Wie krank ist das?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von traurigdassiesodenkt 05.11.10 - 10:43 Uhr

Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter ob ich sie nicht mehr alle habe...

Habe vor einem Jahr eine langjährige Beziehung beendet aus diversen
Gründen. Zum Zeitpunkt der Trennung hatte ich komplett mit der
Beziehung abgeschlossen.

Kurze Zeit später habe ich eine Affäre angefangen mit einem anderen
Mann. Ich habe es genossen endlich wieder begehrt zu werden, guten
Sex zu haben. Ich war aber auch von Beginn an verliebt. Ich war mir
aber unsicher ob ich mich gleich wieder in eine Beziehung stürzen soll.
Nach ein paar Monaten haben wir uns beide für uns und eine
Beziehung entschieden.

Er war während der Affäre nicht immer einfach. War viel mit sich selbst
beschäftigt, eher ein Einzelgänger, unzufrieden mit seinem Leben und
mit sich. Doch je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto
zufriedener wurde er. Er fing an sich und sein Leben in die Hand zu nehmen,
sich um seine Zukunft zu kümmern. Ab und zu würde er am liebsten
wegrennen, so wie er es immer gemacht hat, weil alles neu ist und so
viel. Aber er bleibt, weil ihm unsere Beziehung so wichtig ist. Nun ist
ungefähr ein Jahr vergangen... er lebt gesund, macht eine Ausbildung,
Sport, kümmert sich um mich und um sich (ich habe ihn nie zu etwas
überredet, nur meine Anwesenheit oder seine Liebe zu mir hat ihn Dinge
sehen und verändern lassen. Ich habe ihn immer so geliebt wie er ist.) Er
ist so wahnsinnig motiviert.

Und nun das kranke... ich fühle mich jetzt schlecht und ich weiß nicht
warum. Ich habe mich gut gefühlt wenn er mir sagte wie gut ich ihm tu,
das er motiviert ist etwas zu tun damit wir eine Zukunft haben. Das ich
ihm ganz viel Kraft gebe, das sich ganz viel verändert hat und er darüber
manchmal ängstlich aber vor allem froh ist. Nun hat er es geschafft. Er
ist glücklich mit sich und seinem Leben. Und was mach ich? Ich habe
Angst, ihn nun zu verlieren, warum auch immer, weil ich vielleicht nicht
mehr gebraucht werde?! Ich sollte glücklich sein das es ihm jetzt so gut
geht. Auf der einen Seite bin ich das auch, auf der anderen Seite macht
es mir Angst.

Habe ich ein Helfersyndrom? Zu wenig Selbstwertgefühl oder was ist das?
:(

Beitrag von Verlustängste 05.11.10 - 10:56 Uhr

Mein erster Gedanke war, dass zwischen dir und deinem Partner ein hoher Altersunterschied vorliegen muss. Du bist wahrscheinlich die Ältere und hast nun Angst verlassen zu werden. Als er dich noch brauchte, warst du ihm seiner sicher. Doch nun, wo er sein Leben selbst in die Hand nehmen könnte und auch nimmt, überkommen dich Verlustängste. Dies wäre eine typische Reaktion bei Frauen, die in der Beziehung viel älter sind.
Ich kann mich auch irren.
Dein Text allein klingt schon sehr mütterlich; wahrscheinlich behandelst du ihn auch so? Naja, vielleicht solltest du mal mit einem Psychologen sprechen.

Viel #klee


Beitrag von traurigdassiesodenkt 05.11.10 - 11:34 Uhr

Ja ich bin älter, ich bin anfang 30, er mitte 20. Eigentlich brauche ich keine Angst zu haben. Er ist sehr treu, loyal und liebt mich wirklich und ich ihn. Aber ja, es sind bestimmt Ängste da. Ganz sicher sogar.

Mütterlich bin ich allerdings nicht. War ich noch nie. Ich halte mich raus, er soll selber seinen Weg gehen und finden, natürlich mit mir an seiner Seite. Aber ich bin nur da und leite ihn nicht. Alles was er macht ist sein eigener Wunsch. Wie gesagt ich habe ihn so geliebt wie ich ihn kennengelernt habe. :)

Danke deine Antwort!

Beitrag von dhyan 05.11.10 - 11:44 Uhr

vielleicht ist es auch nur das Gefühl, so etwas wie Verantwortung für die Freude an seinem Leben zu haben.
Du liebst Ihn und solltest Du das je nicht mehr tun, daß er wieder ins Alte Schema zurückfällt und Du Schuld daran hättest, sowas kann unbewusst ganz schwer sein, einfach mal da reinfühlen ob es stimmen könnte

was ich schreibe ist nur ein Gedanke, könnte eine Option sein, falls es nicht so ist, dann hast Du jedenfalls schonmal was ausgeschlussen

Beitrag von traurigdassiesodenkt 05.11.10 - 12:51 Uhr

Ja, darüber nachgedacht habe ich natürlich auch mal und würden wir uns jetzt trennen dann könnte ich mir auch gut vorstellen das er wieder in ein Loch fällt. Aber wenn er es schafft sein Leben jetzt in den Griff zu bekommen und das auch über einen längeren Zeitraum dann wird er es auch ohne eine Motivation (wie unsere Beziehung) schaffen, daran glaube ich.

Ich denke aber auch nicht darüber nach mich zu trennen. Ich liebe ihn so sehr :)

Vielen Dank für Deinen Blickwinkel. Ich bin über jeden Denkanstoss dankbar!