei Autismus zu viele Menschen ja auch eher schlecht sind. Daher landen ja auch viel Asperger in Sonderschulen KB, obwohl sie da garnicht hingehören.

Beitrag von wallbreaker 05.11.10 - 11:33 Uhr

meine tochter war schon im kidnergarten integrationskind und ist das auch in der schule (mittlerweile 5. schulstufe)...

es kommt drauf an, wie fit dein sohn ist, ich sehe eine integrative betreuung aber von vorteil, weil er das persönliche potential sicher besser ausschöpfen kann, als wenn er keine besondere unterstützung erhält.

meine tochter hat von beginn an allgemeinen sonderschullehrplan, wir ahben aber die option, daß sie so fern sie fit genug wird, in den regellehrplan umsteigen kann in einzelnen fächern oder auch komplett.
die beeinträchtigung meiner tochter ist derzeit so einzuschätzen, daß das höchste der gefühle wohl ein hauptschulabschluss wäre, aber im grunde ist unser weg klar:
i-kind mit sonderschulpädagogin, die die rahmenbedingungen schafft, daß mein kind das individuelle maximum besser erreichen kann als ohne unterstützung und am ende wird man sehen, welcher abschluss erreicht wurde.

ich sehe das mittlerweile wirklich aus diesme blickwinkel, weil ich merke, daß ein normal reglementierter schulalltag für sie so viel stress und druck bringen würde, daß sie neben den ganzen problemen die sie ohnehin hat, noch eine gehörige portion schulfrust dazu hätte, was sich sicherlich auf ihre gesamte entwicklung negativ auswirken würde....

in österreich gibt es auch verschiedene integrative modelle......nicht jedes i-kind hat sonderschullehrplan.....lass dich gut beraten und versuche aus verscheidenen blickwinkeln zu betrachten....als "nicht normgerecht" eingestuft zu werden beinhaltet nicht nur wie auf den ersten blick vl gedacht einen "stempel", es bietet auch eine gehörige portion an schutz, weil das gegenüber dann rücksicht nehmen kann...........

bei menschen mit sensorischer integrationsstörung (also autistisches spektrum, adhs etc) ist das nicht unerheblich......man sieht ihnen das nicht an und so gelten diese menschen oft als "komisch, unerzogenk, gestört etc...

alles liebe

Beitrag von wallbreaker 05.11.10 - 11:48 Uhr

ps. wichtig ist neben dem, ob er sich dort wohlfühlt....wieviel struktur diese schule beitet....das ist meiner erfahrung anch sehr, sehr wichtig...gerade diese kinder brauchen klare rahmenbedingungen, denn das chaos tragen sie oftmals in sich.....

lg elke
(bin nicht nur mutter eines "solchen" kindes, ich bin auch sensorische integrationspädagogin)

Beitrag von mimi1410 05.11.10 - 19:42 Uhr

Hi Neddie,

in meiner Klasse ist ein Autist - in der 8.Klasse Realschule. Und er macht das super :-) Er hat einen Schulhelfer und es gibt für uns Lehrer nur wenig Punkte,die beachtet werden müssen. Es klappt gut und keiner der Kollegen hat einProblem damit !

LG Mimi

Beitrag von tinaxx 06.11.10 - 12:00 Uhr

Hallo!

Ich bin Lehrerin und arbeite in einer Integrationsklasse (8. Klasse) an einer niedersächsischen Hauptschule. Meine Tochter ist aufgrund ihrer Körperbehinderung I-Kind in einer Grundschulklasse, dort ist ebenfalls ein Asperger-Autist - ich bin mit der Materie (zumindest was Nds. betrifft!) also vertraut.

Du schreibst, dass dein Sohn "wahrscheinlich ein Asperger Kind" sei.
Ihr wisst es also noch nicht sicher.
Asperger-Autisten sind nicht automatisch lernbehindert, sondern haben eine Störung im sozial-emotionalen Bereich. Deshalb können sie nach den normalen Lehrplänen der Regelschule unterrichtet werden und die entsprechenden Abschlüsse erreichen.
Wenn bei deinem Sohn noch nie die Rede von einer Überprüfung auf sonderpäd. Förderbedarf im Bereich Lernen war, kannst du davon ausgehen, dass er nach dem Lehrplan der Regelschule unterrichtet werden kann.

Der Asperger-Autist in der Klasse meiner Tochter hat eine qualifizierte Integrationshelferin, die ihn durch den gesamten Schultag begleitet und seine Verhaltensprobleme aufgreift, mit ihm bespricht und somit dafür sorgt, dass er gut lernen kann und integriert ist. Das klappt in dem Fall sehr gut, der Junge ist leistungsstark und kommt klar.


An deiner Stelle würde ich zunächst eine Diagnose abwarten, dann Kontakt mit der weiter führenden Schule aufnehmen und mich über die Möglichkeit eines Integrationshelfers schlau machen.

Bei weiteren Fragen kannst du mir gern eine PN schreiben!

Schönes WE,
Tina.

Beitrag von supermaus72 09.11.10 - 19:04 Uhr

Hallo an Alle!
Das wichtigte ist erstmal Gewißheit zu haben, ob er überhaupt das Asperger Syndrom hat!
Laß Dich beraten, und zwar in alle Richtungen.
Ich bin entsetzt darüber wie hier über Förderschulen gedacht wird!
Schließlich muß man ja auch wissen, ob ein Förderbedarf festgestellt worden ist. Und Dein Sohn soll doch glücklich werden und mit Feude in die Schule gehen oder nicht?
Falls ein Förderbedarf festgestellt wird, hat man es bei uns in NRW gar nicht alleine in der Hand dies zu entscheiden.
Ich wünsche Euch alles Gute!
Supermaus72